1. Dezember Montag
Wie konnte das Jahr nur so schnell vergehen. Gestern war schon wieder der 1. Advent und wie im letzten Jahr habe ich bis auf den hastig gekauften Adventskranz nichts vorbereitet. Dabei hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen, Teddy mit einem eigenen Adventskalender zu überraschen. Betonung liegt auf vorgenommen. Heute ist der 1. Dezember und ich habe nichts besorgt. Ich habe nicht mal eine Idee. Was soll ich ihn schenken? Er hat im letzten Jahr sich so viel Mühe gegeben. Es muss was Besonderes werden.
Aber hilft alles nichts, erst mal kommt der Alltag und ich muss aufstehen. So gehe ich schnell ins Bad, dusche und mache mich für die Arbeit fertig.
Was für ein Tag? Ich bin den ganzen Tag zu nichts gekommen, immer wollte jemand was von mir. Erst hatte der Chef ein wichtiges Meeting vergessen, dann hatte meine Kollegin Unterlagen verlegt, immer war was anders. Ich bin heute nicht mal zum Kaffee trinken gekommen. Jetzt schaue ich auf die Uhr und stelle fest, dass es schon 18 Uhr ist. Mist was mache ich jetzt. Ich muss wohl improvisieren und mir jeden Tag was Neues einfallen lassen. Die nächsten Tage werden auch nicht weniger stressig. Also jeden Tag eine neue Überraschung für ihn und auch für mich. Ich hasse es, unvorbereitet zu sein. Aber vielleicht bringt mich das auch wieder aus meiner Wohlfühlzone. Darin haben wir, uns zulange versteckt. Du und ich sind zu ruhig geworden und wenn ich ehrlich zu mir bin, tut mir das nicht gut. Ich vermisse die Aufregung, das über die Grenzen gehen, das immer wieder neu erkunden was jetzt doch geht, das sich fallen lassen und zu wissen du wirst gehalten.
Aber was mache ich heute Abend? Das einfachste und schnellste ist Essen mit Erotik gemischt, ist zwar auch noch in meiner Wohlfühlzohne, aber trotzdem was anderes als die letzten Abende. Ich rufe schnell bei unseren Lieblingsitaliener an und bestelle unser Lieblingsessen. Salat, Pizza, Nudeln und ein Dessert.
Zu Hause räume ich alles in die Küche und gehe schnell ins Bad zu frisch machen. Kaum bin ich drin, kommt Teddy auch schon an. Warum muss heute alles so knapp sein? Ich rufe ihn aus dem Bad zu „Kannst du den Tisch decken und bitte zünde die Kerzen an.“
Ich ziehe mir mein kleines Graues an, das was er am liebsten an mir mag, drunter eine hauch von nichts. Kurz Lippenstift nachziehen und ein Hauch von Parfum aufgetragen. So gehe ich die Küche und er bekommt große Augen. „Habe ich was vergessen? Heute ist kein Geburtstag, kein Jahrestag und Weihnachten ist auch erst in 24 Tagen. Was habe ich verpasst?“
Sind wir schon so weit das er sich Gedanken macht ob er was vergessen hat? „Nein, ich wollte mich einfach mal so für dich hübsch machen.“, antworte ich nur kurz. Ich mache noch schnell alle Lampen aus und wir setzten uns an den Tisch.
„Wie war dein Tag?“, frage ich ihn und er erzählt, wie stressig es gerade ist. Ich erzähle auch, wie seh mich die Arbeit gerade stresst. „Wir müssen was ändern.“, schmeiße ich einfach so in den Raum. Teddy schaut mich verwirrt an, „Wie meinst du das?“.
„Ich will wieder mehr Abenteuer in unseren Leben, wir versinken im Alltag. Und heute fangen wir an.“, sage ich und warte auf eine Reaktion von ihm. Er schaut mich erst fragend an, dann sehe ich in seinen Augen die Erkenntnis. „Stimmt, irgend was ist verloren gegangen. Und wie willst du das ändern?“
„Du hast mir letztes Jahr einen tollen Kalender geschenkt. Dieses Jahr wollte ich auch wieder einen und als ich gemerkt habe, das du hast keine Zeit. Wollte ich einen für dich machen. Nur hatte ich dafür auch keine Zeit. Und da fiel mir auf, wir haben allgemein keine Zeit mehr für uns. So kann es nicht weiter gehen. Wir verlieren uns.“ Ich sehe in seinen Augen das er, dass Gleiche empfindet wie ich. „Stimmt. Und jetzt? Wir haben immer noch keine Zeit.“, kommt von ihm.
„Ausrede", sage ich nur knapp, der Blick von ihm spricht Bände. „Ich fange einfach an, heute Abend übernehme ich die Führung und auch noch die nächsten Tage. Du bist für unser Wochenende zuständig.“ Sein Blick sagt alles, zwischen entsetzte und das will ich sehen. Teddy du weist nicht, auf was du dich einlässt, es werden sehr erotische Tage. Ich lächel still vor mich hin. Wir essen noch fertig, räumen auf und ich glaube fast, er hat schon vergessen, was ich gesagt habe. Dann steht er da, „Und jetzt?“ fragt er abwartend. „Jetzt geh ich ins Schlafzimmer und du kommst in 10 min nach.“
Mist was mache ich mit ihn, ich habe mir keinen Plan B überlegt. Ich wollte ihn doch nur aufrütteln. Dass er auch noch drauf einsteigt, damit habe ich nicht gerechnet. In meinen Kopf geht es rund, was mache ich nur? Einfach nur Sex, ihn die Führung übernehmen lassen, eingestehen das ich nichts vorbereitet habe? Nein, die Blöße gebe ich mir nicht.
Er hatte doch irgendwo eine Augenbinde. Das ist die Idee, so habe ich auch etwas mehr Zeit mir was auszudenken. Ich mache unsere Schränke auf, da ist die Kiste mit dem Spielzeug. Ich kann fast eine Staubschicht drauf sehen, so lange haben wir sie nicht mehr benutzt. Gut das ist ein Anfang, Umziehen muss ich mich nicht, eher ausziehe, das mache ich, wenn er nichts mehr sieht. Da kommt Teddy auch schon ins Zimmer. Ich stelle den Stuhl noch schnell in die Mitte des Zimmers und mache Musik an. Ich glaube, ich bin bereit, ich sollte anfangen, bevor mich der Mut verlässt.
„Setzt dich auf den Stuhl und über lass dich mir heute ganz. Keine Hände, kein Mund, ich sage an, was du machen darfst.", sage ich knapp. Und versuche meine Unruhe zu überspielen. Oh dieser Blick von ihm, erwartungsvoll, herausfordernd und neugierig. Alles in einem und so heiß. Ich merke, wie mein Höschen feucht wird und meine Pussy sich wohlig zusammenzieht. Ich habe nicht gewusst, dass er immer noch so einen Einfluss auf meinen Körper hat. Ein wohliger Schauer geht durch meinen ganzen Körper.
Langsam geht er auf den Stuhl zu und lässt mich keine Sekunde aus den Augen. Er zieht mich mit seinen Augen aus. Als ob er merkt, wie heiß mich das Ganze macht. Wie ein lauerndes Tier, jederzeit bereit die Kontrolle zu übernehmen, heute nicht. Hat er das Spiel mit der Lust etwa auch so vermisst wie ich? Ich habe das Gefühl, das ihm das auch gerade erst bewusst wird. Seine Gefühle sind seinem Gesicht wieder deutlich zu erkennen.
Eh ich es bemerke, sitze er auch schon auf dem Stuhl. Ich gehe langsam um ihn her rum, so das ich in seinen Rücken stehe und er mich nicht sehen kann. Ich verbinde ihn die Augen, ich spüre, das er die Kontrolle nicht ganz abgeben will. Egal ich nehme mir sie einfach, zumindest heute.
Ich gehe um den Stuhl und streichle dabei über seine Schultern. So sanft das er es kaum spürt, trotzdem folgt mir sein Kopf. Ich weiß er sieht nichts, aber dem Instinkten kann man nicht entfliehen. Ich stehe vor ihm, setze mich mit gespreizten Beinen auf seinen Schoß, so das ich zu ihm schaue. Dabei rutscht mein Kleid nach oben, wenn er das sehen könnte. Ich merke wie, er sich unter mir anspannt, scheinbar genügt das, ihn heißzumachen.
Langsam knöpfe ich sein Hemd auf, Knopf für Knopf. Dabei lasse ich immer wieder meine Hand auf seiner Haut ruhen. Ich genieße, es heute alles mit ihn machen zu können. Ich bin beim letzten Knopf angekommen, da läutet sein Telefon. Ich sehe, wie er die Hand schon hebt, um die Augenbinde ab zunehme. „Nein“, sage ich knapp. Ich will mir jetzt nicht meine Laune verderben lassen und mache einfach weiter. Irgendwann hört das Klingeln auf, nur um von Neuem anzufangen.
Ich streife ihn das Hemd von den Schultern, streichle über seine Brust. Küsse seinen Hals, küsse ihn auf den Mund, fahre gleichzeitig mit meinem Fingern durch seine Haare. Ich will schon anfangen, ihn die Hose auf zu machen, aber sein Handy klingelt immer weiter.
„Ich muss ran gehen.“, kommt von Teddy. „Gut dann geh.“, sag ich. Während er sich die Augenbinde ab nimmt. Er verschwindet in die Küche und ich stehe allein da. Super, so habe ich mir den Abend nicht vorgestellt. Ich höre ihn hektisch reden, scheinbar geht in seiner Firma mal wieder die Welt unter.
„Ich muss noch mal los", sagt er. „Ok“, erwidere ich angesäuert. „Ich mache es wieder gut.“, ruft er mir auf den Weg zu Tür noch zu.
Darauf kann ich verzichten, denke ich mir so. Sauer räume ich die Küche auf und lege mich ins Bett. Als ich endlich weit nach Mitternacht einschlafe, ist er immer noch nicht wieder zu Hause. Selbst im Schlaf verfolgt mich die schlechte Laune, so hatte ich mir den Abend nicht vorgestellt.