Mir ist letzt ein Zitat von Frida Kahlo über den Weg gelaufen, das ich, obwohl unter diesem Profil nicht suchend, sofort in leicht gekürzter Form als neues Profilmotto übernommen habe.
Denn es bildet so wunderbar meine Einstellung in Bezug auf partnerschaftliches Verhalten ab. Sowohl im Geben als auch im Nehmen.
'''Wenn ein Mann sich einen Engel an seiner Seite wünscht muss er bereit sein ihr ein Paradies zu bieten.'''
Zwar besteht hier die 'Gefahr' das es rein in Bezug auf finanzielle Möglichkeiten gelesen wird, doch gemeint sind die Dinge die lange glückliche Partnerschaften überhaupt erst ermöglichen:
• Offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation, bei der, selbst wenn die Emotionen Rock'n Roll tanzen, keiner von beiden unter die Gürtellinie geht, oder später über Tage nachkartet.
• Denn beide müssen auf der einen Seite der Mensch bleiben den das Gegenüber einst Kennen und Lieben lernte, dürfen sich im Kern ihres Selbst also nicht 'Verbiegen' lassen oder dem/der Partnerin zu Liebe selbst verbiegen; auf der anderen Seite aber Reflektieren was für sie Unverzichtbar (ihr Selbst) ist, und was 'nur' Hobby, Wunsch und geliebte Gewohnheit... ...Dinge also die man der Partnerschaft ganz oder teilweise 'opfern' kann.
• Als ganz wichtig empfinde ich dass keiner von Beiden sich seinem Ding widmet bevor nicht alle täglichen Verpflichtungen (Haushalt, Schriftkram, Rund ums Kind (z. B. Hausaufgaben, Fahrdienst) erfüllt sind. Nur so haben beide den Kopf frei um sich in Ruhe und mit Genuss ihrer Zweisamkeit widmen zu können. Und wenn beide wissen dass danach nicht der Alltag an ihnen allein kleben bleibt, ist auch spontaner Sex mit beidseitigem Genuss viel eher möglich und erwünscht.
• Aber freigeschaufelte Zeit heißt nicht automatisch Sex. Denn sie kann und sollte auch außerhalb der Hütte für gemeinsame Unternehmungen genutzt werden. Solche die den Alltag nie Langweilig werden lassen, ein Gefühl der Gemeinsamkeit schaffen und später zu schönen Erinnerungen und damit auch Gesprächsthemen in Zweisamkeit oder in geselligen Runden taugen. Die gemeinsam freigeschaufelte Zeit kann aber natürlich auch für das jeweilige Selbst genutzt werden. Ich ging mit den Kindern z. B. gerne Schlittschuhlaufen, Schwimmen oder Mini Golf spielen, genoss dabei nicht nur deren sich entwickelnde Persönlichkeit (schlecht möglich wenn man sie stets vor dem TV 'parkt'), sondern ermöglichte gleichzeitig meiner Frau in dem Zeitraum genau das zu machen worauf sie grade Lust hatte.
• Und beide sollten bereits nach kurzer Zeit die Körpersprache des Gegenübers gut genug kennen um zu realisieren ob grade Sex oder 'nur' vertraute Nähe angesagt ist. Ignoriert man das und Fordert, Bettelt, Überredet kriegt man in dem Moment vielleicht sogar was man will, schneidet damit aber Stück für Stück aus dem Kuchen der sich Liebe nennt heraus.
Warum z. B. begleiten mich seit inzwischen fast 40 Jahren zwei intime Freundinnen durchs Leben? Weil sie immer wussten dass sie auch vorbei kommen können um sich eine sexfreie Auszeit von ihrem Alltag zu nehmen. Und warum sie kommen sehe ich an Mimik und Körperhaltung schon in dem Moment in dem ich die Tür aufmache. Manchmal halt 'nur' um Nähe, gute Gespräche, gemeinsame Spaziergänge und vielleicht Abends noch eine Entspannungsmassage ohne jede Verpflichtung genießen zu können. Klar schreit Klein Lumpi beim letzten Punkt 'Idiot' wenn ich den nackten Körper unter mir tatsächlich nur massiere, aber in dem Moment ist sie Freundin und nicht intime Freundin und ich werde einen Teufel tun ihr Vertrauen auszunutzen und so unsere Beziehung zu gefährden. Gleiches gilt natürlich für die feste Partnerin.
Natürlich muss diese Grundeinstellung beidseits vorhanden sein, und natürlich bietet auch sie keine Garantie auf gemeinsames Glück auf Ewigkeit. Aber die Chancen auf eine lange glückliche beidseits als 'Paradies' empfundene Partnerschaft steigen doch ungemein.
So endeten meine ersten beiden Ehen (6 und 17 Jahre) durch geänderte Lebensentwürfe/-umstände die ich nicht 'mitgehen' konnte und bei denen wir trotz durchaus noch vorhandener Liebe einfach nicht auf einen für beide tragbaren Nenner kamen. Mit einer war ich noch lange befreundet. Dann ging sie ins Ausland. Die andere sehe ich bis heute regelmäßig und gelegentlich bleibt es nicht beim sehen. Meine dritte Ehe endete nach 11 Jahren leider durch ihren viel zu frühen Tod.
Heute bin ich mit einer der beiden oben erwähnten Freundinnen zusammen. Wir wohnten in den 80ern schon Mal über etwa 4,5 Jahre hinweg in einer Art Menage a Trois zusammen, und wussten allein schon deshalb, aber auch wegen der über Jahrzehnte andauernden intimen Freundschaft, was wir voneinander erwarten können und dürfen.
„Was hilft euch, in Zeiten des Wandels verbunden zu bleiben – mit euch selbst und mit dem Menschen an eurer Seite?
So lange beide offen miteinander Reden können, den Partner und dessen Bedürfnisse auf Augenhöhe sehen und bereit sind sich im eigenen Handeln zu reflektieren... ...kann ein Paar nahezu jeden Wandel abfedern. Es sei denn dieser tangiert das eigene Ich so stark, dass er schlicht nicht abzufedern ist.
Und danach kann man trotz Trennung durchaus 'Verbunden' bleiben. Es sei denn einer von beiden hat den anderen während der Trennung oder knapp davor so tief verletzt, dass der Ofen einfach aus ist.