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Wie geht Nähe ohne Partys, Clubs und Freundeskreis?

****uss Mann
6 Beiträge
Themenersteller 
Wie geht Nähe ohne Partys, Clubs und Freundeskreis?
Hi zusammen,
ich hoffe, ich darf hier mal ehrlich sein, auch wenn das vielleicht etwas schwerer klingt als der übliche Smalltalk.

Ich komme aus einer 24-jährigen Beziehung, in der wir uns irgendwann verloren haben. Während ich mich um ein Haus und tausend Baustellen gekümmert habe, hat sie sich neu verliebt, leider nicht in mich. Sie will auch nicht mehr für das kämpfen, was wir mal hatten. Und so stehe ich mit 43 plötzlich allein da.

Ich bin eher der ruhige, nerdige Typ, keine Clubs, keine Partys, keine Clique. In den letzten Jahren haben sich auch Freundschaften irgendwie verflüchtigt, Familie gibt's de facto nicht. Und während der Liebeskummer schon schlimm genug ist, frisst mich vor allem das Alleinsein auf. Diese Abwesenheit von Verbundenheit. Nicht mehr Teil eines "Wir" zu sein.
Ich habe vergessen, wie das geht: neue Menschen kennenlernen. Vor allem außerhalb dieser schnellen, oberflächlichen Swipe Welt.

Deshalb meine Fragen an euch:
– Wie habt ihr neue Nähe gefunden, wenn ihr keine „klassischen“ sozialen Orte habt?
– Was hat euch geholfen, aus der Einsamkeit wieder in echte Verbindung zu kommen?
– Gibt es Wege, wie man als ruhiger, zurückgezogener Mensch trotzdem Anschluss findet?

Ich suche nicht den nächsten schnellen Flirt. Ich suche echte Gespräche, neue Perspektiven und vielleicht ein wenig Hoffnung.
Danke, wenn ihr was dazu sagen wollt.
**********hen70 Frau
15.242 Beiträge
Mein Tipp wäre: Finde erstmal dich selbst wider.

Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass man in einer längeren Beziehung eher zu den Interessen tendiert, die man als Paar teilt und die "nerdigen" Interessen, die nicht vom Partner geteilt werden, eher hinten runter fallen.

Also: Was gibt es an Hobbys, Interessen, was während der 24 Jahre in Vergessenheit geriet? Oder was wolltest du schon immer mal machen, aber es passte dann irgendwie nicht in die Lebenssituation?

Ein anderer Punkt wären alte Glaubenssätze. Ist diese Konzentration auf das verlorene "Wir" nur Trauer um die verlorene Beziehung oder gibt es da eigene Baustellen, auf die bisher nicht geschaut wurde? Es setzt andere Menschen sehr unter Druck, wenn jemand alleine nicht zufrieden sein kann und einen anderen Menschen für sein Glück verantwortlich macht.

Und: es gab mal Freunde. In Zeiten von social media lassen die sich relativ leicht finden. Klopf da doch einfach mal an.

Ein weiterer Tipp wäre die Freizeitgestaltung. Welche Hobbys/Interessen gibt es und wie lassen sich die mit Gleichgesinnten gemeinsam ausüben? Wandern, radfahren, gemeinsames gaming etc.?

Gib dir Zeit für die Verarbeitung, aber auch dich und deine Interessen neu zu entdecken.
*my2cents*
****di Frau
275 Beiträge
Oh ja, wie vertraut ist es, nach einer so langen Beziehung (ich bin auch 24 Jahre verheiratet) stellt sich heraus, dass man nichts weiß. raubkaetzchen70 hat alles richtig geschrieben zuerst sich zu finden,verstehen was du magst und Unterhaltung
*********_i_c Mann
266 Beiträge
Freundschaften findest du über Aktivitäten. Ich habe einen Freundeskreis mit dem ich bouldern gehe, einen anderen im Tischtennisverein. Durch die Arbeit kenne ich Leute und einmal im Monat spiele ich in der Bibliothek Dungeons & Dragons, wodurch auch Kontakte entstehen.

Bei mir war das Problem, dass ich so eine recht deutsche Einstellung zu Freunden hatte. Eben diese Abneigung, einen anderen Menschen als Freund zu bezeichnen, es sei denn man kennt sich schon seit einem Jahrzehnt und hat mehrere Krisen durchlaufen. Inzwischen bezeichne ich Personen die ich mag als Freund und nehme dann viel einfacher Kontakt auf, wenn ich etwas unternehmen will.

Beziehungen, Dates oder Sex entsteht dadurch nicht. Um Frauen hierfür kennenzulernen gibt es eben Apps und Plattformen. Die sind übrigens auch immer nur so oberflächlich wie man sie bedient.
*******_t79 Frau
1.551 Beiträge
Die Bekanntschaften, neue Freundeskreise etc. klopfen nicht eines Samstag Abends bei dir an die Türe.
Such dir Gleichgesinnte, reactiviere deine präbeziehungs Hobbies, geh regelmäßigen Aktivitäten mit Menschen die eine gemeinsame Schnittmenge haben nach. Das geht auch als Nerd bzw. glaube ich einfacher als in so mancher anderen Konstellation

Wahrscheinlich meinst du unter echter Nähe eher die einer Beziehung, ich würde dir den Rat geben erst einmal einen Freundes/Aktivitätenkreis aufzubauen der auch während oder nach einer neuen Beziehung besteht.
****ody Mann
15.590 Beiträge
Als Mann sollte man keinesfalls Bedürftigkeit durchsickern lassen.
****az Mann
4.732 Beiträge
Fang doch erstmal damit an, deine verflüchtigten Freundschaften wieder zu beleben falls das möglich ist.
Ansonsten lassen sich vllt über deine etwaigen Hobbies Kontakte aufbauen.
@****ody

Ich empfinde Deinen Beitrag als abwertend. Der TE hat eine für ihn sehr schwierige Situation beschrieben. Und du haust hier einen aus meiner Sicht pauschalen Macho-Spruch raus - und stempelst seinen Beitrag und ihn als bedürftig ab, im negativen Sinne. Bedürftigkeit kann auch etwas sehr schönes sein.
*******_t79 Frau
1.551 Beiträge
@*****man
Ich muss aus meiner Sicht sagen das er nicht unrecht hat. Ein Partnermensch der nur daheim sitzt und wartet das Frau heimkommt ohne eigenes Leben würde für mich zumindest nicht in Frage kommen.
Da ist Stress vorprogrammiert wenn eins die eigenen Hobbies weiter pflegt und nicht immer da ist.

Ist vielleicht hart gesagt und kann auch anders wahrgenommen werden doch Eifersuchtsdramen über Freizeitgestaltung sind nicht so angenehm
Profilbild
**********itekt Mann
1.044 Beiträge
Zitat von ****uss:
Wie geht Nähe ohne Partys, Clubs und Freundeskreis?

Deshalb meine Fragen an euch:
– Wie habt ihr neue Nähe gefunden, wenn ihr keine „klassischen“ sozialen Orte habt?
– Was hat euch geholfen, aus der Einsamkeit wieder in echte Verbindung zu kommen?
– Gibt es Wege, wie man als ruhiger, zurückgezogener Mensch trotzdem Anschluss findet?

Ich suche nicht den nächsten schnellen Flirt. Ich suche echte Gespräche, neue Perspektiven und vielleicht ein wenig Hoffnung.
Danke, wenn ihr was dazu sagen wollt.


Erst mal danke, dass du so offen teilst, was dich bewegt. Das hat mich berührt, weil ich mich in vielem wiedererkenne – besonders in diesem Gefühl, nicht mehr Teil eines “Wir” zu sein.

Ich habe auch erlebt, wie es ist, nach einer langen Beziehung plötzlich allein dazustehen und nicht zu wissen, wo oder wie man wieder Nähe finden kann. Was mir wirklich geholfen hat: mich nicht auf „soziale Orte“ im klassischen Sinn zu konzentrieren, sondern auf „gemeinsames Tun“. Etwas, das verbindet, ohne dass man gleich über sich selbst sprechen muss.

Echte Verbindung beginnt oft da, wo jemand nicht performt, sondern einfach da ist. Und ich glaube, ruhige Menschen wie du haben eine besondere Fähigkeit dafür – sie brauchen nicht viele, nur die Richtigen.

Du hast geschrieben, du hast vergessen, wie man neue Menschen kennenlernt. Aber vergiss nicht: Du trägst das, was dich verbindbar macht, schon in dir – deine Ehrlichkeit, deine Tiefe, deine Fragen. Halte daran fest. Als ruhiger Mensch wirst du vielleicht nicht überall gleich auffallen – aber oft sind es gerade die ruhigen Menschen, die echte Verbindung suchen. Und das merken andere Menschen.

Und ja, Nähe geht auch langsam und Still. Aber sie geht. Ich wünsche dir, dass du Menschen findest, die dich in deiner Ruhe sehen!

Bleib dran – und sei freundlich mit dir selbst.

****uss Mann
6 Beiträge
Themenersteller 
Ich will da gar nicht so sehr darauf rumreiten.
Aber wir haben uns vor vielen Jahren zusammen ein Haus gekauft und es war klar, dass es saniert werden muss. Es war eine gemeinsame Entscheidung und es war auch mal geplant das gemeinsam umzusetzen.
Das hat schon von Anfang nicht funktioniert, weil ich dann doch alleine daran gearbeitet und deswegen immer wieder aufgegeben habe.
Irgendwann habe ich dann aber angefangen es eben komplett alleine durchzuziehen, neben der Sanierung und Pflege (Garten etc.), kam dann aber auch noch Haushalt dazu und mein Vollzeitjob.
Das wir uns dabei auseinandergelebt haben, sehe ich im Rückblick auch, war aber nicht allein meine Schuld und sie hat auch nichts gesagt.
Ich saß also nicht zu Hause und habe gewartet, dass meine Frau nach Hause kommt, sondern ich habe permanent an unserem Haus gearbeitet.

Das Haus ist auch nicht in der Region wo wir vorher waren und mittlerweile haben sich durch den Wohnort auch Jobs in der anderen Richtung ergeben. So ist tatsächlich kein Freundeskreis mehr da und auch nichts zum anknüpfen, zumal der eh nie sonderlich groß war.

Ändert aber leider alles nichts am Ergebnis.
*******_t79 Frau
1.551 Beiträge
Es spricht glaube ich niemand davon weshalb es soweit gekommen ist sondern wie es weitergeht.
.
In den letzten Jahren haben sich auch Freundschaften irgendwie verflüchtigt, Familie gibt's de facto nicht.
Ich saß also nicht zu Hause und habe gewartet, dass meine Frau nach Hause kommt, sondern ich habe permanent an unserem Haus gearbeitet

Es liest sich halt nicht so als ob du irgendwie eingebunden bist weshalb dir mehrere Menschen den Rat geben erstmal mit Hobbies und Interessenreanimation zu starten
*****a_S Mann
10.210 Beiträge
Mein Haupttipp ist, es eben NICHT zu versuchen, eine neue Beziehung OHNE neu gefundenes Sozialleben zu suchen, auch deshalb, weil die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering ist.
Die Idee wäre ja quasi, weiterhin ein (gerade auch trauriger) Eigenbrödler zu bleiben, und aus der Situation übers Internet eine neue Partnerin zu finden. Ist natürlich nicht unmöglich, aber schon sehr unwahrscheinlich, vor allem, weil Frauen nicht gern traurige unsoziale Männer daten.

Ich würde also vielmehr dazu raten, die Anstrengung zu wagen, ein neues Sozialleben aufzubauen, also (zB auch über nerdige Hobbies) neue Bekannte und bald auch Freund*innen zu finden. Alle möglichen nerdigen Hobbies kann man auch auf soziale Weise durchführen (LARP, Comic-Conventions, Geo-Cashing, Wandern usw.) und man kann sich dafür online vernetzen und durch die Kombination aus realen sozialen Zusammenkünften und virtuelle Vernetzung ein immer größeres soziales Netzwerk aufbauen. Und dann wird man auch zu privaten Partys eingeladen, wo man mehrere kennt, oder geht mit mehreren zu Mittelaltermärkten usw.. Und bei dieser stetigen Erweiterung des sozialen Netzwerks begegnet man dann real oder virtuell einer potentiellen neuen Partnerin, die einen dann auch nicht als traurigen Eigenbrödler wahrnimmt.
*******_he Frau
2.907 Beiträge
egal wo man jetzt wohnt, dort gibt es Vereine, Ehrenämter, Feste etc. Dort lernt man Menschen kennen und kann sich an neue/alte Hobbies erinnern.
Auch im Netz gibt es Vorort Möglichkeiten, hier von Joy z.Bspl. Stammtische, Lesungen, Workshops, die haben nicht unbedingt etwas mit Sex zu tun, aber bringen dir neue Menschen zum reden und schauen wie es weiter geht.
Evtl Selbsthilfegruppen nachfragen in deiner Gemeinde
*******ta67 Frau
44 Beiträge
Mir gefällt, wie offen und klar du dich und deine Situation beschreibst. Mit „Bedürftigkeit“ hat das überhaupt nichts zu tun, im Gegenteil - es ist eine Stärke. Aus einem ruhigen und nerdigen Typen wird nun mal nicht plötzlich ein extrovertierter Mensch und das ist auch gut so. Meine Gedanken gehen deshalb auch zunächst in die schon genannte Richtung: Interessen pflegen und ausbauen, Hobbys entwickeln, um darüber dann Gleichgesinnte kennenzulernen. Das ist durchaus auch über Online-Portale und auch hier über den Joy möglich. Ein Blick in die Gruppen hier und in andere Online-Portale bzw. Apps, über die man Gleichgesinnte für gemeinsame Hobbyausübung finden und treffen kann, könnte ein erster Schritt sein. Es geht dabei eben nicht um den nächsten Flirt, sondern darum Menschen für gemeinsame Interessen wie Wandern, Fremdsprachen lernen, Handwerken, Besuch von Ausstellungen, etc.. zu finden.
*******Punk Frau
8.188 Beiträge
Es geht auch darum sich nicht mehr über die Partner Beziehung zu definieren, sondern um die Beziehung zu einem selber.

Vielleicht hast Du durch die Beziehung auch den Kontakt zu Dir selber verloren.
Zitat von ****uss:
Ich will da gar nicht so sehr darauf rumreiten.
Aber

Genau dieses "Aber" ist (d)ein Problem! Partnersuche fängt bei einem selbst an, in dem man seinen Frieden mit der Vergangenheit macht - für diesen Tipp habe ich 200,- DM nach meiner Scheidung bezahlt.

Hat dann noch gut ein Jahr gedauert, bis ich wieder frei im Kopf war und mich in der Zeit erstmal um mich selbst gekümmert. Der Zeitpunkt war deutlich, als ich aufgehört hatte, jedem, ob er es hören wollte oder nicht, von dem "Trauma" meiner Scheidung zu erzählen, war ich wieder bereit für neue Freundschaften.
*****ixe Frau
1.870 Beiträge
mit der Vergangenheit seinen Frieden finden, die änderst du nämlich nicht mehr, ist einer der besten Vorschläge hier. Das kostet Zeit, ehrlich zu sich selbst sein, auch sich bedauern dürfen, aber eben auch Frieden finden.
Das eigenen Bedauern ist legitim, kommt auch immer mal wieder hoch, darf aber nicht lebensbestimmend werden. DAS ist wichtig.

Wenn du jetzt alles so lässt, wie es heute ist, wird sich auch nix ändern.
Die Entschuldigung: bin nerdig, bin ruhig... das sind DEINE Entschuldigungen dafür, dass du dich allein fühlst und die da draußen dich nicht verstehen.
Die Wahrheit ist aber, dass du dich bewegen musst, damit die anderen draußen merken, das du da bist.

Es hört sich nicht nur schwierig an. Nein. Es ist schwierig, aus seinen Gewohnheiten und seinem liebgewonnen Trott auszubrechen. Aber nur du kannst an deiner Situation was ändern und musst aktiv werden.

Raus aus der Komfortzone. Raus in das reale Leben. Soziale Kontakte knüpfen (auch mal unbequeme, darüber lernt man viel über sich selbst. Aber auch viele andere neue Leute kennen). Neues ausprobieren. Und wenn es eine dieser Freizeitapps ist, wo man sich gerne zum Essen verabredet. Ist für den Anfang mega einfach. Nur der innere Angsthase hindert einen

Wünsche dir viel Erfolg (hier ich: seit über fünf Jahren Single und mittlerweile wieder einem Freundeskreis)
****Wo Paar
2.998 Beiträge
Zitat von ****ody:
Als Mann sollte man keinesfalls Bedürftigkeit durchsickern lassen.
Ich weiß was du meinst, kann es aber so nicht stehen lassen....
Entweder ist man Bedürftigkeit oder nicht.
Sie zu verstecken ist nichts anderes als Täuschung und somit sehr früher Betrug.
Sich mit seiner Bedürftigkeit auseinander zu setzen wird deutlich nachhaltiger sein, kostet aber mehr Zeit...
(Er)
****Wo Paar
2.998 Beiträge
@****uss
Ne Menge gute Ideen wurden geäußert. Doof nur, dass diese nicht aus deinem Inneren kommen, denn sonst hättest du sie schon in Angriff genommen.
Du bist momentan so, wie deine Gedanken es dir ermöglichen. Was dir vermutlich gut tut ist ein "Spiegel", denn der kann dir bei der Korrektur deines Weges behilflich sein, denn dein Autopilot führt gerne mal auf die alten Wege zurück.
Wird mit großer Sicherheit der schnellere Weg sein, vorausgesetzt ihr findet eine vertrauensvolle Ebene.
(Er)
*****xie Mann
290 Beiträge
Zitat von ****uss:

[...]
Deshalb meine Fragen an euch:
– Wie habt ihr neue Nähe gefunden, wenn ihr keine „klassischen“ sozialen Orte habt?
– Was hat euch geholfen, aus der Einsamkeit wieder in echte Verbindung zu kommen?
– Gibt es Wege, wie man als ruhiger, zurückgezogener Mensch trotzdem Anschluss findet?

Ich suche nicht den nächsten schnellen Flirt. Ich suche echte Gespräche, neue Perspektiven und vielleicht ein wenig Hoffnung.
Danke, wenn ihr was dazu sagen wollt.

Ich kann Dich in Deinem Wunsch gut nachvollziehen. Alleinesein ist schön, wenn man es will. Nicht, wenn man es muss.

Auf einer sehr pragmatischen Ebene würde ich nach Orten suchen, an denen ich mit einiger Wahrscheinlichkeit Menschen antreffe, die so sind wie ich. Für was interessierst Du Dich? Zu nahezu jedem Hobby/Interessensgebiet gibt es Vereine, Treffs oder Diskussionsgruppen. Alleine hier in Joy sind, auch außerhalb sexueller Themen" verschiedene Gruppen vorhanden, die sich auch real treffen.

Ebenfalls aus pragmatischer Sicht würde ich meine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. "Tiefgehende Gespräche" sind etwas wunderbares, ich würde aber zuerst mit "Gesprächen" anfangen. Freundschaften brauchen Zeit, um zu entstehen.

Man kann auch im rein virtuellen Raum Kontakte mit Menschen aufbauen (nicht nur schreiben, auch telefonieren oder sich visuell im Videocall sehen). Über entsprechende Internetforen (z.B. Joy *zwinker* ) zu Hobbys, gesellschaftlichen Themen, Wissenschaften und Forschung usw. lassen sich Gleichgesinnte finden. Natürlich besteht die Gefahr, dass man sich in den Weiten des Internets verliert. Vor über 15 Jahren habe ich dadurch in einem Sportforum sehr nette Menschen kennengelernt; mit einem bin ich immer noch befreundet (natürlich haben wir uns irgendwann auch mal real auf ein Bierchen getroffen und telefonieren auch regelmäßig miteinander).

Wo Du leider nicht drumherum kommen wirst ist, dass Du hier in irgendeiner Form die Initiative ergreifen musst. Und auch falls Du dabei öfter Desinteresse bei den anderen erlebst, dann darfst Du Dich davon nicht zurückwerfen lassen.

Was vielleicht auch nicht ganz einfach zu sagen ist: ist es eine Energie, die Dich jetzt antreibt und Dir helfen will, dass Du Dich weiterentwickelst und wieder auf Menschen zugehst? Dann würde ich dem folgen. Oder ist es eher eine Übersprungshandlung und es würde Dir gut tun, wenn Du der Enttäuschung und der Verletzung und der Trauer mehr Raum gibst. Dann würde ich Tempo rausnehmen und mich fragen, ob ich schon einen neuen Lebensentwurf habe, wenn der alte nicht mehr existiert.

Weniger direkt umsetzbar, aber für mich ein wichtiger Leitgedanke: statt sich zu fragen wo man andere Menschen trifft, ist es wichtiger darauf zu achten, dass man zu dem Menschen wird, den andere gerne kennenlernen möchten. Nach langen Jahren die Situation in einer Beziehung ist das erst einmal ein längerer Weg des Ausprobierens und des sich neu Findens.

Ich drück' Dir die Daumen!

Viele Grüße
Ataraxie
**********sDown Frau
89 Beiträge
Du kannst dir zB eine JC Gruppe suchen, die auch reale Stammtischtreffen macht. Da triffst du schon mal Gleichgesinnte, Leute mit ähnlichen Themen und die Gruppen sind idR sehr offen für Neuzugänge.

Ansonsten:
Gefalle dir selbst am besten, hör dir zu, wohin es dich treibt, geh los und folge dir auf deinem Weg.
Verarbeite deine Trennung erst einmal und denk darüber nach, was du wirklich möchtest.
Ich gehe auch nicht in Clubs oder auf Partys, aber nicht weil ich es nicht möchte, sondern weil es alleine keinen Spaß macht und mir der passende Part dazu fehlt. Aber im Moment, kann ich darauf verzichten.
Aber auf was ich nicht verzichten kann, sind ein Freundeskreis.
Wenn du Freunde hättest, würde das nicht nur für Ablenkung sorgen, sondern du hättest jemanden zum reden, Austausch und für gemeinsame Aktivitäten.
Du musst unter Leute,den das Leben besteht nicht nur aus arbeiten. Was nützt dir ein Haus,wenn es nicht mit Personen gefüllt ist, die du liebst.
Es mag dein Traum sein, aber nicht jede, wird diesen mit dir teilen. Weil ein Haus bedeutet Arbeit und Verpflichtungen.
Aber nur du allein musst deinen Weg finden und diesen beschreiten.
Dafür wünsche ich dir viel Kraft, Energie, aber auch den Mut für den ersten Schritt zur Veränderung und Erfolg das umzusetzen, was dich letztlich glücklich macht
*******ller Frau
6.821 Beiträge
in ein neues Leben zu finden, kann man unter den bei dir genannen Umständen fast genauso betrachten, wie die eigenhändige Sanierung eines Gebäudes

a
dauert es

b
kein leichtes Unterfangen

c
du wirst völlig neues machen müssen


.................

kaum ein Weg geht daran vorbei, dass man in so einer Situation wieder #Netzwerken muss
(wenn man nicht allein sein/bleiben will)

zuerst aber ist mal der Kummer zu überwinden
der zehrt viel Kraft



es gibt mittlerweile auch reine Freizeitapps (verschiedene)
da kommt man im nahen Umfeld/Wohnort auch schon in Kontakt mit Menschen unter vielfältigen Möglichkeiten und mit Aktivitäten (alles was in die Freizeit passt und auch wo Menschen gezielt nicht allein sein wollen)
das wäre erstmal der einfachste Einstieg, ohne Druck
die funktionieren mittlerweile auch gar nicht mal so schlecht
*******us79 Paar
84 Beiträge
Jetzt ist die Zeit für das "ICH", statt für das "WIR". Nutze sie, denn auch das wird vorübergehen.

Ich bin damals sofort zu neu.de - hatte am übernächsten Tag ein Date. Die süße Frau hat einen richtigen Satz zu mir gesagt, während wir uns trafen: "Du bist noch nicht soweit, Du willst nur Ersatz. Und dafür bin ich die Falsche." Wie recht sie hatte, konnte ich damals überhaupt nicht begreifen.

Ich ging wie ein geschlagener Hund nach Hause. Keine Freunde. Kein "WIR" mehr, und auch keine Möglichkeit das wiederherzustellen.

Nimm Dir die Zeit. Vereinbare einige Treffen über die üblichen Plattformen. Und wenn es nur zum Quatschen ist - ohne Ziel.

Und wenn die Zeit reif ist, findest Du vielleicht ein "WIR" oder sie kehrt zurück und ihr versucht es nochmal. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt.

Alles Gute! Du bekommst das hin. 😀
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