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Antonias Zirkel - neues Buch / Leseprobe Teil 1

*********rcuma Paar
27 Beiträge
Themenersteller 
Dieser Beitrag wurde als FSK18 eingestuft.
Zur Freischaltung

**********tract Paar
140 Beiträge
Und das ist das Beste, was Ihr die letzten Jahre im Bereich Erotik gelesen habt?

"Diese Story ist klug geschrieben, schön formuliert, spannend noch dazu. Von sehr bildlicher Sprache und pornografisch sexy."

Wir für unseren Teil können nichts davon in dieser Geschichte wiedererkennen. Sie liest sich zäh und extrem trivial, sowohl im Schreibstil, als auch in der Wortwahl. Kopfkino nicht vorhanden.

Aber vielleicht habt Ihr ja einen anderen Geschmack oder andere Vorteile im Sinn, das der Ersteller der Geschichte Euch so großzügig die Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben hat.... *grins*. Normal sollte es auch üblich sein, das man aus Copyright-Gründen hier auch nur seine eigenen Geschichten veröffentlicht
erhebende 11 Zentimeter...
*****a99 Frau
4.475 Beiträge
Zitat von **********tract:
Normal sollte es auch üblich sein, das man aus Copyright-Gründen hier auch nur seine eigenen Geschichten veröffentlicht
Sie wurde ja auch vom Autor hier eingestellt - sieht man am Nick. Der JOYclub postet keine Storys hier im Forum.
**********tract Paar
140 Beiträge
Zitat von *****a99:
Zitat von **********tract:
Normal sollte es auch üblich sein, das man aus Copyright-Gründen hier auch nur seine eigenen Geschichten veröffentlicht
Sie wurde ja auch vom Autor hier eingestellt - sieht man am Nick. Der JOYclub postet keine Storys hier im Forum.

Stimmt offensichtlich nicht... lies einfach den Text

"Wir durften kürzlich den Autor kennenlernen und bekamen die Erlaubnis, den folgenden Text öffentlich zu machen.
Also: viel Vergnügen beim lesen.

Und wer wissen möchte, wo das Buch zu bekommen ist: Schreibt einfach eine kurze PN an uns.
"
erhebende 11 Zentimeter...
*****a99 Frau
4.475 Beiträge
@**********tract
Der Nick des Einstellers ist Chili_Curcuma und nicht der JOYclub. Noch mal: Der JOYclub postet hier keine Geschichten! Wenn der JOYclub ein Buch vorstellt, dann im Joy-Magazin und niemals hier, das kann nur der Autor selbst.

Zitat von **********tract:
Schreibt einfach eine kurze PN an uns.
Damit ist das Paar Chili_Curcuma gemeint.

Dieses "Vorwort", in dem das Buch so gelobt wird, ist die Meinung von jemandem, der das ganze Buch gelesen hat und hätte von Chili_Curcuma auch als solches gekennzeichnet werden müssen.
Profilbild
*******herd Mann
54 Beiträge
Die Leseprobe beginnt ja erst so mit Seite 10. Es ist daher nicht so einfach, ein Feedback zu geben. Ich versuche es trotzdem mal.

Die Leseprobe bietet einen Einblick in einen Tag im Leben eines Paares, wobei berufliche Herausforderungen und zwischenmenschliche Dynamiken im Mittelpunkt stehen. So verstehe ich es.

Originalität und Stil: Die Geschichte nutzt eine direkte, unmittelbare Erzählweise, die den Leser durchaus schnell in die Handlung einführt. Die Dialoge sind realistisch und tragen zur Entwicklung der Charaktere bei.

Charakterentwicklung: Obwohl die Leseprobe kurz ist, gelingt es euch, die Hauptfiguren durch ihre Interaktionen und Gespräche lebendig wirken zu lassen. Ihre unterschiedlichen Reaktionen auf den beruflichen Misserfolg bieten Einblick in ihre Persönlichkeiten.

Handlung und Spannung: Die Geschichte konzentriert sich stark auf den Alltag und die beruflichen Schwierigkeiten der Hauptfigur. Obwohl die Handlung realitätsnah ist, könnte mehr dramatische Spannung oder Wendungen die Leser weiter fesseln.

Sprachliche Gestaltung: Die Sprache ist klar und verständlich, unterstützt die Atmosphäre der Geschichte gut. Es fehlen jedoch manchmal die tieferen poetischen Elemente oder metaphorischen Nuancen, die eine Geschichte noch bereichern könnten.

Gesamturteil: Die Leseprobe bietet einen realistischen Einblick in die Herausforderungen eines Arbeitstages und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit etwas mehr Entwicklung der Handlung und der Charaktere sowie einer Nuancierung der Sprache könnte sie noch stärker beeindrucken.
*********rcuma Paar
27 Beiträge
Themenersteller 
Antonias Zirkel - neues Buch / Leseprobe Teil 2
Ein kleines Vorwort von uns zum zweiten Teil:

Auch im zweiten Kapitel steigen wir erst etwas später ein, in der Hoffnung, dass damit trotzdem nicht zu viel von der Geschichte verloren geht, aber sonst wird es vielleicht doch zu lang.
Nachdem im ersten Teil ja eigentlich nur die Hauptpersonen und ihre „Alltagsthemen“ vorgestellt wurden, betritt hier neben Anderen mit Antonia auch die titelgebende Figur die Bühne und jene Ereignisse, die das Leben der Hauptfiguren verändern werden, kündigen sich an.


Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 2

Mein Tageswerk war erledigt und um die Wartezeit zu füllen, öffnete ich unser Profil im Sado-Maso-Chat. Ich sah mir die nach Postleitzahlen sortierte Rubrik Kontakte an. Eine Anzeige fand sofort meine Aufmerksamkeit. Unter dem Pseudonym Der Zirkel suchte ein Paar weitere Paare zum Aufbau eines kleinen BDSM-Kreises. Eine kleine, feste Gruppe sollte gefunden werden, um auf der Basis von Vertrauen Spiele ohne Grenzen zu schaffen. Das ansprechende Profil mit seinen wenigen ästhetischen Bildern war alleine schon einladend. Daß der Text keine Einschränkungen enthielt und als Basis nicht die üblichen Phrasen von Interessengleichheit, Ehrlichkeit oder Diskretion in den Vordergrund stellte, sondern Vertrauen zur Grundlage erklärte, sprach mich an.
Ich antwortete sofort.
Wenige Wochen später standen wir vor der Tür eines einfachen verschieferten Fachwerkhauses, wie sie im Bergischen Land so häufig zu finden sind. Es war schon lange dunkel. Ein feiner Nieselregen fiel. Schon auf dem Weg zu der Adresse hatte ich eine leichte Aufregung gespürt und mir selbst erklärt, daß es doch erst mal nur um ein Kennenlernen gehen würde. Als wir vor der Tür standen und Britta auf den Klingelknopf drückte, steigerte sich das Gefühl noch einmal. Als die Tür sich öffnete, drang kaum Licht aus dem beleuchteten Flur. Die Gestalt, die uns aufmachte, füllte den Türrahmen nahezu aus.
»Ihr müßt Britta und Tom sein, willkommen in Tonis Refugium.«, sagte er, drehte seinen massigen Körper zur Seite und machte mit den Händen eine einladende Geste. Er trug ein schwarzes Shirt und eine Lederweste darüber, auf der das Harley Davidson Logo aufgenäht war. Der stark behaarte Arm, der einladend in den Flur wies, war vom Handgelenk bis zum Ärmel mit so vielen Tattoos bedeckt, daß ich im ersten Moment glaubte, er hätte ein langärmeliges Shirt an. Die Finger seiner großen Hand waren von Nikotin leicht gelb verfärbt. Er schloß die Tür und reichte uns seine Hand zur Begrüßung. Der Händedruck war erwartungsgemäß.
»Ich bin Udo, Tonis Lebensgefährte«, stellte er sich mit tiefer Stimme vor, nahm uns Schal und Mäntel ab und bat uns, ihm zu folgen. Er öffnete eine Tür, die über eine ausgetretene Natursteintreppe in den Keller des Hauses führte. Dort betraten wir einen beeindruckenden Raum. Die unverputzten Steine der Wände, die großen Natursteinplatten auf dem Boden, die schmiedeeisernen Gitter vor den Kellerschachfenstern, ein offener gemauerter Kamin am Durchgang zu einem weiteren Zimmer, der mächtige Tisch aus dunklem Holz, das gewaltige antike Sideboard und vor allem der Sitzplatz am oberen Ende dieser Tafel ließen den Raum ein wenig wie einen mittelalterlichen Rittersaal wirken. Dieses schwere und mit unzähligen Schnitzereien verzierte Teil mit wuchtigen Armlehnen und einer erhöhten Sitzfläche war vielmehr ein Thron als ein Stuhl, geschaffen um Präsenz zu schaffen. Wandlampen spendeten indirektes Licht. In kleinen Wandnischen standen Kerzenleuchter. Ritterschilde oder Freimaurersymbole sah ich keine, aber an den Wänden hingen große schwarz-weiß Fotografien in barocken vergoldeten Rahmen. Sie zeigten Menschen beim Sex. Keine Aktfotos, sondern BDSM-Motive mit gefesselten Körpern und kunstvoll fotografierte Geschlechtsteile im Nahkampf, pornografische Fotografien von ungewohnter Ausdrucksstärke und Schönheit.
Die meisten dieser Bilder zeigten Frauenkörper. Auf einer der Aufnahmen war ein Mann zu sehen, aufrecht stehend und von unten fotografiert. Vor ihm eine kniende schöne Frau mit weit aufgerissenem Mund. Direkt vor ihrem Mund war sein erigierter Schwanz und das Bild vermittelt, wie sich jeden Moment ihre Lippen um dieses Teil schließen würden, wie das in ihr eintauchen würde. Von einem Schwanz oder gar Penis zu reden wäre allerdings unangebracht bei diesem gewaltigen Ding, dessen Haut an Schaft und Hoden viel dunkler als die des restlichen Körpers war, der von einem Geflecht stark heraustretender Venen durchzogen war, die durch Licht und Schatten auf dem Foto noch betont wurden. Mein Blick blieb an diesem Bild hängen. Ich betrachtete dieses gewaltige Ding. Direkt vor den Lippen der Frau war die viel zu platte Spitze einer zum Schaft leicht verdrehten Eichel zu sehen, die scheinbar niemals in ihren Mund passen würde. Höher auf dem Bild erkannte ich Udo, seinen massigen behaarten Körper, die Tattoos, sein bärtiges Gesicht, seinen haarlosen Kopf. Dieser Kerl war schon an der Eingangstür eine Erscheinung. Sein Schwanz war es auch, er war furchtbar. Furchtbar häßlich und furchtbar imposant.
Die Erscheinung trat zwischen mich und das Bild und sagte:
»Wir haben die Kellerräume in den letzten Jahren renoviert und umgebaut. Das hier waren ursprünglich zwei Räume und ein Flur. Heute ist es der große Versammlungsraum. Hier an der Tafel finden mühelos achtzehn Leute Platz.«
»Da habt ihr euch aber sicher viel Arbeit gemacht. Das sieht fantastisch aus.«, meinte Britta, woraufhin er fortfuhr und erzählte, wie sie monatelang Fliesen vom Boden geschlagen und Putz von den Wänden geholt hatten, wie sie Mauern entfernt und Rundbögen in den Durchgängen gemauert hatten.
Er bot an, uns die weiteren Räume zu zeigen und wir folgten ihm. An dem Durchgang neben dem Kamin öffnete er zwei hölzerne Flügeltüren. Dahinter war ein ähnlich großer Raum, in dessen Zentrum sich eine mit satinglänzendem Stoff bezogene Spielwiese von bestimmt vier mal vier Metern Größe befand. An den Wänden waren in regelmäßigen Abständen schwere rostige Stahlringe befestigt, wie in einem Stall zum Anbinden von Pferden. Auch von den Holzbalken der Decke hingen Haken und Ringe herab. Ein Andreaskreuz an einer Wand, ein Strafbock in einer Ecke und weitere kleine Details ließen keinen Zweifel, wofür dieser Raum gedacht war.
Der nächste Raum war nicht halb so groß wie die Vorherigen. Auffälligstes Detail war eine geflieste Vertiefung gegenüber dem Eingang, über der sich ein Wasserhahn und ein Duschschlauch befanden. Auch hier gab es die Ringe an den Wänden. Mir fehlte die Vorstellungskraft, welchen Zweck dieser Raum haben sollte, zumal das nächste Zimmer bald ebenso groß war und ein Bad mit Dusche, Toilette und Bidet beherbergte. Anders als in den vorherigen Räumen gab es in dem Badezimmer eine helle Beleuchtung. Ein Schlauch direkt neben der Toilette mit einem Edelstahlstab am Ende fand meine Aufmerksamkeit. Udo bemerkte meinen fragenden Blick.
»Kennt ihr das nicht? Damit können sich Gäste vor einem analen Spiel den Darm reinigen.«, erklärte er.
Natürlich, dachte ich und kam mir vor wie ein Anfänger. Auch der letzte Raum war nicht sehr groß und neben einem kleinen Schrank und weiteren Fotografien an den Wänden beherbergte er nur ein Doppelbett.
»Der persönliche Bereich, in dem sich Paare während eines Treffens zurückziehen können, wenn sie Zeit für sich alleine wünschen.«, erklärte Udo.
Auf dem Weg zurück in den Versammlungsraum sagte er, daß es oben im Haus mehrere Gästezimmer gäbe, in denen alle Besucher Platz zum Übernachten finden würden.
Zurück am Ausgangspunkt unseres Rundgangs erwartete uns eine große und sehr schlanke Blondine in einem dunkelbraunen Buisenes-Kostüm. Elegant, steif und streng wirkte sie, wie sie den linken Arm auf der Armlehne des Throns und den Rechten in die Hüfte gestemmt dort stand.
»Tom und Britta. Schön, daß ihr hierhin gefunden habt. Verzeiht, daß ich euch erst jetzt begrüße. Ich war länger im Büro. Ich hatte auch noch keine Zeit, mich umzuziehen.«, sagte sie in Anspielung auf ihre Kleidung und erkundigte sich, ob Udo uns bereits alles gezeigt hätte. Anschließend forderte sie uns auf, uns zu setzen und fragte, ob wir gerne etwas trinken würden. Britta fragte nach einem Moscow Mule, ich nach einem alkoholfreien Bier, woraufhin Toni in die Hände klatschte. Brittas Augen weiteten sich, als sie eine Gestalt in einem Frack und mit einem Tablett in der Hand den Raum betreten sah. Dieser sicher achtzigjährige Mann wirkte, wie sich Menschen einen altmodischen Butler vorstellen. Gleichzeitig erinnerte er mich an Richard O Brian als Riff Raff in der Rocky Horror Picture Show. Er war sehr groß und schlank, die Wangen in seinem Gesicht eingefallen, die Augen tief in den Höhlen. Seine schütteren weißen Haare reichten bis zur Schulter, bedeckten aber anders als bei Riff Raff noch den ganzen Kopf, der auf einem Hals über einem leichten Buckel ruhte. Toni gab unseren Getränkewunsch an James weiter. Ich wußte, daß sein Name nicht James war, daß sein Name aber auch nicht von Belang sein würde. Bald darauf kam Riff Raff mit den Getränken zurück, stellte zuerst die kupferne Tasse mit dem Moscow Muel vor Britta ab, schenkte mir ein alkoholfreies Bier und unseren Gastgebern einen Brunello die Montalcino ein. Danach brachte er noch eine kleine Käseplatte und Ciabatta, bevor er sich wieder zurückzog.
Toni trank einen Schluck, bevor sie zu reden begann:
»Bevor ich euch geschrieben habe, habe ich euer Profil im Sado-Maso-Chat lange studiert und mich natürlich gefragt, ob ihr zu diesem Zirkel passt. Wir sind jetzt seit Jahren in der BDSM Szene unterwegs, haben keinen Club und keine Veranstaltung ausgelassen, doch die Begrenztheit dort hat uns veranlasst, eine kleine Gruppe vertrauenswürdiger Menschen zu finden, die ohne die üblichen Grenzen spielen können. Nach eurem Profil könnte das bei euch passen, doch jetzt erzählt mal, was ihr erwartet, was ihr euch wünscht und wo eure Tabus sind.«
Britta sah mich an, und nickte mir ganz leicht zu. Ich sollte reden und ich sagte:
„Das mit den Grenzen und Tabus ist es, was uns bei eurem Text angesprochen hat. Wir wollen uns nicht auf Grenzen festlegen und Erwartungen formulieren. Seht, wir haben in den letzten Jahren einige Paare zu uns eingeladen, auch mal Solomänner. Auch kleine Partys veranstalteten wir bei uns zu Hause, doch immer haben wir den Rahmen gesetzt, haben das Drehbuch geschrieben. Dabei sind wir zwangsläufig innerhalb unserer Grenzen und Vorstellungen geblieben. Gerade das wollen wir hier nicht.«, erklärte ich ihr.
»Und ihr habt keine Tabus?«, fragte sie und Britta reagierte:
»Doch sicher haben wir Tabus, Verletzungen oder Praktiken, die eindeutig gegen Gesetze verstoßen sind tabu. Kaviar ist ein totales Tabu, das finde ich völlig widerlich. Das ginge gar nicht. Ich bin sicher nicht bisexuell, habe aber schon Frauen geküßt, berührt und mich lecken lassen. Ich kann mir Natursekt nicht vorstellen, aber es ist kein völliges Tabu. Es funktioniert als Fantasie und ich möchte gar nicht ausschließen, auch so etwas zumindest mal zu probieren. Wenn es gar nicht geht, kann ich es dann immer noch auf die Tabuliste setzen.«, sagte Britta mit einem Lächeln.

Ich erreiche die Hauptstraße und überlege kurz nach links weiterzugehen, entscheide mich aber anders und folge dem Weg Richtung Felder. Eine Straße weiter klingt Musik von Neşet Ertaş aus dem Innenraum eines geparkten Autos. Innen ist Licht an, aber sehen kann ich nichts, da die Scheiben beschlagen sind. Ich gehe weiter, bis aus der Asphaltstraße ein Schotterweg wird. Schwach dringen noch Geräusche aus der Stadt zu mir. Nur das ewige Hintergrundrauschen der osteuropäischen Lastwagen auf der entfernten Autobahn bleibt. Das Streulicht der Stadt genügt, um trotz der Dunkelheit den hellen Schotter des Weges aus der Umgebung auszumachen. Nichts lenkt meine Gedanken mehr ab, die wieder zu dem ersten Treffen mit Toni und Udo zurückkehren.
Es hatte etwas von einem Vorstellungsgespräch. Ich kann nicht sagen, ob es an Tonis Kostüm oder Udos Erscheinung lag oder an ihren Fragen, spürte aber die anhaltende Nervosität. Die gab es nicht nur bei mir und Britta, denn während wir sprachen, füllten unsere Gastgeber den Aschenbecher auf der Tafel mit erstickten Selbstgedrehten. Wir wechselten irgendwann zu alltäglicheren Themen. Sie fragten, was Britta und ich beruflich machen und erzählten auch etwas über sich. Toni sprach von ihrem Job als Chefsekretärin in einem großen internationalen Konzern und von Urlauben in ihrem Ferienhaus auf Gran Canaria. Udo erzählte, wie er seine Leidenschaft für Harley Davidson Motorräder zum Beruf gemacht hatte und heute ein Motorradgeschäft mit Werkstatt betreibt. Während ich ihm zuhörte, dachte ich, was sie doch für ein unterschiedliches Paar sind und fragte mich, ob Udo auch in diesem Haus wohnen würde? Gefragt habe ich nicht. Bevor wir nach zwei Stunden gingen, sagte Toni, daß sie bereits ein Pärchen für den Zirkel gefunden hätte und sich bald bei uns melden würde, um uns mitzuteilen, ob auch wir aufgenommen würden.
Wir wollten schon aufstehen, als sie fragte, wie wir es denn mit Kondomen halten würden. Die große Aids-Panik hatten wir lange abgelegt. Wir trieben es AO, wie das auf neudeutsch heißt. Also All Out, Alles Ohne, oder altmodisch ausgedrückt ohne Gummi. Das sagte Britta nicht in dieser Weise, sondern daß wir mit Kondomen kein Problem hätten, ohne aber auch nicht. Ob wir Medikamente nehmen würden oder Drogen, wollte Toni noch wissen. Beides konnten wir verneinen. Ich wunderte mich über die Fragen.
Es vergingen Wochen und ich hatte die Geschichte schon fast abgeschrieben, als über den Sado-Maso-Chat die Nachricht kam, wir wären in den Zirkel aufgenommen. Ganz einfach, ohne Begründung, auch ohne Erklärung, was darauf folgen würde.
Die kam zwei Wochen später in Form einer Einladung über den Chat. Wir sagten zu und standen bald erneut vor dem verschiefertem Haus.
*********rcuma Paar
27 Beiträge
Themenersteller 
Antonias Zirkel - neues Buch / Leseprobe Teil 3
Zum dritten Teil der Geschichte braucht es kein großes Vorwort. Es ist die Fortsetzung des zweiten Kapitels.
Allen die es lesen mögen wünschen wir viel Vergnügen mit Antonias Zirkel, Teil 3:



Riff Raff erschien an der Tür, bat uns mit vollendeter Höflichkeit herein und nahm uns die Mäntel ab. Toni und Udo erwarteten uns im Versammlungsraum. Sie hatte dieses Mal ein elegantes langes Kleid an, daß ihre schlanke Figur perfekt betonte. Er trug eine schwarze Anzughose und ein dunkelrotes Hemd. Wir hatten kaum einander begrüßt, da führte James ein weiteres Paar in den Raum. Ich sah zu ihnen, begegnete ihrem Blick und war wie vom Blitz getroffen. Plötzlich verschwand die Welt um mich herum, sie wurde schlicht bedeutungslos und es gab nur noch diese Frau, die da plötzlich aufgetaucht war. Der Augenblick war winzig und magisch. Was auch immer auf biochemischer Ebene in solchen Momenten passieren mag, die Wirkung ist beeindruckend. Ich wußte sofort, ich will diese Frau, die da in einem ärmellosen, eng anliegenden Oberteil und engem kurzem Rock den Raum betreten hatte. Nachdem Toni sie und ihren Partner begrüßt hatte, reichte sie erst Britta und dann mir die Hand. Ich vermochte nichts zu sagen, sah nur in ihre grünen Augen und versuchte ein Lächeln. Ihr Mann folgte. Ich nahm seine leicht feuchte Hand und sah den Kerl an, der zu dieser Frau gehörte. Er trug Camp David Klamotten. Ich sah sein rundes Gesicht, seine braunen Augen, das schüttere dunkle Haar, den Drei-Tage-Bart und etwas tiefer ein hellblaues Camp David Poloshirt. Ich fragte mich, was ihn für sie begehrenswert machen könnte. Seine warme und feuchte Hand brachte einen festen Händedruck zustande. Er hielt meinem Blick lange stand, bevor er meine Hand losließ und sich abwandte.
Wir setzten uns an die Tafel. Toni informierte, daß noch jemand erwartet würde und bat die beiden, sich kurz selbst vorzustellen. Er begann und sagte knapp:
»Ich bin Andreas, vierundvierzig Jahre alt, eins achtzig groß, zweiundachtzig Kilogramm schwer und Versicherungsmakler von Beruf.«
Sie folgte ihm und sagte:
»Ich heiße Steffi und bin so gespannt, was uns hier erwartet. Als wir das im Forum des Sado-Maso-Chat gelesen haben, haben wir gleich geschrieben. Wir gehen schon seit längerer Zeit immer wieder in einen Club, aber so ein privates Treffen hatten wir noch nie. Ach ja, ich arbeite als Trainerin in einer Reha Klinik und wir haben zwei Töchter im Teenie Alter, die vermutlich jetzt gerade die sturmfreie Bude nutzen.«
Nach ihrer Vorstellung sah sie zu Udo, der sich eine Zigarette drehte und fragte, ob sie rauchen dürfe.
»Aber bitte, natürlich kannst du hier rauchen.«, antwortete er und schob den Aschenbecher näher zu ihr rüber.
Steffi holte eine Schachtel John Player aus ihrer Handtasche und steckte sich eine an. Sie hatte die Zigarette noch nicht zu Ende geraucht, da führte James den letzten erwarteten Gast herein. Ein großer und kräftiger Mann mit blonden Haaren und tiefen Geheimratsecken nahm mir gegenüber Platz. Toni begrüßte ihn und bat auch ihn, sich selbst vorzustellen. Er stellte sich als Thilo vor und begann damit, daß er Pädagoge sei, Lehrer an einem Gymnasium. Er habe einen Sohn aus einer vergangenen Ehe, sei aber schon lange geschieden und seitdem solo. Ich fragte mich, ob aus Überzeugung oder Mangel an Gelegenheit, aber er führte das auf seine Neigungen zurück, wie er es ausdrückte. Er stehe seit seiner Pubertät auf Damenwäsche, habe einen Fußfetisch, liebe Natursekt und wäre passiv bisexuell. Außerdem liebe er es, einer Herrin zu dienen. So hoffe er, dem Zirkel seine Dienste anbieten zu können, sei aber außerdem für ganz neue Erfahrungen offen, schloß er seinen Vortrag. Toni bat auch Britta und mich, uns noch mal kurz vorzustellen. Dann sagte sie:
»Wunderbar, damit haben wir alle schon mal einen kleinen Eindruck voneinander. Kommen wir zu den Formalitäten. Ich habe zwei Erklärungen vorbereitet, die ihr mir bitte unterschreibt. Die erste betrifft gesundheitliche Fragen. Darin erklärt ihr, ob ihr einen Herzschrittmacher tragt, Allergien habt, Medikamente nehmt und andere Fragen zu eurer Gesundheit. Anschließend findet ihr noch einen Text, in dem ihr erklärt, euch über gesundheitliche Risiken bewußt zu sein und daß ihr die Mitglieder des Zirkels von jeder Haftung außer grober Fahrlässigkeit befreit. Die zweite Erklärung ist eine Verpflichtung zur Schweigepflicht. Darin unterschreibt ihr, daß nichts, was ihr hier über andere Teilnehmer erfahrt, an Dritte weitergebt. Außerdem erklärt ihr euch einverstanden, daß unser James bei den Treffen anwesend ist und Fotos macht. Ihr könnt seine Arbeiten hier an den Wänden sehen, die Bilder sind alle von ihm. Ihr werdet selbst nach jedem Treffen Abzüge oder ein kleines Fotobuch von ihm bekommen. In der Erklärung verpflichtet ihr euch, seine Urheberrechte anzuerkennen und die Bilder niemals Dritten zugänglich zu machen.«

Ich trete aus dem Dunkel des kleinen Wäldchens heraus, daß ich gerade durchquert habe und denke, daß ich das Phänomen James zu jenem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnen konnte. Er war später tatsächlich bei jedem Treffen anwesend. Er war dabei und doch nicht. Er bewegte sich zwischen den Körpern, machte mit seiner antiken Hasselblad ohne Teleobjektiv aus nächster Nähe Bilder. Er war mittendrin, und doch nahm ihn kaum jemand wahr, wenn er fotografierte. Erst wenn er seine Bilder zuhause in der Dunkelkammer entwickelt hatte und die Teilnehmer die Fotos betrachteten, zeigten sie sich erstaunt, hatten gar nicht bemerkt, wie das Objektiv des Butlers sie eingefangen hatte.
Ein Stück hinter dem kleinen Wald ist eine halb eingefallene Scheune, deren Umrisse sich in der Dunkelheit abzeichnen. Dahinter wendet sich ein Weg nach links, der heimwärts in die Stadt führt. Ich nehme ihn und meine Gedanken kehren wieder zu jenem Treffen des Zirkels zurück.

Da war James - Richard O'Brian - Riff Raff, der die Zettel verteilte und sie unterschrieben auch wieder einsammelte. Danach forderte Toni uns auf, die Kleidung abzulegen und uns an der Wand aufzustellen. Als alle komplett nackt waren und vor der Mauer standen, trat sie vor uns.
»Zeit für eine kleine Betrachtung, wir wollen doch sehen, mit wem wir bald intim werden.«, sagte sie und präsentierte sich.
Ich betrachtete ihre schlanke, aber untrainierte Figur, die kleinen und etwas hängenden Brüste, ihr schönes Gesicht mit dem kleinen Muttermal über der linken Oberlippe. Wie Udo trug sie mehrere Tattoos, allerdings nicht an Armen, Hals oder anderen gut sichtbaren Orten. Auf ihrer Brust und auf dem rasierten Schambein waren kleinere Tattoovierungen. Umwerfend aber war, was sich zeigte, nachdem sie sich rumgedreht hatte. Der Kopf eines Drachen blickte zwischen ihren Schulterblättern nach unten, sein schuppiger Körper, mit feinen Linien schwarz gezeichnet, wand sich über ihren ganzen Rücken und ihre linke Gesäßhälfte. Der Schwanz des Drachens reichte dabei bis auf die Rückseite ihres Oberschenkels fast bis zur Kniekehle. In einem Geflecht aus feinen Linien, in der Form Federn ähnlich, daß den Drachen umgab und nahezu ihren gesamten Rücken und die Schultern bedeckte, befanden sich fünfblättrige rote Blüten. So gewaltig dieses Tattoo war, wirkt es leicht, fast verspielt und schön.
Toni bat Britta, als nächstes vorzutreten. So vertraut mir ihr Anblick war, gefiel es mir, daß die anderen meine schöne Freundin betrachten konnten, ihren perfekten Mund, die kleinen, festen und schön geformten Brüste, den flachen Bauch, den fantastischen runden Po, die schlanken Beine, ihre langen glatten Haare, die ihr ins Gesicht fielen, als sie sich rumdrehte. Für die Vorstellung hatte sie ihre schwarze Hornbrille abgenommen und auf dem Tisch liegenlassen, was ihr etwas von ihrem strengen Aussehen nahm.
Steffi war die Nächste und ich sah, daß sie nicht nur in ihrer Reha Klinik die Trainerin gab, sondern selbst auch im Fitnessstudio zu Hause war. Ihr Körper war nahezu perfekt. Ich betrachtete einen straffen Bauch, einen fantastisch geformten Po, definierte Muskulatur am ganzen Körper, dazu ein schönes gleichmäßiges Gesicht mit breiten Wangenknochen. Sie sah umwerfend gut aus. Ihren mittelgroßen Brüsten war das Stillen der Kinder anzusehen. Ein kleiner Makel, der mich nicht störte, sie aber sehr, wie ich später erfuhr.
Daß die Damen mit der Vorstellung beginnen sollten, war bestimmt kein Zufall, denn so standen die Männer bereits, bevor sie zur Betrachtung in den Mittelpunkt kamen. Daß Toni die Frauen aufforderte, den jeweils präsentierten Mann auch gemeinsam abzugreifen, verstärkte den Effekt noch. Udo trat als Erstes vor. Sein unanständig gewaltiger Schwanz stand, doch nachdem jede der Frauen ihn in die Hand genommen hatte, war er deutlich praller, traten die Venen noch stärker hervor. Nach ihm war ich dran und mir ging es wie ihm. Die Hände der drei Frauen auf meiner Haut und an meinem Schwanz, sie verfehlten ihre Wirkung nicht. Es machte mir wenig, meinen Körper zu zeigen, doch die Art der Zurschaustellung verunsicherte mich einen Moment lang. Thilo trat als Nächstes vor. Die Berührungen ließ er sich ausdruckslos mit gesenktem Haupt gefallen, sie gefielen ihm aber offensichtlich. Zu meiner Überraschung hatte er einen großen und schönen Schwanz von einem Format wie mein eigener. Ich wußte nicht warum, hatte ihn aber kleinschwänzig erwartet. Zuletzt kam Andreas an die Reihe. Selbstsicher stand er da, nahm die Hände der Frauen auf seinem trainierten Körper, den nur ein kleiner Bauchansatz störte, als wäre es ein Privileg für die Damen, ihn berühren zu dürfen. Sein zwar langer, aber relativ dünner und stark nach oben gekrümmten Schwanz zeigte sich in voller Pracht, als Britta, Toni und Steffi ihn abgriffen.
**********hen70 Frau
15.243 Beiträge
Liest sich wie Trivialliteratur.
Und leider wird Gruppensex mit BDSM verwechselt. Da werden die Zielgruppen sehr enttäuscht sein.
*********rcuma Paar
27 Beiträge
Themenersteller 
Eigentlich wollten wir nicht kommentieren, aber nun mögen wir doch mal kurz.
Von - macht kein Kopfkino- bis -Gruppensex mit BDSM verwechselt- : interessante Beurteilung gleich am Beginn der Geschichte, so 200 Seiten vor ihrem Ende.

Und unter Trivialliteratur scheint auch verschiedenes zu verstehen zu sein. Laut Wikipedia sind die Merkmale:
Trivialliteratur widmet sich meist großen Themen wie Liebe, Tod, Abenteuer, Verbrechen, Familie oder Krieg, behandelt die Themen aber in einer vereinfachenden, klischeehaften und oftmals die Vorstellung einer „heilen Welt“ verklärenden Weise. Triviale Texte sind in Sprache, Verständlichkeit und Emotionalität so strukturiert, dass sie den Erwartungen einer möglichst großen Leserschaft gerecht werden (indem sie dieser eine oftmals schöne, durchweg gerechte Welt mit klaren Unterscheidungen zwischen Gut und Böse vermitteln). Wesentliches Merkmal der Trivialliteratur ist – anders als die eher auf kritische Reflexion gängiger Vorstellungen und etablierter Denkweisenden setzende Hochliteratur – den Erwartungshorizont des Lesers nicht zu durchbrechen, was einer Bestätigung (Affirmation) seiner bestehenden Meinungen, Gesellschaftsbilder usw. gleichkommt.

Wenn diese Geschichte einer großen Leserschaft gerecht werden soll und klischeehaft eine heile Welt erzählt, haben wir etwas verpasst.
Aber gut, es muss ja nicht jedem gefallen und da scheinbar nur die, die zu mäkeln haben, schreibfreudig Kommentare abgeben, lassen wir es mit der Fortsetzung vielleicht besser sein?
*********rcuma Paar
27 Beiträge
Themenersteller 
Ein Vorwort von uns zum 4. Teil:

Eigentlich machte es Freude, etwas Schönes zu entdecken und mit anderen zu teilen.
Wenn das aber wie hier undifferenzierte und vernichtende Kritik hervorruft, ist es mit der Freude nicht mehr so weit. So haben wir uns angesichts der „Trivial“ und „kein Kopfkino“ Kritiker gefragt, ob unsere Wahrnehmung dieses Buches wirklich so verkehrt ist und ob wir die Geschichte hier überhaupt fortsetzen sollen.
Dazu noch der Hinweis von Sensual_Attract, dass man hier nur seine eigenen Geschichten einstellen dürfe.
Allerdings, es ist zwar nicht unsere Geschichte, aber Sensual_Attrackt liegt falsch, denn Joy schreibt zu diesem Forum: „....eure literarischen Projekte einstellen oder gute Bücher vorstellen „
Andererseits gibt es etwa von DanSheperd eine klügere Kritik und sowohl im Joy Club in PN's und vor allem in unserem privatem Umfeld sind die Reaktionen sehr schön.
Also haben wir entschieden, weiterzumachen und diese Woche die Geschichte von „Antonias Zirkel“ hier fortzusetzen.
Wir steigen nicht direkt am Anfang des dritten Kapitels ein und um es nicht viel zu lang werden zu lassen, haben wir auch 2 Absätze raus genommen.

Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 4


..........Zwölf Stunden später sitze ich im Büro und blicke auf den Bildschirm. Die PDF-Tabelle mit der Preisliste von Sprengler Medical vor mir enthält das angebotene Sortiment an chirurgischen Instrumenten. Coronascheren und Gefäßclips. Tiefer gescrollt sehe ich Einbringinstrumente, Zangen, Hammer, Wundspreizer, Implantate, Knochenplatten, Nadelhalter. Noch weiter unten stehen Scheren, Saugrohre, Klemmen, Pinzetten. Tumorpinzetten, Gefäßpinzetten, Herzklappenpinzetten. Pinzetten unterschieden in Typen, Größen, Materialien. Die Zeilen scheinen zu verschwimmen. Meine Gedanken schweifen ab. Ich blicke auf die Zeitanzeige am Monitor. Vierzehn Uhr dreiundzwanzig. Eigentlich ist es zu früh, um Feierabend zu machen, zwingende Aufgaben oder Termine gibt es heute aber nicht mehr. Ich logge mich aus dem Intranet aus, fahre den Computer runter und packe meine Aktentasche. Der Sekretärin sage ich, daß ich auswärts etwas zu erledigen habe und in zwei Stunden wieder mobil erreichbar bin, aber nicht noch mal ins Büro komme. Sie fragt nicht nach, nickt nur und blickt zurück auf ihren Monitor.


….............



Mit einem Blick auf die Polar Vantage Pulsuhr beginne ich langsam zu laufen, trabe mit einem Puls von hundertzwanzig der Müdigkeit davon und der Erinnerungen in die Arme. Die führt mich wieder zum Zirkel.
Die erste Einladung zu einem Spieleabend kam im Mai als Postnachricht über den Chat. Ein besonderes Thema gab es nicht und es wurde, wie auch zu späteren Treffen, keine Kostenbeteiligung verlangt. Ein neues Mitglied stellt sich an diesem Abend vor. Micha war mit dreiundsechzig Jahren der älteste am Tisch, nicht sehr groß, von fast schlanker Figur, doch mit einem Körper ohne rechte Form. Bei seiner Vorstellung erzählte er, daß er seit Längerem getrennt lebe. Danach folgte ein kleiner Monolog über seinen Job. Der hat irgendetwas mit LKW zu tun, doch ich habe nicht genau hingehört. Bis er anfing, über seine Erfahrungen auf Rastplätzen und in Pornokinos zu sprechen, wo er sich über ein anderes Internetportal mit willigen passiven Typen verabreden würde, um seine Bisexualität auszuleben. Er stellt sich auch als dominant vor und ich fragte mich, ob der Zirkel eine Herrenüberschuß-Veranstaltung dominanter Männer werden würde. Den weiteren Abend erlebte ich wie die Miniaturversion eines SM-Clubs. Es war ein Pärchenspiel, bei dem andere zusehen. Toni hatte Udo am Andreaskreuz festgebunden und mit Reizstrom behandelt, wobei Thilo ihr zu Diensten war. Andreas hatte Steffi mit einem Ballknebel im Mund auf den Strafbock gebunden. Mit einer leichten Peitsche behandelte er ihren schönen Hintern, bis ihre Haut komplett gerötet war. Dann hockte er sich neben ihr Gesicht, sah sie an und forderte Micha mit einer Handbewegung auf, sie zu ficken. Der stieß ihr zuerst zwei Finger in die Spalte und fickte sie damit grob, bis sein kurzer, aber dicker Schwanz prall stand. Micha griff mit seinen Händen tief in das Fleisch ihres Hinterns und fickte sie wie ein Stier. Bald hingen seine rotblonden Haare feucht in der Stirn. Sein Ausdruck bekam etwas Angestrengtes, bevor er laut aufstöhnte und seinen Schwanz aus ihr zog. Er wichste das Teil noch einen Augenblick und spritze dann eine unvorstellbare Menge Sperma auf Steffis Rücken und Arsch. Ich konnte meinen Blick nicht lösen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Britta und ich waren an diesem Abend zu keinem öffentlichen Spiel bereit. Wir zogen uns in den kleinen privaten Raum zurück.
Ich hatte schon befürchtet, daß wir wegen unserer Zurückhaltung keine Einladung mehr bekommen würden, doch Wochen später zeigte das Postfach im Sado-Maso-Chat eine neue Nachricht von Der Zirkel an. Dieses wie auch das darauffolgende Treffen veränderten den Stil nicht. Paare spielten vor den Augen anderer. Thilo wurde manchmal als Zofe eingesetzt. Britta und ich kamen aber beim letzten Treffen aus der Deckung, als ich sie zusammen mit Toni an das Andreaskreuz band. Die Veranstaltungen waren schön, der Umgang miteinander respektvoll, die Atmosphäre bald vertraut. Die Vielfalt sexueller Praktiken war in der Anfangszeit nicht sehr groß. Sex, blasen, lecken, ficken, Analverkehr und vieles mehr, das gab es kaum, bis in den Sommerferien die Einladung zu einer DWT & Bi Party kam.

Ohne es zu wollen, habe ich das Lauftempo erhöht. Die Polar Vantage zeigt eine Herzfrequenz von hundertvierzig. Ich nehme etwas Tempo raus. Leise berühren die Laufschuhe den weichen Waldboden unter meinen Füßen. Im Schatten der Bäume ist es fast dunkel. Ein Mann mit einer Taschenlampe kommt mir entgegen. Neben ihm läuft irgendeine cremefarbene Kreuzung aus Golden Retriever und Pudel. Der Hund entdeckt mich und kommt freudig auf mich zugelaufen. Um nicht über das Tier zu stolpern, springe ich über ihn und raune dem Taschenlampenmann im Weiterlaufen verärgert zu, er solle seinen Köter an die Leine nehmen. Sein wütendes Geschimpfe höre ich bald schon nicht mehr. Wieder ist mein Tempo zu hoch. Hinter der Autobahnbrücke laufe ich links, einen Kilometer später biege ich noch mal nach links ab. Zurück geht es jetzt durch die Felder. Das wenige verbliebene Tageslicht genügt, den weiteren Weg auszumachen. Ich reduziere das Tempo wieder und lasse meine Gedanken laufen.
Britta kam an dem Abend spät aus der Boutique.
»Wir müssen gleich schon los, was ist los, warum kommst du so spät.«, fragte ich sie.
»Glaubst du, ich mache das extra? Die Kasse stimmte nicht und dann gab es noch ein Problem mit der Alarmanlage.«, antwortete sie gereizt.
Ich fragte sie, ob wir nicht besser zuhause bleiben sollten, doch sie sagte:
»Nein, wir fahren da jetzt hin.«
Ich ahnte, daß die Kasse und die Alarmanlage nicht alleine die Gründe für ihre Laune waren, fragte aber nicht weiter nach. Eine dreiviertel Stunde später hatte sie geduscht, sich geschminkt und stand in einem hinreißenden schwarzen Korsett aus Lammnappa und in Strapsen vor mir.
»Nimmst du mich so mit?«, fragte sie, wartete aber keine Antwort ab.
Fast aus Gewohnheit öffnete Riff Raff uns die Tür und bat uns herein. Die anderen waren schon im Versammlungsraum. Britta entschuldigte sich für unsere Verspätung. Mein Blick fiel auf ein neues Gesicht in der Runde.
»Es freut mich, daß ihr jetzt hier seid. Nehmt Platz. Richard wollte gerade etwas zu sich erzählen. Er ist der Neue im Zirkel.«, sagte Toni und machte eine einladende Handbewegung.
Ich saß ihm gegenüber und blickte ihn an, doch er begegnete meinen Augen nicht, sondern sah zu Toni, als er begann zu reden. Vierzig Jahre alt, fast einen Meter achtzig groß, Solo, kinderlos und Geschäftsführer einer Grafikdesignagentur. Für einen Grafikdesigner war seine Vorstellung wenig kreativ. Der Text hätte auf ein Ölwechselkärtchen unter einer Motorhaube Platz gefunden. Während er sprach, hingen die Augen von Britta und Steffi trotzdem an seinen Lippen. Er saß mit freiem Oberkörper da und hatte nur eine schwarze Fliege um den Hals gebunden. Der extrem gut trainierte Körper, das schöne gleichmäßige Gesicht, sein volles, blondes und lockiges Haar, Richard gehörte zu den Hinguckern für die weibliche Hälfte der Bevölkerung. Das war so ein Brad-Pitt-Typ, nach dem sich Frauen umdrehen und dabei gegen Laternen laufen. Während die anderen sich ebenfalls noch mal kurz vorstellten, beobachtete ich Britta und auch Steffi, wie sie Richard weiter anschmachten, besonders Brittas Augen bald jeder seiner Bewegungen folgten. Eifersucht stieg in mir auf. Der spätere Abend wurde zu einer Art Zäsur. Er läutete das Ende der beinahe sexlosen Epoche des Zirkels ein.
Thilo, an dem Abend der einzige in Damenwäsche, hatte Udos mächtigen Schwanz zu blasen. Später rimmte er Micha und wurde von den beiden Männern gefickt. Richard stand nackt neben mir, während Micha Thilo von hinten nahm. Er betrachtete das Geschehen interessiert. Ich versuchte seinen Ausdruck zu lesen, fand aber nicht heraus, ob er fasziniert oder befremdet war. Sein Schwanz stand allerdings und ich mußte ihn ansehen. Er war zum Glück nur durchschnittlich groß und die Harnröhre mündete nicht in die Spitze, sondern irgendwie zu weit auf der Eichel. Ich wünschte in dem Moment, daß Britta und Steffi das sehen würden, doch beide waren mit Toni beschäftigt, leckten sie abwechselnd. Ich fand in Richards Schwanz einen beruhigenden Makel, den Frauen aber erst bemerken konnten, wenn er nackt war.
In den folgenden Monaten wechselten die Themen. Es gab eine CMNF Veranstaltung und eine Bondage Session, bei der Udo an Steffi seine Shibari Künste vorführte. Das erste Treffen, das mich an meine Grenzen brachte, klang zuerst sehr harmlos. Es war ein Spieleabend mit einem simplen Brettspiel. Das hatte den seltsamen Namen Swinger 2000. Das Spiel war in drei Level aufgeteilt und beim ersten dachte ich, was für ein harmloser Blödsinn, als Fragen kamen wie: Bist du im Intimbereich rasiert? In der zweiten Stufe gab es Aufgaben, die schon etwas intimer wurden, doch erst in der dritten und letzten Runde wurde aus dem Spiel eine Herausforderung für mich, als ich von allen Mitspielern komplett ausgezogen und drei Minuten lang verwöhnt wurde.
Schon der Gedanke holt mich zurück. Jetzt laufe ich absichtlich schneller, um von dieser Erinnerung wegzukommen. Was beunruhigt mich daran? Die Männerhände, die ich auf meinem Körper spürte? Thilos Kuss auf meinen oder sein Mund an meinem Schwanz? Ich spurte die letzten hundert Meter, erreiche den Audi, beuge mich vor und stütze meine Arme auf der Motorhaube ab. So warte ich einen Moment, bis sich mein Atem beruhigt hat. In dieser Nacht schlafe ich früh ein. Mein letzter Gedanke ist Tonis Ankündigung einer ganz besonderen Veranstaltung, die uns allen unvergessen bleiben sollte. Die machte sie zum ersten Mal bei der Verabschiedung nach der DWT-Bi Party.

…...............................




PS.: Auch hier nochmal, wer wissen möchte, wo es das Buch gibt, schreibt uns eine PN.
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Verzeiht uns, vergangenes Wochenende sind wir nicht dazu gekommen, den nächsten Teil einzustellen, was wir heute nachholen. Also jetzt:

Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 6



Ich bin spät von der Arbeit gekommen und ziehe gerade meine Jacke aus, als Britta den Flur betritt, einen roten A5-Briefumschlag hochhält und statt einer Begrüßung sagt:
»Schau mal, was heute gekommen ist.«
Ich nehme den Brief und drehe ihn in der Hand. Mit feiner Handschrift sind unsere Namen und die Adresse mit silberner Farbe auf das rote Briefpapier geschrieben.
Mit der gleichen eleganten Linie steht oben links auf dem Kuvert Der Zirkel.
»Das wird die Einladung zu der besonderen Veranstaltung sein, die Toni angekündigt hat«, sage ich.
»Ja schon klar, aber per Post und mit so einem Brief statt als Nachricht im Sado-Maso-Chat. Schon ungewöhnlich«
»Na los öffne ihn!«, fordert sie mich auf.
»Sollen wir nicht erst mal reingehen, darf ich ankommen?«
»Na, dann komm rein und öffne ihn halt im Wohnzimmer. Ich habe den schon heute Mittag in der Pause aus dem Briefkasten geholt. Seitdem bin ich irre gespannt und warte, daß du endlich da bist«
Wir gehen in das Wohnzimmer. Ich hole ein Messer aus der Küche und öffne den Umschlag.
Innen ist ein gefaltetes Blatt aus beigen, schweren Papier. Ich falte es auseinander. Der Geruch eines herben Parfums steigt auf. In geschwungenen Buchstaben, mit schwarzer Tinte geschrieben, lese ich:


Liebe Britta, lieber Thomas.

Dieser Brief ist eure persönliche Einladung zu einer besonderen Nacht, zu einem einmaligen Spiel.

„Geißelt die Stolzen, die Schönen, die Dominanten“

Euch erwartet eine Nacht der Benutzung & Unterwerfung, wie ihr sie noch nie erlebt habt.

Ein Datum ist genannt, eine Uhrzeit. 16 Uhr.

Wir erwarten die Herren in schwarzem Anzug,
die Damen in Abendkleid und Dessous.
Außer für eure Übernachtung ist nichts mitzubringen.
Lasst zuhause: Eure Wünsche und Vorlieben.
Bringt nicht mit: Eure Tabus. Eure Moralvorstellungen.
Wenn ihr das könnt, freuen wir uns, euch als Gäste begrüßen zu dürfen.
Eure verbindliche Anmeldung erwarten wir noch HEUTE!

Antonia & Udo

»Sehr geheimnisvoll«, meint Britta.
»Was meinen sie mit: »lasst Vorlieben und Tabus zu Hause?«
»Ich habe keine Ahnung«, antworte ich.
»Seit diesem Bi-Abend habe ich das Gefühl, daß die beiden noch einige Grenzen überschreiten mögen. Sicher hat es etwas damit zu tun, aber was das konkret bedeuten soll, was weiß denn ich?«

Einen Moment schweigen wir und hängen unseren Gedanken nach, bis ich Britta frage:
»Was meinst du, sollen wir dahin gehen?«
»Ich weiß es nicht. Es klingt schon etwas bedrohlich.«
»Was meinst du mit bedrohlich?«, frage ich.
»Na das mit den Moralvorstellungen und Tabus natürlich. Wer weiß, was die da vorhaben.«
Ich überlege kurz und antworte:
»Wie schlimm kann es werden. Du meintest vor Kurzem, ich würde langsam nur noch in vertrauten Gewässern fischen und es wäre Zeit, daß wir bekannte Pfade mal wieder verlassen. Vielleicht ist das hier die Gelegenheit?«
»Unsere Wünsche, Vorlieben und auch Tabus zu Hause lassen? Vielleicht mal etwas Pipi? Oder du läßt dich zur Abwechslung von einem Kerl ficken? Vielleicht sollten wir anrufen und fragen, was da genau geplant ist.«, meint Britta.
Ich erwidere: »Wenn ich die Einladung lese, denke ich nicht, daß sie auf eine solche Nachfrage antworten werden. Die Frage ist, lassen wir uns darauf ein, daß andere das Drehbuch schreiben? Riskieren wir an oder sogar über unsere Grenzen gebracht zu werden?
Und was riskieren wir wirklich. Die Möglichkeit abzubrechen gibt es immer.«
Kurz frage ich mich, wen ich gerade zu überzeugen suche. Das wird mir bewußt, als Britta sagt:
»Vermutlich hast du recht. Also los, ruf an!«
Ich zögere.
»Was ist denn jetzt?«, bohrt sie nach.
»Ok«, sage ich und greife zum Telefon.
Ich wähle Toni und Udos Nummer.
Es klingelt und ich spüre, daß mein Herzschlag schnell ist und mich eine angenehme Aufregung erfasst. Beim achten Klingeln hebt jemand ab, ich höre Udos tiefe Stimme in der Leitung.
»Tom hier. Ich möchte euch für die Einladung danken.«
»Sehr gerne. Werdet ihr kommen?«, fragt er.
»Ja“ antworte ich«
»Das ist sehr schön. Dann ist der ganze Zirkel anwesend. Wir freuen uns auf euren Besuch.«
Die Leitung ist stumm, bevor ich etwas erwidern kann.

Es sind noch vier Wochen bis zu diesem Treffen und die ersten Tage verdränge ich den Gedanken daran geradezu. Auch Britta spricht mich nicht darauf an und hinge da nicht der Umschlag mit der Einladung an der Pinnwand in der Küche, ich könnte denken, das alles wäre ein Traum gewesen.
Je näher der Termin rückt, desto größer wird die Unruhe, die sich in mir breitmacht. Es ist ein wenig so wie vor Jahren, als ich mit Britta die ersten Male in einem SM Club gegangen bin, nur noch stärker als damals. Ist es Aufregung, gar Angst? Warum eigentlich? Weil ich nicht weiß, was mich erwartet, wie damals in den Clubs? Oder ist da mehr?
Eine Antwort bekomme ich nicht, auch nicht von Britta. Als ich mit ihr darüber sprechen will, fragt sie mich nur, wozu ich mir überhaupt Gedanken mache.

Dann ist es soweit, der Tag ist gekommen. Ich stehe vor dem großen Spiegel in unserem Flur und betrachte mich. Der Anzug sitzt perfekt, das weiße Hemd auch. Selbst der Krawattenknoten ist gelungen. Die Schuhe glänzen frisch poliert. Britta kommt aus dem Schlafzimmer. In ihrem langen schulterfreien Abendkleid aus denkbar dünnem schwarzen Stoff, der beinahe blickdicht ist, sieht sie hinreißend aus. Ihr linker Arm ist von einem Ärmel aus Spitze bedeckt, der an der Schulter in einer Verzierung aus schwarzen Federn endet. Ihre Hände stecken in Handschuhen, die fast zum Ellenbogen reichen. Schwarze, nahezu blickdichte Strümpfe mit Strapshaltern und einer Ziernaht auf der Rückseite bedecken ihre langen Beine. Sie trägt einen Slip, der an den Schamlippen offen ist, was nur sichtbar wird, wenn sie die Schenkel öffnet. Dann sind da noch diese beängstigend hohen Schuhe, die sie beim Gehen in ein leichtes Hohlkreuz zwingen. Die Brille hat sie gegen Kontaktlinsen getauscht, die Haare trägt sie offen. Ihr Anblick ist atemberaubend.

Etwas später rolle ich langsam die Reihe geparkter Autos entlang, bis ich eine Lücke finde. Ich lege den Rückwärtsgang ein und rangiere den Kombi auf den freien Platz. Ein letztes Mal bewegt sich der Scheibenwischer über das Glas, wischt die feinen Regentropfen weg, bevor ich den Zündschlüssel abziehe.
Ich sehe zu Britta und frage:
»Die letzte Gelegenheit. Gehen wir rein oder fahren wir zurück nach Hause?«
»Nein, jetzt sind wir hier und jetzt ziehen wir das auch durch. Was die auch vorhaben, wir werden es schon überleben.«, antwortet sie und lächelt.
Im schwachen Licht der entfernten Straßenlaterne leuchten ihre Augen. Ich löse meinen Blick, wende mich um, nehme den Schirm von der Rückbank, öffne die Fahrertür und steige aus. Der Wind treibt mir die Regentropfen ins Gesicht. Mit geöffnetem Schirm laufe ich um den Wagen und lasse Britta aussteigen. Schulter an Schulter unter den Regenschutz gekauert, gehen wir auf das Schieferhaus zu. Es ist das einzige dieser Art in der Straße, umringt von gesichtslosen Neubauten und Reihenhäusern mit winzigen Vorgärten.
Wir gehen an der Natursteinmauer entlang, die das Grundstück umgibt, bis wir das schmiedeeiserne Tor erreichen. Britta drückt die Klinke runter, öffnet das Tor und schreitet hindurch. Ich folge ihr und sehe die Autozufahrt entlang zu den Garagen. Die Linke steht heute offen. Die Haube eines neuen Mercedes Sportwagen ist im herüber fallenden Lichtschein der Straßenlaternen zu erkennen.
Der kurze Weg zum Haus ist von kleinen Rhododendron Büschen gesäumt, deren Blätter im Wind tanzen.
Vor der grün lackierten alten Holztür schließe ich den Schirm. Britta drückt auf die Klingel.
Einen Augenblick später öffnet sich die Tür.
James bittet uns herein, nimmt uns den Schirm, die Mäntel und unsere kleine Übernachtungstasche ab, bevor er sagt:
»Die Herrschaften erwarten Euch bereits, würdet Ihr mir bitte folgen.«
Gleich links neben der Eingangstür führt eine Treppe in die obere Etage des Hauses. Am Ende des Flurs, unterhalb der Stufen, ist der Zugang zu den Kellerräumen. James öffnet sie und geht mit langsamen Schritten die alten und ausgetretenen Natursteinstufen hinab. Unten angekommen wendet er sich nach links in den Raum mit dem großen Tisch.
Die anderen Gäste sind bereits da. Die Gespräche an der Tafel verstummen und James sagt:
»Frau Britta und Herr Tom sind nun eingetroffen.«
»Sehr schön, dann sind wir vollzählig und können den Abend beginnen. Seid willkommen. Ich freue mich, daß ihr unserer Einladung gefolgt seid. Nehmt bitte Platz.«, begrüßt Toni uns und zeigt auf zwei freie Stühle.
Wir setzten uns an die zugewiesenen Plätze zwischen Udo und Steffi an den langen Tisch, der heute noch mehr als sonst wie eine mittelalterliche Tafel für Arthurs Ritter anmutet. Nur daß die Weggefährten dieser Runde keine Rüstungen und Schwerter tragen, sondern Anzug und Abendkleid. Ihre Waffen sind Verheißung und Leidenschaft.
James füllt die bereitstehenden Weingläser und zieht sich zurück, während die Gäste ihre unterbrochenen Gespräche wieder aufnehmen.
Frauke wendet sich mir zu:
»Ey euch beide wollte ich letztes Mal schon fragen. Ihr seid noch nicht so lange dabei, nich wahr? Was macht'n ihr so im normalen Leben?«
Britta antwortet:
»Ich habe eine kleine Modeboutique für Damenbekleidung.«
»Ach, du arbeitest auch im Einzelhandel. Ich bin schon einige Jahre bei Netto, vorher war ich bei 'nem Bäcker an der Theke, aber bei Netto ist der Verdienst jetzt besser. Reicht aber trotzdem kaum. Nur gut, daß mein Mann etwas mehr verdient. Aber für all die Festkosten reicht es nur so gerade. Wir ham ja die Raten für unser Reihenhäuschen, die beiden Jungs, die noch bei uns wohnen und die drei Hunde fressen uns auch die Haare vom Kopf. Dann ist da noch dieses Auto, was ständig kaputt geht.«
Ich höre ihr zu, sehe sie an, wie sie gestenreich und mit erhobener Brust spricht, sehe den Mann neben ihr sitzen, dessen Arme an hängenden Schultern schlaff im Schoß liegen, dessen Kopf leicht gesenkt ist und frage mich wie so oft, was Menschen verbindet. Was verbindet diese kleine vorlaute Frau, die nach Aldi einkaufen geht und bei der manche Dinge größer wie andere sind mit diesem introvertierten, geradezu schüchternen Typen neben ihr? Ich betrachte ihn, sein langes, schmales und haarloses Gesicht, die beginnende Glatze über seinem Haarkranz, die runde Brille, die schmalen Schultern. Was Martin beruflich macht, habe ich noch nicht herausgefunden, doch für mich ist das der Typ Buchhalter schlechthin. Vielleicht ist er auch Finanzbeamter. Das wenige, was ich ihn bislang habe sagen hören, läßt schließen, daß er einigermaßen gebildet ist. Er ist älter als Frauke, sicher bereits Mitte vierzig. Was veranlaßt die beiden zu diesen Treffen zu kommen? Was gefällt diesem leptosomen klemmigen Typ daran? Ob es ihm anmacht, wenn Frauke vor seinen Augen mit anderen Männern fickt? Ihr gefällt das jedenfalls. Und sein relativ kleiner und dünner Schwanz steckt überhaupt sicher selten irgendwo drin. Nach welchen Gesichtspunkten wählt Toni die Mitglieder des Zirkels aus? Warum etwa ist Micha hier? Der ist unsensibel und grob. Im Denken wie im Handeln. Aber er bringt Erfahrung mit, ist bi und Switcher, damit vielseitig einsetzbar. Und ich? Ich bin nicht bisexuell, auch kein Masochist oder Sadist. Ich bin gar nicht so vielseitig. Liegt es an meinem ansehnlichen Schwanz? Er könnte Modell sein, wenn ich nicht dranhinge. Oder bin ich nur dabei, weil ich eine attraktive Frau mitbringe? Vielleicht geht es aber auch gar nicht um Äußeres, Einstellungen oder sexuelle Orientierungen, überlege ich. Aus irgendeinem Grund, den ich noch nicht erkenne, gibt es in diesem Kreis das Vertrauen, von dem in der Anzeige im Forum geschrieben war. Unausgesprochen agieren alle in ihrer Verschiedenheit vertrauensvoll miteinander. Ich nehme mir vor, unsere Gastgeberin irgendwann zu fragen. Toni, diese seltsame Frau, die öfters Sex mit Frauen als mit Männern hat. Ich habe sie schon mit Männern beobachtet, doch da ist sie anders. Männer nutzt sie in eher technischer Weise zu ihrer Befriedigung, bei Frauen sucht und findet sie Nähe.
Riff Raff unterbricht meine Gedanken und fragt mich, ob ich einen Getränkewunsch habe. Ich sehe ihm nach, wie er sich bei den anderen nach deren Wünschen erkundigt und dann mit steifen Schritten den Raum verläßt und nach oben geht.


Nachdem James den Raum verlassen hat, erhebt sich Toni. Sie sieht fantastisch aus, in ein langes schwarzes Kleid gekleidet, mit schwarzen Handschuhen aus Spitze, die bis zum Ellenbogen reichen und Stiefeln mit so hoher Ferse, daß sie mich damit trotz ihrer ein Meter fünfundsiebzig Körpergröße sicher überragt. Sie erhebt sich, stützt die Hände in die Hüften und beginnt zu erklären:
»Ich habe mir mit Udo für heute ein besonders Spiel einfallen lassen. Es wird sehr unanständig, sehr tabulos und es wird den ein oder anderen an die Grenzen bringen und darüber hinaus.«

Nach einer kleinen Pause fährt sie fort:
»Eine Idee für unser heutiges Spiel ist es, daß das Vergnügen zu dominieren und zu benutzen, zu demütigen und vorzuenthalten, dann besonders groß ist, wenn das Opfer all dieser Aufmerksamkeiten ein Mensch ist, der besonders schön, sehr stolz und selbstbewußt, vielleicht auch dominant ist.«
Wieder läßt sie ihre Worte kurz wirken, bevor sie tief Luft holt und fortfährt:
»Denn was ist es schon wert, jemanden sexuell zu demütigen, der gedemütigt werden will? Was ist es schon, einen Sklaven zu erniedrigen, der niedrig sein will. Etwas ganz anderes ist es, das mit jemanden zu tun, der das normalerweise nicht will. Der Gipfel der Kunst ist es dann, wenn derjenige, der das erklärtermaßen nicht will, dabei für alle sichtbar Lust empfindet, der dabei geil ist. Das vor Zuschauern ist dann eine öffentliche Vorführung in Vollendung.«
Sie verläßt ihren Platz, schreitet mit langsamen Schritten am Tisch entlang und fährt mit der Ansprache fort:
»Wer oder inwieweit ist jemand von uns besonders schön oder stolz? Wer würde sich freiwillig niemals einer öffentlichen Vorführung zur Verfügung stellen? Wer von uns wäre geeignet, heute Nacht vorgeführt zu werden? Bei dieser Frage gehen die Ansichten möglicherweise auseinander, selbst in einem kleinen Kreis wie unserem. Heute sollen es zwei von uns sein, die von allen anderen in jeder denkbaren Weise benutzt werden. Ein Mann und eine Frau. Der Mann wird dabei einen Schwanzkäfig tragen. Beide werden keine Erlösung erfahren, ein Orgasmus ist tabu für sie. Dabei werden sie sicher über viele Grenzen gehen, denn heute gelten nahezu keine Tabus.
Das gilt im Besonderen für die Auserwählten, aber auch für alle anderen. Wie so oft bin ich auch diese Nacht eure Madame, eure Lady, eure Königin. Was ich sage, ist Gesetz. Wenn ich etwa einem Mann unter euch befehle, den auserwählten Mann zu ficken, dann macht er das. Bisexuell oder nicht, das spielt keine Rolle. Kein Natursekt? Keine Schmerzen? Keine Spuren? Heute und besonders für die Ausgewählten gilt das nicht.
Selbstverständlich wird niemand mit echter Gewalt zu etwas gezwungen, doch wenn ihr diesem Spiel beitretet und irgendwann etwas verweigert, hat das Konsequenzen. Bei der Benutzung der Auserwählten haben Freiwillige Vorrang, doch findet sich keiner, weise ich an. Wer dem nicht Folge leistet, zieht sich an und geht nach Hause. Mit späteren Einladungen ist dann höchstens noch zu unbedeutenderen Events zu rechnen.
Verweigert sich der oder die Auserwählte, sieht die Sache noch mal anders aus. Dann ist das Spiel sofort beendet und alle gehen nach Hause. Der Spieler und sein oder ihr Partner sind dann nicht mehr Teil unseres Zirkels.«
Einen weiteren Moment läßt sie ihre Worte wirken, bevor sie fortfährt.
»Vielleicht denke ihr jetzt gerade darüber nach, wer heute auserwählt werden könnte. Wer soll es sein?
Um das herauszufinden, haben Udo und ich etwas vorbereitet.
Noch einmal, es wird heftig. Natürlich wird keiner verletzt, verstümmelt oder dergleichen. Auch spielen wir nicht mit Tieren, Kindern oder Kaviar, doch davon ab müßt ihr heute zu allem bereit sein. Wer das nicht ist, sagt es jetzt oder schweigt für immer.«


Die Fortsetzung mit dem siebten Teil der Geschichte gibt es wieder am kommenden Wochenende.
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Hier nun der nächste Teil:

Heute überspringen wir einige Seiten, lassen den sehr SM-lastigen Teil erstmal hinter uns und steigen im nächsten Kapitel wieder ein.

Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 11

Ich betrete den Raum und blicke auf eine perfekt gerichtete Tafel. James hat in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet. Ein frisches tiefrotes Tischtuch ist aufgelegt. Die vier dreiarmigen silbernen Kerzenleuchter sind exakt in Reihe gestellt. Neue Kerzen spenden weiches Licht. Auf acht Plätzen sind kleine Dessertteller und Besteck bereitgelegt. Ein frisches Weinglas befindet sich neben jedem Teller. Die zwölf Stühle aus der Gründerzeit mit ihren gedrechselten vorderen Beinen und der schönen Schnitzerei am oberen Rand der Lehne stehen wieder gerade am Tisch, so akkurat wie Soldaten auf dem Friedhof liegen. Im Kamin sind neue Holzscheite und spenden eine angenehme Wärme. Aus den verborgen angebrachten Musikboxen klingt dezent ein Klaviersolo von Joseph Haydn. Schweigend betreten alle Gäste den Raum, gehen zu ihren Stühlen und nehmen Platz.
James erscheint mit einem Tablett und bietet Wein oder Wasser an. Während er die Gläser füllt, fragt er mit seiner leicht heiseren Stimme in gedämpfter Tonlage jeden:
»Möchten Sie ein kleines Dessert, Mousse au Chocolat oder Crème brûlée?«
Es ist freundlich, doch die brüchige Stimme und seine Erscheinung dabei, es klingt fast wie deine Drohung. Die einzige Bedrohung darin ist allerdings die für die Figur. Die Mousse au Chocolat ist ausgezeichnet.
»Darf ich deine Mousse probieren?«, fragt mich Steffi etwas später.
Ich nicke, schiebe den Teller ein Stück näher zu ihr und verfolge, wie sie den kleinen Löffel in die Mousse taucht, zu ihrem Mund führt, die Lippen langsam öffnet. Irgendeiner bremst meinen Film. Wie in Zeitlupe verschwindet der Löffel mit der Mousse zwischen ihren Lippen. Sie schließt sie und zieht den Löffel langsam wieder hervor. Sie schließt die Augen etwas, läßt der Mousse Zeit, ihren Geschmack in ihrem Mund zu entfalten, bevor sie beginnt, die Zunge und den Kiefer zu bewegen.
Dann schiebt sie den Teller zurück, sieht mich an und fragt:
»Einen Löffel Crème brûlée?«
»Ja, sehr gerne.«, antworte ich.
Steffi taucht den Löffel in die Crème brûlée, führt ihn an meinem Mund und sagt:
»Bitte probier sie. Sie ist sehr lecker.«
Ich öffne dem Mund, spüre den Löffel und schließe die Lippen. Langsam zieht Steffi den Löffel zurück. Sehr langsam.
Sie hat recht. Sie ist hinreißend.

Andreas Stimme bricht in die Szene wie ein Holzhammer:
»Steffi, hast du Hugo eigentlich noch frisches Futter hingestellt? Das Trockenfutter, was du zuletzt gekauft hast, mag er nicht besonders.«
Erneut bremst jemand den Film. Wie in Zeitlupe wendet Steffi den Kopf in Andreas Richtung. Sie sieht ihn an und sagt mit leicht gepresster Stimme:
»Ja, der Hund ist bestens versorgt. Chappi aus der Dose, schleimig und stinkend. Dazu frisches Wasser und all seine Lieblingsspielzeuge in Reichweite. Es geht ihm gut, Andreas. Ich hätte fast vergessen, es dir zu sagen. Danke, daß du mich erinnerst.«
»Nun werd doch nicht gleich zickig, nur weil ich mal frage. Du weißt doch, daß er das Trockenfutter nicht gerne mag.«, sagt Andreas und verschränkt dabei die Arme vor der Brust.
»Ach weißt du, manchmal.... ich weiß auch nicht. Meinst du, der Hund wäre verhungert, wenn er heute Abend nur Trockenfutter bekommen hätte?«
»Das natürlich nicht.«, erwidert Andreas und fährt fort:
»Aber Hugo ist schon elf Jahre alt und er braucht einfach Regelmäßigkeit. Dir scheint das nicht so wichtig zu sein, ist ja auch nicht dein Hund. Du wolltest ja sowieso nie einen.«
»Andreas, ich gehe jetzt mal zur Toilette. Danach würde ich gerne das Thema wechseln. Wir können morgen über Hugo reden. Einverstanden?«
Ohne eine Antwort abzuwarten, steht Steffi auf und verläßt den Raum.
Schweigend sehe ich Andreas an, der die Arme weiter vor der Brust verschränkt hält. Er blickt zu Thilo, der das Gespräch auch verfolgt hat und beginnt, ihm von seinem Hund und dessen Befindlichkeiten zu erzählen. Thilo hört zu, doch sein Blick schweift dabei hilfesuchend ab. Als Steffi zurückkommt, schaut sie mich an und sagt leise:
»Sorry«
»Schon gut.«, antworte ich.
Micha legt Steffi eine Hand auf das Bein und fragt sie irgendetwas, was ich nicht höre. Thilo sucht immer noch Hilfe. Auf meiner anderen Seite ist Pärchentreffen. Udo und Toni sitzen zueinander gebeugt und sprechen, Frauke und Martin sind genauso in ein Gespräch vertieft, auch das so leise, daß ich die Worte nicht verstehe.
Riff Raff umrundet den Tisch mit einer Flasche Burgunder und füllt nach. Ich lausche Haydns Klaviermusik.
Seit dem Ende der letzten Runde ist etwa eine Stunde vergangen. Toni löst sich von Udo, steht auf und geht zu Steffi. Sie flüstert ihr etwas ins Ohr. Steffi erhebt sich daraufhin und geht aus dem den Raum. Wenige Minuten später fordert Toni alle auf, in das Spielzimmer zu wechseln.
Ich gehe als erster, bleibe am unteren Ende der Spielwiese stehen und betrachte das Bild.
Britta und Richard sind noch am selben Platz wie in dem Moment, als ich den Raum verlassen habe. Die Augenbinden hält Steffi in ihrer Rechten. Sie kommt zu mir und stellt sich neben mich. Ihre Hand berührt meine, unsere Blicke begegnen sich kurz. Nach und nach gesellen sich die anderen Spieler zu uns und stellen sich neben uns auf.
Unsere Gastgeberin begibt sich neben Britta, klatscht in die Hände und bittet alle um Aufmerksamkeit.
»Liebe Gäste. Nach diesem süßen kleinem Zerstreuungen ist es nun Zeit für die Hauptrunde unseres heutigen Spiels. Unsere beiden Auserwählten werden jetzt auf dieser Fläche hocken und stehen euch in jeder Weise zur sexuellen Benutzung zur Verfügung.
Wer immer möchte, macht, was immer er oder sie mit den Subjekten anstellen mag. Benutzt sie für eure Lust, alleine oder gemeinsam. Habt dabei kein Erbarmen mit ihnen, berauscht euch an ihrem Fleisch.
Tabus gibt es keine, nur körperliche Schäden dürfen ihnen nicht zufügen werden.
Selbstverständlich könnt ihr es dabei auch miteinander treiben. Macht, was euch Lust bereitet.
Für dieses Spiel ist das zeitliche Limit weit gesteckt, die Uhr wird erst in zweieinhalb Stunden das Ende der Runde verkünden. Ich hoffe, wir sind bis dahin alle so erschöpft, daß uns dieses Signal wie eine Befreiung erscheint.«
Dann befielt sie:
»Steffi, Udo, führt sie nun auf die Spielwiese!«



Die Fortsetzung der Geschichte gibt es vorraussichtlich wie gewohnt wieder am kommenden Wochenende.
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Wieder ein kleines Vorwort von uns:
Mit dem 10. Kapitel der Geschichte haben wir langsam die Hälfte des Buches erreicht. Zum Abschluss dieser Party wird es etwas speziell. Die beschriebenen Praktiken sind finden wir persönlich zwar nicht so schön und haben manchen Absatz überlesen, gleichwohl trägt auch das zur Geschichte bei.
Richtig interessant wird es allerdings mit der Wendung im 11. Kapitel. Aber da sind wir ja noch nicht!
Also:


Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 14



Erneut versammeln sich nun alle Spieler an der großen Tafel, die wieder neu eingedeckt ist. In der Mitte des Tisches stehen Tabletts mit feinen Pralinen, an jedem Platz liegt eine frische gefaltete Stoffserviette bereit. Bald sitzen alle wieder angekleidet auf ihren Stühlen. Ich blicke in die Runde. Die anfängliche Anspannung ist verschwunden. Ich sehe in erschöpfte Gesichter. Ich sehe Menschen, die erschöpft sind. Menschen, die glücklich sind.
James erscheint mit einem Tablett Sektgläser. Nachdem er jedem ein Glas auf den Tisch gestellt hat, verläßt er den Raum und kommt kurz darauf mit mehreren Sektflaschen zurück.
Er füllt allen Gästen Sekt ein.
Dann erhebt sich Toni.
»Lasst uns auf diese wunderbar tabulose Nacht anstoßen. Auf eine gelungene Vorführung der Eitlen und der Schönen. Ich hoffe, es hat euch bis hierhin gefallen. Nach einer kleinen Erholung kommen wir bald zum Finale dieser Nacht. Eine letzte, aber tiefe Demütigung erwartet unsere beiden Subjekte, etwas, was sie eigentlich niemals zulassen würden. Noch mehr etwas, das sie bisher sicher niemals zugelassen hätten. Trinkt nun und trinkt reichlich. Und falls ihr mal müßt, behaltet das bitte bei euch, egal wie sehr es drückt. Ihr bekommt Gelegenheit, aber geduldet euch bitte.«
Sie erhebt ihr Glas, sagt:
»Zum Wohl« und führt es an ihren schmalen Lippen.
Violinenmusik spielt aus den Lautsprechern. Dezent im Hintergrund. Ich erkenne es nicht, vermute irgendetwas von Bach. Natürlich ahne ich, was Britta als Nächstes bevorsteht.
Noch mindestens eine halbe Stunde sitzen wir beieinander. Korken knallen, Gläser klirren. James füllt Sektgläser auf, sobald sie leer sind, reicht auf Wunsch auch Wasser, wovon wenige Gebrauch machen. Der Alkohol zeigt bald bei allen mehr oder weniger deutlich seine Wirkung.
Die Stimmen werden etwas lauter, die Worte langsam undeutlicher. Zwischendurch verläßt Toni mit einer Flasche Sekt und einem Glas in der Hand den Raum. Ich denke, sie geht zu Thilo, der nicht am Tisch sitzt. Bald ist sie zurück und noch einige Zeit später fordert sie alle auf, sich zu erheben und Udo zu folgen. Der geht voraus in das Zimmer mit der gefliesten Vertiefung mit Ablauf im Boden.
Britta und Richard sind an einer Wand an einem Ring angebunden. Thilo steht ihnen gegenüber, hält ein Paddel in der Hand wie ein Wachsoldat sein Gewehr.

Britta blickt erwartungsvoll herüber und sieht zu, wie nach und nach alle Gäste eintreten. Thilo verläßt seinen Wachposten, geht zu ihr und löst sie von dem Wandring, bindet ihre Hände vorm Bauch und führt sie auf die geflieste Fläche. Er stellt sie mit dem Gesicht zur Wand. Toni befielt ihr, die Beine weit auseinander zu setzen, sich vorzubeugen und die zusammengebundenen Hände an der Wand abzustützen. Dann geht Thilo zu Richard, löst auch ihn vom Wandring und positioniert ihn in gleicher Weise neben Britta.
Da sind sie, die beiden Erwählten dieser Nacht. Als einzig nackte unter Angezogenen. In Demut gebeugt, in schamlosester Weise präsentiert. Was wird nun mit ihnen geschehen?

Toni tritt vor. Sie hält die Dose Crisco in der linken Hand, nimmt etwas davon und verteilt es um Brittas Arschloch. Das macht sie anschließend auch bei Richard.
»Komm her!«, sagt sie zu Martin.
Er begibt sich neben Britta und Toni fordert ihn auf, ihre Arschbacken auseinanderzuhalten. Dann tritt Udo vor, stellt sich hinter sie. Sein Schwanz ist schlaff.
Toni zeigt auf Steffi, winkt sie her und deutet auf Udos Teil. Ohne weitere Aufforderung geht Steffi vor ihm auf die Knie und beginnt, seinen Schwanz zu blasen. Schon bald ist der wieder zu einem mächtigen Prügel angewachsen. Der Anblick, wie dieser riesige häßliche Schwanz in ihrem schönen Gesicht verschwindet, ist geradezu bizarr. Ich kann meinen Blick nicht davon lösen und sehe zu, wie sie ihren Mund hin und her bewegt, bis Toni sie an die Schulter fasst und ihr deutet von Udo abzulassen. Der tritt jetzt direkt hinter Britta.
»Halt sie schön weit auf!«, sagt er zu Martin, der ihre Backen noch weiter auseinanderzieht.
Dann legt Udo an und zwängt ihr sein brutal großes Teil ohne Zögern rein. Ich sehe Brittas Gesicht, sehe ihren schmerzvollen Ausdruck, sehe, wie sie die Hände an der Wand zu Fäusten ballt, wie ihr der Atem stockt, wie Udos unfassbar dicke häßliche Eichel ihren Schließmuskel weitet.
Er ist in ihr, aber nicht weit. Vielleicht ist es gerade mal seine Eichel, die jetzt in Brittas Arsch steckt. Er bewegt sich nicht mehr und blickt konzentriert zur Decke. Alle anderen sehen schweigend zu. Es dauert eine oder zwei Minuten, dann entfährt Udos Mund ein Hauch, ein erleichtertes Ausatmen. Ich blicke Brittas Gesicht an, die die Augen aufreißt, voller Staunen, was da mit ihr passiert. Dann, während sich ihr Arsch langsam mit Udos Pisse füllt, presst sie ihre Lippen aufeinander und ballt die Hände zu Fäusten. Plötzlich nimmt sie den Kopf ganz runter, öffnet ihren Mund, atmet schwer und stoßweise. Ein feines Beben geht über ihre Haut, kaum wahrnehmbar wie ein Grashalm in einem Hauch von Wind. Sie streckt ihre Arme, stößt sich von der Wand weg, ihr Rücken biegt sich ins Hohlkreuz. Dabei drückt sie den Arsch hoch, drückt ihn weiter auf Udos Schwanz. Ein tiefes Stöhnen entfährt ihr.
»Du kommst doch wohl nicht, du Nutte?«, fragt Toni, packt dabei unter ihr Kinn und zieht ihren Kopf nach oben.
Sie wartet einen Moment. Britta verharrt, versucht keine Regung zu zeigen. Das feine Beben auf ihrer Haut hält an.
Dann spricht Toni wieder:
»Er wird seinen Schwanz jetzt raus ziehen. Halt ein, kneif zusammen. Wehe, du läßt es laufen. Hat du verstanden, Schlampe?«
»Ja, ich habe verstanden.«, antwortet Britta mit zittriger Stimme.
Ein kleiner Schwall verläßt trotzdem ihren Hintern zusammen mit Udos Prügel und mißtrauisch von Toni beobachtet. Die letzten Tropfen rinnen über den Damm in ihre feuchte Spalte. Martin läßt sie los.

Wer wird es sein, der Richard auffüllt? Ich sehe in die Runde, ob irgendwer vortritt, begegne dabei Tonis Blick, die mir mit einem Kopfnicken deutet, zu ihm zu gehen. Sie meint doch nicht mich? Das kann nicht ihr Ernst sein! Denke ich, doch mit einer eindeutigen Geste fordert sie mich noch mal auf.
Verunsichert trete ich vor und bringe mich hinter Richard in Stellung. Ich blicke auf seinen Hintern, denke, was ich tun soll. Widerwillen steigt in mir auf. Frauke kniet sich neben mich, nimmt meinen weichen Schwanz in den Mund und läßt ihre Zunge um meine Eichel kreisen. Das zeigt bald die gewünschte Wirkung. Er steht in voller Pracht. Wie kann er das, wenn mein Gehirn doch weiß, wozu das jetzt dient!
Frauke steht auf und zieht Richards Arschbacken auseinander, sein verfluchtes Loch ist direkt vor mir.
»Na los, steck ihn endlich rein!«, holt sie mich aus meinen Gedanken.
Ich gehorche und drücke meine Eichel in das Loch. Natürlich fühlt sich das nicht anders an als bei einer Frau. Was hatte ich denn auch erwartet? Und trotzdem ist es anders. Mein Schwanz scheint da anderer Ansicht zu sein, denn er bleibt hart. Knüppelhart. So kann ich nicht pinkeln, selbst wenn ich es wollte. Am Druck fehlt es wirklich nicht, meine Blase ist voll. Sehr voll. Ich mache es wie Udo und sehe nach oben, versuche locker zu lassen, an etwas anderes zu denken. Einige Male scheint es, daß es endlich läuft, doch dann passiert nichts. Keine Ahnung, wie lange ich nun mit dem Schwanz in Richard hier stehe, doch jetzt spüre ich, wie es in die Harnröhre drückt. Dann ist der Damm gebrochen, ein Gefühl der Erleichterung erfasst mich. Es ist viel. Richard legt den Kopf zur Seite und verzieht das Gesicht. Vor Schmerz, Druck, Scham? Weiß ich nicht. Bald kommt nichts mehr und ich beeile mich aus ihm raus zukommen. Er schließt schnell und verliert kaum einen Tropfen.
Die Spieler schweigen noch immer, fast ungläubig schauen einige. Der kleine Raum ist von der Anspannung erfüllt.
»Geht auf die Knie und richtet euch auf, Gesichter zu uns!«, ist Tonis nächste Aufforderung. Als Britta und Richard nebeneinander auf der gefliesten Fläche knien, löst Thilo ihre Fesseln und bindet sie hinterm Rücken wieder zusammen.
Dann durchbricht Toni erneut die Stille.
»Nun, liebe Gäste: Erleichtert euch!
*********rcuma Paar
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Noch ein kleines Vorwort von uns:
Der heutige Abschnitt geht bis zum Ende des 10. Kapitels. Wir haben in diesem Kapitel einen größeren Absatz übersprungen, wollten euch aber das „Ende“ des ersten Teils dieser Geschichte nicht vorenthalten.

Also: Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 15

…..
»Verehrte Gäste«, dringt Tonis Stimme zu mir durch:
»Verlassen wir jetzt diesen Raum. Udo wird vorausgehen, folgt ihm bitte. Thilo wird hierbleiben, sich um die beiden Subjekte kümmern und hier sauber machen.«
Als letzter wende ich mich zum Ausgang und höre, wie Toni Britta fragt, ob es mit den Kontaktlinsen noch geht, oder ob sie die Linsen herausnehmen und spülen möchte.

Bereits im Gehen löst sich die Anspannung der vergangenen Minuten und die Spieler beginnen vereinzelt miteinander zu reden. Die Gespräche dringen an mein Ohr, doch ich beteilige mich nicht, hänge meinen Gedanken nach und versuche zu begreifen, wie diese Nacht für Britta gewesen sein muß. Und wie es für mich gewesen wäre, wenn ich statt Richard erwählt worden wäre. Ich setzte mich wieder an die Tafel.
Fraukes Stimme reißt mich aus meinen Gedanken:
»Das ist schon der Knaller. Da hat mich mein Martin heute Nacht noch nicht einmal geleckt. Wozu habe ich den Kerl eigentlich?«, sagt sie zu Toni, wendet den Kopf zu Martin und sieht ihn mit einem Lächeln an.
»Ähm....«, antwortet er.
»Schon gut, du hattest heute deinen Spaß. Das habe ich gesehen, als du nicht mal Zeit hattest, dein Hemd auszuziehen, bevor du Britta in den Mund gefickt hast. Aber morgen erwarte ich, daß du mich leckst, klar?«
»Er hatte nicht mal Zeit, seine Socken auszuziehen.«, kommentiert Udo.
»Ach, die läßt er doch fast immer an, nicht wahr Schatz?«, sagt Frauke und klatscht mit ihrer Hand auf seine Wange in einer Art, bei der mir die zarteste Ohrfeige, seit es Ohrfeigen gibt in den Sinn kommt.
Andreas lacht laut auf.
»Na ja, wo ist das Problem? Männer lassen ihre Socken im Bett an, Frauen ihre Schuhe.«, mischt sich Micha in das Thema ein.
Die seltsamen Eigenheiten von Männern und Frauen sind sofort das Tischthema. Nur bei Andreas und Steffi nimmt das Gespräch währenddessen eine andere Richtung.
»Das macht mich nicht an, da stehe ich halt nicht drauf.«, höre ich ihn sagen.
Mit unterdrücktem Ärger in der Stimme antwortet Steffi:
»Worauf stehst du denn schon? Wenn du deinen Schwanz beim CMNF Event oder bei der Nacht der O in Münder, Fotzen oder Ärsche anderer Frauen stecken kannst, bist du sofort dabei. Kannst du dich auf den Rücken legen und dich bedienen lassen, geht es Herrn Andreas ganz prima. Aber sonst?«
»Hör schon auf, mir das wieder vorzuwerfen. Du gehst doch auch nur zu solchen Veranstaltungen, um mal einen anderen Schwanz zu spüren.«, sagt er.
»Ach Andreas. Wenn es darum ginge, würde mir ein stinknormaler Swingerclub reichen, wo du mit meinem Segen auch mal eine andere ficken kannst und ich mir mit deiner Erlaubnis einen anderen Mann gönne. Das reicht mir aber nicht. Darum geht es doch gar nicht. Mir wird aber langsam klar, daß es dir anscheinend nur darum geht, denn alles andere macht dich ja nicht an, das gibt dir nichts. Egal ob fesseln, peitschen, Dominanz, Unterwerfung, Pipi oder irgendetwas, es ist nichts für dich. Du läßt dir gerne einen blasen, aber schon zu lecken macht dich ja nicht so an.«
»Was willst du eigentlich von mir. Ich gehe doch überall mit dir hin, oder? Was oder worüber beschwerst du dich denn nur?«
Sie sieht Andreas böse an, steht ohne ein weiteres Wort auf und geht aus dem Raum.
Auf meiner linken Seite scheint keiner dieses Gespräch verfolgt zu haben. Toni, Udo, Frauke und Martin diskutieren noch immer unterschiedliche Verhalten und Ansichten der Geschlechter über die Sockenfrage hinaus. Thilo hat den Kopf gesenkt, sieht konzentriert das Weinglas vor sich an. Micha schaut zu Andreas rüber, den Mund leicht geöffnet, als wolle er etwas sagen. Andreas blickt über die Schulter, sein Blick folgt Steffi, die verschwunden ist.
Toni ist aufgestanden, hält ein Weinglas in der Hand, gegen das sie mit ihrem Ring klopft.
Es wird still. Dann spricht sie:
»Liebe Gäste. Die Nacht neigt sich dem Ende entgegen. Wir alle sind müde und erschöpft und es ist Zeit, nun auszuruhen. James wird euch jetzt zu euren Schlafplätzen geleiten. Tom wird entgegen seiner Gewohnheiten heute alleine schlafen, denn unsere Subjekte werden hier unten und getrennt die Nacht verbringen. Damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen, werden sie auch gefesselt sein. Um elf Uhr wird James euch wecken und wir werden alle gemeinsam hier unten frühstücken. Dann schenken wir den beiden Subjekten auch ihre Freiheit. Sie werden hungrig sein. Jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht.«


»Hat es sich so zugetragen? Waren dies die Ereignisse jener Nacht? Oder war alles ganz anders? Konnte ich die wirklichen Geschehnisse nicht schildern, weil sie mir unaussprechlich sind, weil die Scham gebietet, darüber zu schweigen? Meine Scham.«
»Oder habe ich weggelassen, wichtige Details verschwiegen, Sachverhalte geändert, gar die ganze Geschichte verdreht?«

»Was sagst Du? Nein, natürlich stimmt die Geschichte im Wesentlichen. Sie hat sich schon so zugetragen.
Sicher stimmst Du mir zu, wenn ich sage, daß ein wenig künstlerische Freiheit dabei doch erlaubt sein muß.
Und nicht jedes Detail muß für alle Augen bestimmt sein, oder?«

»Wie bitte? Ob alles ganz anders war? Nein, nicht ganz anders. Vielleicht ein klein wenig. «

»Wie es denn anders gewesen sein könnte, fragst Du? Wie viel ein klein wenig ist? Was geschehen wäre, wenn etwa eine Wahl einfach etwas anders ausgefallen wäre?«
»Damit Du Ruhe gibst: Ich sage nicht, daß es so war, natürlich nicht, doch vielleicht hätte es auch so sein können, wie ich es dir jetzt auf den kommenden Seiten schildere. Erlaube mir trotzdem etwas künstlerische Freiheit. Erlaube mir auch allzu Unaussprechliches unausgesprochen zu lassen und stell dir vor, daß es sich vielleicht auch so zugetragen hat:«


Fortsetzung folgt
*********rcuma Paar
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Ein kleines Vorwort von uns:
Nachdem der Erzähler im letzten Teil in Frage gestellt hat, ob sich alles so zugetragen hat, setzt die Geschichte mit der Einladung zu dieser Veranstaltung wieder ein. Hier wiederholt sich die Geschichte ein wenig, mit kleinen Abweichungen, bis sie eine andere Richtung nimmt. Aber lest selbst:

Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 16

Ich bin spät von der Arbeit gekommen und ziehe gerade meine Jacke aus, als Britta den Flur betritt, einen roten A5-Briefumschlag hochhält und statt einer Begrüßung sagt:
»Schau mal, was heute gekommen ist.«
Ich nehme den Brief und drehe ihn in der Hand. Mit feiner Handschrift sind unsere Namen und die Adresse mit silberner Farbe auf das rote Briefpapier geschrieben.
Mit der gleichen eleganten Linie steht oben links auf dem Kuvert Der Zirkel.
»Das wird die Einladung zu der besonderen Veranstaltung sein, die Toni angekündigt hat«, sage ich.
»Ja schon klar, aber per Post und mit so einem Brief statt als Nachricht im Sado-Maso-Chat. Schon ungewöhnlich«
»Na los öffne ihn!«, fordert sie mich auf.
»Sollen wir nicht erst mal reingehen, darf ich ankommen?«
»Na, dann komm rein und öffne ihn halt im Wohnzimmer. Ich habe den schon heute Mittag in der Pause aus dem Briefkasten geholt. Seitdem bin ich irre gespannt und warte, daß du endlich da bist«
Wir gehen in das Wohnzimmer. Ich hole ein Messer aus der Küche und öffne den Umschlag.
Innen ist ein gefaltetes Blatt aus beigen, schweren Papier. Ich falte es auseinander. Der Geruch eines herben Parfums steigt auf. In geschwungenen Buchstaben, mit schwarzer Tinte geschrieben, lese ich.


Liebe Britta, lieber Thomas.

Dieser Brief ist eure persönliche Einladung zu einer besonderen Nacht, zu einem einmaligen Spiel.

„Geißelt die Stolzen, die Schönen, die Dominanten“

Euch erwartet eine Nacht der Benutzung & Unterwerfung, wie ihr sie noch nie erlebt habt.

Ein Datum ist genannt, eine Uhrzeit. 16 Uhr.

Wir erwarten die Herren in schwarzem Anzug,
die Damen in Abendkleid und Dessous.
Außer für eure Übernachtung ist nichts mitzubringen.
Lasst zuhause: Eure Wünsche und Vorlieben.
Bringt nicht mit: Eure Tabus. Eure Moralvorstellungen.
Wenn ihr das könnt, freuen wir uns, euch als Gäste begrüßen zu dürfen.
Eure verbindliche Anmeldung erwarten wir noch HEUTE!

Antonia & Udo

»Sehr geheimnisvoll«, meint Britta.
»Was meinen sie mit lasst Vorlieben und Tabus zu Hause?«
»Ich habe keine Ahnung.«, antworte ich.
»Seit diesem Bi-Abend habe ich das Gefühl, daß die beiden noch einige Grenzen überschreiten mögen. Sicher hat es etwas damit zu tun, aber was das konkret bedeuten soll, was weiß denn ich?«

Einen Moment schweigen wir beide und hängen unseren Gedanken nach, bis ich Britta frage:
»Sollen wir dahin gehen?«
»Nun ja, es klingt schon sehr geheimnisvoll und ein klein wenig beängstigend. Andererseits, was soll schon passieren. Sie werden kaum einen Horrorfilm veranstalten wollen.«
»Sicher«, erwidere ich,
»Das bestimmt nicht, aber kannst du dich an dieses Swinger 2000 Spiel erinnern? Da ging es auch darum, daß die Mitspieler bisexuelle Handlungen miteinander ausführen mußten, auch wenn sie nicht bisexuell sind. Für dich ist das etwas leichter, du hast weniger Berührungsängste mit Frauen. Du weißt, für mich ist das nicht so einfach.«
»Wer sagt, daß du das mußt und außerdem kommen auch wir immer mehr in das Fahrwasser, nur noch Vertrautes zu tun. Vielleicht ist es Zeit, mal wieder Grenzerfahrungen zu machen.«, hält Britta dagegen.
»Was machen wir also?«
»Überlege nicht zu lange, ruf da an und sag, daß wir kommen werden.«
Ich zögere.
»Worauf wartest du?«, fragt sie.
»Ich weiß nicht, gib mir noch einen Moment.«
»Wir haben immer darüber gesprochen, wie wichtig es ist, vertraute Pfade zu verlassen, auch auf das Risiko hin, mal einen Reinfall zu erleben. Jetzt bietet sich eine Gelegenheit und endlich mal muß dazu keine Initiative von uns ausgehen.
Wenn wir uns mal etwas für uns oder mit anderen ausgedacht haben, sind wir auch immer in unserem Komfortbereich geblieben. Hier haben sich andere etwas ausgedacht. Dabei werden wir ganz sicher unsere Komfortzone verlassen. Toll, das ist prima! Ruf jetzt endlich an!«
»Das ist alles richtig, aber ich weiß nicht. Kannst du dich an das Treffen mit dieser Domina und ihrem Sklaven erinnern? Da haben wir uns auch gefreut, daß die Initiative nicht von uns ausging. Und? Was war dann? Du fandest es teilweise widerlich, was die gemacht haben. Ich fand das auch.«, entgegne ich ihr.
Ein winziges Zittern liegt in Brittas Stimme, ein leichtes Funkeln in ihrem Augen, wie sie sagt:
»Niemals gehen wir zum Ende unserer Lust. Irgendetwas gibt es immer. Dir kann ich etwa keinen Orgasmus vorenthalten, weil ich dich zu sehr liebe, um dich ernsthaft leiden zu lassen. Wenn ich mal drohe, in Trance abzugleiten, meldet sich meine innere Stimme und fragt mahnend, ob anständige Mädchen so etwas tun sollten. Im Spiel mit anderen gibt es immer irgendwelche Befindlichkeiten, auf die wir Rücksicht nehmen. Er mag dieses nicht, sie jenes. Er kann nur Dom, sie nur Mausi. Meistens sind es ja die Männer, die alles wollen und nichts mögen, die sich für völlig tabulos erklären und bei allem quieken. Nein, den absoluten Gipfel, die Grenze zur Selbstaufgabe, das scheint mir ein Mythos zu sein. Auf dem Weg dahin bin ich mir selbst die stärkste Bremse. Lange hatte ich gehofft, mit dir diesen Weg gehen zu können, doch jetzt bremst auch du. Dich selbst zuerst. Und mich.«
Sie macht eine Pause und ich lasse das Gehörte wirken. Bevor ich ihr antworte, sagt sie:
»Wir sind da eingeladen und das ist toll. Ruf jetzt endlich an!«

Brittas Ton hat eine gewisse Schärfe. Ihre Argumente haben die ebenfalls. So greife ich zum Telefon und wähle die Telefonnummer des Zirkels.
Es klingelt. Ich spüre, daß mein Herzschlag schnell ist, und mich eine angenehme Aufregung erfasst. Beim achten Klingeln hebt jemand ab. Ich höre Udos tiefe Stimme in der Leitung.
»Tom hier. Ich möchte euch für die Einladung danken.«
»Sehr gerne. Werdet ihr kommen?«, fragt er.
»Ja«, antworte ich.
»Das ist sehr schön. Dann ist der ganze Zirkel anwesend. Wir freuen uns auf euren Besuch.«
Die Leitung ist stumm, bevor ich noch etwas erwidern kann.

Es sind noch vier Wochen bis zu diesem Treffen und die ersten Tage verdränge ich den Gedanken geradezu. Auch Britta spricht mich nicht darauf an und hinge da nicht der Umschlag mit der Einladung an der Pinnwand in der Küche, ich könnte denken, das alles wäre ein Traum gewesen.
Je näher der Termin rückt, desto größer wird die Unruhe, die sich in mir breitmacht. Es ist ein wenig so wie vor Jahren, als ich mit Britta die ersten Male in einem SM Club gegangen bin, nur noch stärker als damals. Aufregung, gar Angst? Warum eigentlich? Weil ich nicht weiß, was mich erwartet, wie damals in den Clubs? Oder ist da mehr?
Eine Antwort bekomme ich nicht, auch nicht bei Britta. Als ich mit ihr darüber sprechen will, fragt sie mich nur, wozu ich mir überhaupt Gedanken mache.

Dann ist es soweit, der Tag ist gekommen. Ich stehe vor dem großen Spiegel in unserem Flur und betrachte mich. Der Anzug sitzt perfekt, das weiße Hemd auch. Selbst der Krawattenknoten ist gelungen. Die Schuhe glänzen frisch poliert. Britta kommt aus dem Schlafzimmer. Sie sieht hinreißend aus. Sie trägt ein langes schulterfreies Abendkleid aus denkbar dünnem schwarzen Stoff, der beinahe blickdicht ist. Ihr linker Arm ist von einem Ärmel aus Spitze bedeckt, der an der Schulter in einer Verzierung aus schwarzen Federn endet. Ihre Hände stecken in Handschuhen, die fast zum Ellenbogen reichen. Schwarze, nahezu blickdichte Strümpfe mit Strapshaltern und einer Ziernaht auf der Rückseite bedecken ihre langen Beine. Sie trägt einen Slip, der an den Schamlippen offen ist, was jedoch nur sichtbar wird, wenn sie die Schenkel öffnet. Dann sind da noch diese beängstigend hohen Schuhe, die sie beim Gehen in ein leichtes Hohlkreuz zwingen. Die Brille hat sie gegen Kontaktlinsen getauscht, die Haare trägt sie offen. Ihr Anblick ist atemberaubend.

Etwas später rolle ich langsam die Reihe geparkter Autos entlang, bis ich eine Lücke finde. Ich lege den Rückwärtsgang ein und rangiere den Kombi auf den freien Platz. Ein letztes Mal bewegt sich der Scheibenwischer über das Glas, wischt die feinen Regentropfen weg, bevor ich den Zündschlüssel abziehe.
Ich sehe zu Britta und frage:
»Die letzte Gelegenheit. Gehen wir rein oder fahren wir zurück nach Hause?«
»Nein, jetzt sind wir hier und jetzt ziehen wir das auch durch. Was die auch vorhaben, wir werden es schon überleben.«, antwortet sie und lächelt.
Im schwachen Licht der entfernten Straßenlaterne leuchten ihre Augen. Ich löse meinen Blick, wende mich um, nehme den Schirm von der Rückbank, öffne die Fahrertür und steige aus. Der Wind treibt mir die Regentropfen ins Gesicht. Mit geöffnetem Schirm laufe ich um den Wagen und lasse Britta aussteigen. Schulter an Schulter unter den Regenschutz gekauert, gehen wir auf das Schieferhaus zu. Es ist das einzige dieser Art in der Straße, umringt von gesichtslosen Neubauten und Reihenhäusern mit winzigen Vorgärten.
Wir gehen an der Natursteinmauer entlang, die das Grundstück umgibt, bis wir das schmiedeeiserne Tor erreichen. Britta drückt die Klinke runter, öffnet das Tor und schreitet hindurch. Ich folge ihr und sehe die Autozufahrt entlang zu den Garagen. Die Linke steht heute offen. Die Haube eines neuen Mercedes Sportwagen ist im herüber fallenden Lichtschein der Straßenlaternen zu erkennen.
Der kurze Weg zum Haus ist von kleinen Rhododendron Büschen gesäumt, deren Blätter im Wind tanzen.
Vor der grün lackierten alten Holztür schließe ich den Schirm. Britta drückt auf die Klingel.
Einen Augenblick später öffnet sich die Tür.
James bittet uns herein, nimmt uns den Schirm, die Mäntel und unsere kleine Übernachtungstasche ab, bevor er sagt:
»Die Herrschaften erwarten Euch bereits, würdet Ihr mir bitte folgen.«


Wie gesagt wiederholt sich die Geschichte hier. Wie es weitergeht? Nächste Woche.. *top*
*********rcuma Paar
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Ein kleines Vorwort von uns:
Diese Woche geht es nahtlos weiter. Die Geschichte wiederholt sich zwar, oder beginnt von Neuem, aber hier kommen neue Figuren dazu, weshalb wir das jetzt nicht überspringen wollten.
Aber lest selbst:

Antonias Zirkel - Leseprobe Teil 17

Gleich links neben der Eingangstür führt eine Treppe in die obere Etage des Hauses. Am Ende des Flurs, unterhalb der Stufen, ist der Zugang zu den Kellerräumen. James öffnet sie und geht mit langsamen Schritten die alten und ausgetretenen Natursteinstufen hinab. Unten angekommen wendet er sich nach links in den Raum mit dem großen Tisch.
Die anderen Gäste sind bereits da. Die Gespräche am Tisch verstummen und James sagt:
»Frau Britta und Herr Tom sind nun eingetroffen.«
»Sehr schön, dann sind wir ja fast vollzählig und können den Abend beginnen. Seid willkommen. Ich freue mich, daß ihr unserer Einladung gefolgt seid. Nehmt bitte Platz.«, begrüßt Toni uns und zeigt auf zwei freie Stühle.
Wir setzten uns an die zugewiesenen Plätze an dem langen Tisch, der heute noch mehr als sonst wie eine mittelalterliche Tafel für Arthurs Ritter anmutet.
Die Tafel ist mit einem schweren und dunklen lilafarbenen Tischtuch bedeckt. Die Fläche ist geteilt durch einen schwarzen Tischläufer, der an Tonis Thron beginnt und am anderen Ende des Tisches überhängt. Vier dreiarmige silberne Kerzenleuchter stehen auf dem Läufer. Die schwarzen Kerzen brennen und tauchen ihre Umgebung in warmes Licht. Eine kunstvoll gefaltete schwarze Servierte und ein makellos poliertes Weinglas befinden sich an unseren Plätzen. Das Licht der Kerzen funkelt in dem Glas, das James mit rotem Wein füllt, bevor er sich zurückzieht.
Die ganze Szenerie wirkt edel und geheimnisvoll. Alle Mitglieder des Zirkels sind der Aufforderung aus der Einladung gefolgt. Die Männer tragen ausnahmslos einen schwarzen Anzug. Frauke hat ein dunkelrotes, schulterfreies Abendkleid an. Steffi trägt ein hauchdünnes dunkelgrünes Kleid mit viel Spitze, das eine ihrer Schultern bedeckt, die andere offenläßt. Darunter hat sie einen BH aus feinen silbernen Ketten, die durch den Stoff sichtbar sind.
Im Hintergrund spielt leise Musik von Sisters of Mercy.
Wir haben erst einige belanglose Begrüßungsformeln ausgetauscht, da stocken die Gespräche. Ich sehe in überraschte Gesichter, blicke zur Seite und beobachte, wie James ein weiteres Pärchen hereinführt.
»Frau Annika und Herr Julian sind nun ebenfalls eingetroffen.«, sagt er.
Toni steigt von ihrem Thron und geht auf die beiden zu.
»Oh das ist aber schön, daß ihr es tatsächlich geschafft habt, heute zu uns zu finden«, begrüßt sie die neuen Gäste im Gehen, bleibt vor der Frau stehen, legt ihre Hände auf deren Schulter und küsst sie auf den Mund.
Zu den anderen Gästen gewandt, sagt sie:
»Ja, liebe Freunde, ich kann eure Überraschung sehen. Zum heutigen Abend, zu dieser Nacht hat der Zirkel zwei neue Mitglieder. Ich kenne sie schon etwas länger. Das sind Annika und ihr Freund Julian. Die beiden sind die jüngsten in unserem Kreis, bringen aber viel Erfahrung mit. BDSM ist Annikas Leidenschaft, seit sie sechzehn wurde, sagte sie mir mal. Ihr werdet sie kennenlernen und mögen. Schon jetzt, weil das vielleicht gleich eine Rolle spielt, möchte ich euch sagen, daß beide auf der devoten Seite der Lust stehen und sehr belastbar sind.«
Toni begleitet die beiden zu ihren Plätzen. Julian führt sie auf meiner Seite neben Micha an das Ende der Reihe, Annika sitzt ihm gegenüber. Ich betrachte sie dabei und erinnere mich. In einem großen SM-Club im Ruhrgebiet habe ich sie vor vielleicht drei Jahren das erste Mal gesehen. Sie war gekleidet wie ein altertümliches Dienstmädchen und war die Zofe einer älteren Domina. Er war der Sklave dieser Lady und auf einem Strafbock gefesselt. Die Zofe hat seinen Hintern sehr heftig mit einem Rohrstock bearbeitet. Als ich später dort vorbeikam, wurde er von ihr gefistet, während die Domina seinen Kopf an den Haaren hochzog, sein Gesicht dabei betrachtete und ihn verbal demütigte. In einem anderen Club sah ich sie bei einer CMNF-Veranstaltung als nackte Sklavin. Vor etwa zwei Jahren traf ich sie zuletzt bei einem Bondage Seminar. Sie zu vergessen ist unmöglich. Sie ist klein. Höchstens einhundertsechzig Zentimeter groß. Ihr Anblick ist zuerst überraschend. Besonders wenn sie unbekleidet ist. Von ihrem Becken aus gleicht ihr Körper einer ungleichen Sanduhr, die von der schmalen Taille aus in einen zu klein geratenen Oberkörper führt. Ihr schönes gleichmäßiges Gesicht, die Arme, Hände, Beine, ihr Brustkorb, all das passt zusammen. Ihr üppiger, wohlgeformter runder Po dagegen, ihr so weibliches Becken, ihre perfekte Vulva, die straffen und gewaltigen Brüste mit den großen dunklen Brustwarzen, das alles scheint zu einer anderen Frau zu gehören. Einer Frau, die größer ist als sie. Viel größer.
Ich frage mich, finde ich sie schön? Nein, sicher nicht. Ihr Anblick ist beinahe bizarr. Und doch reizt sie. Ihr Körper scheint zu sprechen, zu sagen:
Sieh her, ich bin alles, was ein Mann begehrt. Schmale Taille, üppiges Gesäß, nach Lust rufender Schoß, große Brüste, all das biete ich im Überfluss. Der Rest? Unwichtig. Nebensache. Nur der Vollständigkeit halber vorhanden.
Diese Frau weiß um ihre Wirkung. Sie spricht nichts aus, es sind die kleinen Gesten, die sie verraten. Es ist die Art, wie sie eine hochgerutschte Bluse runter streicht, sie nicht über ihre Taille zieht, sondern den Stoff über deren Tal streift. Die Art, wie sich ihren Rock am Po glatt streicht, bevor sie sich auf einen Stuhl setzt, auch wenn sie eine Jeans anhat. Wie ihre kleinen Hände dabei der Form ihres Hinterns folgen. Die Art, wie sich mitten im Gespräch ganz beiläufig unter ihren Busen greift, ihn etwas anhebt, als würde der Bügel des BHs kneifen.
So bizarr allein der Anblick ihres Körpers ist, steht ihr Äußeres dem in nichts nach. Ihre Haare sind lila. Auf den Kopf sind sie lang. Auf der rechten Schläfe kurz, die andere Seite ist rasiert und glatt wie die Murmel von Theo Kojak. Zig Ohrringe, Piercings in Zunge, Lippe, Nase, Bauchnabel und im Klitorisband, Tattoos am halben Körper, ständig ein ledernes Halsband mit Ring, etliche Fingerringe, lange schwarz lackierte Nägel und Armbänder zieren sie. Jeder Metalldetektor am Flughafen wäre entzückt über ihr Erscheinen.
Annika spricht kaum und lacht vermutlich nie.
Ihr Outfit ist von einem Label dominiert und auch heute trägt sie ein barockes, schwarzes, schulterfreies und sehr kurzes Korsagenkleid mit Spitze, das von Gothicana sein dürfte.
Es steht ihr. Es betont sie.
Ich ertappe mich, wie ich nach Narben an ihren Armen suche und bin überrascht. Weil ich auf diesen Gedanken gekommen bin oder weil ich keine Narben finde? Die Idee, sie könnte etwas gestört sein, beißt sich in meine Vorstellung von ihr und will nicht mehr loslassen. Ist es die Art, wie sie redet, wie sie sich bewegt, oder ihr verkauftes Lachen? Vielleicht sind es auch die Bilder aus den Clubs, wo ich sie in verschiedenen Rollen als extrem erlebt habe. Als extrem schmerzgeile Sklavin und als extrem sadistische Zofe.
Ihren Freund Julian habe ich nur das eine Mal gesehen, als er auf dem Strafbock gefesselt war. Er ist groß und äußerst schlank, fast dürr. Sein Gesicht ist lang, schmal und bartlos, seine Haut sehr weiß. Die tiefschwarz gefärbten Haare wirken ungezähmt. Die Nase in seinem langen Gesicht ist lang und schmal. Sein schmallippiger Mund scheint sich von einem Ohrläppchen zum anderem zu strecken. Der lange schmale Hals sitzt auf einem langen und schmalen Oberkörper. Arme und Beine sind lang und schmal und seine Hände hätte meine Großmutter als Klavierspielerhände bezeichnet. Gibt es eigentlich Klavierspielerfüße? Nein? Egal, er hat welche. Seinen Schwanz kenne ich nicht, doch es würde mich überraschen, wenn der kurz und dick wäre.
Julians Gang ist etwas schlurfend und der schwarze Anzug scheint ihm irgendwie zu groß zu sein. Obwohl er bestimmt um die dreißig Jahre alt ist, wirkt er sehr jugendlich. Er würde in einem Film als Schüler in einem britischen Internat durchgehen. Er setzt sich an die Tafel und nimmt das Weinglas, das James ihm hingestellt und gefüllt hat. Seine langen schmalen Finger umschließen es und führen es an die schmalen Lippen. Langsam nimmt er einen Schluck, hält das Glas vor seinem Mund und lächelt hindurch Richtung Annika. Sie nickt ihm mit einer kleinen Bewegung zu.
Dann wendet sich Thilo mit neugierigen Fragen zu ihr. An dem Gespräch sind sofort auch Micha, Julian und Steffi beteiligt.
Frauke aber wendet sich mir zu und fragt:
»Ey euch beide wollte ich letztes Mal schon fragen. Ihr seid noch nicht so lange dabei, nich wahr? Was macht'n ihr so im normalen Leben?«
Britta antwortet:
»Ich habe eine kleine Modeboutique für Damenbekleidung.«
»Ach, du arbeitest auch im Einzelhandel. Ich bin schon einige Jahre bei Netto, vorher war ich bei 'nem Bäcker an der Theke, aber bei Netto ist der Verdienst jetzt besser. Reicht aber trotzdem kaum. Nur gut, daß mein Mann etwas mehr verdient. Aber für all die Festkosten reicht es nur so gerade. Wir ham ja die Raten für unser Reihenhäuschen, die beiden Jungs, die noch bei uns wohnen und die drei Hunde fressen uns auch die Haare vom Kopf. Dann ist da noch dieses Auto, was ständig kaputt geht.«
Ich höre ihr zu, sehe sie an, wie sie gestenreich und mit erhobener Brust spricht, sehe den Mann neben ihr sitzen, dessen Arme an hängenden Schultern schlaff im Schoß liegen, dessen Kopf leicht gesenkt ist und frage mich wie so oft, was Menschen verbindet. Was verbindet diese kleine vorlaute Frau, die nach Aldi einkaufen geht und bei der manche Dinge größer wie andere sind mit diesem introvertierten, geradezu schüchternen Typen neben ihr? Ich betrachte ihn, sein langes, schmales und haarloses Gesicht, die beginnende Glatze über seinem Haarkranz, die runde Brille, die schmalen Schultern. Was Martin beruflich macht, habe ich noch nicht herausgefunden, doch für mich ist das der Typ Buchhalter schlechthin. Vielleicht ist er auch Finanzbeamter. Das wenige, was ich ihn bislang habe sagen hören, läßt schließen, daß er einigermaßen gebildet ist. Er ist älter als Frauke, sicher bereits Mitte vierzig. Was veranlaßt die beiden zu diesen Treffen zu kommen? Was gefällt diesem leptosomen klemmigen Typ daran? Ob es ihm anmacht, wenn Frauke vor seinen Augen mit anderen Männern fickt? Ihr gefällt das jedenfalls. Und sein relativ kleiner und dünner Schwanz steckt überhaupt sicher selten irgendwo drin. Nach welchen Gesichtspunkten wählt Toni die Mitglieder des Zirkels aus? Warum etwa ist Micha hier? Der ist unsensibel und grob. Im Denken wie im Handeln. Aber er bringt Erfahrung mit, ist bi und Switcher, damit vielseitig einsetzbar. Und ich? Ich bin nicht bisexuell, auch kein Masochist oder Sadist. Ich bin gar nicht so vielseitig. Liegt es an meinem ansehnlichen Schwanz? Er könnte Modell sein, wenn ich nicht dranhinge. Oder bin ich nur dabei, weil ich eine attraktive Frau mitbringe? Vielleicht geht es aber auch gar nicht um Äußeres, Einstellungen oder sexuelle Orientierungen, überlege ich. Aus irgendeinem Grund, den ich noch nicht erkenne, gibt es in diesem Kreis das Vertrauen, von dem in der Anzeige im Forum geschrieben war. Unausgesprochen agieren alle in ihrer Verschiedenheit vertrauensvoll miteinander. Ich nehme mir vor, unsere Gastgeberin irgendwann zu fragen. Toni, diese seltsame Frau, die öfters Sex mit Frauen als mit Männern hat. Ich habe sie schon mit Männern beobachtet, doch da ist sie anders. Männer nutzt sie in eher technischer Weise zu ihrer Befriedigung, bei Frauen sucht und findet sie Nähe.
Britta unterbricht meine Gedanken.
*********rcuma Paar
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