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Liebe ohne Bedürftigkeit

******ian Mann
32 Beiträge
Themenersteller 
Liebe ohne Bedürftigkeit
Liebe ohne Bedürftigkeit – wie frei ist deine Verbindung?

Viele suchen Liebe – doch oft suchen wir eigentlich Sicherheit, Halt oder Bestätigung. So wird Liebe leicht zu einem Mittel, um innere Leere zu füllen. Echte Verbindung entsteht erst, wenn wir niemanden mehr brauchen, um uns vollständig zu fühlen.

Solange ich dich brauche, verliere ich mich. Wenn ich mich selbst halten kann, kann ich dich wirklich sehen. Dann wird Liebe frei – nicht aus Mangel, sondern aus Wahl.

Liebe ohne Bedürftigkeit bedeutet nicht, unabhängig oder kühl zu sein, sondern in Kontakt mit sich selbst. Zwei Menschen begegnen sich dann nicht mehr, um sich zu vervollständigen, sondern um sich zu erinnern, wer sie sind.

Wie erlebst du das in deinen Beziehungen? Wann fühlst du dich frei – und wann abhängig?
Danke dafür.
Ich habe von jeher zunächst die finanzielle Abhängigkeit vermieden. Emotionale Abhängigkeit hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Bis sie meine Tür eingetreten hat. Es hat Zeit gedauert, bis wir beide loslassen konnten. In einem langen Prozess erkannte ich, Wir bedingten einander.
In weiteren Jahren habe ich mich entwickelt, beruflich einen anderen Weg gewählt und alleine die Welt bereist. Das empfehle ich jeder Frau. Das Selbstbewusstsein wächst enorm.
Ich lebe jetzt seit über 20 Jahren alleine. Natürlich habe ich auch Männer geliebt, doch mein Leben nicht für sie geändert. Die vergangenen Jahre waren die besten und schönsten meines Lebens. Ich kann tief lieben, doch ich kann auch loslassen. Ich brauche es, allein zu leben.
In Freiheit .
Ich glaube an das Resonanzgesetz.
Was einander bedingt findet den Weg.
Und wenn ich irre, ist es trotzdem gut frei zu sein.
********e_68 Frau
4.037 Beiträge
Da ich mich noch in keiner Beziehung richtig frei gefühlt habe, verzichte ich seit meiner Scheidung (vor 10 Jahren) auf feste Partnerschaft .
Ich habe keine innere Leere, die Irgendjemand füllen müsste und ich sorge sehr gut für mich selbst.
*******a_R Frau
1.527 Beiträge
„Sicherheit, Halt oder Bestätigung“ sind natürliche menschliche Bedürfnisse. Dazu kommen noch viele weitere – etwa Libido und das Bedürfnis nach Körperlichkeit (Umarmungen, Zärtlichkeiten, Körperkontakt oder Sex).
Meiner Meinung nach ist es falsch, einem Menschen diese Bedürfnisse abzusprechen.

Wir sind nicht innerlich leer, wenn wir diese Bedürfnisse spüren.
Innere Leere ist, meiner Meinung nach, etwas ganz anderes – sie entsteht, wenn man sich selbst verliert: seine Ziele, seine Überzeugungen, seine innere Basis. Aber nicht, wenn man sich nach Zärtlichkeit und Liebe sehnt.
****769 Frau
3.068 Beiträge
Wenn du einen Schmetterling jagst, wird er davonfliegen. Aber wenn du einen schönen Garten anlegst, wird er Schmetterlinge anlocken.
Und wenn er es nicht tut, dann hast du immernoch einen schönen Garten. 😉
********rmal Mann
878 Beiträge
Ich kann nur jemanden lieben der mein jetziges wirklich autakes Leben bereichert und dafür gibt es viele Möglichkeiten ohne in eine Abhängigkeit zu schlittern.

Im Grunde bin ich da bei @*******a_R was die Körperlichkeit angeht.
****ody Mann
16.296 Beiträge
Erst die Liebe lässt weitere Bedürfnisse wie mehr gemeinsame Zeit, Loyalität, tiefere Öffnung, weitreichende Intimität usw. entstehen. Die Liebe kann nicht das Vehikel sein, sie ist der Grund für die weiteren Bedürfnisse.
*******ust Paar
6.262 Beiträge
wer eigentlich Sicherheit, Halt oder Bestätigung sucht,
ist nicht liebend,
sondern ängstlich.
****ody Mann
16.296 Beiträge
@****769 Aus Erfahrung weiß ich, dass man mit einem schönen Garten nicht nur Schmetterlinge anlockt.
****_MS Mann
729 Beiträge
Zustimmung zum Eingangsbeitrag von mir in etwas weniger blumigen Worten:

Nach meiner Beobachtung/Interpretation ist relativ vielen Menschen das Gefühl wichtig, gebraucht zu werden.

Meine Partnerin und ich hingegen haben zum Kennenlernzeitpunkt nichts/niemanden zusätzlich wirklich gebraucht - aber einfach einander gewollt *g*
****ord Frau
578 Beiträge
Zitat von *******ust:
wer eigentlich Sicherheit, Halt oder Bestätigung sucht,
ist nicht liebend,
sondern ängstlich.

Oh wow…Steile These. Zu Behaupten das diese Menschen nicht lieben. Dieser Spruch klingt im ersten Moment „tiefgründig“, ist aber psychologisch falsch, schädlich und manipulativ nutzbar. Dann bin ich fast geneigt es umzudeuten: Wer keine Sicherheit geben will, hat selbst Angst vor Nähe.

Aber jetzt mal im ernst.
Liebe ohne Bedürfnisse ist kein Ideal, sondern ein Missverständnis.
In der Bindungsforschung gilt: Das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit und emotionaler Bestätigung ist ein zentraler Bestandteil gesunder, reifer Beziehungen.
Menschen sind neurobiologisch darauf ausgelegt, sich gegenseitig zu regulieren. unsere Nervensysteme beruhigen sich im Kontakt miteinander.
Reife Liebe bedeutet nicht, niemanden zu brauchen,
sondern Nähe zulassen zu können, ohne sich selbst zu verlieren.
Sich gegenseitig halten dürfen, ist kein Zeichen von Schwäche,
sondern der Kern sicherer Bindung.
Für mich entsteht echte Verbindung nicht dort, wo wir so tun müssen, als wären wir vollkommen unabhängig, sondern dort wo wir uns frei entscheiden können, uns einander anzuvertrauen.

Diese Sichtweise entspricht auch der aktuellen Bindungsforschung . U. a. nach Bowlby, Bartholomew, Mikulincer & Shaver .Wonach sichere Liebe auf wechselseitiger emotionaler Verlässlichkeit beruht.
****maL Frau
14.459 Beiträge
Zitat von ******ian:
Liebe ohne Bedürftigkeit – wie frei ist deine Verbindung?

Viele suchen Liebe – doch oft suchen wir eigentlich Sicherheit, Halt oder Bestätigung. So wird Liebe leicht zu einem Mittel, um innere Leere zu füllen. Echte Verbindung entsteht erst, wenn wir niemanden mehr brauchen, um uns vollständig zu fühlen.

Ich weiss gar nicht, wie genau ich diese Frage beantworten soll?

Ich erinnere mal an diese Managerin bei BMW, die letzten Endes auf einen HeiratsSchwindler herein gefallen ist...

War oder ist so eine Frau wirklich bedürftig?
und
Sind wir nicht alle ein bisschen bedürftig,
wenn wir einem Menschen begegnen,
der so ganz zufällig die Saiten in Dir zum Klingen bringt,
die zumindest ich so gerne höre?

Naja - dann bin ich "bedürftig" *tuete*
*******nzel Frau
1.646 Beiträge
Ein spannendes Thema, mit dem ich mich wegen eigener Betroffenheit seit einiger Zeit auseinandersetze.
Ich habe quasi mein ganzes Leben nach diesem einen Menschen gesucht, der mich heilt, bei dem ich Halt finde und Beständigkeit, die mir viele Jahre gefehlt hat.
Das hat auch etliche Jahre gut funktioniert aber irgendwann eben nicht mehr. Und obwohl die Rahmenbedingungen äusserst schlecht und schmerzhaft für mich waren, bin ich geblieben. Weil ich lieber diese ungesunde aber bekannte Lebenssituation dem unbekannten und unsicheren Neubeginn vorzog.
Aber irgendwann wurde mein Leidensdruck so hoch, dass ich losließ und ging.

Seitdem mache ich wunderbare Erfahrungen. Nämlich, dass ich mich selbst halten kann und mir selbst die Sicherheit und Liebe geben kann, die ich brauche.

Das bietet ungeahnte Chancen und Möglichkeiten, auch in Beziehungsfragen.
**********eline Paar
403 Beiträge
jack@jackXjacqueline:

Nehmt's mir nicht übel, aber der Eingangsbeitrag liest sich wie von ChatGPT verfasst.

Ansonsten guter Beitrag von @****ord, da bin ich im Kern dabei.
*********in365 Frau
2.347 Beiträge
Ehrlich gesagt, hatte ich noch nie eine Beziehung ohne Bedürftigkeit ... ich übe noch und hoffe es wird noch eine reife Liebe kommen.
Allerdings halte ich es eher für unwahrscheinlich, dass sich zwei Menschen, welche diese hohe Kunst gleichermaßen beherrschen, treffen und dann noch attraktiv finden.
Zitat von **********eline:
jack@jackXjacqueline:

Nehmt's mir nicht übel, aber der Eingangsbeitrag liest sich wie von ChatGPT verfasst.

Ansonsten guter Beitrag von @****ord, da bin ich im Kern dabei.

Sehr unwahrscheinlich, dass ein ChatGPT eine spirituelle Sichtweise hat.

Am Ende bleibt die Frage, was ist Liebe, oder was halten wir für Liebe?
**********eineS Paar
4.692 Beiträge
Zitat von ******ian:
Liebe ohne Bedürftigkeit
Liebe ohne Bedürftigkeit – wie frei ist deine Verbindung?

Viele suchen Liebe – doch oft suchen wir eigentlich Sicherheit, Halt oder Bestätigung. So wird Liebe leicht zu einem Mittel, um innere Leere zu füllen. Echte Verbindung entsteht erst, wenn wir niemanden mehr brauchen, um uns vollständig zu fühlen.

Solange ich dich brauche, verliere ich mich. Wenn ich mich selbst halten kann, kann ich dich wirklich sehen. Dann wird Liebe frei – nicht aus Mangel, sondern aus Wahl.

Liebe ohne Bedürftigkeit bedeutet nicht, unabhängig oder kühl zu sein, sondern in Kontakt mit sich selbst. Zwei Menschen begegnen sich dann nicht mehr, um sich zu vervollständigen, sondern um sich zu erinnern, wer sie sind.

Wie erlebst du das in deinen Beziehungen? Wann fühlst du dich frei – und wann abhängig?

Sorry, das sehe ich anders als du. Das was du für DICH beschreibst, ist, wie du selbst „Liebe spüren“ für dich definierst und welche Rahmenbedingungen dafür für dich vorliegen müssen. Das macht jeder Mensch für sich individuell. Jeder Mensch spürt für sich Liebe individuell. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Büchern über die verschiedenen „Sprachen“ der Liebe und das Thema ist auch mWn hinreichend durch Psychologen und Sozialwissenschaftler wissenschaftlich untersucht. Es Bedarf für jeden Menschen etwas anderem, um sich selbst geliebt zu fühlen. Und in diesem Bedarf konkretisiert sich ein Bedürfnis. Wie stark eine hiermit verbundene Bedürftigkeit ausgeprägt ist, ist ein anderes Thema, aber eine Liebe ohne eine wie auch immer geartete Bedürftigkeit, halte ich für ein rein theoretisches Konstrukt.

࿋ 𝑉𝑖𝑑𝑎𝑟𝑖𝑢𝑠 ࿋
******_Mz
2.645 Beiträge
Zitat von ******ian:
Wie erlebst du das in deinen Beziehungen? Wann fühlst du dich frei – und wann abhängig?

Ich bin ein unabhängiger Mensch und versuche Lösungen für meine Probleme zu finden.
Abhängig fühle ich mich dann, wenn ich keine Lösung finde und auf andere Menschen angewiesen bin. Beispielweise nach einer Operation oder wenn ich etwas schweres schleppen müsste. Dafür brauche ich aber keine Beziehung, sondern freundschaftliche Kontakte.
********chaf Mann
8.564 Beiträge
JOY-Angels 
Dazu passt wunderbar der Spruch, der auf der Hochzeitseinladung meiner Schwester stand:

"Wir müssen nicht, wir brauchen nicht, wir wollen einfach!"


*g*
*******nzel Frau
1.646 Beiträge
Zitat von ********chaf:
Dazu passt wunderbar der Spruch, der auf der Hochzeitseinladung meiner Schwester stand:

"Wir müssen nicht, wir brauchen nicht, wir wollen einfach!"


:)

Erfahrungsgemäß bezieht sich der Spruch eher auf Schwangerschaft und Steuer *gg*
*******ssa Frau
6.008 Beiträge
Seit ich meinen neuen Partner kennenlernte und wir zusammenkamen wurde mir immer klarer:
ich kann gut alleine leben -
aber ich will nicht mehr alleine leben.

Bedürftig finde ich das nicht,
vieles ist einfach schöner zu zweit was ja nicht bedeutet auch in einer Beziehung nicht für sich selber sorgen zu können dass es einem gut geht.
********chaf Mann
8.564 Beiträge
JOY-Angels 
Zitat von *******nzel:
Zitat von ********chaf:
Dazu passt wunderbar der Spruch, der auf der Hochzeitseinladung meiner Schwester stand:

"Wir müssen nicht, wir brauchen nicht, wir wollen einfach!"


:)

Erfahrungsgemäß bezieht sich der Spruch eher auf Schwangerschaft und Steuer *gg*

Klar, in dem Zusammenhang schon, aber für mich passt es auch in Bezug auf Beziehungen.
Dann, wenn ich mir selbst genug bin, wenn ich niemanden brauche um mich ganz zu fühlen, wenn ich mein Leben genieße und niemanden haben muss,

genau dann springt dieses scheue Reh, das man "Liebe" nennt, einem dann vor die Füße. *liebguck*

Einmal war es besonders bemerkenswert, ich erzähle einen Abend vorher noch einer Freundin am Telefon, dass ich mein Singleleben so richtig genieße und mir nicht mehr vorstellen kann, es für eine Frau wieder aufzugeben, diese Freiheit. Um dann einen Tag später ihr zu begegnen und dann sehr wohl (für über ein Jahr) das tags zuvor gesagte prompt wieder über den Haufen warf *lach*
*******uld Mann
3.000 Beiträge
Erst einmal vorneweg:
Ja, es liebt jeder auf seine Weise und die ist (dann) auch nicht falsch.
Hier im Thread wird aber nach der eigenen Weise gefragt.
Es sollte sich da - meiner Meinung nach - keiner mit seiner abweichenden Weise infrage gestellt sehen.

Ich selber habe sehr oft den Eindruck, dass bei Beziehungen, in die ich Einblick hatte oder die ggf. möglich waren, das Ergänzen, die Hilfe im Vordergrund gestanden hat.
Dass man selber - oder das jeweilige Gegenüber - die Ergänzung für die Lücken im eigenen Ich sein sollten.
Dass neben den eigenen, sonstigen Wünschen das Gegenüber die Probleme bewältigen helfen soll, die (weiterhin) bestehen. Eben auch die Beseitigung wahrgenommener oder gefühlter Mängel.

Also nicht nur die Suche nach Nähe, Zusammensein, Erotik, Sex, Austausch usw.
Sondern eben auch nach Aushilfe, Abwechslung, grundsätzlicher Bestätigung, Hilfe bei eigenen Problemstellen, Beseitigung innerer Leere usw.
Das Gegenüber soll dann möglichst das ermöglichen, was selber - alleine - nicht erreicht wird.

Wenn die Liebe eine Ergänzung sein soll, ohne die wir sonst nicht gut leben, dann ist das für mich eine Beziehung in Abhängigkeit. Ich selber bevorzuge aber, selbst (auch in mir) möglichst vollständig und nicht bedürftig zu sein.
Sodass sich - wenn es sich ergibt - dann eben eine Miteinander aus freien Stücken ergibt.
Ganz ohne Reparaturbetrieb, ohne inneren Zwang, ohne innerer Notwendigkeit auf Grund von Gegebenheiten.
Sondern nur aus dem Wollen und der dann gemeinsam besseren Lebensgestaltung zusammen.

Ja, das ist dann auch eine Ergänzung. Aber keine, wo ich das Gegenüber als Mittel dafür nutze, selber ein vernünftiges, ausgeglichenes Leben zu führen. Denn das sollte schon vorher in mir selbst vorhanden sein.
Ansonsten hat die Beziehung, das Miteinander aus meiner Sicht kein gutes Fundament.

Solange ich solche unsicheren Fundamente erkenne, verzichte ich lieber auf eine engere Beziehung.
*********lebee Mann
2.407 Beiträge
Mit der Frage kann ich wenig anfangen . . .
@ Wie erlebst du das in deinen Beziehungen? Wann fühlst du dich frei – und wann abhängig?

. . . weil ich in Phasen von fehlendem körperlichem Austausch mit einer Partnerin gut für mich selbst sorgen kann, wie für alles andere auch (Geist, Seele, Spirit) und - gefühlt - so reich bin, dass die Phasen des zwischenmenschlichen Austausches häufig genug sind.

Also: Nicht needy.

Und wenn in Beziehung zu einer Frau: H-Beziehung. Die A-Beziehung, die mir häufig in Coachings und Paarberatungen noch begegnet, habe ich seit langem überwunden.

Aber man soll ja nie nie sagen . . .
********njoy Mann
83 Beiträge
Lieber Celestian (TE),

ich habe deinen Text tatsächlich mehrmals gelesen – in der Hoffnung, beim dritten Mal würde sich mir der eigentliche Kern erschließen. Leider blieb es beim Versuch.

Du sprichst von „Liebe ohne Bedürftigkeit“, als wäre Bedürfnis grundsätzlich ein Makel – ein Zeichen von Schwäche, das uns unfrei macht. Und doch frage ich mich: Wenn du Liebe von jedem menschlichen Bedürfnis entkoppelst – was bleibt dann übrig?
Ein philosophisches Konzept? Ein spirituelles Ideal? Oder schlicht ein hübsch verpackter Gedanke, der auf den ersten Blick tief klingt, aber beim zweiten in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus?

Ich kann deiner Argumentation leider überhaupt nicht folgen, weil sie auf einer stillschweigenden Behauptung beruht: dass Liebe und Bedürftigkeit ein Gegensatz seien. Das sind sie nicht. Bedürftigkeit ist kein Gegenpol zur Liebe – sie ist Teil des Menschseins. Wir sind soziale Wesen, keine Eremiten in emotionaler Selbstversorgung. Wer sagt, er „braucht“ nichts mehr, um lieben zu können, verwechselt Selbstkenntnis mit emotionaler Sterilität.

Du zitierst sinngemäß: „Echte Verbindung entsteht erst, wenn wir niemanden mehr brauchen, um uns vollständig zu fühlen.“ Ich halte das für eine schöne Idee – und gleichzeitig für eine tragische Illusion.
Denn wahre Liebe ist kein Zustand perfekter Autarkie, sondern die bewusste Entscheidung, sich einzulassen – mit all den Risiken, mit Nähe, mit Verwundbarkeit.
Wie sagte Erich Fried so schlicht und so klar:
„Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“
Nicht: „Es ist, was es ist, sagt die Autonomie.“
Nicht: „Es ist, was es ist, sagt die Bedürfnislosigkeit.“

Liebe fragt nicht nach Vollständigkeit, sie IST Vollständigkeit – aber nicht, weil der Mensch sich selbst genug ist, sondern weil er sich im anderen erkennt. In der wahren Liebe gibt es keine Abhängigkeit, weil sie aus Freiheit geschieht.
Wer liebt, klammert nicht – aber wer nicht mehr klammern kann, liebt deshalb noch lange nicht.

Dein Beitrag wirkt auf mich – verzeih die Direktheit – wie ein intellektuell aufpolierter Versuch, ein Gefühl in ein Konzept zu pressen. „Viel Text, wenig Inhalt“ trifft es wohl. Vielleicht suchst du nicht „Liebe ohne Bedürftigkeit“, sondern die Sicherheit, die Kontrolle, die sich einstellt, wenn man alles analysiert, was man eigentlich fühlen müsste.

Ich lese deine Worte und denke: Hier schreibt jemand, der über Liebe spricht, ohne sie zuzulassen. Dein Text riecht nach Kopf, nicht nach Herz. Nach Theorie, nicht nach Begegnung. Vielleicht ist genau das der Punkt, der zumindest mich verwirrt – weil du die Liebe beschreibst, als könne man sie mit Distanz verstehen, statt sie mit Nähe zu erleben.
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