"An die Frauen. Findet ihr es attraktiv, wenn ein Mann spät antwortet und nicht immer erreichbar ist?
Was macht das mit euch und wie fühlt ihr euch dabei? Habt ihr dann mehr Interesse an der Person und wenn ja, warum? Und wie findet ihr es, wenn ein Mann immer sofort erreichbar ist und innerhalb von Sekunden auf eure Nachrichten antwortet? Entsteht dann Desinteresse?
Ich beziehe mich auf Dating-Kontext: Hierbei ist das Gegenteil der Fall. Ich schließe mich @*******s72 an. Wenn geklärt ist, dass beiderseitiges Interesse an einem Kennenlernen besteht, empfinde ich es als "Kindergarten", wenn man versucht Spielchen zu spielen. Kostet nur unnötige Energie, etwas Unechtem hinterherzurennen.
Ich empfinde aber auch das Maß und den Rahmen als wichtig. Man sollte einschätzen können, wann das Gegenüber wirklich beschäftigt ist, z.B. während der beruflichen Arbeit. Hier kann selbst nur eingeschränkt antworten und eher nur organisatorische Inhalte kurz klären. Genauso verhält es sich, wenn man weitere Verpflichtungen oder Hobbies hat. Dies sollte aber klar kommuniziert und respektiert werden. Das nimmt auch jeglichen manipulativen Spielchen den Nährboden.
Wenn ein Mann mir also trotz "Freizeit" spät, sehr verzögert und sporadisch antwortet, besteht kein Interesse und das ist fein, dann ziehe ich meine Konsequenzen daraus.
Wenn man mich einmal verspätet anruft mit einer ehrlichen Begründung - kein Problem. Das schafft Vertrauen und Intimität. Jemanden an seinem Leben teilhaben lassen, auch wenn es mal schief geht.
Wenn ein Mann mir dauernd Sprachnachrichten schickt mit eher weniger bedeutsamem Inhalt, so gleich am Anfang und ich komme gar nicht hinterher mit abhören, dann würde ich eher vorschlagen, dass man Zeit gemeinsam verbringt als an der Oberfläche zu bleiben und irgendwie eine Art Zeitfüller oder "Kümmerer" zu sein.
Jemand oben erwähnte bereits die Bindungsmuster und diese Wissenschaft kann ich auch absolut bestätigen und handle danach. Jemand mit vermeidendem Bindungsmuster wird sich selten melden, verzögert, weil er eben eigentlich Angst vor Bindung hat und ihm schnell alles zu viel wird. Darauf reagieren leider am meisten die Menschen mit ängstlichem Bindungsmuster und nähren so gegenseitig ihre Ängste und bleiben meistens auch beide am Ball, weil es auf toxische Weise funktioniert, aber wenn beide wahrscheinlich unglücklich sind. Nur um ein Beispiel zu nennen.
Zusätzlich spielen beim Kennenlernen noch so viele weitere Umstände ein, wie z.B.: komme ich gerade aus einer langen Beziehung oder bin ich lange auf der Suche. Habe ich gerade schlechte Erfahrungen mit einem Klammerer gemacht oder mit jemandem, der fast nie Zeit hat. Bin ich gerade befördert worden und tagsüber geistig angestrengt oder mache ich 20 Jahre den gleichen Job und habe viel Kapazitäten.
Wie bei fast jedem Thema: ehrlich sein, Dinge direkt auch beim früher Kennenlernen ansprechen, empathisch sein, Maß und Ton treffen, aktiv für Klarheit sorgen. Bei Unsicherheit fragen: "Du hast Dich so spät gemeldet, obwohl Du doch Zeit hattest, was ist der Grund? Ich habe kein Interesse an Spielchen, oder jemandem, der nicht weiß was er will. Kannst Du mir bitte ehrlich antworten, was zutrifft?" An der Art der Antwort merkt man dann, woran man ist.
Hilfreich ist es, sich selbst immer bewusst zu machen, was will ich eigentlich wirklich und worauf hab ich echt keinen Bock mehr.