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Kinkshaming

*****ubN Frau
3.820 Beiträge
Themenersteller 
Kinkshaming
Wie kann man auf sowas stehen? Was, das ist ja abartig. Sowas macht niemanden geil.
Kennt ihr solche Sätze wenn ihr über das sprecht was ihr mögt, wenn euer Kink oder euer Fetish nicht dem Mainstream entspricht?

Wie erlebt ihr negative Reaktionen auf eure Vorlieben und Kinks, wie geht ihr damit um und gibt es für euch ein Kinkshaming ?

*kuss2* die Mrs_SubN (mit vielen Kinks) *g*
*******na19 Frau
1.635 Beiträge
Es kommt vor.
Wenn jemand wertet: gut oder schlecht, peverse oder nicht normal, da verlasse ich das Gespräch schnell.
Die Einstellung in "Ich-Form" akzeptiere ich.
Z.b. ist nicht meins, gefällt mir nicht.
Wenn man ohne Wertung hinterfragt: Warum gefällt dir das? Was kickt dich dabei? Darauf gehe ich ein und erzähle.

"Love it or leave it!", ist mein Motto.

Ich kann persönlich viele Kinks nicht verstehen oder nachvollziehen, aber darüber zu urteilen, vor allem persönliches Wertung abzugeben ist ein No-Go.
Und nein, für mich ist es KEINE Meinung!
Vor allem dann nicht, wenn danach nicht gefragt wird und der Mensch dabei gewertet wird.
**********Magic Mann
23.448 Beiträge
Meine Motto

Was stört es das Stachelschwein wenn der Igel sich an ihm reibt!

Und weiter geht's zum Tagesgeschäft.
Ganz einfach oder.
****maL Frau
14.449 Beiträge
Wie kann man auf sowas stehen? Was, das ist ja abartig. Sowas macht niemanden geil.
Kennt ihr solche Sätze wenn ihr über das sprecht was ihr mögt, wenn euer Kink oder euer Fetish nicht dem Mainstream entspricht?

JA - kenne ich!

wenn das dann auch nicht "OFFEN" kommuniziert wird,
sondern eher der RückZug angetreten wird...

Deshalb gehe ich mit meinen "echten" LeidenSchaften auch nicht sehr offen um...

Früher habe ich mich deswegen geschämt

Heute fühle ich mich zu ALT für "diese" Spiele (passt einfach optisch nicht (mehr)
****na Frau
1.434 Beiträge
Man möchte annehmen, dass Leute, die einen außerhalb des Mainstreams liegenden Kink haben, ihrerseits toleranter sind gegenüber Kinks, die noch weiter vom Mainstream entfernt liegen als ihr eigener. Meine Erfahrung ist jedoch, dass jeder mehr oder weniger Kink Shaming betreibt, sobald ein Kink außerhalb des eigenen Bereichs liegt. Dabei ist es gar nicht notwendig, das anturnende Moment eines Kinks nachvollziehen zu können. Ausreichend ist, andere deswegen nicht abzuwerten. Schließlich sucht sich niemand seinen Kink bewusst aus.
********rmal Mann
744 Beiträge
Grundsätzlich rede ich nicht mit Menschen an denen ich kein persönliches sexuellee Interesse habe über meine Kinks, warum auch ich muss niemandem missionieren oder mich wichtig machen in Form von, oh seht her was ich alles gern Schwrinkram mache.

Und bei denen wo ein sexuelles Interesse vorliegt bin ich bisher offene Türen
eingerannt.
Es scheint do als hätte ich einen Guten Blick für sexuelle passung.
Auch die die vorher noch nie in Berührung Damit gekommen sind haben sich dann darauf eingelassen.

Von daher bin ich diesen Shaming noch nie zum " opfer" gefallen.
Zitat von *****ubN:
[...] wenn ihr über das sprecht was ihr mögt, [...]

Einfach nicht drüber sprechen. Warum auch? Hätte ich solche Kinks, hätte ich nicht das Bedürftnis damit hausieren zu gehen. Nicht nur, weil es einfacher ist, sondern auch, um andere nicht unangenehm zu berühren, denn nicht jeder geht offen mit dem Thema Sexualität um.

Aber meine sind eh mainstream, deshalb kann ich eigentlich in diesem Thread gar nicht mitreden...
*******nger Mann
1.262 Beiträge
Dieser Beitrag wurde als FSK18 eingestuft.
Zur Freischaltung

*****983 Frau
277 Beiträge
Zugegeben, ich gehöre wirklich nicht zu den tolerantesten, und diplomatischsten Menschen dieser Welt, und ich muss auch nicht für alles Verständnis haben.
Solange es sich jedoch im gesetzlichen Rahmen bewegt, versuche ich, möglichst respektvoll zu reagieren, da ich niemanden verletzen möchte.
Allerdings muss mir nun wirklich nicht alles erzählt werden 😉.

Da ich nicht mit jedem XY Intimes von mir teile, ist mir in dieser Hinsicht noch nichts Negatives passiert.
*******ssa Frau
6.005 Beiträge
Es wissen eh nur Leute die BDSM, in meinem Fall, selber ausleben - gehe damit nicht hausieren und mich interessiert auch nicht wie es andere fernab davon treiben.

Passiert Kinkshaming im Forum finde ich es einfach nur unverschämt und "entschuldige" es damit dass jene Menschen entweder chronisch untervögelt sind oder ihrem Leben generell keinen anderen Sinn geben zu scheinen als über alles und jeden herzuziehen.
*******ious Mann
4 Beiträge
Ich persönliche rede auch selten über meine Kinks, was unter anderem daran liegt, dass ich selbst mein größter eigener Kink-Shamer bin. Also rational weiß ich, dass alle Kinks OK sind, natürlich auch meine eigenen. Bei anderen Menschen fällt mir das auch nicht nicht schwer.. aber leider ist WISSEN nicht FÜHLEN und so schäme ich mich doch irgendwie für meinen eigenen und mir fällt es oft schwer darüber zu reden. Bei meiner Partnerin habe ich z.B. sehr lange gebraucht, mich zu öffnen und mir fällt es heute noch vergleichsweise schwer.

Grundsätzlich bin ich aber auch niemand, der das Bedürfnis hat, sie einfach der nächstbesten Person aufzubinden. Wenn sich natürlichweise im engeren Freundeskreis das Thema ergeben hat, hab ich aber bisher nicht sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mal was angedeutet habe. Also es gab einige Fälle, wo ich mich zwar nicht direkt, aber als jemand, der "sowas mag", geshamed gefühlt habe und da blocke ich dann total ab. Für mich ist das eine der verletzlichsten Seiten, die man zeigen kann und wenn dann "falsch" reagiert wird, komm ich da schlecht drauf klar. (Und "falsch" heißt negativ/abwertend in irgend einer Form. Man muss nichts selber hot finden oder nachvollziehen können, aber blöde Sprüche braucht kein Mensch.)
****mz Mann
372 Beiträge
könnt ihr mal für nen Blöden sagen was ein Kink ist - die deutsche Sprache ist so toll und mächtig - da wird es doch sicher ein Wort dafür geben
**********Magic Mann
23.448 Beiträge
Zitat von ****mz:
könnt ihr mal für nen Blöden sagen was ein Kink ist - die deutsche Sprache ist so toll und mächtig - da wird es doch sicher ein Wort dafür geben

@****mz

Ein Krieger hat manchmal seltsame Freuden, die nicht jeder teilt.
Das nennt man einen kink.
*****a_S Mann
10.618 Beiträge
Ich erlebe Kinkshaming hier immer wieder als Fetischist. Komischerweise nicht als BDSMer, denn es scheinen genug BDSMer im Joy zu sein, sodass es als Tabu gilt, BDSM zu shamen. Aber als Fetischist muss ich im Forum immer wieder Sachen lesen wie
"Fetischisten sind nur erregt, wenn sie ihren Fetisch erfüllt bekommen und interessieren sich nicht für die Frau (in den Klamotten), sondern nur für den Fetisch."
Und das lese ich immer von Nicht-Fetischist*innen und wenn ich ihnen zu erklären versuche, dass das nicht stimmt, also Fetisch und Fetischismus eine andere als diese beleidigende Definition hat, bekomme ich öfter die Antwort, dass ich halt keine Ahnung hätte, oder jeder das ja so definieren könne, wie er will oder man halt 3 Erfahrungen gemacht hat, und diese Fetischisten waren eben so.
Das ist ganz klar Kinkshaming, und wenn ich das in einem Thread zum Thema Fetisch anmerke, steht mir selten jemand bei (so wie das bei Bodyshaming oder BDSM-Shaming sein würde, vermutlich schlicht deshalb, weil es halt mehr mollige Menschen und BDSMer*innen gibt als Fetischist*innen).
Ich habe den Eindruck, dass Kinkshaming immer dann gemacht wird, wenn der Kink selten ist. Man kann das exemplarisch auch an folgendem Thread sehen Lutschen Frauen beim Sex wirklich den Strap-on bzw. Dildo? wo es um einen sehr seltenen Kink geht, und fast alle ganz unverschämt schreiben "Niemand findet das geil, das ist nur sexistischer Pornoscheiß".
******ode Mann
377 Beiträge
Kinks haben in der Gesellschaft einfach (noch?) keine Lobby. Noch immer werden Kinks in den Medien im besten Fall als skurrile Macke dargestellt, in der Kneipe um die Ecke auch schnell als Perversion deklariert.

Kinkshaming von Kinkstern braucht kein Mensch, gibt's aber durchaus gelegentlich.
****maL Frau
14.449 Beiträge
Eine "klare" Frage,

ob mein kink auch Dein kink ist,

lässt doch eigentlich nur eine "klare" Antwort zu:

Ja oder Nein (ohne all die subjektiven Empfindungen wie z.B. "igitt")

Da hat niemand einen Grund, sich verletzt zu fühlen, oder?

Allerdings frage ich so etwas nicht unbedingt meinen Nachbarn!
*********ricks Frau
1.002 Beiträge
Es ist mir komplett egal, jeder darf meine Kinks ekelhaft und pervers finden und das auch gerne äußern. Beim Ausleben meiner Kinks packt man mich schließlich auch nicht in Watte *zwinker*
*******_man Mann
9.198 Beiträge
Zitat von ****mz:
könnt ihr mal für nen Blöden sagen was ein Kink ist - die deutsche Sprache ist so toll und mächtig - da wird es doch sicher ein Wort dafür geben

Kink ist eigentlich nur eine Vorliebe, vielleicht eine etwas spezielle, die nicht üblich ist und wo die Mehrheit der Bevölkerung es als, sagen wir mal, abartig titulieren würde. Das kann am Ende aber ganz viel sein.

Wer sich mit dem Wort "kinky" selbst schmücken will, möchte als besonders gelten, weil man eben abseits vom Mainstream unterwegs ist. Das kann bereits eine erotische Disko sein, die man als kinky oder sexpositive Party bezeichnet.

Oder man bezeichnet "versaute" Vorlieben damit. Eine richtige Definition wirst du nicht finden, und ich laufe auch Gefahr, wegen meiner Aussage gesteinigt zu werden, wenn sich jemand auf den Schlips getreten fühlt.
*******_man Mann
9.198 Beiträge
Ich bin seit einigen Jahren dabei, die sexuelle Welt zu erkunden, die mir früher verborgen blieb. Ich bin dabei für fast alles offen, im Sinne von neugierig.

Ob ich mich daran beteiligen möchte, ist eine andere Frage. Gerade schmerzhafte Dinge sind weniger meins, dafür dürfen andere Sachen ausprobiert werden.

Das ausprobierte bekommt immer zwei Chancen, bevor es vielleicht zu den "Mag ich nicht"-Dingen gepackt wird. Das meiste kommt erfahrungsgemäß auf den "will-ich-mehr-kennenlernen" oder "-mehr-Erfahrung-sammeln". Die übliche Folge ist dann, dass es zu den "Mag ich" Positionen kommt und mein Spektrum an Vorlieben, die mir gefallen und die ich (immer optional!) anbieten kann, erweitert.

Aber so manche(n) Kandidaten/-in verschreckt das, weil man seltsamerweise das Vorurteil hegt, dass ich das mit jedem jedes Mal ausleben muss. Totaler Quatsch.

Selbst, wenn ich so etwas super toll finde wie ein perfektes Steak, ist doch eine Bratwurst auch was tolles, was satt macht und super schmecken kann.

Wenn man natürlich etwas Besonderes schätzt und auf jemanden trifft, der das auch toll findet, möchte man das vielleicht gerne gemeinsam ausleben. Da gilt für mich: Ja, wenn man sich sympathisch findet, vertraut und es nur der Auftakt zu Folgetreffen sein soll.

Niemand muss alle Vorlieben von mir teilen, auch nicht mögen. Das soll aber auch kein K.O.-Kriterium sein, denn ich brauche die bestimmte Vorliebe ja nicht, um einen schönen Abend zu erleben.

Wer mich aber ablehnt, weil so was ja gar nicht geht... Ja, dann ist es so. Verleugnen hilft ja nicht. Sehe ich auch nicht ein. Möge der andere erwachsen werden.
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Zitat von *****ubN:
..Wie erlebt ihr negative Reaktionen auf eure Vorlieben und Kinks, wie geht ihr damit um und gibt es für euch ein Kinkshaming ?

Im privaten (Vanilla)Kreis habe ich Kink-Shaming mir direkt gegenüber noch nie erlebt. Da ernte ich maximal Unverständnis.
Ich habe aber des öfteren hier in Profilen und auch CMs an mich gelesen, dass "Abartiges" ausgeschlossen wird und mehr oder weniger sehr deutlich geschrieben wird, was man alles als "pervers" empfindet und NIE machen wird, sich also Kontaktaufnahmen in diesem Kontext verbittet.
Ich hatte dabei oft das Gefühl, dass diese Männer sehr starke Probleme damit haben, Frauen die Führung zu überlassen und z.B. die Benutzung von Strapons das größtmögliche Übel ist, tatsächlich im homophoben Sinne.

Wie ich damit umgehe? Ich lächle, denke mir "Du hast keine Ahnung, was du verpasst" und ziehe weiter.

Von mir geht, denke ich, kein Kinkshaming aus. Im Gegenteil, ich stehe auf Kinks - es gibt nur ein paar die ich nicht nachempfinden kann.
*****a_S Mann
10.618 Beiträge
Jetzt kamen hier viele Beiträge so in die Richtung "Ist doch egal, steht halt jemand auf andere Sachen." und ich verstehe das, denke aber, dass man aufpassen muss Kinkshaming nicht völlig zu relativieren.

Ich persönlich habe schon am eigenen Leib Rassismus, Bodyshaming, Kinkshaming und Homophobie erlebt. Teils war mir das egal, teils hat es mich verletzt, teils hat mich die allgemeine politische Dimension erschrocken. Aber nur weils mir persönlich mal teils egal war (also zB dass man mich als schwul beschimpft hat, obwohl ichs gar nicht war), hieß das nicht, dass ich zB Homophobie relativiere. Es hat mich vielmehr erschrocken, dass einen völlig Fremden mein Style offenbar so "getriggert" hat, dass er mich wütend beleidigt.

Und oft hängen diese Diskriminierungen (Shaming, Ismen, Phobien) übrigens zusammen und sind damit besonders perfide, ich mach mal ein paar Beispiele von Kinkshaming, die gleichzeitig noch andere Diskriminierungen sind:
Sissyfication wird sehr oft geshamed, weil hier gleichzeitig ein ungewöhnlicher Kink vorliegt und Sexismus und Homo/Trans-Phobie.
Mollige Menschen in knappen/engen/kinky Outfits werden oft gleichzeitig kink- und body-geschamed. Das gleiche Outfit an einem schlanken Menschen wäre dann sexy/modisch.
*******_man Mann
9.198 Beiträge
Da bin ich voll bei dir.

Die Ursache ist in der Regel, dass wir Menschen schnell urteilen, um einzuschätzen, ob eine Gefahr vorliegt oder nicht.

Dazu greifen wir auf unseren Erfahrungsschatz zurück. Eine Dampflok als Kind zum ersten Mal in der Nähe gesehen, kann bedrohlich wirken, groß, laut, massiv. Wenn wir wissen, die ist an die Gleisführung gebunden, wir sehen, die Erwachsenen haben keine Angst, dann entspannt das Kind. Später greift man darauf zurück, kenne ich, ist ungefährlich, wenn ich nicht zu nahe am Gleis bin.

Bei Menschen kennen wir die aus unserem Umfeld. In meiner Kindheit gab es drei Gruppen (plakativ benannt, kein Rassismus im Geist): Deutsche, US-amerikanische Soldaten (inkl. dunkelhäutige Soldaten) und Gastarbeiterfamilien. Wer damals vom Land in die Stadt zog, musste sich erst einmal daran gewöhnen, weil dort eben diese "Völkervielfalt" nicht war. Auch die älteren in der Stadt mussten sich dran gewöhnen.

Aber auch hier wurde alles Fremde erst einmal kritisch beäugt und mangels Erfahrung vom Unterbewusstseins als potenzielle gefährlich eingestuft. Etwas oder jemand, den man in Auge behalten muss, weil man ihm nicht trauen kann.

Flucht oder Kampf ist die Antwort auf Gefahr. Flucht geht nicht. Sie sind überall. Aggression ist ein Kampfmittel. Einschüchterung gehört dazu. Und genau das will man mit den Verunglimpfungen erreichen. Man will den anderen klein halten, dass er nicht zur realen Gefahr wird. Einfach nur, weil man verunsichert ist.

Und das passiert bei unüblichen und damit unbekannten Neigungen und Vorlieben genauso. Ob es Homosexualität ist, wo manche Männer wirklich meinen, sie müssten mit ihrem Arsch an der Wand entlang gehen, weil sie sonst Gefahr laufen, vergewaltigt zu werden, oder wo man meint, diese Neigung vor Kindern fernzuhalten, um sie nicht zu schädigen oder gar auf Abwege zu bringen, oder ob es Vorlieben sind, die als abartig und krank tituliert werden, weil man selbst keinen Zugang zu den Gefühlen dabei hat.

Es ist immer das Unbekannte, das sich (bei uns!) nicht ausbreiten soll.

Natürlich hat sich viel seit den 70ern geändert. Heute gibt es Orte, wo die Bevölkerung mehrheitlich Migrationshintergrund hat, es gibt offen erkennbare Homosexualität, Transmenschen verstecken sich nicht mehr, SM ist breiter bekannt, etc.

Andererseits wird der "Normalo", der mit dem ganzen nichts am Hut hat, eine monogame Beziehung mit gelegentlichem Blümchensex in Missionarsstellung im Dunkeln unter der Bettdecke führt, heute von mehr "Perversitäten" aufgeschreckt als früher, wo einfach all solches im Verborgenen blieb. Also ist auch die gefühlte öffentliche Ablehnung größer.

Mehr Aktio resultiert in mehr Reaktio. Mehr dürfte es nicht sein.

Man empfindet CSD und Loveparade als Provokation, wie auch die Zunahme von sexuellen Themen in "normalen" Medien, inkl. altmodischer Printmedien. Wenn über lustvollen Analsex in "Frau im Spiegel" geschrieben wird, finden das nicht alle Damen im Friseursalon spannend.

Fazit:
Früher war man viel eher schon getriggert, bekam manches nicht auf das Brot geschmiert, heute ist deutlich mehr erlaubt, die empfundene "Provokation" ist größer, die Gegenwehr auch.

Aber: Schlimm ist, dass es heute viele gewalttätige Angriffe gegen Leute gibt, die keine Heterosexuelle Neigung haben, Transsexuell sind oder sich gegen gewisse religiöse oder politische Werte stellen.

Das hat definitiv zugenommen und dagegen muss jeder vehement vorgehen. Zumindest gegenseitige Toleranz ist unverzichtbar. Intoleranz muss geächtet werden.
********isen Paar
64 Beiträge
Ich sage immer: "Jedem Tierchen sein Pläsirchen"
Der eine oder andere mag diese Ausdrucksweise bereits als verunglimpfend ansehen, ist so aber nicht gemeint.

Für mich persönlich gibt es was was spezielle Vorlieben angeht nur drei Reaktionen.
• Teile ich, finde ich geil
• Interessant, macht mich neugierig
• Nichts für mich, aber wer's mag ...

Also, lasst jede/n nach seiner/ihrer Fasson selig werden.

(schrieb er)
*****a_S Mann
10.618 Beiträge
So ist es @*******_man Kinkshaming ist zwar "harmloser" als Sexismus und Homo/Trans-Phobie, hängt aber stark damit zusammen.

Das wird ein sogenannter Anzug-Dom wenig merken, weil er für Außenstehende nicht als BDSMer erkannt wird und innerhalb der Szene ein beliebter Mainstream ist.
Aber schon seine Frau wird, wenn sie sich als Sub sexy kleidet und devot zeigt, Sexismus erleben. Und ebenso erfährt ein devoter Mann oft den Sexismus "kein richtiger Mann" zu sein, und ein Fetischist, der zB in Latexhose in den Öffis zur Party fährt, kann Opfer von Homo/Trans-Phobie werden.
In all diesen Fällen ist Kinkshaming quasi "mit dabei" und wird wegen der schlimmeren Diskriminierung manchmal gar nicht bemerkt.

Hier im Joy bemerkt man ihn manchmal fast im "Reinform", wobei aber auch hier manchmal Frau-gegen-Mann-Sexismus im Spiel ist, also zB einen kinky Mann unter den Generalverdacht zu stellen, nur an seinem Kink aber nicht mehr an der Persönlichkeit der Frau interessiert zu sein.
(Wobei es natürlich solche Männer gibt, aber zu behaupten, dass alle so sind, ist eben eine Diskriminierung, so ähnlich, wie von der Existenz krimineller Ausländer auf die Kriminalität von allen zu schließen.)
*****ere Mann
810 Beiträge
In den meisten Fällen habe ich recht gute Erfahrungen damit gemacht, nicht mit meinen Kinks durch die Haustüre und mein Gegenüber damit zu überfallen. Allerdings bin ich mir meiner Kinks bewusst, und weiß von vornherein, dass sie bei den meisten auf Ablehnung stoßen.

Allerdings wird manchmal auch intensiv nachgebohrt, und trotz mehrmaligen darauf Hinweisens, dass das nichts für sensible Augen/ Ohren ist, unter dem Versprechen volltolerant zu sein, aus mir herausgeklingelt.

Meine Erfahrung ist dabei, dass gerade Menschen, die sich für besonders frei, offen und urteilslos halten/ ausgeben, mit Kinkshaming reagieren, wohingegen die, die „nur“ neugierig sind, zwar meist meine Kinks nicht teilen, aber mich auch nicht verurteilen.

In jedem Falle liegt auch Verantwortung beim Perversen: das Intimste teilt man nicht mit Leuten, die man nur oberflächlich kennt. Das kann sensible Seelen traumatisieren.

Eine Verurteilung perlt dennoch von mir ab.
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