Ich bin kein Fan davon, immer gleich einen Schlussstrich zu ziehen.
Bei der "Aufarbeitung" gibt es nach meiner Erfahrung zwei Ansätze.
Die rückwärtsgewandte Aufarbeitung, bei der ähnliche einem Gerichtsverfahren alles analysiert wird, die Schuld zugewiesen wird, einer ist böse, einer ist gut.
Die zukunftsgewandte Aufarbeitung.
Was ist passiert, wie groß ist das wiederholungsrisiko, was können beide tun, damit 1. sich so eine Sitaution möglichst nicht wieder ergibt und 2. wie soll sich dann verhalten werden.
Die "Schuld" muss dabei gar nicht bis ins Detail geklärt werden. Man muss nur überzeugt sein bzw. glauben können, dass der andere sich zukünftig dann anders verhalten wird.
Bei der ersten Geschichte ist oft das Problem, das oben angesprochen wurde, wie das Vertrauen wieder hergestellt werden kann. Was muss der andere dafür machen.
Vertrauen, wird es verdient, oder wird es geschenkt?
Bei Verdienen kann die Latte so hoch hängen, dass die nicht erreicht wird. Dann wird die Beziehung scheitern.
Schenken, das können nicht viele. Aber Geschenkten Vertauen sich würdig zu erweisen, dass ist erreichbar, die Latte hängt nicht so hoch.
Vergeben heißt nicht vergessen. "Unter Bewährung", dass darf nicht zu lange sein. Das hält dann niemand aus.
Und manchmal hilft tatsächlich ein Therapeut, wie man aus so einer Falle wieder raus kommt.
Die Beziehung hat ihre Zukunft in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Wenn man zusammen bleiben will, muss man die Zukunft gestalten, dazu muss man in die Vergangenheit schauen, aber diese ist nicht gestalltbar. Man kann aus ihr lernen, wie man es in der Zukunft anders macht, da hilft die Schuldfrage nicht.