„Ich habe offen mit meiner Partnerin darüber gesprochen. Sie war verständnisvoll, hat aber klar gesagt, dass das für sie nicht infrage kommt und nicht zu ihrem Beziehungsbild passt. Diese Grenze akzeptiere ich und ich versuche nicht, sie zu überzeugen oder unter Druck zu setzen.
Hm. Ich weiß nicht, ob das so gelingt.
1. Kläre bitte genau mit ihr, wie sie sich Eure Beziehung vorstellt. Vielleicht kann sie differenzieren, was für sie existenziell ist, und was ein Wunsch ist, vielleicht auch ein sehr großer Wunsch.
2. Kläre mit ihr, was für Dich existenziell ist, worauf Du verzichten kannst.
Das Problem dabei ist, dass man meist gar nicht genau absehen kann, wie sich Fantasien entwickeln, wie sie einen fesseln, und irgendwie im Kopf bleiben. Den anderen an diesen Fantasien teil haben zu lassen bildet eine Art Druck, sie für sich zu behalten, funktiniert mitunter nicht, die Partnerin / der Partner merkt, das etwas nicht stimmt. Das belastet auch.
Ausporbieren, was man kathegorisch ablehnt, wird nichts bringen.
Das Problem ist, dass man zu sich selbst absolut ehrlich sein muss. Die Frage ist nämlich, ob man etwas ablehnt, weil man so erzogen ist, dass das auf keinen Fall geht, auch wenn einen das irgendwie doch triggert, oder ob man das von sich aus ganz kathegorisch ablehnt, quasie aus tiefster Überzeugung. Und letzteres muss der andere Part dann auch schlicht glauben.
Du bist jung, ich vermute, dass Deine Partnerin auch in etwa in Deinem Alter ist. Da darf man noch viel über die eigene Sexualität erfahren, aber, das kann sich auch gut über 20 bis 40 Jahre hinziehen. Menschen verändern sich.
Sie zu bearbeiten, zu formen mag möglich sein, aber ich halte das nicht für empfehlenswert, alles andere wird hier im Joy auch niedergemacht werden. Da erscheint es mit sinnvoller, dass Du überlegst, ob Ihr beide tatsächlich soweit kompatibel seid, dass die Beziehung auf Dauer gute Chancen hat. Das Problem ist, dass das etwas ist, was vermutlich die Zeit zeigen wird. Und wer kennt schon die Zukunft.
Wenn sie weder exihibitionistische noch voyeuristische Neigungen hat, und von Partnertausch nichts wissen will, ist ein Clubbesuch in meinen Augen nicht sinnvoll.
Ein Clubbesuch ohne entsprechende Neugierde, also nur, um dem Partner einen Gefallen zu tun, vielleicht auch mit dagegen gehenden Willen, kann eigentlich nicht gut laufen, jedenfalls halte ich das Risiko eines Fiaskos für sehr, sehr groß.
Und auch Dir möchte ich auf den Weg geben, dass eine Fantasie, die man umsetzt, in der Realität plötzlich ganz, ganz anders wirken kann. Die erregenden Vorstellungen der Fantasie können hinter einer Eifersucht in der Realität plötzlich ganz, ganz weit zurück stehen. Macht sie es nur aus Liebe zu Dir, kann das Gefühl, sich quasi "prostituiert" zu haben aufkommen. Es kann sein, dass sie auf den Geschmack kommt, der Dir Angst um Eure Beziehung macht. Es ist möglich, dass Du ein Problem mit ihr hast, wenn Sie mit anderen Männern genauso oder mehr Spaß hat, als mit Dir. Es kann also wirklich richtig schief laufen. Manchmal sind Fantasien am besten, wenn sie Fantasien bleiben. Und auch das ist nicht schlimm, so lange es nicht um existenzielle Bedürfnisse geht.
Schaffst Du es, das "halb volle Glas" zu sehen, oder schaust Du mehr nach dem Gras auf der anderen Seite des Zaunes?
Und mal aus meiner Erfahrung. Wenn man etwas ausprobiert, was bisher abgelehnt wurde, kann das in dem Moment für beide sehr, sehr schön sein, und Tage / Wochen später Dir vorgeworfen werden, dass das doch nie gewollt worden sei. Das mag inkonsequent, "verlogen", oder sonst etwas sein. Der Schatten ist dann erst einmal auf die Beziehung gefallen, und ob der sich wieder verzieht, steht in den Sternen, oder beantwortet sich letztlich auch mit einer Trennung. Also, sei vorsichtig, wenn es allein um Deine Wünsche und Fantasien geht.