Mehr brandheiße Inhalte
zur Gruppe
Polyamory
4333 Mitglieder
zur Gruppe
Beziehungs-Anarchie
819 Mitglieder
zum Thema
Emotionale Bindungen zu Künstlicher Intelligenz192
Ich habe am Wochenende den Film "The Creator" gesehen und wie schon…
zum Thema
Emotionalität in Beziehungen und Beziehungsentscheidungen339
Ich versuche gerade etwas für mich herauszufinden.
Cuckcake und Bull
Das Thema ist für dich interessant? Jetzt JOYclub entdecken

Sind wir trennungsfreudiger geworden?

*******uble Paar
83 Beiträge
Themenersteller 
Sind wir trennungsfreudiger geworden?
Inspiriert durch einen anderen Thread möchte ich ein Thema aufgreifen, das mich persönlich schon länger beschäftigt. Immer wieder ist zu lesen oder zu hören, Beziehungen hätten in der heutigen Zeit an Wert verloren, es falle vielen Menschen schwerer, Partnerschaften langfristig zu führen und Partner würden schneller ersetzt als früher. Vor diesem Hintergrund stellt sich FÜR MICH die Frage, ob wir dadurch tatsächlich insgesamt unglücklicher sind als frühere Generationen, in denen langjährige oder sogar lebenslange Beziehungen deutlich häufiger waren.

Aus MEINER PERSÖNLICHEN SICHT erscheint mir die Vorstellung, dass Beziehungen „früher“ grundsätzlich besser oder erfüllter gewesen seien, vor allem weil sie seltener beendet wurden, als eine stark romantisierte Rückschau. Dass Beziehungen und Ehen früher oft ein Leben lang hielten, bedeutet FÜR MICH nicht automatisch, dass die Beteiligten glücklicher waren. Vielmehr hatte man MEINER WAHRNEHMUNG nach häufig deutlich weniger Handlungsspielraum und Wahlmöglichkeiten als heute.


Hinzu kommt, dass die Partnerwahl in früheren Zeiten, ZUMINDEST NACH MEINEM EINDRUCK, oft weniger bewusst erfolgte. Beziehungen entstanden nicht selten aus pragmatischen Gründen, aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld, aus familiären Erwartungen oder schlicht aus Gelegenheit. Man band sich früh und dauerhaft, und dieser Entschluss bestimmte den weiteren Lebensweg maßgeblich. Ob emotionale Nähe, persönliche Entwicklung oder sexuelle Passung tatsächlich gegeben waren, schien dabei oftmals eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Viele Menschen blieben AUS MEINER SICHT nicht unbedingt aus Zufriedenheit zusammen, sondern weil gesellschaftliche Normen, wirtschaftliche Abhängigkeiten oder moralischer Druck eine Trennung kaum zuließen. Besonders Frauen waren lange Zeit finanziell und sozial stark gebunden. Eine Ehe zu verlassen konnte Ausgrenzung, materielle Unsicherheit oder nachhaltige Stigmatisierung nach sich ziehen. Durchhalten war daher oft weniger eine freie Entscheidung als vielmehr eine Notwendigkeit.

Konflikte, emotionale Distanz, sexuelle Unzufriedenheit oder sogar Gewalt wurden in solchen Konstellationen häufig nicht offen thematisiert oder aufgearbeitet, sondern verdrängt. Man sprach nicht darüber, man funktionierte. Das Leid war nicht zwingend geringer, sondern eher unsichtbarer. FÜR MICH PERSÖNLICH ist das weniger ein Zeichen von Stabilität oder Beziehungsqualität als vielmehr Ausdruck fehlender Selbstbestimmung.

Vor diesem Hintergrund empfinde ICH es nicht als moralischen Verfall, dass sich Menschen heute häufiger trennen, sondern eher als Ergebnis größerer individueller Freiheit. AUS MEINER PERSPEKTIVE ist es heute eher möglich, eine Beziehung zu hinterfragen und sie zu beenden, wenn sie dauerhaft unglücklich macht. Das bedeutet nicht, dass Beziehungen heute automatisch erfüllter oder leichter sind, wohl aber, dass niemand mehr gezwungen ist, ein Leben lang in einer Konstellation zu verharren, die als belastend oder krankmachend empfunden wird.

FÜR MICH PERSÖNLICH ist daher Stabilität um jeden Preis kein Wert an sich. Eine Beziehung, die ausschließlich durch äußeren Druck oder gesellschaftliche Erwartungen aufrechterhalten wird, mag nach außen Bestand haben, kann innerlich jedoch leer oder schwer belastend sein. Während man früher AUS MEINER SICHT oft ausharrte, weil man kaum Alternativen sah, trennen sich Menschen heute eher, weil sie die Möglichkeit haben, ihr eigenes Wohlbefinden stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Mich interessiert nun EURE PERSÖNLICHE SICHTWEISE: Wie erlebt ihr Beziehungen in eurer eigenen Lebensrealität? Empfindet ihr es als schwieriger, heute erfüllte und stabile Partnerschaften zu finden? Oder erlebt ihr die größere Freiheit in der Partnerwahl und Lebensgestaltung eher als Chance, auch wenn sie mit neuen Herausforderungen verbunden ist? Leben wir in einer Trennungskultur oder haben wir endlich den Selbstbestimmung erlangt?
*********eaker Frau
949 Beiträge
Dazu habe ich kürzlich einen Bericht über eine neue Studie gehört: https://www.swr.de/swrkultur/wissen/wenn-die-liebe-schwindet-wie-sich-trennungen-anbahnen-das-wissen-2026-01-25-100.html

Durch mein Poly-sein habe ich natürlich zum einen größere Freiheitsgrade. Zumindest für nicht-monoamie. Da kombiniere ich beides. Freiheit und Selbstbestimmung.

Zeitgleich ist aber der "Bedarf" an Beziehungsarbeit gestiegen. Zumindest wenn Partner da sind, die nicht nur "Casual Sex" bedeuten. Das mache ich aber dann auch von Herzen gerne. Denn Verbindung und Verbindlichkeit sind für mich sehr wichtig Bausteine.

Tendenziell harre ich in Partnerschaften dennoch eher aus. Ich gebe schon häufig anderen mehr Zeit als mir selbst, wenn es knirscht. Durch meine letzten zwei Beziehungen durfte ich hier noch einmal wachsen und bin heute viel achtsamer mit mir und meinen Gefühlen... Und vielleicht auch konsequenter und klarer.
******fer Mann
111 Beiträge
Ganz sicher sogar. Alleine durch die ganzen Online-Möglichkeiten und Filter. Durch den extremen Männerüberschuss, kann sich Frau den Partner eigentlich zusammenstellen, wie sie ihn wünscht.

Hinzu kommt noch, die (zum Glück!) Emanzipation/Unabhängigkeit der Frau vom Mann, durch eigenes Einkommen. Wenn man sich Dokus der vor 70er ansieht ... da waren auch etliche Zweckbeziehungen dabei. Das fällt heute mehrheitlich weg.
PS: Ein Großteil der Trennungen heute - sind von Frauen initiert.
********aten Paar
2.052 Beiträge
Oh, das ist aber mal eine sehr gehaltvolle Frage, auf die Ihr sicher sehr viele spannende Antworten bekommen werdet.

Ich denke, dass alle Deine Beobachtungen und Einschätzungen richtig sind

Wir sind ein Paar, dass ein Leben lang zusammenbleibt. Ich bin der erste Freund meiner Frau. Sie hat vor mir nie einen anderen Jungen geküsst. Sie ist meine zweite Freundin. Ich bin also auch völlig unerfahren, wenn es um die Anfangsphasen von Beziehungen geht.

Wenn früher etwas anders war, dann war es einfach nur anders, aber nicht besser oder schlechter.
Wenn früher Paare nicht fähig waren, sich zu trennen, so findet man heute viele Menschen, die nicht fähig sind, sich zu binden. Beides ist nicht gut. Beides produziert unglückliche Menschen.

Wir sind glücklich, dass wir uns gefunden haben. In unserem Freundeskreis sind viele Singles, die darunter leiden, nicht den Partner des Lebens finden zu können.
****ot2 Mann
12.455 Beiträge
Es kommt drauf an.

"Beziehungen", ohne Kinder und Heirat und gemeinsame Wohnung, gehen in jedem Fall sehr oft und recht schnell auseinander. Ist ja auch unverbindlich.

Sind Kinderbetreuung zu regeln und Scheidung nötig, überlegen sich Paare eine Trennung auch heute noch zweimal.

Meine persönliche Fragestellung wäre, was eigentlich die genauen Gründe für dieses oftmalige "Unglücklichsein" in Beziehungen ist, von dem man stets hört.
Es ist ja nun beileibe nicht so, dass sexelle Untreue oder gar Gewalt heutzutage bei Trennungen oft ursächlich sind.
Oft heißt es nur: "Wir haben uns auseinandergelebt. Oder "Ich war nicht mehr glücklich."

Oft wird das eigene Glück komplett in die Hände des Partners/in gelegt. Die Logik dahinter: "Ich bin unglücklich, also muss mein Partner etwas falsch machen."
*********f752 Mann
1.553 Beiträge
Ehepaare die im Gesetzen Alter sind , wissen wie sie ihren Partner nehmen müssen.
Während dessen bei jüngeren selbst mit Kindern gewisse Bedürfnisse außer Acht gelassen werden.
Ich empfinde es heute als schwieriger, eine erfüllte Partnerschaft zu finden. Es liegt aber nicht an der Zeit, in der wir leben, sondern an meinem Alter (50+) und der Klarheit, die ich heute habe. Mit über fünfzig weiß ich nun sehr genau, was ich möchte und was nicht. Ich möchte und muss keinen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Mein Freundeskreis weiß, wie ich ticke und denke. Ich bin kompromissbereit, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Mir wäre wichtig, dass ein Partner ein ähnliches Mindset und vergleichbare Werte mitbringt. Das empfinde ich nicht als Trennungskultur, sondern als gelebte Selbstbestimmung.
Meine Freundin hat mich kürzlich gefragt, ob ich nächsten Monat mit ihr auf ein bestimmtes und besonderes Single-Event gehen möchte. Nach reiflicher Überlegung habe ich gemerkt, dass ich das Geld dafür nicht ausgeben möchte, weil ich derzeit überhaupt niemanden kennenlernen möchte, mit dem ich eine feste Beziehung eingehen will (das musste ich mir auch erst mal eingestehen).Im Moment genieße ich mein autonomes, selbstbestimmtes Leben sehr. Und ich glaube, davon gibt es immer mehr Menschen. Es ist erfüllt, sinnlich und stimmig (mit einer schönen erotischen Note im Hintergrund) und für mich perfekt. Ob sich das irgendwann ändert, wird sich zeigen. Aktuell lebe ich genau das Leben, das ich möchte, auch weil ich in den letzten Jahren niemanden getroffen habe, der zu mir passt. Mit dem richtigen Netzwerk im Rücken ist man nicht einsam.
Ich glaube, weil ich so denke, wie ich denke und wahrscheinlich nicht die Einzige bin, die so denkt, finden sich Beziehungen (in meinem Alter) nicht mehr so schnell, obwohl ich ein großer Fan der Liebe bin.
*****sch Paar
3.973 Beiträge
Die heutige Partner/ Partnerinnen sind mit früher nicht mehr zu vergleichen. Die Ansprüche sind gestiegen.
Früher waren wir froh als es Schwarz/ Weiß Fernsehen mit 3 Sender gab.
Heute braucht es ein Fernseher mit riesengroßen Bidschirm 50 Programme in HD Netfix / SKy etc.
Wenn eine Frau oder Mann Abwechslung braucht sollte man darüber reden , man könnte ja mal in einem Swingerclub gehen. Früher was das kein Thema erstens hats die nicht gegeben zweitens waren die leute mehr verklemmt.
Ich glaube auch das die Leute auch mehr anspruchsvoller geworden sind.
Drei mal im Jahr im Urlaub fliegen etc. Das hats früher nicht gegeben.
Am wichstigsten ist das man über alles miteinander redet, bedürfnisse etc,so erfährt man vieles und kann eine gemeinsame Nenner finden. Die meiste Ehen gehen auseinander weil Mann und Frau nicht mehr miteinander reden und jeder macht zum Schluss das was er will.
****na Frau
1.412 Beiträge
Zitat von ******fer:
Ganz sicher sogar. Alleine durch die ganzen Online-Möglichkeiten und Filter. Durch den extremen Männerüberschuss, kann sich Frau den Partner eigentlich zusammenstellen, wie sie ihn wünscht.

Also die Zahlen zur Geschlechterverteilung in Deutschland, die ich im Internet gefunden habe, sprechen von einem sehr geringen Männerüberschuss. Einen deutlichen Frauenüberschuss gibt es erst in den Kohorten Ü 60.
******fer Mann
111 Beiträge
Zitat von ****na:
Zitat von ******fer:
Ganz sicher sogar. Alleine durch die ganzen Online-Möglichkeiten und Filter. Durch den extremen Männerüberschuss, kann sich Frau den Partner eigentlich zusammenstellen, wie sie ihn wünscht.

Also die Zahlen zur Geschlechterverteilung in Deutschland, die ich im Internet gefunden habe, sprechen von einem sehr geringen Männerüberschuss. Einen deutlichen Frauenüberschuss gibt es erst in den Kohorten Ü 60.
Bitte, Bitte, Bitte *zzz* Nicht schon wieder diese falsche Interpretation der Statistik. Frauen werden im Durchschnitt einfach wesentlich älter als Männer. Damit hast du im Alter bis etwa 50 Jahren (bis etwa 30 Jahre sogar deutlich) einen ordentlichen Männerüberschuss. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, weil es einfach vom Thema abweicht.
*********f752 Mann
1.553 Beiträge
Wir haben einen Frauen Überschuss,
Nicht nur der Über sechzig jährigen,
Diese zahlen welche Sie der Allgemeinheit auftischen wollen sind leider nicht korrekt.
Sie sollten sich an Fakten halten..
****_62 Mann
944 Beiträge
Wofür so'n statistisches Bundesamt doch gut ist. *zwinker*

https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!

Interessant der Schieberegler in der Mitte über den man bestimmte Jahre gezielt ansteuern kann.

Zum eigentlichen Thema später mehr. Jetzt muss ich erst mal dem Traumpeterchen Hallo sagen.
******fer Mann
111 Beiträge
Die
Zitat von ****_62:
Wofür so'n statistisches Bundesamt doch gut ist. *zwinker*
Die gute alte 'koordinierte Vorausberechnung'. Was man nicht so alles koordinieren kann ...
Soll ich die vom Statistischen Bundesamt selbst genannten 'Aussagekraft und Unsicherheitsfaktoren' zitieren - oder ist das eh nicht notwendig?

Im Ernst. Wäre ein eigenes Thema wert. Aber nicht hier.
****59 Paar
2.164 Beiträge
Sind wir trennungsfreudiger geworden?

Selbstbewußter - dadurch nicht mehr bedingungslos bis an das Ende ............
**********artin Mann
409 Beiträge
Was ist für dich Früher?

Früher - da war die Frau finanziell abhängig vom Mann. Es ist gar nicht so lange har, dass die Ehefrau die Erlaubnis vom Ehemann benötigte um arbeiten gehen zu können und ein eignes Konto haben durfte.

Früher - da war eine Scheidung ein mehr oder weniger großer Skandal. Je nach Wohngegend und Moralvorstellung war die Frau gesellschaftlich gebrandmarkt nach einer Scheidung.
********lack Frau
20.378 Beiträge
@*******uble

Du hast ja einige Aussagen im ersten Beitrag gemacht, die durchaus zutreffen.
Einiges hat sich aber auch nicht verbessert, da liegt noch einiges im Argen.
Es macht alleine einen Unterschied ob eine Trennung "nur" die Partner angeht oder ob es
Kind/er gibt, deren Wohl zu berücksichtigen ist.
Und - ich habe zumindest den Eindruck - das es immer Menschen gibt die unglücklich sind, egal unter welchen Umständen sie leben.
Dann gibt es Menschen, die nie zufrieden sind mit dem was sie haben, sie sind unzufrieden und damit auch unglücklich. In so manchen Threads sehe ich das eher als "jammern auf hohem Niveau" und kann das auch nicht immer nach vollziehen. Man kann nie alles und immer haben, wie es einem in den Kopf kommt. Für viele ist Verzicht ein ungeliebtes Wort und damit schon schwierig. Wer gewillt ist eine Beziehung auf zugeben, die in der Summe eigentlich viel gibt, der wird sich nicht einsetzen, wenn es mal nicht so läuft. Doch wenn eine Beziehung gut laufen soll, dann müssen sich Beide dafür einsetzten. Wer immer nur nimmt und nichts geben will(Einsatz, Verzicht ), wird die Erfahrung dann auch machen.

Trennungskultur oder Selbstbestimmung. Sind wir heute Unglücklicher?
Das kommt m.E. immer noch auf die Menschen an, die sich zusammen tun und inwieweit sie gewillt sind sich auf den Partner/in ein zu lassen.

WiB
*******ter Frau
5.805 Beiträge
Der generationsübergreifende Egoismus erlaubt nur die eigene Sichtweise zu akzeptieren. Die der Anderen lässt man "stehen".
Sich unter oder ein zu ordnen, die eigene Sichtweise zu hinterfragen, Kompromisse, gemeinsame und bessere Lösungen zu finden, der Wille etwas gemeinsam auf zu bauen, kommt im modernen Beziehungsmodellen praktisch nicht vor.
*******ssa Frau
5.987 Beiträge
Tolles Thems @*******uble 👍

So wie du es beschreibst:
Vernunftehen vs Selbstbestimmung

Ich glaube Männer heutzutage so ab Generation 50+ neugen eher dazu in Ehen zu bleiben aufgrund Konfliktvermeidung, Status in der Familie und häuslich versorgt werden.
Wogegen Frauen sich trennen weil sie emotional unglücklich sind - mit dem einkalkulieren des Verlusts materieller Sichherheiten.

Zu schnell und leichtfertig trennen hst mMn unterschiedliche Geschmäcker:
mag oberflächlich wirken aber eben auch eines jeden seine Freiheit besitzend dies tun zu können.
Zitat von *******ter:
Der generationsübergreifende Egoismus erlaubt nur die eigene Sichtweise zu akzeptieren. Die der Anderen lässt man "stehen".
Sich unter oder ein zu ordnen, die eigene Sichtweise zu hinterfragen, Kompromisse, gemeinsame und bessere Lösungen zu finden, der Wille etwas gemeinsam auf zu bauen, kommt im modernen Beziehungsmodellen praktisch nicht vor.

Was sind denn moderne Beziehungsmodelle? Oder meinst du damit Beziehung heutzutage? Vielleicht stecken wir (oder ich) gerade in einem Zeitenumbruch, in einer Art Umverteilung von Nähe. Zumindest kommt es mir manchmal so vor. Freundschaften rücken bewusst stärker in den Fokus als romantische Liebesbeziehungen.
****ot2 Mann
12.455 Beiträge
Zitat von *******ssa:

Wogegen Frauen sich trennen weil sie emotional unglücklich sind

Bliebe die Frage nach dem "Warum unglücklich"?
****ot2 Mann
12.455 Beiträge
Zitat von *******s72:
Freundschaften rücken bewusst stärker in den Fokus als romantische Liebesbeziehungen.

Bliebe die Frage, warum Freundschaften "haltbarer" sind als romantische Liebesbeziehungen.
*******frei Mann
1.737 Beiträge
Wir sind nicht trennungsfreudiger geworden, wir sind unabhängiger geworden.

Ich ärgere mich immer, wenn hier einseitig die frühere Abhängigkeit der Ehefrauen von den Ehemännern dargestellt wird. Mein Vater war auch von meiner Mutter abhängig. Beide hatten eine Rolle. Und beide hätten massive Probleme bekommen, wenn der Gegenpart seine Rolle nicht ausgefüllt hätte.

Im Falle einer Scheidung wäre mein Vater ebenso ruiniert gewesen, wie meine Mutter. Scheidung war existenziell bedrohend für beide. Und da kommt der gesellschaftliche Druck einer Dorfgemeinschaft noch dazu. Da wäre auch keiner von beiden besser weggekommen.

Es ist in meinen Augen gut, dass das heute weg ist.

Keiner muss heute mehr gegen seinen Willen eine Rolle einnehmen, die ihm nicht gefällt. Ich auch nicht. Das ist Freiheit, das bedeutet Unabhängigkeit.

Das eigene Einkommen macht finanziell unabhängig, die Technisierung vereinfacht massiv den Alltag.

Weniger Bindungskräfte, leichtere Trennung, oder von Anfang an nicht auf Dauer angelegt.

Das lässt sich auch auf anderen gesellschaftlichen Ebenen wunderbar wiedererkennen. Arbeitgeber werden leichter gewechselt, Vereine oder andere Gemeinschaften verlieren schneller Mitglieder. Menschen finden sich befristet zu Projekten zusammen und gehen danach wieder den eigenen Interessen nach.

Und so schön die Vorteile dieser Veränderungen sind, es gibt natürlich auch Schattenseiten.

Mit Glück oder Unglück hat ein Beziehungsstatus wenig zu tun.

Am Anfang meiner Ehe war ich glücklich, vor dem Ende unglücklich. Nach der Ehe war ich unglücklicher Single, heute bin ich glücklicher Single. Logische Schlussfolgerung: Es kann nicht alleine am Beziehungsstatus liegen, ob ich glücklich bin.
Zitat von ****ot2:
Zitat von *******s72:
Freundschaften rücken bewusst stärker in den Fokus als romantische Liebesbeziehungen.

Bliebe die Frage, warum Freundschaften "haltbarer" sind als romantische Liebesbeziehungen.

Vielleicht weil sich die Hormone aus Freundschaften raushalten, die in romantischen Beziehungen immer eine Rolle spielen. Das mag auch evolutionäre Gründe haben, warum das so ist.
Profilbild
*********head
924 Beiträge
JOY-Team 
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure bsiherigen Beiträge.

Darunter befanden sich einige, auch von @*******uble selbst, die Unzufriedenheit äußerten darüber, dass das JOY-Team das Thema vor Freigabe angepasst hat.

Hierzu möchten wir euch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit geben:
Im JOYclub-Forum gehen Themen vor Veröffentlichung durch eine Prüfung durch das JOY-Team. Dies dient in erster Linie dazu, Themen, die gegen unseren Community Guide oder unsere Nutzungsbedingungen verstoßen, herauszufiltern. Im weiteren Detail versuchen wir, dafür zu sorgen, dass ein Thema möglichst sachlich und konstruktiv diskutiert werden kann. Dabei haben wir verschiedene Werkzeuge, von Hinweisen an die Themenerstellenden selbst, wie sie ein Thema anders aufbereiten können, bis hin zur Bearbeitung des Titels, und greifen dabei auf ein gesammeltes Wissen von über 20 Jahren Moderationserfahrung im JOYclub zurück.

Dass gerade Themenerstellende selbst mit diesen Anpassungen nicht immer glücklich sind, liegt dabei in der Natur der Sache, denn natürlich prallen auch hier unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Wir sind dabei gern bereit, auch uns selbst zu hinterfragen, denn natürlich sind am Ende auch wir nur Menschen, die Dinge vielleicht manchmal zu eng sehen.

Das funktioniert jedoch nur im Gespräch miteinander, nicht übereinander - ebenso wie es in einer Beziehung ist, wie hier im Thread bereits festgestellt.

Wir haben daher alle Beiträge entfernt, die dieses Thema dazu nutzen, ihrem Ärger über unsere Arbeit Luft zu machen. Zum Einen sind diese eben wenig zielführend für eine Auseinandersetzung mit unserer Arbeit, zum Anderen sind sie an dieser Stelle schlicht und ergreifend themenfremd. Wenn ihr einmal mit einer moderativen Entscheidung unsererseits unzufrieden seid, lasst es uns bitte über den direkten Supportweg wissen.

Hier bleibt bitte bei der eigentlichen Fragestellung:
Zitat von *******uble:

Mich interessiert nun EURE PERSÖNLICHE SICHTWEISE: Wie erlebt ihr Beziehungen in eurer eigenen Lebensrealität? Empfindet ihr es als schwieriger, heute erfüllte und stabile Partnerschaften zu finden? Oder erlebt ihr die größere Freiheit in der Partnerwahl und Lebensgestaltung eher als Chance, auch wenn sie mit neuen Herausforderungen verbunden ist? Leben wir in einer Trennungskultur oder haben wir endlich den Selbstbestimmung erlangt?

Wir freuen uns auf eure weiteren Einblicke insbesondere in eure eigene Handhabe von Beziehungen.

Liebe Grüße
LisaDemonhead
JOY-Team
*****a_S Mann
10.282 Beiträge
Ich habe in meinem Leben keine großartige Weiterentwicklung der allgemeinen Beziehungs- und Trennungs-Kultur erlebt, sondern eher meine eigene Entwicklung. Ich mache/schaffe seit 1990 Beziehungen, also seit 35 Jahren. Und natürlich hat sich die Gesellschaft in der Zeit etwas verändert, also zB trennen sich statistisch nun mehr Eltern.
Aber 1990-2000 war ich jung und meist Schüler oder Student und mit alternativen Mädchen und Frauen zusammen und Familie, Zusammenziehen etc. war noch kein Thema und wirtschaftliche Abhängigkeit (wie zB bei Paaren meiner Elterngeneration) schon gar nicht. Daher hatte ich in der Zeit mehr und kürzere Beziehungen und schnellere Trennungen.
Und jetzt mag die Zeit 2015-2025 schnelllebiger geworden sein als 1990-2000 war, aber ich bin älter und war einfach nur in einer Beziehung. Somit bin ich von diesem etwaigen Wandel nicht beeinflusst. Mich hat offenbar viel mehr mein eigenes Älterwerden beeinflusst. Ich bin also älter und langsamer, habe zudem eine Partnerwahl auf Grund von Erfahrung getroffen und bin daher trennungs-unfreudiger geworden. *zwinker*
Tausch dich mit der Community zu heißen Themen aus oder starte selbst eine Diskussion.
Jetzt kostenlos anmelden