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Dating als Transfrau.

*******ura Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Dating als Transfrau.
Das Datingleben hat sich ja die letzten Jahre doch sehr verändert. Es gibt immer weniger Verbindlichkeiten. Aber auch sehr viel offener als wie vor noch einigen Jahren.

Jetzt mal zum Thema.
Wann würdet ihr sagen sollte man als Transfrau wie ich es bin. Wirklich es waagen jemand zu finden für mehr als "nur" Sex? Den es ist für einen Menschen wie mich aktuell eine sehr schwierige Situation jemand zu finden der damit klarkommt das ich mich auf dem Weg befinde. Es wird ja für cis Menschen ja schon immer schwerer jemand zu finden. Aber für Trans Menschen finde ich es noch 1000 mal schwerer. Man wird halt ganz schnell als Objekt zum testen gesehen was man wenn es uninteressant geworden ist wieder los haben möchte.
Sollte man als Transfrau warten bis die transition so weit ist das man wirklich nur noch als Frau gelesen wird?

Ich weiß das Thema ist irgendwie vielleicht auch kein Thema. Aber mir geistert es seit einigen Wochen im Kopf herum.
********rina Frau
286 Beiträge
Für mich ist passing nicht das Ziel, sondern ein Leben zu führen, indem ich mich wohl fühle und das meinem Selbstbild entspricht. Daher wäre es blöd zu warten, bis ich (immer) als Frau gelesen werde, weil dies wahrscheinlich nie passieren wird (, weil ich es auch nicht drauf anlegen, mir nicht wichtig genug ist).

Sprich ich hab vor der Transition, währenddessen und jetzt immer Personen gesucht, die mein Leben und deren Leben ich auf die ein oder andere Art bereicherte. Sei es durch eine romantische Beziehung, zusammenwohnen, BDSM Treffen oder Sex oder eine Kombination von diesen Dingen. Ich trenne nicht grundsätzlich sondern schaue, wohin die Beziehung sich natürlich entwickelt und was sich für beide Seiten gut anfühlt.

Gibt es ganz viele Personen, die trans Personen auf ihr trans sein reduzieren und fetischieren? Ja die gibt es, aber die sind halt bei mir sofort aussortiert, da sie mein Leben nicht bereichern 🤷🏼‍♀️

Gibt es gerade in queren Spaces sehr viele Personen, die mich als ganzheitliche Person sehen mit Stärken und Schwächen, ja und mit denen verbringe ich dann sehr gerne Zeit auf die unterschiedlichsten Art und weisen.
*******eams Frau
199 Beiträge
Der passende Partner wird sich wenig darum scheren ob dein Passing nun on point ist oder nicht. Sich selbst zurückzustellen nur weil man einem vermeintlichen Schönheitsideal - was anderes ist Passing ja effektiv nicht - nicht entspricht, ist verschwendete Lebenszeit, die deutlich besser mit produktiveren und vor allem erfüllenderen Dingen aufgehoben ist.

Daher würde ich sagen: go for it. Streck die Fühler aus und schau, ob du jemanden findest mit dem es sich lohnt gemeinsam eine Zukunft aufzubauen (:
Vergiss dabei nicht, dass du dir selbst wert sein darfst, von anderen bedingungslos geliebt zu werden. Wer dich nicht respektvoll und gleichberechtigt behandelt weil dein Passing nicht sitzt oder aus irgendwelchen anderen unerfindlichen Gründen hat deine Zeit und Aufmerksamkeit nicht verdient.

Eine gute Methode einen passenden Partner zu finden, zumindest habe ich so bisher guten Erfolg gehabt, ist einerseits ein Hobby zu verfolgen, dass gut mit anderen teilbar ist, und andererseits sich in queeren Kreisen aufzuhalten. Nicht nur ist die Gesellschaft dort idR deutlich angenehmer als in heteronormativen Gefilden, auch sind die Menschen meist einfach grundlegend deutlich entgegenkommender.
*******gel Frau
283 Beiträge
Zitat von *******eams:
Der passende Partner wird sich wenig darum scheren ob dein Passing nun on point ist oder nicht. Sich selbst zurückzustellen nur weil man einem vermeintlichen Schönheitsideal - was anderes ist Passing ja effektiv nicht - nicht entspricht, ist verschwendete Lebenszeit, die deutlich besser mit produktiveren und vor allem erfüllenderen Dingen aufgehoben ist.

Daher würde ich sagen: go for it. Streck die Fühler aus und schau, ob du jemanden findest mit dem es sich lohnt gemeinsam eine Zukunft aufzubauen (:
Vergiss dabei nicht, dass du dir selbst wert sein darfst, von anderen bedingungslos geliebt zu werden. Wer dich nicht respektvoll und gleichberechtigt behandelt weil dein Passing nicht sitzt oder aus irgendwelchen anderen unerfindlichen Gründen hat deine Zeit und Aufmerksamkeit nicht verdient.

Eine gute Methode einen passenden Partner zu finden, zumindest habe ich so bisher guten Erfolg gehabt, ist einerseits ein Hobby zu verfolgen, dass gut mit anderen teilbar ist, und andererseits sich in queeren Kreisen aufzuhalten. Nicht nur ist die Gesellschaft dort idR deutlich angenehmer als in heteronormativen Gefilden, auch sind die Menschen meist einfach grundlegend deutlich entgegenkommender.

Genau das!
****59 Paar
2.162 Beiträge
Für jeden Topf gibt es einen Deckel, aber von den Paaren hier bei Joy haben sich wohl die meisten nicht hier kennen gelernt.
Bestimmt haben die Hetero die meisten Auswahl , die werden aber auch dadurch wählerischer, haben es dadurch auch nicht leichter!
Geh dort hin wo das Leben pulsiert und oft ist es genau dort und total unverhofft das der Funke überspringt.
Dazu muß man nur seine Komfortzone verlassen, der Prinz klopft nur im Märchen an die Tür.
*******ura Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****59:
Für jeden Topf gibt es einen Deckel, aber von den Paaren hier bei Joy haben sich wohl die meisten nicht hier kennen gelernt.
Bestimmt haben die Hetero die meisten Auswahl , die werden aber auch dadurch wählerischer, haben es dadurch auch nicht leichter!
Geh dort hin wo das Leben pulsiert und oft ist es genau dort und total unverhofft das der Funke überspringt.
Dazu muß man nur seine Komfortzone verlassen, der Prinz klopft nur im Märchen an die Tür.

Ich weiß du meinst es gut. Aber als Transfrau ist man auf dem Land weit weg von seiner "Komfortzone". Das hat mehr von einem Minenfeld.

Klar hoffe ich sehr das mir mein Prinz oder Prinzessin irgendwo über den Weg laufen. Es ist leider nur so dass man irgendwie nach einigen Jahren dann doch etwas frustriert ist und man den Fehler an sich selber sucht.
Profilbild - Halloween ´25
*********Sweet
509 Beiträge
Zitat von *******ura:
Zitat von ****59:
Für jeden Topf gibt es einen Deckel, aber von den Paaren hier bei Joy haben sich wohl die meisten nicht hier kennen gelernt.
Bestimmt haben die Hetero die meisten Auswahl , die werden aber auch dadurch wählerischer, haben es dadurch auch nicht leichter!
Geh dort hin wo das Leben pulsiert und oft ist es genau dort und total unverhofft das der Funke überspringt.
Dazu muß man nur seine Komfortzone verlassen, der Prinz klopft nur im Märchen an die Tür.

Ich weiß du meinst es gut. Aber als Transfrau ist man auf dem Land weit weg von seiner "Komfortzone". Das hat mehr von einem Minenfeld.

Klar hoffe ich sehr das mir mein Prinz oder Prinzessin irgendwo über den Weg laufen. Es ist leider nur so dass man irgendwie nach einigen Jahren dann doch etwas frustriert ist und man den Fehler an sich selber sucht.

Ob du es nun Komfortzone oder Minenfeld nennst, ist letztlich deine Sache. Gemeint ist im Kern dasselbe: Du musst rausgehen und auf passenden Veranstaltungen präsent sein, damit du überhaupt gefunden werden kannst. Und wenn der Weg dafür bis nach Nürnberg führt, dann ist das eben so.

Meine Traumprinzessin wohnte damals auch rund 300 km entfernt. Ja, der erste Kontakt entstand über ein ähnliches Portal wie dieses hier – aber ohne die Party in meiner Gegend wäre daraus nie etwas geworden.

Was ich dir eigentlich sagen will: Geh raus und sei einfach du selbst. Wenn du auf Transpartys oder in entsprechenden Locations unterwegs bist, kannst du jemanden treffen, dem egal ist, was du bist oder wohin dein Weg führt. Diese Person möchte dich – als Mensch.

Plane auch nicht im Voraus, was du ihm oder ihr wann und wo erzählst. Es kommt ohnehin fast immer anders, als man denkt. Natürlich sollte man nicht verschweigen, wer oder was man ist – aber ob das vor dem ersten Date, beim ersten Treffen oder später passiert, sollte man nicht strikt festlegen.

Wie auch immer du dich entscheidest: Ich wünsche dir viel Glück. 🍀
*******ura Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Was ich dir eigentlich sagen will: Geh raus und sei einfach du selbst. Wenn du auf Transpartys oder in entsprechenden Locations unterwegs bist, kannst du jemanden treffen, dem egal ist, was du bist oder wohin dein Weg führt. Diese Person möchte dich – als Mensch.
Mir wird ja selbst hier von Leuten aus der trans Scene gesagt das ich wie ein Kerl aussehe und mir nur einbilde eine Frau zu sein.
So etwas tut doch noch viel mehr weh von jemand zu hören aus dem Bereich. *snief2* Wenn das hier jemanden schon per Mail schickt. Dann will ich nicht wissen was mir Leute bei einem live Event an den Kopf werfen.

Wohl besser ich breche die hrt ab. *traurig*
Zitat von *******ura:

Mir wird ja selbst hier von Leuten aus der trans Scene gesagt ...

Wohl besser ich breche die hrt ab. *traurig*

Die Leute aus der Szene, vergiss die. Die sind nicht empathischer als alle anderen, im Gegenteil.

HRT dauert, bis man was sieht. Ist so. da geht nichts von heute auf gestern.

geht es hier ums Aussehen, oder um die Partnersuche?

Ich kenne Paare, die haben sich getroffen als sie auf dem Weg war. und sind immer noch zusammen, nach Jahrzehnten. Kann aber auch sein dass jemand der Dich jetzt mag, mit Dir als Frau nicht zurecht kommt.

Partner findet Frau im realen leben, und auch in Foren. Sogar bei den Fischen gibt es Männer die eine Partnerschaft mit MzFrauen suchen.
*******ura Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******uss:
geht es hier ums Aussehen, oder um die Partnersuche?

Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Das Aussehen ist ja auch wichtig um jemand zu finden. Es gibt einen denke ich das nötige Selbstvertrauen. 😊
Zitat von *******ura:
Das Aussehen ist ja auch wichtig um jemand zu finden. Es gibt einen denke ich das nötige Selbstvertrauen. 😊

Selbstvertrauen wegen des Aussehens, bzw. dem reinpassen in einen Standard, find ich einmal oberflächlich, und nicht nachhaltig. Jemanden, der sich für besser hält, weil "gut" aussehend, halte ich sogar für unsympathisch.

Aber jetzt ernsthaft, Wenn Du Dich abhalten lässt, gar eine HRT abbrechen willst, weil irgendwelche Leute irgendwas über Dein Aussehen sagen, machst Du Dir nur Schwierigkeiten, die Du nicht brauchst. Da musst Du zu Dir, zu Deinem Geschlecht stehen. Und drüber stehen über Kommentaren.

Du hast Recht, in Deinem Eingangstext: Was irgendwelche Leute sagen werden, wird objektiv härter und verletzender sein. Da musst Du aber durch. Eine Transition ist nichts für Feiglinge.

Falls Du jemanden findest für eine Beziehung, wird es nicht sein trotz, sondern wegen der, die Du bist. Und wie Du aussiehst.
******now Frau
1.188 Beiträge
Ich brauche da mal etwas Aufklärung / Nachhilfe bei dem Thema ... diesen Weg geht man doch in erster Linie für sich selbst, weil man sich im falschen Körper fühlt bzw. die angeborenen Geschlechtsmerkmale nicht mit dem empfundenen Geschlecht übereinstimmen.
Bei nicht wenigen geht das sogar soweit, dass eine Dysphorie (Ablehnung der Geschlechtsmerkmale - z.Bsp. des Penisses) entsteht und diese die medizinisch diagnostische Grundlage für weitere Handlungen schafft (Indikation für Hormone / OP usw.).
Was spielt es daher für eine Rolle, wie andere über einen denken oder zu einem sagen?
Wenn es einem persönlich mit den Hormonen besser geht, ist es doch okay und ein Zeichen dafür, dass die richtigen Entscheidungen getroffen wurden. Wenn dies aber nicht der Fall ist und man sich durch solche Aussagen beeinflussen lässt, dann frage ich mich, was eigentlich der wahre Anlass zu diesem Schritt in die Behandlung war.

@*******uss Selbstvertrauen ist gar nicht so falsch - auch was die eigene Äusserlichkeit angeht. Sie schafft mitunter psychische Stärke in einer Gesellschaft, in welcher eh fast nur noch nach Äusserlichkeiten gewertet wird.

Doch zurück zum eigentlichen Thema ... das Dating.
Wenn ich das in verschiedenen Reddit-Gruppen richtig verstanden habe, gibt es Männer, die solchen Trans-Menschen nachstellen bzw. genau wegen dieser geschlechtlichen Besonderheit kennen lernen wollen. Ob den Betroffenen damit geholfen ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.
Denn im Gunde ist das ja so wie bei normalen Frauen, wo es Männer gibt, die ganz gezielt nach einem Typ Frau suchen (grosse Brüste / grosser Po usw.) und ich weiss nicht, ob man sich auf solche Liebhaber überhaupt einlassen sollte.

Ich kann mir neben dieser genannten Besonderheit und einhergehenden Problematik vorstellen, dass dann ja auch noch der Punkt ist, wo man dem Man mitteilen sollte, dass da an einigen Stellen nicht das vorzufinden ist, wie dies bei einer "normalen" Frau ist.

Ich stelle mir das alles unglaublich schwer und kompliziert vor.
*******lume Frau
211 Beiträge
Zitat von *******ura:
Wohl besser ich breche die hrt ab. *traurig*

Ich habe die GaOP vor gut drei Monaten hinter mich gebracht und nehme schon seit längerer Zeit Hormone. Hinsichtlich meines Aussehens bekomme ich hier und da das Feedback, dass man mir meinen Transhintergrund wohl immer ansehen wird. Na und!!
Versuche doch einfach, aus der Not eine Tugend zu machen und einen Stolz darauf zu entwickeln, dass du eine Transfrau bist, zu dir stehst und dich nicht mit aller Gewalt verbiegst. Die Hormone unterstützen dich dabei, deine Weiblichkeit weiter zu entwickeln, was ja auch, und das ist ganz wichtig, dein Gefühlsleben mit einschließt. Und das, was an Weiblichkeit in dir und in deiner Seele ist, das strahlst du dann ja auch wieder nach außen aus.
*******Nela
16 Beiträge
Zitat von *******ura:
Zitat von *******uss:
geht es hier ums Aussehen, oder um die Partnersuche?

Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Das Aussehen ist ja auch wichtig um jemand zu finden. Es gibt einen denke ich das nötige Selbstvertrauen. 😊

Hallo Laura, ich hab jetzt nicht alles gelesen hier, aber ich denke das genau dieser letzte Satz von dir dein eigentliches Problem ist.
Frage: Bist du in psychologischer Betreuung? Falls ja, sprech das Thema bitte an! Falls nein, gönn dir das ruhig... Ein Psychologe verurteilt dich nicht, sondern hilft dir dein Selbstvertrauen zu finden. Und um AKTIV vernünftig "daten" zu können, brauchst du dein Selbstvertrauen. Ansonsten wirst du immer mit einem Unsicherheitsfaktor in jedes Dating rein gehen. Und das kann nur nach hinten los gehen.
BTW: Optik sollte bei einem zukünftigen ehrlichen Partner keine Rolle spielen, ansonsten ist Er/Sie es nicht wert!
******now Frau
1.188 Beiträge
@*******Nela was Psychologen angeht, gibt es da grosse Defizite und eigentlich nur zwei Lager.

So wie ich auf einem Reddit-Sub entnahm, gibt es Psychologen, welche mehr oder minder vollumfänglich den Transweg ohne kritisches Hinterfragen unterstützen - diese werden auf derartigen Subs gern weiter empfohlen.
Und es scheint Psychologen zu geben, welche kritisch gegenüber den Betroffenen sind, diese werden in derartigen Kreisen gerne als transphob und als Gatekeeper bezeichnet und von den meisten gemieden.

Offensichtlich ist, dass bei vielen Transfrauen es sehr vom Alter abhängt, wann dieser Weg begonnen wird.
Geschlechtshormone hinterlassen bei beiden Geschlechtern im Verlaufe der Zeit entsprechende Wirkung - geborene Frauen mit entsprechender Fettverteilung und Knochenbau (Hüfte usw.) und geborene Männer ebenso wie das kantig markante Gesicht, der grosse Brustkorb usw.
Man wird den meisten daher immer ansehen, was sie für eine "Vergangenheit" haben.

Von daher stellt sich die Frage, wie einem / einer Betroffenen geholfen ist, diesen Weg zu gehen.
Wenn du als Mann, dich sexuell nicht mehr als Mann von der Frauenwelt wahrgenommen fühlst und denkst, dass deine weiche, sensible Seite sowas wie die Frau in die ist - LASS ES!!!
Die Welt auf der anderen Seite ist NICHT BESSER, sondern sogar schwieriger!
Neben den Nachteilen, welche eine Frau im gesellschaftlichen Leben erfährt (Beruf etc.) kommt dann bei dir noch hinzu, dass ständig deine Vergangenheit ein Thema sein wird - auch wenn es dir nicht offen ins Gesicht gesagt wird, du bist Gesprächsthema (und das vermutlich eher im negativen Sinne). Dein bisher soziales Umfeld wird sich von dir abwenden und du bist mehr oder weniger ganz allein.
Die Gesellschaft wird aktuell gegenüber Transpersonen auch immer kritischer und einige bizarre Fälle, welche neu geschaffene Gesetze ausnutzen, um beispielsweise stellenausschreibende Firmen per Abmahnung abzuzocken, sorgen ebenso dafür dass das Unverständnis gegenüber Transpersonen auch immer grösser wird.
Von daher gibt es nichts, aber auch gar nichts, worauf man als "Transperson" stolz sein könnte.

Wenn du unter deinem angeborenen Geschlecht leidest und damit starke, psychische Probleme hast, dann KANN dieser Weg eine Erlösung sein. Ja das klingt etwas nach Gatekeeping, doch ich kenne schon recht viele Transpersonen und ebenso Geschichten aus diversen Reddit-Subs, wo man nach längerer Beobachtung zu dem Schluss kommen kann, dass es besser gewesen wäre, Alternativen zu suchen und dieses subjektive "weibliche Seite" anders auszuleben.

Daten, sofern es um das Finden eines Lebenspartner geht, ist um ein vielfaches schwieriger, weil man eben nun mal nahezu immer diese "Spuren" der männlichen Vergangenheit sehen wird.
Alleinerziehende Frauen mit Kindern haben schon ihre Probleme, den Passenden zu finden, weil dieser ja nicht nur sexuell an der Frau interessiert sein soll, sondern ebenso mit den vorhandenen Kindern auf Dauer leben muss.
Bei Transmenschen ist das nochmals schwerer, weil ja dann auch der Partner sich eventuellen Auseinandersetzungen bezüglich der Trans-Partnerin stellen muss und das wollen und können die wenigsten Männer.
Klar - mal was für den schnellen Sex zu finden, ist nicht schwer - doch etwas Dauerhaftes, mit dem man gemeinsam leben kann, das steht auf nem anderen Blatt.

Sorry, wenn das hier teils sehr kritisch geschrieben ist und ich will hier niemandem die Transsexualität "ausreden", doch ich habe schon so viele Fälle erlebt und Stories gelesen, wo ich mich oft fragte, ob sich die Betroffenen wirklich mit den Konsequenzen dieses Wegs umfassen auseinander gesetzt haben.
Zitat von ******now:
So wie ich auf einem Reddit-Sub entnahm

Reddit ist, finde ich, von allen Socialmedia dasjenige, bei dem am sinnlosesten rumgebabbelt wird. Ich erinnere mich an ein Thema, bei dem einem überfahrenen Radfahrer geraten wurde, nicht auf Autofahrer zu schimpfen, weil die dann schlehte Laune kriegen und das nächste mal einen Radler erst recht zusammenfahren.

Das Statussystem belohnt die User bei permanenter Nutzung, erhöht den Druck "beliebte" Posts zu verfassen, und möglichst viel zu liken. Dadurch entsteht ein Konformitätsdruck, dem Mainstream zu folgen. Das tut niemandem gut, und vulnerable Gruppen nehmen da erst recht Schaden.

Zitat von ******now:
... was Psychologen angeht, gibt es da grosse Defizite und eigentlich nur zwei Lager.

So wie ich auf einem Reddit-Sub entnahm, gibt es Psychologen, welche mehr oder minder vollumfänglich den Transweg ohne kritisches Hinterfragen unterstützen - diese werden auf derartigen Subs gern weiter empfohlen.
Und es scheint Psychologen zu geben, welche kritisch gegenüber den Betroffenen sind, diese werden in derartigen Kreisen gerne als transphob und als Gatekeeper bezeichnet und von den meisten gemieden.

Psychologen ist ein weit gedehnter Begriff. In dem Thema Gender/Körper/Genitaldysphorie kenne ich nur zwei Hauptzweige, die hier in Betracht kommen, Psychotherapeuten, und Fachärzte für Psychiatrie bzw. Gutachter.

Erste helfen ihrem Klienten das Leben zu leben. Ihre Aufgabe ist nicht eine Diagnose zu stellen, sondern eben zu begleiten. Manchmal kurz durch eine schwierige Phase, manchmal länger. Und wenn ein Klient Hilfe sucht, einer Dysphorie durch Transition abzuhelfen, ist es die Aufgabe des Therapeuten, hier zu helfen, und nicht zu hinterfragen.

Die Fachärzte, Gutachter, Psychiater stellen Diagnosen, eben um eine Indikation für medizinische Maßnahmen zu erstellen. Und hier muss tatsächlich nachgefragt werden, und das tut der Arzt dann auch. Die genannten Dysphorien können eben durch eine gegengeschechtliche Hormontherapie gemildert werden, deshalb wird diese auch mal zur finalen, oder Erhärtung einer Diagnose eingesetzt. Falls es dem Klienten nicht gut geht mit HRT, kann das durchaus ein Anzeichen sein, dass es der falsche Weg war. Und ja, diese Nachfragen sind unangenehm, deshalb ist verständlich, dass ein Klient da nicht so gerne hingeht.

Der Pferdefuß dieser kritischen Sichtweise mündet dann in gängelndem Verhalten des Behandlers, der durchaus in der Lage ist, und das in Einzelfällen versucht, seine Sicht von Weiblichkeit dem Klienten aufzuzwingen. Legendär ist da der eine Gutachter aus dem süddeutschen Raum. Oder eben die anderen Fälle, in denen einem Klienten die kritisch nachfragende Behandung in Form einer Psychoanalyse über mehrere Jahre aufgezwungen wurde.

Eben wegen dieser Fälle halte ich Gatekeeping für ziemlich widerlich.

Zitat von ******now:
Offensichtlich ist, dass bei vielen Transfrauen es sehr vom Alter abhängt, wann dieser Weg begonnen wird.
[...] Man wird den meisten daher immer ansehen, was sie für eine "Vergangenheit" haben.

Ja, und? Ganz ernsthaft, ja, und?

Es gibt viele Frauen, denen ich anzusehen glaube, eine trans Vergangenheit zu haben. Haben sie aber nicht, sie sehen halt aufgrund einiger Stylingdetails aus, wie ich mir einen Transvestiten vorstelle. Mal zart, mal übergewichtig, mal kantig.

Dann haben wir hier die Überschneidung der Begrifflichkeiten, bei den meisten Teilzeitfrauen ist es nicht die Vergangenheit die man sieht, sondern Gegenwart und Zukunft. Bzw. hört.

Zitat von ******now:
Von daher stellt sich die Frage, wie einem / einer Betroffenen geholfen ist, diesen Weg zu gehen.

Wer will sich anmaßen, zu beurteilen, ob der eine oder andere Mensch im Zielgeschlecht konform genug aussehen wird, und daraus das Recht abzuleiten, eine Transition zu befürworten oder abzulehnen? Wie gesagt es gab da den berüchtigten Gutachter, aber ich hab auch den Eindruck dass sich manche trans Frauen dieses Recht rausnehmen.

Und wer will beurteilen, dass dieser eine betroffene Mensch auf ein konformes Aussehen angewisen sein wird, um glücklich zu sein?

Wessen Empathie ist so wenig ausgeprägt, sich hinzustellen und zu sagen "Nein, Du bist nicht schön genug, Du darfst nicht? Weil ich glaube dass Du so oberflächlich bist, dass Du deshalb nicht glücklich werden kannst."

Zitat von ******now:
Sorry, wenn das hier teils sehr kritisch geschrieben ist und ich will hier niemandem die Transsexualität "ausreden", doch ich habe schon so viele Fälle erlebt und Stories gelesen, wo ich mich oft fragte, ob sich die Betroffenen wirklich mit den Konsequenzen dieses Wegs umfassen auseinander gesetzt haben.

Ich denke, dass von aussen niemand beurteilen kann wie es jemandem geht. Dass das niemand voraussehen kann wie es jemandem gehen wird. Dass individuelle Bedenken zufälliger Außenstehender kein Gewicht haben. Deshalb hüte zum Beispiel ich mich, irgendjemandem was ein- oder auszureden. Hab ich in ganz anderem Zusammenhang gemacht, als ich wesentlich jünger war. Und habs bereut. Es soll doch jede(r) seine eigenen Fehler machen dürfen. Und wenn, es einsehen, damit leben und danach die Klappe halten.
*******ura Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Hab da jetzt einfach mal eine Frage. Bin noch relativ neu hier.
Gibt es den hier auch einen Stammtisch für queere Menschen im Raum Mittelfranken?
So Ansbach Nürnberg usw.
Den es ist mir ehrlich gesagt einfach zu weit 200 Kilometer und mehr zu fahren.
Dafür habe ich leider auch keine Zeit und auch keine Muße dazu. Denn wenn ich jemand hab möchte ich die Person auch mal spontan treffen und nicht 4 Wochen planen wann es wieder ein Treffen gibt.
*******eams Frau
199 Beiträge
Es gibt das Genderlife in Nürnberg, eine Selbsthilfegruppe für u. a. trans Menschen. Einen Stammtisch hab ich auf die schnelle nicht finden können, aber ich bin sicher, dass du darüber schnell fündig werden solltest (:

https://www.genderlife-nuernberg.de/
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