Warum es heute so schwer ist, einander wirklich zu begegnen
Warum es heute so schwer ist, einander wirklich zu begegnen?Wir leben in einer Zeit, in der Kontakte jederzeit möglich sind.
Ein Klick, eine Nachricht, ein Match.
Und trotzdem haben viele das Gefühl, dass echte Begegnung seltener wird.
Nicht nur Partnerschaft.
Schon echtes Interesse am Menschen.
Man schreibt miteinander.
Es ist angenehm. Vielleicht sogar spannend.
Und dann taucht etwas auf, das irritiert. Ein Satz. Eine Haltung. Ein Tempo, das nicht ganz passt.
Früher hätte man nachgefragt.
Heute bricht man oft einfach ab.
Nicht aus Bosheit.
Sondern weil es leicht ist.
Die Auswahl ist groß. Der nächste Kontakt wartet schon.
Und so verlernen wir etwas ganz Wesentliches, dass Aushalten von Unterschiedlichkeit.
Viele von uns wollen gesehen werden.
Aber gesehen werden heißt auch, nicht perfekt zu sein.
Nicht immer glatt. Nicht immer deckungsgleich.
Online bietet die Möglichkeit, Nähe zu simulieren, ohne sich ihr wirklich auszusetzen.
Solange alles leicht ist, bleibt man.
Sobald es innerlich kurz unbequem wird, geht man.
Das ist kein Vorwurf.
Es ist eine Folge unserer Strukturen.
Vielleicht liegt das Problem also nicht darin, dass Menschen beziehungsunfähig geworden sind.
Sondern darin, dass wir kaum noch üben, Kontakt zu halten, wenn er nicht sofort reibungslos ist.
Begegnung beginnt nicht dort, wo alles passt.
Sondern dort, wo man kurz bleibt, obwohl etwas stört, und fragt, statt zu verschwinden.
Vielleicht ist genau das heute ungewöhnlich geworden.
Und genau deshalb fühlt sich echtes Interesse so selten an.
Wie erlebt ihr das selbst?
















