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Henry & June

*******981 Mann
181 Beiträge
Themenersteller 
Henry & June
Ich lese im Moment die Tagebücher von Anais Nin. Was mir aufgefallen ist, ist die Persönlichkeit von Henry Miller. Ein Mensch ohne Geld und Bleibe, trägt abgenutzte Kleidung, Ungeziefer in seiner Wohnung. Schnorrt sich durch seinen Freundeskreis und lebt auf Kosten anderer. Aber seine Ausstrahlung ist unverkennbar. Erst er, hat Anais Nin zu der Schriftstellerin gemacht, die sie später wurde. Zuvor war die Dame, eine "vorbildliche und anständige" Ehefrau, wie es sich damals gehörte. Er hat in ihr das siebte Sinn für sexuelles Vergnügen geweckt, wie es nicht bei jedem Menschen ist.
Ist unsere Vorstellung von einem erfolgreichen Leben, und einem angemessenen Menschen, vielleicht viel zu sehr von gesellschaftlichen Rollen geprägt, die bei tieferen Einblick eigentlich an zweiter Stelle sein sollten. Der eine oder andrer Mensch, der nicht so "erfolgreich" im Leben ist, könnte mehr Selbstvertrauen gewinnen, wenn er versteht, dass "erfolgreich sein" nicht an übliche Merkmale verknüpft sein könnte?
Was glaubt ihr, welche das sein könnten? Am Ende, kommen Selbstvertrauen und Charisma vielleicht nicht von einer ordentlich, gebügelten Kleidung, ordentlicher Frisur, und einem dicken Konto auf der Bank. Und auch nicht von Muskeln, oder "guten Ruf".
*********reuse Frau
356 Beiträge
Meiner Meinung nach entsteht Selbstvertrauen über positive Erfahrungen, die ein Mensch machen darf.
(Falls das dein Thema ist, es könnte auch sein dass du lieber über den Erfolgbegriff diskutieren möchtest. Für mich war das nicht ganz eindeutig.)
Den paar charismatischen Menschen, die ich kennenlernen konnte, war monetärer Erfolg nicht wirklich wichtig. Die brannten für ihre Sache.
*******981 Mann
181 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *********reuse:
„Meiner Meinung nach entsteht Selbstvertrauen über positive Erfahrungen, die ein Mensch machen darf.
(Falls das dein Thema ist, es könnte auch sein dass du lieber über den Erfolgbegriff diskutieren möchtest. Für mich war das nicht ganz eindeutig.)
Es ist ja so. Der eine Mensch hat absolut nichts, und ist glücklich. Macht eine positive Umgebung um sich herum. Der andere kann sich keine PS5 kaufen, und läuft mit dem Kopf vor die Wand.
Kann es nicht sein, dass eine toxische soziale Umgebung mehr Schaden verursacht, als reale Umstände.
Wenn ein Mensch nicht glücklich ist, muss er vielleicht nicht irgendwelche Kriterien erfüllen, sondern sich selbst verändern.
Dann beobachten, ob seine Umgebung positiv auf gute Veränderungen reagiert, die einem wiederfahren.
****az Mann
4.860 Beiträge
Ich würde mal sagen, das hängt sehr davon ab, wie jemand tickt.
Bist du eher kapitalistisch eingestellt, wäre dir so eine Person auf Dauer (solche Phasen der Ungepflegtheit und finanziellen Armut können jedem mal passieren) wahrscheinlich nichts.
Als Sozialist hingegen wären dir diese Punkte wahrscheinlich weniger wichtig.
In beiden Fällen kann man trotzdem von so einem Menschen in den Bann gezogen werden, alleine durch Selbstwertgefühl, Charisma, Eloquenz und ggf. Manipulation.

Mich persönlich würde es stören, wenn jemand sein Leben lang so in den Tag hinein lebt, auf Kosten anderer über die Runden kommt und dessen Ziele und Werte in seinem Leben wahrscheinlich nicht mit meinen übereinstimmen.
*********frech Frau
4.009 Beiträge
Der Mensch muss in erster Linie mal verstehen, dass ER für sein Glück selbst verantwortlich ist und niemand sonst! Was ihn glücklich macht, muss er herausfinden und kann nur ER entscheiden, niemand sonst!

Und wir anderen haben das zu akzeptieren. Es ist SEIN Leben, nicht unseres! Und es spielt keine Rolle, ob wir das gut finden oder nicht.

Ja, man kann das falsch finden, wenn jemand sein Leben nur mit Hilfe des Staates finanziert und das selbst als richtig empfindet. Aber man kann es nicht ändern und es ist in den meisten Fällen auch nicht strafbar. Genauso wenig wie es nicht strafbar ist, wenn sich der Vorstand eines Unternehmens, der sowieso schon mehr als sehr gut verdient, sich eine noch höhere Dividende auszahlen lässt als6im Vorjahr.... was mich persönlich mehr stört als das gegenteilige Beispiel. Aber auch das kann man nicht ändern.

Statt also auf andere zu schauen, sollte jeder auf sich selbst schauen und versuchen, aus seiner Situation zu machen und das Wort "Neid" aus seinem Sprachschatz streichen. Dann klappt's auch mit dem Selbstvertrauen.
*********lbunt Frau
10.293 Beiträge
Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen für etwas brennen oder einfach nur eine klare Vorstellung von ihrem Leben haben. Das muss nicht mit meinen Vorstellungen übereinstimmen (es sollte natürlich nichts Illegales, Verwerfliches, Schädliches sein, klar). Vielleicht hatte Henry Miller das ja, hat das gelebt und dadurch Menschen fasziniert, die sich das (noch) nicht getraut haben?

Erfolgreich ist insofern in meinen Augen, wer sein Lebensziel erreicht - also ein Leben lebt, das er/sie genau so führen möchte. Das kann ein Aussteiger auf den Kanaren sein, ein reicher Mensch mit fünf Luxusautos und diversen Ferienhäusern, jemand, der in einem Kinderdorf als pädagogische Fachkraft arbeitet oder jemand auf einem Öko-Bauernhof, der seinen Hafer im Mondschein erntet. Jemand, der seine Träume und Vorstellungen von einem guten Leben verwirklicht, welche auch immer das sind. Das ist Erfolg.
****ba Frau
4.395 Beiträge
Das sind spannende Fragen, die Du stellst @*******981
Läuft es auf diese Fragen hinaus: was ist für mich ein nährendes Umfeld und wie kann ich ein solches für meine Mitmenschen unterstützen?
*******981 Mann
181 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****ba:
„Das sind spannende Fragen, die Du stellst @*******981
Läuft es auf diese Fragen hinaus: was ist für mich ein nährendes Umfeld und wie kann ich ein solches für meine Mitmenschen unterstützen?
Ich finde es auch faszinierend, wie manche Menaschen es versuchen es allen, ihr ganzes Leben Recht zu tun. Wärend ein arbeitsloser, schlecht riechender Mann in getragener Kleidung seine Traumziele erreicht. In dem er jemandem einfach nur Zigarettenrauch ins Gesicht pustet. Im übetragenen Sinne. Zu sich selbst findet, an jeder Meinung vorbei.
Wir wissen so wenig über uns selbst, dass es traurig ist, wie wir das ganze Leben irgendwas umsonst hinterherjagen, was direkt irgendwo im Dreck herumliegt. Man muss es nur aufheben. Keine Angst haben, sich dreckig zu machen. Sich kein Stress machen.
****ba Frau
4.395 Beiträge
Der Unterschied von Abhängigkeit zu Unabhängigkeit?
Wobei auf mich das Verhalten von dem Mann eher übergriffig wirkt.
*******981 Mann
181 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****ba:
„Der Unterschied von Abhängigkeit zu Unabhängigkeit?
Wobei auf mich das Verhalten von dem Mann eher übergriffig wirkt.
Henry Miller und Anais Nin waren bis zum Ende ihres Lebens gute Freunde. Anais Nin hat es wohl nicht als übergriffig empfunden. Außerdem wusste Henry Miller wohl, bei wem er was darf und wo nicht.
Und ja, er war ein komplizierter Mensch. Solche mag ich am meisten.
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