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BDSM - sexuelle Spielart oder besondere Beziehung?

****Bea Frau
3 Beiträge
Themenersteller 
BDSM - sexuelle Spielart oder besondere Beziehung?
Hallo allseits!

Immer wieder kann ich in Gesprächen feststellen, dass es sehr unterschiedliche Ansichten von BDSM gibt. Was natürlich ist, denn die Welt des BDSM ist unheimlich vielfältig.

Allerdings gibt es eine grundsätzliche Frage, auf die ich immer wieder stoße: für die einen sind die (technischen) Elemente besondere sexuelle Spielarten. Das heisst, einzelne Elemente wie "freie" Benutzung, Fesseln oder ein Gag werden situativ in den Sex integriert. In diesem Fall ist BDSM aus meiner Sicht eine Art "Sextechnik".

Für andere - wie mich - ist BDSM viel mehr.

Für mich ist es eine spezielle Beziehung mit besonderer Dynamik und dem intensiven konstanten Spüren des Machtgefälles. Es beinhaltet eine gemeinsame Entwicklung auf gewachsenem Vertrauen basierend hin zu einer tiefen Bindung und Abgabe der Entscheidungen über mein sexuelles Leben. Diese beinhaltet dann natürlich auch die völlig freie Benutzbarkeit durch meinen Dom (oder andere Personen unter seiner Aufsicht, wenn dies so zwischen uns abgesprochen ist) sowie vielerlei anderer Elemente, die unterm Strich aber mehr bedeuten als reine Sextechnik.

Wie seht Ihr das? Gibt es hier Menschen, denen es genauso geht wie mir? Ich freue mich auf Eure Meinungen!
*******enig Mann
15.307 Beiträge
Ich sehe das so, dass viele Menschen die Abgabe der Entscheidungen über die Sexualität und z.B. eine völlig freie Benutzbarkeit halt auch als Variante von Sexualität oder wie du es genannt hast "Sextechnik" sehen...
******akt Mann
243 Beiträge
Zitat von ****Bea:
Für mich ist es eine spezielle Beziehung mit besonderer Dynamik und dem intensiven konstanten Spüren des Machtgefälles.

Für beides benötige ich kein BDSM, weder für eine Beziehung im einvernehmlichen Machgefälle, noch für den von dir bemühten sexuellen Macht Austausch (EPE). Bei der Suche nach passenden Partnern, wäre dann der Oberbegriff BDSM einfach das passende Label, damit das Ganze auch einen Namen, im Dating-Karussell hat.
*****n_N Mann
10.575 Beiträge
Zitat von ****Bea:
Wie seht Ihr das? Gibt es hier Menschen, denen es genauso geht wie mir? Ich freue mich auf Eure Meinungen!
Da du beides benennen kannst, gibt es natürlich beides.
Die, die es als sexuelle Spielart nutzen, und die, die es 24/7 leben und/oder fühlen… und dazwischen gibt es auch noch eigene Kreationen, die für die Beteiligten besser passen als geläufigere wie EPE oder TPE.

BDSM dient entweder der Lust und/oder dem Stillen von Bedürfnissen.

Ich kann beidem etwas abgewinnen, in Beziehungen lande ich meist in Bedürfnis orientierten 24/7
Konstellationen. Denn wenn BDSM einen relevanten Anteil der gemeinsamen Sexualität einnimmt und DS beide bereichert, nimmt man es auch gerne mit in den Alltag. Die Sicht auf den Partner wird dann unweigerlich auch die Sicht auf Dom oder sub.

Aber da tickt jeder anders, macht eine Bereicherung aber nicht schlechter.
******lia Frau
11.064 Beiträge
Ich sehe D/s Paare, die schon seit Jahren intensiv und exklusiv nur miteinander BDSM ausleben und der eine weiß von vom anderen nicht, was seine Lieblingsblume ist.

Und ich sehe Freunde, die gelegentlich miteinander spielen und sich beim Sex würgen und unterwerfen, aber dabei täglich miteinander quatschen und genau wissen, was der andere zum Frühstück auf dem Brot hatte.

Für mich praktizieren beide Paare BDSM und beide Paare sind innig verbunden, beide lieben das Machtgefälle.
Keine Beziehung ist wertiger als die andere oder tiefer. Das weiß man doch vom bloßen Draufgucken nicht, wie tief die Verbundenheit geht.
*********otze Frau
784 Beiträge
Ich bin meinem Mann so tief und innig verbunden wie ich es vermag. Immer wieder kommt das Machtgefälle auch im Alltag durch und dann turnt es uns beide an. Also kommt es durch, ist es mit sexuellen Gefühlen auf beiden Seiten verbunden.

Aber wir schätzen unsere Augenhöhe im Alltag. Etwas anderes würde zu mir auch nicht passen, ich bin ihm in gewisser Weise unterworfen durch meine enorme Liebe zu ihm, durch die Wertschätzung die ich für ihn empfinde, durch den Wunsch dass es ihm gut geht und er glücklich ist, das gilt allerdings in die andere Richtung genauso.
So lieben wir uns eben einfach.
*****a_A Frau
13.401 Beiträge
Ich kann mir eine Beziehung ohne 24/7 nicht vorstellen. Ich bin nicht so der "spiele Typ"... ich brauche Tiefe und ein klares Machtgefälle.
*******987 Frau
9.996 Beiträge
Ich finde, es gibt mehrere Abstufungen, wobei es sich eigentlich um ein breites Spektrum handelt. Aber so, wie man das Spektrum des sichtbaren Lichts in verschiedene Farben einteilt, obwohl es eigentlich immer ein unklarer Übergang ist, so will ich nun das Spektrum BDSM auch versuchen, einzuteilen:

An einem Ende des Spektrums befinden sich in meiner Einteilung diejenigen, die sehr gut auch ohne BDSM-Elemente leben können. Wäre alles, was dazu gehört, ab morgen verboten, würden sie nichts davon so sehr vermissen, dass sie es dennoch täten. Ja, der Klaps auf den Hintern oder die Erniedrigung oder Praktik xyz macht Spaß und ist geil, aber wenn nicht, dann eben nicht.

Dann kommen die Nächsten. Die haben wirklich ein Bedürfnis nach dem, was sie da tun und tun es nicht nur aus "Fühlt sich gerade geil an". Diese Menschen suchen explizit nach anderen Menschen, die auf das Gleiche stehen. Mit diesen Menschen leben sie dann immer, wenn ihnen danach ist, dieses Bedürfnis aus. Das ist aber nicht immer der Fall. Es gibt auch Zeiten, in denen das Bedürfnis gestillt ist und sie sich an anderen Dingen erfreuen können. Manchmal haben diese Menschen einen Partner für nicht-bdsm Sexualität und einen für BDSM, mit dem sie sich dann treffen, wenn das Bedürfnis wieder gestillt werden möchte.

Dann gibt es auch diejenigen, die so oft solche Bedürfnisse haben, dass sie sich einen Partner suchen, mit dem sie sich immer ausleben können, sobald sich die Lust darauf meldet. Hier ist das Bedürfnis nach irgendeiner Art von BDSM genauso häufig oder noch häufiger als das Bedürfnis nach nicht-bdsm Sexualität.

Außerdem gibt es dann diejenigen, die kein Bedürfnis nach nicht-bdsm Sexualität haben, sondern nur durch irgendetwas aus dem BDSM Befriedigung (in Form von Erregung, Lust, Freude, Flow, Zufriedenheit) erleben und für die andere Sorten oder Varianten an Sexualität nur dann spannend oder erregend sind, wenn sie im Kontext BDSM geschehen.

Zuletzt erwähnen möchte ich, dass es, so wie es bei Farben hell, mittel und dunkel gibt, in diesem Spektrum auch zwei zusätzliche Variablen gibt. Dabei handelt es sich zum einen um die Freude am Dienen. Diese ist, meinem Erleben nach, nicht sexuell, auch nicht im weiteren Sinne. Es ist einfach ein tiefes Glück, welches dadurch entstehen kann, einer anderen Person zu Diensten zu sein auf welche Weise auch immer oder eben dadurch, dass einem jemand zu Diensten ist.
Die zweite Variable ist, ob einem Leid tatsächlich zu körperlicher, sexueller Erregung verhilft, indem man es entweder erleidet oder jemandem zufügt.

Alle Farben gibt es in hell, dunkel oder mittel und alle Stufen meiner Skala gibt es auch ohne eine der Variablen, mit einer davon oder mit beiden.
*********is25 Paar
397 Beiträge
Sie schreibt:

D/s ist bei uns ein Bestandteil unserer Sexualität.
********iebe Mann
11.657 Beiträge
Beides.
**********berer Mann
8.817 Beiträge
Zitat von *****a_A:
Ich kann mir eine Beziehung ohne 24/7 nicht vorstellen. Ich bin nicht so der "spiele Typ"... ich brauche Tiefe und ein klares Machtgefälle.

Gerade von dir hätte ich ein wenig mehr Sorgfalt bei der Formulierung erhofft. Aber vielleicht bin ich auch zu empfindlich.

Wir spielen unser BDSM. Es ist eine Bereicherung, ein Bonus im Liebesleben. Aber es ist keine innere Lebenseinstellung, ohne die wir nicht leben wollten. Und trotzdem hat unsere Partnerschaft jede Menge Tiefe. *zwinker*

Ich glaube fest, dass die Qualität (oft auch als Tiefe bezeichnet, denke ich) einer Partnerschaft recht wenig damit zu tun hat, ob man darin BDSM auslebt, seine Lust auf Ballons aller Art oder regelmäßig in den Swingerclub geht. Wichtig für das Miteinander sind meiner Ansicht nach ganz andere Dinge und nicht, auf welche Art und Weise man sich sexuell befriedigt.

Aber um beim Thema zu bleiben: Wir sind wohl dann im Team "Spielen" anzusiedeln und sehr happy damit.
****ody Mann
15.638 Beiträge
A) Eine sexuelle Neigung, die ein Entwicklungsergebnis ist und für besonders intensive körperliche und mentale Verbindung sorgt.

B) Ein Heilmittel, das vorübergehend bei seelischer Unpässlichkeit hilft.

C) Ein Heilmittel, das wegen mehrmaliger Dosissteigerung zur Droge wird.

D) Eine freigewählte sexuelle Spielart, die für Abwechslung im Alltag sorgen soll.

E) Auflehnung gegen die Moral der Eltern, Kampf gegen innere Leere, Religionsersatz, Selbstverletzung und noch mehr.

Auf die Schnelle sind das meine Gedanken dazu. Ich würde meinen, bei mir ist es eine Mischung aus A) und D) und phasenweise war es hin und wieder Etwas aus E). Zu B) und C) taugt es für mich nicht.
******lia Frau
11.064 Beiträge
Da finde ich aber das mit dem Kontinuum weicher in der Abstufung @****ody , dein Modell ist so diagnostisch hart voneinander abgegrenzt. Dabei können es ja auch Phasen sein, die mal mehr mal weniger in den Vordergrund treten.



Ich zum Beispiel brauche auch Tiefe.
Ich brauche die Kreativität und Spontanität des Spiels, einen wachen Geist abseits von vorgefertigten Wegen. Im Spiel verliert die Zeit an Bedeutung, man ist im Hier und Jetzt. Mir würde diese Tiefe fehlen in einem festen D/s Setting ohne Spielmöglichkeit.
********chaf Mann
8.527 Beiträge
JOY-Angels 
Knebel, etc. sind nur Werkzeuge.
Die Magie, die entsteht beim Interagieren miteinander.

Wie viel mehr es bei Paaren ist, die 24/7 miteinander D/s und/oder BDSM schon seit vielen Jahren leben, kann ich nicht beurteilen.

Aber, dass beides tief berührt, sobald zwei zueinander passen.
Vom Gefühl her nahm ich da keine Unterschiede wahr. Die Intensität und die Momente, die ich so gerne magisch nenne, waren in jeder Konstellation (Beziehung oder "nur" Freundschaft mit ein bisschen BDSM) die gleichen.
*********r_01 Paar
501 Beiträge
Wir leben eine TPE Beziehung und ich fühle mich damit perfekt verstanden, geborgen und rundum glücklich. Ursprünglich entstanden durch eine schwere Depression bei mir, so dass ich eine zeitlang mein Leben nicht mehr selbstständig meistern konnte und mein Mann mich in dieser Zeit durch das Leben und den Alltag getragen und geführt hat.
Der tiefe Wunsch in mir nach TPE basiert auf Werten des totalen Vertrauens, tiefer Liebe und unendlicher Zugehörigkeit. Ich sehe mich in dieser Konstellation nicht als Sub, sondern als gleichwertiger Partner auf Augenhöhe. Wir müssen uns keine Titel oder Rollen geben, diese sind in einer TPE Konstellation klar.
Entsprechend tief bei mir auch der Wunsch nach seiner kompletten Befriedigung
*********ast74 Paar
215 Beiträge
Er schreibt:
Meiner Meinung „ Die RICHTIGE ANTWORT“ gibts es bei diesem Thema nicht. Jede Beziehung, jede Dynamik funktioniert für sich per se anders. Bei manchen ist es wie im Eröffnungthread erwähnt eine Technik ein Zusatz in der Sexualität. Bei anderen ist es Teil der Beziehung. Jeder entscheidet für sich wie man es praktiziert und lebt und damit umgeht.

Jeder macht es grundsätzlich anders und keine Beziehung und oder gleicht komplett der anderen. Es ist und bleibt individuell.
**********eline Paar
327 Beiträge
Die Aufzählung von @****ody ist in der Tat etwas zu scharf abgegrenzt, und aus meiner Sicht auch unvollständig. Allerdings kann ich mit romantisierenden Beschreibungen auch nicht viel anfangen, vor allem wenn sie zu kleinteilig werden macht das die Betrachtung schnell Überkomplex. Ich kann da nur von uns berichten.

Meine Sklavin und ich leben in einer TPE-Beziehung. Als Erweiterung zu 24/7 basiert unsere Partnerschaft also auf einem dauerhaften Machtgefälle. BDSM ist für die Mehrheit sicherlich eine sexuelle Spielart, in unserem Fall ist es die Grundlage unserer Lebensweise, basierend auf einer Neigung, die ich noch nicht mal als sonderlich oder zwingend sexuell einstufen würde. Denn wenn ich über die einzelnen Buchstaben mal so nachdenke, ist Bondage bei uns nicht sehr sexuell geprägt, unser D/s auch nicht primär und unser SM eigentlich gar nicht. Unsere Neigung findet in ihrer Gesamtheit überwiegend auf der mentalen Ebene statt. Vielleicht ist es das, was @*****a_A mit Tiefe meinte. Die weitreichende Bedeutung im Alltag, im Gegensatz zu lediglich bereichernden Episoden.

Ich bin jetzt einige Jahre dabei, und was mich etwas schockiert ist meine Beobachtung und Schlussfolgerung aus den Schilderungen von anderen über ihr BDSM, dass Punkt E von @****ody so weit verbreitet scheint: BDSM als Mittel zur Kompensation psychischer oder sozialer Defizite, zu pseudotherapeutischen Zwecken. Das finde ich sehr bedenklich, weil ich immer erhofft hatte, dass es nicht so ist. Aber die Erzählungen, und ich lese relativ viel, haben leider eine gewisse Tendenz. Ich finde das bemerkenswert insofern, da meine Sklavin selbst in der Vergangenheit Probleme in dieser Hinsicht hatte, es aber bewusst vermieden hat, in dieser Zeit BDSM zu praktizieren. Eben weil es ihre Neigung ist, die sie nicht riskieren wollte dadurch zu vergiften oder zu zerstören. Erst, als sie wieder stabil war hat sie sich mir offenbart und es zugelassen, und nebenbei auch meine Neigung entdecken lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Also ja, für uns ist BDSM eine Neigung, die unseren Lebensstil maßgeblich prägt, definiert und für uns die Erfüllung dessen ist, wie wir miteinander leben wollen. Hauptsächlich auf mentale Weise, weniger auf sexuelle.
*****a_A Frau
13.401 Beiträge
Zitat von **********eline:
Unsere Neigung findet in ihrer Gesamtheit überwiegend auf der mentalen Ebene statt. Vielleicht ist es das, was @*****a_A mit Tiefe meinte. Die weitreichende Bedeutung im Alltag, im Gegensatz zu lediglich bereichernden Episoden.

Herzlichen Dank *knicks* genau so meinte ich das
*********is25 Paar
397 Beiträge
Sie schreibt:

Die Tiefe, welche ich mit einem Menschen erlebe, hat bei mir nichts mit BDSM zu tun.

Dass es für andere anders ist will ich gar nicht abstreiten.
********rmal Mann
601 Beiträge
Frag mal alle die die im letzten Jahr von ihrem Partner in die Wüste geschickt wurden wie speziell BDSM Verbindungen sind.

BDSM lebt von der Illusion
Nicht mehr und nicht weniger.

Wer es zu hoch aufhängt wird tiefer fallen als der mit einem gesundem Realitätssinn.
****ody Mann
15.638 Beiträge
Meine Erfahrung war es, dass Neigungshandeln in einer Partnerschaft, so es für starke Öffnung sorgt, zu einer grundlegend intensiven Verbindung führt, die später auch ohne Neigungskontext funktionieren würde.
*******7674 Paar
114 Beiträge
Ein einvernehmliches Machtgefälle erfordert von beiden Seiten Verständnis, Vertrauen und Aufmerksamkeit. Unser Leben besteht nicht nur aus Sessions, sondern auch aus Alltag, Höhen und Tiefen, Emotionen und Ablenkungen. Für mich ist es unrealistisch zu erwarten, dass jemand jederzeit und ausnahmslos gehorcht oder sein eigenes Wohl stets zurückstellt. Wahre Macht entsteht für mich nur dann, wenn Dominanz auf Hingabe trifft – ohne diese beiderseitige Bereitschaft gibt es keine echte Macht. Für mich sind Dominanz und Hingabe auf höchstem Niveau vor allem in besonderen, bewusst gewählten Momenten möglich – nicht rund um die Uhr.
**********eineS Paar
4.535 Beiträge
Ich glaube nicht an so etwas wie Augenhöhe in Beziehungen. Das ist für mich reine Fiktion, ein sozial erwünschtes Konstrukt, denn es gibt in JEDER Beziehung ein Machtgefälle und damit entfällt für mich automatisch die Augenhöhe. Schau dir beliebige Beziehungen nur lang genug an und du wirst herausfinden, wer dort regelmäßig im Lead ist und grundsätzlich alle wichtigen Entscheidungen in seinem oder ihrem Sinne beeinflusst. Natürlich immer, weil es so das Beste für die gemeinsame Beziehung ist. Wer andererseits bei allen maßgeblichen Entscheidungen für das gemeinsame Leben am Ende mit der Meinung der Partnerin/des Partners herausgeht, sollte sich ehrlich machen. Sich immer „überzeugen“ zu lassen zeigt nur, wie geschickt und verdeckt manipulativ das Machtgefälle in einer Beziehung auf Augenhöhe ausgeübt werden kann. Und ganz Geschickte, lassen ihr gegenüber dann bei den weniger wichtigen Dingen entscheiden, um ihnen zumindest den Glauben zu vermitteln, noch auf Augenhöhe zu sein. Aber das ist nur meine eigene Überzeugung auf Basis meiner regelmäßigen Beobachtungen von Paaren auf „Augenhöhe“ in meinem Freundes-, Bekanntenkreis und der Familie.

Warum ich diese Überzeugung vorwegschicke, die natürlich nur für mich Gültigkeit hat? Wenn es in meinen Augen keine wirkliche Augenhöhe gibt, habe entweder ich oder mein Partner das Steuer in der Beziehung in der Hand, aber nicht beide gleichzeitig. Für mich wäre undenkbar, wenn ich meinem Partner im Alltag ansagen mache oder er brav in die Richtung geht, in die ich ihn hinmanipuliere, dass ich mich dann sexuell von ihm dominieren lasse. Ich könnte mich da überhaupt nicht fallen lassen und müsste ihm gegenüber eine devot-submissive Rolle sogar schauspielern, weil ich es nicht fühlen würde. Es würde sich insgesamt unecht und lächerlich für mich anfühlen, wenn derjenige, dem ich 23 Stunden am Tag sage wo es lang geht, in einer Stunde versuchen würde mir den Dom zu geben. Natürlich könnte er mich BDSMig mit Fesselung und technischem Equipment erregen und vielleicht so auch zu einem Orgasmus bringen, aber das wäre am Ende nicht das gleiche innige, wärmende, glückliche, beschützt und behütete Gefühl, nach dem ich mich sehne. Nachvollziehen kann das vermutlich nur jemand, der es selbst erlebt hat.

Insofern ist für mich BDSM, und dort der Anteil DS, kein kinky Spiel, weil der Mann, von dem ich sexuell dominiert werden möchte, in der Lage sein muss, mich auch im Beziehungsalltag zu dominieren - wenn es ihm beliebt. Und dann muss er auch nicht verdeckt manipulativ agieren, sondern kann das Machtgefälle 24/7 mit klaren Ansagen und Anweisungen gestalten.

Und bevor jetzt alle, die auf „Augenhöhe“ leben und gerade nahe am Herzinfarkt sind, über mich herfallen: ihr könnt anderer Überzeugung sein oder andere Beobachtungen machen als ich und natürlich alles auch gegensätzlich sehen. Lebt gerne so, wie ihr wollt - Hauptsache gesund und glücklich.

࿋ 𝑠𝑒𝑖𝑛𝑒𝑆 ࿋ *knicks*
**********eline Paar
327 Beiträge
Da würde ich auch eher @****ody beipflichten. Und wenn wir schon von Illusion reden, so würde ich behaupten, dass das "normale" Leben genauso von der Illusion lebte. Es wäre nur eine andere. Ich kann es aber nicht als Illusion ansehen, weil es das praktische Konzept unserer Beziehung und damit Realität ist.
*******ck79 Mann
63 Beiträge
Ich glaube dass der Begriff: BDSM etwas „veraltet“ ist.

In einer schwarz/ weissen Welt, wie noch vor 20 oder 30 Jahren, war es ein passender Begriff für eine Spielart.

Unsere heutige Welt ist soooo bunt und vielseitig. Jeder Mensch entscheidet, was er wie weit als BDSM bezeichnet- da kann es keine Vereinheitlichung mehr geben.
Ist es der Klaps auf den Po oder erst mit den Striemen der Peitsche…..
Entscheiden die am Spiel beteiligten allein und definieren so ihren eigenen Begriff.
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