„Ich verspüre den Wunsch sexuellen Kontakt zu anderen Menschen zu haben, weiß allerdings nicht, wie ich das meiner Partnerin kommunizieren soll.
Will Sie ja auch nicht verletzen.
Bevor ich darauf eingehe konkretisiere bitte was gemeint ist. Z. B.
• Eine offene Beziehung in der sich beide getrennt voneinander 'Fremde Haut' suchen und genießen dürfen?
• Gemeinsames Swingen, also z. B. MFM, MMF, FMF, FFM, Paarkontakte, Gruppensex
Ganz Allgemein zum Rest deines Textes:
Nach einem Jahr (hoffentlich) auf Augenhöhe und in gegenseitiger Wertschätzung gelebter Beziehung solltet ihr eigentlich genügend Vertrauen in das Gegenüber entwickelt haben, um in ehrlicher Offenheit über alles und jedes zu Reden. Also auch eure sexuellen Fantasien und Wünsche.
Schlimmer als ein 'Nein. Nicht mein Ding' kann es ja nicht kommen.
Das allerdings sollte man dann für alle Zeiten akzeptieren. Denn ab jetzt liegt es in der Hand des Gegenübers eine ggfs. geänderte Einstellung von sich aus zu kommunizieren. Ständiges Nachfragen, Betteln, Überreden usw. führt hier nur dazu dass sich eine Ablehnung manifestiert, und die Grundeinstellung nie ändern wird.
Meine erste Frau z. B. kommunizierte mir gegenüber schon ganz zu Beginn unserer Beziehung dass ihr mit OV Aktiv und AV Passiv zwei sexuelle Varianten auf Grund von Kindheitstraumata unmöglich sind. Damit war beides für mich 'durch'.
Erst über einen Zufall, der zwar in Zweisamkeit geschah, aber Nichts Nada Nothing mit Sex zu tun hatte, überwand sie nach etwa zwei Jahren zumindest bedingt ihre Ängste und bat mich ihren Anus vorsichtig ins Spiel einzubeziehen. Ab da dauerte es noch Wochen bis zum ersten sehr vorsichtigen und gefühlvollen Analverkehr.
Nach meiner festen Überzeugung wird jeder sexpositiv fühlende und von seiner Natur aus neugierige Mensch seinen Variantenreichtum manchmal sehr schnell, manchmal über Jahre, nach und nach erweitern.
Absolute NoGos bleiben zwar (meist ) absolute NoGos, aber alles andere wird über Kurz oder Lang ausprobiert, und danach unter 'Nicht meins' abgehakt, oder in den Pool des gerne gelebten Variantenreichtums aufgenommen.
„Ich denke, meine Freundin würde auch gerne andere Sachen bzw. Neue Sachen ausprobieren. Das ist so mein Gefühl.
In einer Paarbeziehung heißt das stark verkürzt, dass...
• beide ihre Wünsche und Fantasien offen kommunizieren
• und sofern für den anderen kein absolutes NoGo auch ausprobieren
...um so nach und nach herauszufinden was beiden gefällt und gerne öfters ausgelebt werden kann.
Dabei kommt man über offene Kommunikation aber nicht herum.
Es sei denn das Gegenüber verfügt über den übersinnlichen Skill des Gedankenlesens oder eine Kristallkugel.
Wo ihr diesbezüglich am besten kommuniziert kannst nur du wissen, denn allein du weißt wie deine Partnerin 'tickt'.
Persönlich habe ich diese Gespräche am liebsten beim Nachspüren nach dem Sex oder beim Kuscheln auf der Couch geführt.
Da hier aber beim Gegenüber schnell der Eindruck entstehen kann, dass nach einem 'Ja' oder 'Vielleicht' direkt ein Großangriff erfolgen könnte, ist es für dich/euch vielleicht besser diese Themen z. B. im Restaurant oder beim gemeinsamen Spaziergang, also einem neutralen Ort, anzusprechen.