„Hallo zusammen, ich würde gerne hören bzw lesen wie ihr eure erste Bi Erfahrung mit einem Mann erlebt habt.
Meine Erfahrung: Ich hatte relativ früh ein Bi-Interesse, ohne dem besonders nachzugehen. Ab Mitte 20 habe ich mich mehr damit auseinandergesetzt, aber da war das alles noch eher eine theoretische Überlegung, wie es wohl wäre, mal bestimmte Situationen zu erleben. Das WWW etablierte sich kurz darauf für Privathaushalte und der Austausch mit anderen, die in ähnlicher Situation waren, wurde deutlich leichter, dazu die Kontaktmöglichkeiten auch zu homosexuellen Männern. Trotzdem hatte ich auch dann noch einige Jahre keine Realkontakte zu Männern, zwar mehrfach "Anlauf" genommen, es aber wegen gefühlter Inkompatiblitäten zu dem jeweiligen Mann dann doch sein gelassen. Mit Anfang 30 hatte ich den ersten Realkontakt. Der war "ganz okay". War halt alles aufregend und neu. So richtig entspannen konnte ich mich da nicht, aber es hat trotdem gut funktioniert mit uns.
Jetzt fragen wir uns - ist es schwer einen Mann mit ehrlichem Bi interesse zu finden und wenn ja wie habt ihr gesucht und gefunden?
Ich finde es nicht schwer, einen solchen Mann zu finden. Schwieriger war es immer, jemanden zu finden, den ich als angemessen im Umgang mit mir empfinde. Bei Männern hab ich deutlich häufiger wahrgenommen, dass sie einfach ihr Ding durchziehen, ohne angemessen auf die andere Person zu achten und auf deren Lust, Wünsche und Bedarfe einzugehen. Das können Frauen meiner Meinung nach mehrheitlich besser.
Wie haben die Mädels das empfunden bei den ersten Erfahrungen dabei zu sein? Oder macht es Sinn sich als Mann erst mal alleine ranzutasten?
Ich hab das grundsätzlich getrennt. Kontakte zu Männern hatte ich auch hauptsächlich zu Zeiten, in denen ich Single war. Dazu hatte keine der Frauen, mit denen ich eine Beziehung hatte, ein Interesse daran, bei solch einem "Event" dabei zu sein.
Gab's Paare oder Männer die dann während dessen dachten OK so toll ist das jetzt doch nicht wie erhofft?
Als Einzelmann (nicht als Paar) habe ich das mehrmals gedacht, aber nicht, weil ich die Praktik als problematisch empfunden hätte, sondern weil der jeweilge Mann für meine Verhältnisse einfach schlecht agiert hat. Ich denke, umgekehrt wird er sich auch gedacht haben, dass er mit mir als empathieverwöhntem Vertreter nicht so wild umspringen durfte, wie er es gerne gehabt hätte.
Habt ihr "Empfehlungen" für so ein Date bzw Konstellation was zu beachten wäre dass es für alle ein schönes Erlebnis ist?
Eigentlich nur, dass man an jemanden gerät, der im Sinne aller Beteiligten agiert. Die meisten der guten Erfahrungen hatte ich mit den Männern, die ich schon länger kannte, ohne dass Sex schon eine Rolle gespielt hätte. Wie allgemein üblich, bekommt man oft erst im Laufe einer längeren Kennenlernphase ein Gespür für sein Gegenüber.
Es gibt aber auch Ausnahmen. Die ausnahmslos beste und hocherotischste homosexuelle Begegnung hatte ich mit einem schwulen Mann, mit dem ich mich nach einem kurzen Chat sehr spontan am selben Abend verabredet hatte. Das kann also auch mal gut funktionieren.
LG und schöne Weihnachtszeit
Frohes Fest und eine gute Zeit auch euch.