Wie umgehen mit unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen
Hallo ihr LiebenErstmal eine kleine Vorgeschichte: Ich bin seit einiger Zeit in einer Beziehung und dass wir auf sexueller Ebene nicht ganz passen, war uns von Anfang an irgendwie klar. Da ich für sehr vieles offen bin und gerne experimentiere, wollten wir unsere Sexualität zusammen erkunden.
Es verlief jedoch eher einseitig nach seinen Bedürfnissen, kann sich mit mir jedoch trotzdem nicht ganz ausleben. Er steht darauf, Frauen sexuell zu erniedrigen, was ich jedoch nicht so mag. Jedenfalls haben gewisse harte Spielchen bei mir einen Traumaresponse aufgrund eines schweren Missbrauchs in meiner Jugend ausgelöst und er musste mich zum Notfall fahren. Dieses Erlebnis hat unseren Sex komplett verändert. In den Machtspielchen war ich dann meist die dominante Person und unser Sexleben schlief ein.
Er wollte dann irgendwann nicht mehr Sex mit mir haben, was mich und mein Selbstwertgefühl enorm verletzte. Reden darüber wollte er damals auch nicht. Vor ein paar Wochen habe ich dann herausgefunden, dass er eine mehrmonatige Affäre pflegte - er meinte mit ihr sei der Sex besser gewesen, weil er mit mir gewisse Dinge nicht tun kann, die er mit anderen Frauen aber sehr gut kann. Z.B. kann er mich nicht oral befriedigen, will nicht Outdoor-Sex haben, etc. alles Dinge, die mir aber sehr gefallen.
Wir haben uns nach vielen intensiven und langen Gesprächen dazu entschieden, dass wir die Vergangenheit, also seinen Betrug, aufarbeiten und kommunizieren täglich, offen und ehrlich - auf Augenhöhe eben.
Sex wollen wir gerade noch keinen, da der Betrug noch zu frisch ist und ich heilen muss. Er will noch keinen Sex weil er a) noch ein schlechtes Gewissen hat, b) er Angst hat, dass es im Bett wieder schief läuft und c) vermutet er, weil er mich so sehr liebt, kann er mit mir nicht den Sex haben, der ihm diese gewisse Befriedigung gibt. Weil er mich so liebt, kann er mich nicht erniedrigen. Ich kann mir das alles sehr gut vorstellen, es frustriert mich aber immens.
Ich will mit meinem Partner intim sein, weil ich die Verbindung und Nähe haben will. Da ich auf dem asexuellen Spektrum bin, brauche ich gewisse Reize, die in mir Lust erwecken, welche er mir geben kann. Der Akt selbst oder der Orgasmus sind für mich nicht wichtig. Er sieht Sex als Sport an, mehr eigentlich nicht.
Wir möchten als Paar wieder intim sein miteinander, können uns aber beide noch nicht vorstellen, wie das dann aussehen soll.
Wie geht ihr mit unterschiedlichen Bedürfnissen in der Partnerschaft um? Habt ihr Tipps, wie wir den ersten Schritt machen und uns wieder finden können?
Die Beziehung öffnen möchten wir noch nicht, sie soll sich erst wieder festigen. Wir haben aber kommuniziert, dass es in ferner Zukunft eine der Optionen wäre.




















