jack@jackXjacqueline:
„Alltagstrott und Partystimmung: Wechsel zwischen den Welten
Angeregt durch einen anderen Thread bei dem es um unerotische Themen auf Partys geht.
Wie leicht fällt es euch zwischen den "Welten" zu wechseln?
Mit Welten meine ich zum Einen den Alltag und seine Themen (Arztbesuche, Autowerkstatt, Kinder, Politik, Weltlage) und zum anderen eine erotische Stimmung und das Eintauchen in die Tunnel(blicke) der sündigen Welt.
Stelle bei mir fest, dass mir der Wechsel nicht (mehr) so leicht fällt.
Hormonelle Altersabhängigkeit?
Beobachte auf Partys immer mal wieder Menschen, die gerade noch über das Versagen der Wärmepumpe der Nachbarn detailiertestens berichteten, im nächsten Moment wild zur Sache gehen (können).
Wie geht euch das?
Wir leben in einer TPE-Beziehung, BDSM ist also fester Bestandteil unseres Alltags durch das beständige Machtgefälle, feste Regeln und Rituale etc. Von daher gibt es bei uns keine Aufteilung. Sessions finden dynamisch statt, wenn wir neben allen anderen Tätigkeiten Zeit und Lust haben, von kurz bis intensiv. Parties sind für uns relativ uninteressant, weil es da wenige gibt, die uns reizen bzw. überhaupt zu uns passen, da der Fokus im Allgemeinen meist ein sehr spielerischer ist. Bei unserem BDSM, so wie wir es praktizieren, würden wir, wenn ich denn Lust hätte aktiv zu werden, leider immer Gefahr laufen, vom Veranstalter vor die Tür gesetzt zu werden. Eine Fremdbenutzung im privaten Rahmen, wie es bei uns aktuell der Fall ist, ist dagegen etwas besonderes, auf das man sich freut. Wir können uns aber gut darauf einstellen, da der Schritt vom Alltag dorthin für uns eben kein sehr großer ist.
Generell finde ich es immer schade, wenn ich höre, dass der Alltag bei vielen scheinbar so eine völlig andere, teilweise sehr dröge Welt ist, dass abseits davon oft eine Art Flucht nötig wird, um das zu kompensieren. Natürlich gibt es ein paar Dinge, die man selbst nicht in der Hand hat. Gegen eine völlig verkorkste Politik z.B. kann man als Einzelner nur wenig tun. Und eine Steuererklärung ist auch mehr oder weniger ein lästiges Übel. Für vieles Andere entscheidet man sich doch aber eigentlich bewusst, trägt dafür die Verantwortung und sollte sich über die Konsequenzen für das eigene Leben im Klaren sein. Da ist dann aus meiner Sicht aber das Problem, dass man hier den Weg der größten Sicherheit und des geringsten Widerstands bevorzugt, der aber meist einer ist, der einen vielleicht unterm Strich materiell glücklicher macht, aber einen als Mensch nicht erfüllt bzw. kein Freiraum für die eigene Entfaltung mehr lässt. Da muss aber letztlich jeder selbst entscheiden, welchen Weg er geht und wozu man bereit ist, für sein emotionales Wohlbefinden zu verzichten.