jack@jackXjacqueline:
Outing klingt für mich immer so, als gäbe es etwas zu verheimlichen, sich nicht zu zeigen, aus Angst, weil man nicht dazu steht, wer oder was man ist. Ich denke, wir haben da einen guten Mittelweg fürs uns gefunden: Wir verheimlichen nicht unsere Form der Beziehung, binden es aber anderen nicht auf die Nase und erwähnen nichts bis danach gefragt wird. Ich beispielsweise lebe mit meiner einstigen Partnerin und heutigen Sklavin in einer TPE-Liebes-Beziehung und sie trägt im Alltag, als Zeichen der Verbundenheit mit mir, bis auf ganz wenige Ausnahmen immer das abschließbare Halsband, das ich ihr geschenkt habe. Dass dadurch unsere Verbindung für andere, auch im familiären Umfeld, ein wenig sichtbar und erahnbar wird, mag sein, ist aber nicht unsere Intention. Es ist Teil unserer persönlichen Entfaltung. Und solange keiner fragt, scheint auch kein Interesse daran zu bestehen, mehr erfahren zu wollen. Völlig legitim und verständlich. Und jedem, der meint, dass dies auf irgendeine Weise aufdringlich wäre, kann ich nur entgegnen, dass ich mit diesem Standpunkt auch jeden Ehering als aufdringlich ansehen könnte, weil er eine eheliche Verbindung propagiert. Für uns hat das Halsband schlicht eine damit vergleichbare Bedeutung. Und in der heutigen Zeit erwarte ich einfach, dass die Gesellschaft sich in diesem Punkt tolerant zeigt. Da werde ich an anderer Stelle mit weitaus fraglicheren Dingen konfrontiert, die ich so gesehen auch erdulden muss. Und wer meint, BDSM hätte immer etwas mit Sexualität zu tun oder wäre ausschließlich in diese Richtung motiviert, den kann ich ohnehin nicht ernst nehmen.
Was andere Beziehungsformen angeht, wie beispielsweise die von
@******987, so finde ich, obwohl ich zu diesem Konzept auch ein paar kritische Gedanken habe, nichts besonderes daran. Wenn sie so leben möchten, warum sollten sie nach außen hin verstecken, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen? Und das hat auch nichts mit Privilegiertheit zu tun. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich viele Dinge im Leben schlicht durch glückliche Umstände ergeben, egal welche Möglichkeiten man hat. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich eine Beziehung, wie ich sie heute habe, für unerreichbar gehalten und die Tendenz, dass dies auch immer so sein wird, ging lange auch eindeutig in diese Richtung. Wie kam es doch dazu? Auf jeden Fall nicht durch Zielstrebigkeit oder weil ich viele Möglichkeiten gehabt hätte. Es war reiner Zufall, ich war zur rechten Zeit am rechten Ort, wenn man so will.