1.) wenn alle Einzel-/Ehe-/Familientherapien nicht "helfen" in dem Sinne, daß das Paar neue Perspektiven, Möglichkeiten und alternatives Verhalten nicht umsetzen kann oder will.
2.) wenn der Körper einem das sagt, was der Kopf immer noch versucht zu verargumentieren (wird schon wieder. Was ist mit den Kindern? Dem Haus? .... die übliche Gedankenspirale). Ich hatte massive und häufig wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen und Magenbeschwerden. Man dachte über OPs nach. Unnötig: nach der Trennung alles weg und seit 20 Jahren nie wieder auch nur den Hauch einer Sinusitis gehabt. Klar, ich hatte damals "die Nase gestrichen voll" buchstäblich, danach nie wieder.) Außerdem konnte ich meinen Mann wirklich nicht mehr riechen, da reichte schon, daß er vorher in einem Zimmer war, wenn ich reinkam, mußte ich lüften. (und natürlich betreibt er auch Körperpflege so perfekt, wie alles in seinem Leben)
3.) wenn einen selbst die wohlgesonnensten Freunde mit gekräuselter Stirn anschauen und bei Erzählungen die Augenbrauen hochziehen. Dieser Blick von außen auf die Beziehung, die man selber noch für sanierungsfähig hält, weil man halt "beziehungsblind" ist. Oder feige.
Um die Kinder macht man sich die meisten Gedanken und die falschesten. Die kriegen eh alles mit. Vibes. MMn leiden die schon mindestens so lange mit, wie ernsthafte Trennungsgedanken in den Köpfen rumoren.
Als mein Mann und ich den Kindern (ca 5 und 10 damals) sagten, daß wir uns trennen, haben sie nicht geheult oder lamentiert. Sie atmeten beide ganz lange und tief aus. (ich habe damals ein dictaphon mitlaufen lassen um sicherzustellen, daß der X oder ich keine ungebührlichen verletzenden Wortbeiträge absondern).
Es wirkte so als habe man endlich Luft unter eine Bleiglocke gelassen, sie wirkten nachgerade erleichtert.
Im nachhinein mein Resumee: wir hätten uns weit vorher trennen sollen, also auch juristisch. Ich habe den Schritt aber erst initiiert, als absehbar war, daß ich finanziell unabhängig sein würde, weil ich ahnte, die Trennung wäre erst der Anfang eines hochdramatischen Rosenkriegs. Das hat sich bewahrheitet, und wahre Ruhe im juristischen Sinn (der X hat mich zuletzt ca 10-14 Jahre nach der Trennung mit irgendeinem Thema vor Gericht gezerrt und wieder mal verloren---frivolous litigation in Reinform) habe ich erst seit die Kids volljährig sind.
Von den Begleitumständen (Lügen/Verleumden/Verschleiern/Hetzen/Kinder und Umgebung manipulieren/psychischer, sozialer und finanzieller Mißbrauch) hätte ich grad verheiratet bleiben können, da hat sich nach der Scheidung nur wenig dran geändert. Aber im Rückblick hätte ich das nicht überlebt.