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Dating & Sex mit Handicap – Erfahrungen und Perspektiven

*********heel Mann
5 Beiträge
Themenersteller 
Dating & Sex mit Handicap – Erfahrungen und Perspektiven
Einen schönen guten Morgen an die Community und ein frohes neues Jahr!
Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und Rollstuhlfahrer.

Ich würde gern eine Diskussion anstoßen, bei der das Hauptaugenmerk auf folgenden Fragen liegt:

Welche Erfahrungen haben Frauen (oder auch Männer) beim Dating mit Personen mit Handicap gemacht, ins besondere wenn es darum geht nur Dates für Sex zu finden oder auch Freundschaften +?

Worauf legt ihr dabei besonders Wert (z. B. Kommunikation, Offenheit, Erwartungen, Grenzen)?

Welche Rolle spielt das Handicap in der Realität tatsächlich und an welcher Stelle wird es relevant?

Ich freue mich besonders über Perspektiven aus der Frauenwelt, aber natürlich darf sich jedes Geschlecht beteiligen.

Vielen Dank im Voraus und euch allen einen schönen Tag!

Viele liebe Grüße
Dennis
********1277 Mann
262 Beiträge
Zitat Welche Erfahrungen haben Frauen (oder auch Männer) beim Dating mit Personen mit Handicap gemacht, ins besondere wenn es darum geht nur Dates für Sex zu finden oder auch Freundschaften +?
Ich hatte eine Beziehung mit einer Frau mit Behinderung. Ist jetzt nicht das, was ich unbedingt wiederholen würde, aber manchmal verliebt man sich halt nicht rational.
Ich hätte mich damals nie darauf eingelassen, wenn man mir die Behinderung im Vorfeld verheimlicht hätte oder besonders hervorgehoben hätte. Es wurde genauso normal darüber gesprochen wie "ich habe blonde Haare". Aber es musste angesprochen sein, dass man sich bewusst dafür oder gegen die Beziehung entscheiden kann.
Auch wenn sich der Behinderte selbst nicht davon eingeschränkt fühlt und für ihn/sie alles möglich ist, hat es Auswirkungen und der ohne Behinderung empfindet es vielleicht ganz anders. Die Frage ist nur, ob es einen von beiden stört davon eingeschränkt zu sein.
Ich kann zu Dir als Rolli-Fahrer sagen, dass Du die Leiter hoch steigen sollst um mir einen Apfel von ganz oben vom Baum zu holen. Anschließend lachen wir gemeinsam darüber und ich hol den Apfel selbst runter. Oder ich ärgere mich, dass Du mir den Apfel nicht geben kannst, den ich will. Oder Du ärgerst Dich, dass Du mir den gewünschten Apfel nicht geben kannst. Einfach erklärt, aber im Prinzip ist es so einfach.
Die Beziehung mit der körperlich behinderten Frau zerbrach übrigens nicht an ihrer Behinderung, sondern wie jede normale Beziehung auch oft...nicht einhalten von wichtigen Vereinbarungen.

P.S. Sorry, falls jemandem das Wort "Behinderung" nicht gefällt. Ich kann mich mit dem neumodischen Wort "Handicap" nicht anfreunden. Es ändert nichts an den Tatsachen.
********Maze Paar
232 Beiträge
Ich denke, in erster Linie gelten dieselben Präferenzen, Qualitäten und Erwartungen wie bei jedem Date auch.

Und gerade wenn es "nur" um Sexdates geht, orientiert sich eben alles an gemeinsamen Vorlieben und eben gewissen "No-Go's".

Die persönlichen Einschränkungen betreffen in diesem Fall ja auch den Partner / die Partnerin. Auch die Optik oder eben individuelle Handicaps entscheiden. Und wenn es da nicht "matcht" kann man nichts erzwingen.

Insofern ist nicht allgemein das Thema "Behinderung" der ausschlaggebender Punkt sondern die entsprechenden Vorstellungen und Erwartungen der "Datepartner". Das geht jedem so, auch wenn es um "klein, gross, dick, dünn, viel oder wenig,...." was auch immer geht 😉
*******atus Mann
591 Beiträge
Zunächst eine (viele) Fragen an dich @*********heel: Wo fängt ein Handicap an?
Korreliert es mit einem Prozentsatz in Form einer Schwerbehinderung? Zählen für dich Autismus, ADHS, Hypersensibilität etc. zu den Handicaps?
Wie steht es mit Alopezie oder anderen sichtbaren Erkrankungen wie Pigmentstörungen, Muttermalen etc., was auch oftmals ein Grund für Diskriminierung sein kann?
Oder ist es das individuelle Gefühl, ob sich jemand selbst als behindert wahrnimmt? Wenn ja, wobei wäre dieses Gefühl berechtigt und als Handicap akzeptabel?
*******_68 Frau
731 Beiträge
Ein wichtiges Thema.
Ich bin selbst betroffen und fühle mich selbst ziemlich eingeschränkt beim Laufen und in der Beweglichkeit.
Eigentlich habe ich das auch relativ schnell erwähnt, weil ich vor den Treffen wissen musste wie die Umstände vor Ort waren.
Das war manchmal sofort abschreckend, andere hat es im Bett nicht gestört, aber die wollten möglichst nicht mit mir gesehen werden.
Das war ein blödes Gefühl.
Jetzt habe ich seit einiger Zeit einen festen Partner der super rücksichtsvoll ist und mir das Gefühl gibt trotz der Einschränkungen perfekt zu sein.
Das ist wirklich toll und fördert mein Selbstvertrauen.
Mittlerweile ist es mir auch egal was andere über mich denken und ich zeige mich mit meinen Einschränkungen.
*******ains Frau
615 Beiträge
Ja schwerwiegender die Einschränkungen sind, desto früher möchte ich es wissen.

Zum Beispiel beim Thema Rollstuhl vor einem ersten Treffen da es ja auch beeinflusst wo man sich überhaupt treffen kann. Wenn ich weiß dass jemand ein Restaurant mit Treppen ohne Aufzug nicht erreichen kann brauche ich das gar nicht erst vorschlagen.
******rak Mann
811 Beiträge
Ich bringe mein Handicap immer möglichst früh zur Sprache.
Dann gibt es nicht dieses „Ich muss es Ihr noch sagen Gefühl“
Oft führt das dann zum Abbruch.

Oder Frau umschreibt das dann mit „es passt nicht…“ was ich respektiere.
*******atus Mann
591 Beiträge
Ich schäme mich für mein Handicap und versuche es oft zu überspielen. Leider gelingt mir das nicht so häufig, was zu Reaktionen führt, die ich als diskriminierend empfinde.
*********ous73 Mann
2.739 Beiträge
Ich kenne das auch, dass bei Erwähnen meiner Behinderung (Blindheit) der Kontakt versiegt. Ich hatte hier im JOY noch nie ein Date mit einer Frau, es kam bisher nicht mal in die Nähe eines solchen. Mit manchen Männern ist es einfacher, aber auch da verlaufen die meisten Anbahnungen im Sande. Nur wenigen ist es egal oder sie können über ihren Schatten springen. Und ich merke, je älter ich werde, desto mehr suche ich Kontakte zu anderen Blinden. Weil ich mich dort nicht mehr ständig erklären muss. Die gibt's nur nicht im JOY, sondern da findet die Anbahnung bei anderen Gelegenheiten statt.
*******_HH Mann
1.261 Beiträge
Kurz *offtopic*
Zitat von ********1277:


P.S. Sorry, falls jemandem das Wort "Behinderung" nicht gefällt. Ich kann mich mit dem neumodischen Wort "Handicap" nicht anfreunden. Es ändert nichts an den Tatsachen.

Handicap ist gar nicht neumodisch. Das ist auch ein unpassender Begriff.
https://leidmedien.de/warum-handicap-das-falsche-wort-fuer-behinderung-ist/

Und: Behinderung ist auch ein Wort welches ich nicht identifizieren kann. "Man ist nicht behindert, sondern man wird behindert." Und wo? In den Köpfen der Memschen. Lösungen gibt es viele. Und dies ist eher individuell.

Es ist so. Man braucht für alles ein Wort. Selbst für Menschen, die nicht nach Norm entsprechen.

Zurück zum Thema:
Ich kommuniziere es sofort, auch in meinem Profil wird es beschrieben. Somit erspare ich paar Unangenehmlichkeiten für beide Seiten.
Bisher waren die Dates ok.
Ich würde hier nicht ängstlich kommunizieren. Man ist besser selbstbewusst, ehrlich und transparent sowie man weiß was man will. So kommt man bei vielen Menschen positiver an. *g*

Dir viel Spaß und Freude hier.
*******Punk Frau
8.082 Beiträge
Behinderung hat 1000 Gesichter. Um welche Art von Behinderungs geht es?

Wenn es um Barrierefreiheit geht, wird immer nur jemand im Rollstuhl gezeigt oder sich auf Menschen mit Gehbehinderung bezogen.
******ico Paar
6.210 Beiträge
Mal kurz eingeworfen…
Unser Sohn ist nahezu kleinwüchsig und gehbehindert.
Ich arbeite in der Sonderpädagogik und musste mich schnell auf alternative Begriffe wie „Handycap“ „Beeinträchtigung“ etc… einstellen.
Mein Sohn aber betonte noch letztens, er sei behindert, Fakt. Diese ganzen Begriffe wären eh alle irreführend und das sei nicht das, worauf es ankommt.

Stimmt. Finde ich.


Um auf die Eingangsfrage zu reagieren, er nutzt auch diverse Foren, um die passende Frau zu finden, auch hatte er schon eine F+ Beziehung.
Es muss halt passen, egal ob Beziehung, F+ oder ONS

*my2cents* Runa
***on Mann
1.174 Beiträge
Zum Ersten: Meine Behinderung und ich nenne es beim Namen, da sie ja nun einmal eine ist, wird von aufmerksamen Lesern/innen gelesen. Sollte dies nicht so sein, dann weiß ich doch schon mal Bescheid. Kommt es zu einem Chat, wird meine Behinderung von Anfang an erwähnt und erklärt, dass sie nun mal zu mir gehört. Was den Umgang mit dieser angeht, zeigt meine Erfahrung eines: Es gibt unaufgeklärte Menschen, die direkt Ablehnung zeigen, mich auf der Stelle sperren oder sich nie wieder melden und es gibt aufgeklärte Menschen, die sich Informationen einholen, von mir oder anderswo. Es hier auf den Punkt zu bringen, ist schwierig, da man sonst vom Joy-Team zensiert und der Beitrag gelöscht wird. Schlussendlich: Ich bin hier schon sehr intelligenten und eben sehr dummen Menschen "begegnet!
****nai Mann
260 Beiträge
Zitat von *********heel:
Einen schönen guten Morgen an die Community und ein frohes neues Jahr!
Guten Morgen und Frohes Neues auch dir.

Welche Erfahrungen haben Frauen (oder auch Männer) beim Dating mit Personen mit Handicap gemacht, ins besondere wenn es darum geht nur Dates für Sex zu finden oder auch Freundschaften +?
Ich habe üblicherweise nicht zum Sex gedatet, sondern zu neutralen Treffen, aus denen sich dann aber mehr entwickeln konnte, wenn beide Lust darauf hatten. Insofern kann ich zum Sex-Dating mit körperlichen Beeinträchtigungen nichts anderes berichten. Neutrales Dateing hatte ich dagegen durchaus.

Worauf legt ihr dabei besonders Wert (z. B. Kommunikation, Offenheit, Erwartungen, Grenzen)?
Beim Dating generell: einen angemessenen, sozialverträglichen Umgang miteinander.

Welche Rolle spielt das Handicap in der Realität tatsächlich und an welcher Stelle wird es relevant?
Eine Beeinträchtigung spielt in den Momenten eine Rolle, in denen es jemanden tatsächlich beeinträchtigt. Beim Kennenlernen, also beim Gespräch im Café oder so, ist es irrelevant. Sobald in der körperlichen Bewegung etwas nicht möglich ist, das aber gewünscht ist oder als angebracht empfunden wird, spielt es eine Rolle. Das gilt dann natürlich auch im sexuellen Kontext. Wenn die körperliche Einschränkung bestimmte Dinge erschwert oder unmöglich macht, bekommt die Beeinträchtigung eine Relevanz.

Beim explizit erotischen Dating wird es für die meisten Menschen auch eine Rolle spielen, weil sie im Kopf bestimmte Vorstellungen von den Möglichkeiten und Hindernissen entwickeln, egal ob diese Gedanken den realen Gegebenheiten entsprechen oder nicht.

Ich habe beim Dating nie erwartet, dass jemand eine körperliche Beeinträchtigung von Beginn an thematisiert. Wer das tut, stellt sie höchstselbst als erstes und und eines der relevantesten Kriterien dar. Im Online-Kennenlernen spielten für mich andere Kriterien eine Rolle: Wie kommuniziert jemand, an welchen Diskussionsthemen beteiligt sich die Person und wie äußert sie sich dort. Der Mensch wurde interessant, auch ohne Foto oder körperliche Details. In Privatnachrichten reichte es mir, die persönlicheren Dinge genannt zu bekommen, sobald sich ein beiderseitiges Interesse an einem Treffen zeigte. Diese informationen waren für mich dann aber keine Kriterien mehr, ob man sich tatsächlich trifft.

Viele Grüße
Ch.
******ico Paar
6.210 Beiträge
@***on Wie im realen Leben auch 😉

Es gibt die ganz Verpeilten, die sperren dich einfach so, unabhängig davon, ob du eine Behinderung hast, oder nicht.
Ist mir kürzlich noch passiert, ein Mann hatte sich unser Profil angeschaut, ich bin nun mal neugierig und wollte wissen wer uns da besucht hatte, Zack, gesperrt… keine Ahnung warum.

Ich will damit nur klarmachen, dass ihr es bitte nicht direkt auf eure Behinderung beziehen solltet, wenn euer Profil gesperrt wird, es kann eben auch andere Gründe haben *g*
Die Runa wars
***on Mann
1.174 Beiträge
Zitat von ******ico:
@***on Wie im realen Leben auch 😉

Es gibt die ganz Verpeilten, die sperren dich einfach so, unabhängig davon, ob du eine Behinderung hast, oder nicht.
Ist mir kürzlich noch passiert, ein Mann hatte sich unser Profil angeschaut, ich bin nun mal neugierig und wollte wissen wer uns da besucht hatte, Zack, gesperrt… keine Ahnung warum.

Ich will damit nur klarmachen, dass ihr es bitte nicht direkt auf eure Behinderung beziehen solltet, wenn euer Profil gesperrt wird, es kann eben auch andere Gründe haben *g*
Die Runa wars

Da hast Du sicherlich Recht. Ich schreibe aber dem Forum entsprechend und berichte aus Erfahrungen. Mir ist Ähnliches, wie Dir/Euch passiert. Diese grenze ich aber von meinem Beitrag aus. Ich weiß diese Dinge zu unterscheiden. Grundloses Sperren oder aus Gründen meiner Behinderung. Man weiß mittlerweile, worauf sein "Gegenüber" reagiert.
*********lease Frau
960 Beiträge
Also ich bin auch selber Rollstuhlfahrerin und schreibe das auch ganz deutlich in meinem Profil.
Im wahren Leben würde mein gegenüber das ja auch direkt sehen und kann dann entscheiden ob er/sie mich ansprechen möchte oder nicht.

Was Dating (Sex-Dates und auch Freundschaft +) angeht, habe ich bisher vorwiegend positive Erfahrungen gemacht.
Ich denke aber auch, dass es Frauen da einfach leichter haben. Egal ob mit Handicap oder ohne.
*******_man Mann
8.403 Beiträge
Mit einer Freundin wollten wir andere Paare treffen. Sie hat gerne Sex, bläst und schluckt gerne, genießt vaginalen und manchmal auch analen Sex und lässt sich sehr gerne lecken. Titten, Schamlippen und Kitzler durften schon immer hart bearbeitet werden, früher war auch Fisting gerne gesehen, im Lauf der Jahre ist sie aber enger geworden.

Leider hat sie HSP (hereditäre spastische Paraglie) Typ 4, ein erblicher Gendefekt, der die neurologische Steuerung der Beinmotorik beeinträchtigt. Und zwar kontinuierlich fortschreitend. Es gibt keine Heilung und auch keine Therapie, das Fortschreitend aufzuhalten. Es wird lediglich versucht, die Symptome für den Betroffenen erträglicher zu machen.

Als wir uns kennenlernen, hatte sie einen kleinen Gehfehler. Doch mittlerweile kann sie keine 5 Meter ohne Gehstütze gehen, weil sie sonst das Gleichgewicht verlieren würde und sich keinesfalls rechtzeitig ausbalancieren könnte. Gleichzeitig kann sie kaum noch die Füße anheben, was zu einem Schlurfen führt und bereits Teppichkanten gefährlich macht. Braucht keine Medikamente, dafür kommt langsam Harn-Inkontinenz um die Ecke. Die Vorwarnzeit bis sie auf der Toilette sitzen muss, ist ziemlich kurz geworden.

Sie hat vor einer Weile beschlossen, dass sie nicht mehr in Clubs gehen möchte, was ich total verstehe. Bereits viel früher dachten manche Leute, der unsichere Gang würde auf Volltrunkenheit beruhen.

Bei privaten Treffen zu viert konnte das alles erklärt werden, allerdings hat sich in der Regel hinterher jeder Mann beschwert, dass sie viel zu passiv gewesen sei. Klar, sie konnte eben schon damals nicht flink die Stellungen wechseln und ohne stützende Beinarbeit kann man auch schlecht oben sein.

Verständlich, dass sie auch darauf keine Lust mehr hatte und so haben wir das Vorhaben insgesamt eingestellt.

Seit einiger Zeit hat sie einen GdB von 50% mit Merkzeichen G, arbeitet allerdings noch 30 Stunden pro Woche. Ganz neu wurde der Erststrahl auf Pflegestufe mit Pflegestufe 2 beschieden. Ein Antrag auf Erhöhung des GdB mit Merkzeichen aG wurde gestellt.

Ihr Sohn hat in viel jüngeren Jahren und zeitlich deutlich vor ihr die ersten Beeinträchtigungen bekommen, sitzt seit Jahren im elektrischen Rollstuhl, hat zeitweise stundenlange schmerzhafte Muskelkrämpfe in den Beinen, bekommt dauerhaft wöchentlich Schmerzmittelinfusionen und Cannabis sowie 4 weitere Mittel als dauerhafte Medikation. Er trägt mittlerweile Windelhosen. Er hat einen GdB von 100% mit Merkzeichen aG, geht 3 Tage die Woche in eine Behindertenwerkstatt und bekommt ansonsten Erwerbsminderungsrente. Auch er hat bislang nur Pflegestufe 2, ein Antrag auf Neubewertung wird demnächst erteilt.

Ich glaube nicht, dass er jemals normalen Sex mit einer Frau hatte (und haben wird).

Recht spät kam die Idee, dass es etwas erbliches sein könnte. Der anfängliche Gehfehler wurde nämlich vom Orthopäden jahrelang zunächst auf eine Schwächung des Mittelfußgewölbe zurückgeführt. Es wurde dann ein Neurologe konsultiert, der sich durch Zufall als ein lokaler Fachmann zu HSP herausstellte.

Als die Genuntersuchung es bestätigte, hat sie es ihren beiden Töchtern mitgeteilt. Beide waren kurz vor dem Schritt zu heiraten und haben sich davon nicht abhalten lassen. Eine hat zwei Jungs bekommen. Der ältere wurde positiv getestet, weitere Ergebnisse sind nicht bekannt. Das Verhältnis ist nicht gut.

Insgesamt ganz tragisch.
Profilbild
*********iger
350 Beiträge
Zitat von *******_man:

Ich glaube nicht, dass er jemals normalen Sex mit einer Frau hatte (und haben wird).
Das ist ein hartes Schicksal, das deine Bekannte getroffen hat.
Du erwähnst ihren Sohn (siehe Zitat).
Du erwähnst nicht, ob er selbst gerne Sex haben möchte und wie wichtig es ihm ist, den zu erleben.
Sollte der Wunsch danach gross sein, aber die Chance auf ein privates Sexdate zu klein, so besteht die Möglichkeit, dass er auf professionelle Hilfe zurückgreift. So wie es für die Bewältigung des Alltags professionelle Assistenzkräfte gibt, so gibt es auch die professionelle Sexualassistenz.
Die Kosten für Sexualbegleitung/Sexualassistenz muss man allerdings fast immer privat bezahlen. Aber wenn man liest, was Assistenznehmer:innen als Rückmeldung schreiben ("... ist zwar viel Geld für mich, aber was du tust ist unbezahlbar"), dann scheint es sich doch zu lohnen, daraufhin zu sparen.
Sollte der Sohn deiner Bekannten also Assistenz für seine Sexualität nutzen wollen, so darfst du mich gerne anschreiben, ich gebe gerne die Links zu Adressenlisten von Sexualassistent:innen weiter, sodass er Kontakt zu jemand aus seiner Nähe aufnehmen kann.
Sorry, das Ganze ist etwas *offtopic* ,
deshalb *zumthema*
*******_man Mann
8.403 Beiträge
Ja, das Thema bin ich mit seiner Mutter intensiv von mir aus bereits angegangen, aus ich ihn noch nicht so gut kannte. Sie würde das mental voll unterstützen, finanziell könnte er es sich hin und wieder leisten, denn tatsächlich hat es Escort-Preise.

Das weiß ich, weil ich durch einen sehr guten Bericht im TV vor gefühlt 15 Jahren - als ich die beiden noch gar nicht kannte - die Thematik kennengelernt habe. Auf dieser Erinnerung aufbauend hatte ich mich im Internet umgeschaut.

Er wohnt in Mainz. Ich habe nur jemand in Offenbach (1 Autostunde entfernt) gefunden. 5. Stock Altbau, also müsste sie zu ihm kommen.

Über jemand hier habe ich weitere Namen bekommen, noch weiter weg und noch teurer pro Stunde. Man ist so schnell bei 750 Euro für einen Besuch.

Keine Ahnung, ob das katholische Mainz irgendwie verhindert, dass sich dort jemand niederlässt, der Sexualbegleitung macht, ich habe jedenfalls weder in Mainz, Wiesbaden oder näherer Umgebung jemanden gefunden.

Ich habe ihm dann mal die vorgeschlagen, die ich insgesamt ausgemacht habe. Er hat nicht wirklich gezogen. Die Damen waren ihm auch zu alt. Er ist 40 und die Kandidatinnen waren alle älter. Es war eine Transperson dabei, womit er gar nicht umgehen kann, was sie per se ins Aus schießt.

Ich vermute, dass er über die Behindertenwerkstatt Kontakte knüpfen konnte und vielleicht seit 1 Jahr sexuelle Kontakte zu Männern bestehen. Aber wissen tue ich es nicht. Er hat nur zunehmend "Männerbesuch", wo er ungestört sein will (man darf ihm also in der Zeit nichts bringen, was er haben will). Nichtsdestotrotz wären Frauen schon eher sein Ding. Es gibt aber auch Fetische, die bei der SB zum Tragen kommen, wie ich anhand von Fotos feststellen konnte.
*****Flo Mann
111 Beiträge
Guten Abend erst einmal,
ich finde es gut, dass du das Thema so aufgreifst.
Zu deiner Frage: Hier auf der Plattform gehe ich sehr offen damit um. Ich habe es nicht zentral zu meiner Rolle gemacht, weil es hier ja um die Person geht. Da ich aber mehr bin als nur mein Handicap, habe ich es kurz beschrieben – und wenn aufrichtige Nachfragen dazu kommen, beantworte ich sie gerne. Natürlich gibt es auch hier, wie im realen Leben, immer ein paar „Spinner“.
Ich habe versucht, mein Profil so zu gestalten, wie ich auch von anderen angesprochen werden möchte. In der Kommunikation achte ich besonders darauf, keine Fehler beim Schreiben zu machen, damit es nicht gleich heißt: „Der Behinderte – klar, dass der sich nicht artikulieren kann.“ Natürlich liest man dann alles zehnmal, aber so ist unsere Gesellschaft teilweise.
***on Mann
1.174 Beiträge
Zitat von *****Flo:
Guten Abend erst einmal,
ich finde es gut, dass du das Thema so aufgreifst.
Zu deiner Frage: Hier auf der Plattform gehe ich sehr offen damit um. Ich habe es nicht zentral zu meiner Rolle gemacht, weil es hier ja um die Person geht. Da ich aber mehr bin als nur mein Handicap, habe ich es kurz beschrieben – und wenn aufrichtige Nachfragen dazu kommen, beantworte ich sie gerne. Natürlich gibt es auch hier, wie im realen Leben, immer ein paar „Spinner“.
Ich habe versucht, mein Profil so zu gestalten, wie ich auch von anderen angesprochen werden möchte. In der Kommunikation achte ich besonders darauf, keine Fehler beim Schreiben zu machen, damit es nicht gleich heißt: „Der Behinderte – klar, dass der sich nicht artikulieren kann.“ Natürlich liest man dann alles zehnmal, aber so ist unsere Gesellschaft teilweise.

Danke für diese Zeilen, an denen sich ein jeder ein Beispiel nehmen darf. Ich finde es sehr gut, dass Du Dich so äußerst und agierst!
*****Flo Mann
111 Beiträge
Ja, ich finde es wichtig, Stellung zu beziehen. Wir dürfen nicht so tun, als gäbe es keine Menschen mit Handicap. Aber wir sollten sie auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich möchte genauso behandelt werden wie jeder andere Mensch auch.

Natürlich habe ich aufgrund meines Handicaps bestimmte Einschränkungen – das ist nun einmal Fakt.

Aber ich bin eben mehr als nur diese Behinderung. Ich bin Bruder, Freund, Sohn, Arbeitskollege … ein Mensch wie jeder andere auch.

Ich finde, unsere Gesellschaft muss endlich aufhören, in Schubladen zu denken. Klar, manchmal hilft es, Dinge zu kategorisieren – aber wenn ich sehe, dass wir intelligente Autos, intelligente Heizthermostate und intelligente Computer haben, dann denke ich mir: Ein paar mehr intelligente Menschen wären auch ganz schön. In diesem Sinne.
******ico Paar
6.210 Beiträge
Es driftet ja nun ein wenig in Richtung OT.
Aber ich bin da ganz bei dir @*****Flo, wir sollten uns grundsätzlich in unserer Einzigartigkeit sehen und nicht an unseren „Defiziten“ messen.
Allein dass wir hier thematisieren ob/wie ein Mensch mit Handicap sich hinsichtlich eines Treffens verhalten sollte, zeigt doch schon, dass wir da noch lange nicht sind.
Runas Gedanken dazu
*****Flo Mann
111 Beiträge
Ja und nein. Also wenn wir "dort" wären, müsste man es erst gar nicht thematisieren. Ich meine, Menschen mit Handicap gibt es schon immer und, Überraschung, sie wird es immer geben. Wir sollten/ es wäre schön, wenn wir einfach jeden Menschen vorurteilsfrei begegnen würden es wäre ein Schritt, wenn wir dies im digitalen Kontext erst einmal schaffen würden. Weil in erster Line sind wir alle Menschen. Das ist genau so, wenn jemand fragt: "Was bist du" wir definieren uns über andere Werte (Beruf, Status, Materielles etc.), aber wir sind Menschen, so sind wir zur Welt gekommen, ohne Materielles oder einen "Status".. Lasst uns das gerne im Hinterkopf behalten.
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