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Wie umgehen mit unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen

*****ude Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Wie umgehen mit unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen
Hallo ihr Lieben
Erstmal eine kleine Vorgeschichte: Ich bin seit einiger Zeit in einer Beziehung und dass wir auf sexueller Ebene nicht ganz passen, war uns von Anfang an irgendwie klar. Da ich für sehr vieles offen bin und gerne experimentiere, wollten wir unsere Sexualität zusammen erkunden.
Es verlief jedoch eher einseitig nach seinen Bedürfnissen, kann sich mit mir jedoch trotzdem nicht ganz ausleben. Er steht darauf, Frauen sexuell zu erniedrigen, was ich jedoch nicht so mag. Jedenfalls haben gewisse harte Spielchen bei mir einen Traumaresponse aufgrund eines schweren Missbrauchs in meiner Jugend ausgelöst und er musste mich zum Notfall fahren. Dieses Erlebnis hat unseren Sex komplett verändert. In den Machtspielchen war ich dann meist die dominante Person und unser Sexleben schlief ein.
Er wollte dann irgendwann nicht mehr Sex mit mir haben, was mich und mein Selbstwertgefühl enorm verletzte. Reden darüber wollte er damals auch nicht. Vor ein paar Wochen habe ich dann herausgefunden, dass er eine mehrmonatige Affäre pflegte - er meinte mit ihr sei der Sex besser gewesen, weil er mit mir gewisse Dinge nicht tun kann, die er mit anderen Frauen aber sehr gut kann. Z.B. kann er mich nicht oral befriedigen, will nicht Outdoor-Sex haben, etc. alles Dinge, die mir aber sehr gefallen.
Wir haben uns nach vielen intensiven und langen Gesprächen dazu entschieden, dass wir die Vergangenheit, also seinen Betrug, aufarbeiten und kommunizieren täglich, offen und ehrlich - auf Augenhöhe eben.
Sex wollen wir gerade noch keinen, da der Betrug noch zu frisch ist und ich heilen muss. Er will noch keinen Sex weil er a) noch ein schlechtes Gewissen hat, b) er Angst hat, dass es im Bett wieder schief läuft und c) vermutet er, weil er mich so sehr liebt, kann er mit mir nicht den Sex haben, der ihm diese gewisse Befriedigung gibt. Weil er mich so liebt, kann er mich nicht erniedrigen. Ich kann mir das alles sehr gut vorstellen, es frustriert mich aber immens.
Ich will mit meinem Partner intim sein, weil ich die Verbindung und Nähe haben will. Da ich auf dem asexuellen Spektrum bin, brauche ich gewisse Reize, die in mir Lust erwecken, welche er mir geben kann. Der Akt selbst oder der Orgasmus sind für mich nicht wichtig. Er sieht Sex als Sport an, mehr eigentlich nicht.
Wir möchten als Paar wieder intim sein miteinander, können uns aber beide noch nicht vorstellen, wie das dann aussehen soll.

Wie geht ihr mit unterschiedlichen Bedürfnissen in der Partnerschaft um? Habt ihr Tipps, wie wir den ersten Schritt machen und uns wieder finden können?
Die Beziehung öffnen möchten wir noch nicht, sie soll sich erst wieder festigen. Wir haben aber kommuniziert, dass es in ferner Zukunft eine der Optionen wäre.
****ody Mann
16.699 Beiträge
Ich glaube fest an die Arbeit von Paar- und SexualtherapeutInnen. Manches bekommt man alleine und ohne Hilfe nicht hin. Aus meiner Sicht ist es keine Schande, Profis ranzulassen.
*********ster Mann
188 Beiträge
Als ich meine Frau kennengelernt habe, haben wir sofort gemerkt, dass wir zusammen sein wollen, unsere Beziehung aber nur eine Chance haben kann, wenn wir sie direkt offen gestalten. Bei uns ist es eben auch so, dass wir sexuell eine Schnittmenge haben, dann aber auseinanderdriften, und Bedürfnisse sind eben auch wichtig. Werden diese nicht befriedigt, geht es einem nicht gut, und daran scheitern eben auch Beziehungen.

Der wichtigste Tipp überhaupt: Reden und wirklich zueinander ehrlich sein, das behebt so viele Stolpersteine und festigt eben auch die Beziehung. Verschweigt man was, ist unehrlich zueinander, führt das zwangsläufig zum Vertrauensverlust, und den bekommt man fast nicht mehr behoben.

Oder eben auch seine Bedürfnisse unterdrücken. Die Sehnsucht nach diesem Bedürfnis wird ja auch immer größer und irgendwann begeht man dadurch vielleicht eine Dummheit, die man den Rest seines Lebens bereut.

Eine Beziehung oder auch eine eingegangene gemeinsame Dynamik ist auch immer mit Kompromissen und Zugeständnissen verbunden. Man muss da also seinen Mittelweg finden, wo das Gesamtpaket für alle Beteiligten passt.
*********_life Frau
3.977 Beiträge
Ich finde, da ist die sexuelle Kluft doch schon ganz schön tief.
Und ich gebe hier ganz ehrlich zu, ich für mich, würde die Reißleine ziehen.
In meinem Leben habe ich zuviele Kompromisse eingehen müssen, die dann doch komplett fürn Arsch waren, um nochmal so eine Belastung haben zu wollen.

Aber, das bin ich und meine Einstellung.

Wenn du den langen Weg mit Therapeuten gehen willst, drücke ich dir die Daumen.
*********erker Mann
12.175 Beiträge
Im Grunde ist es wie mit den Lernspielzeugen für kleine Kinder… der Würfel passt nicht in das Loch für die Kugel.
Manchmal muss man sich eben eingestehen das die Unterschiede so unüberbrückbar groß sind, dass es nicht auf Dauer funktioniert
******ara Frau
9.947 Beiträge
Für mich sind das zu viele Klippen, die ihr umschiffen müsst. Ich weiß nicht, ob das auf Dauer Sinn macht.
Sich Hilfe zu suchen ist absolut nicht verwerflich. Eine Sicht von außen schadet ja nie.

Aber wenn der Sex so in andere Richtungen geht... Ich glaube nicht, dass das gut geht.
*****978 Frau
2.778 Beiträge
Sie schreibt;

Euer Thema ist spannend und mir macht es Gänsehaut.
Eure Beziehung öffnen braucht ihr nicht mehr; er hat dies einseitig getan.

Seine Gründe, mit dir den Sex zu verweigern, sind in meinen Augen fadenscheinig und zeigen die Spitze des Eisbergs. Das Eigentliche liegt verborgen, bzw scheint ihr dies nicht selbst sehen zu können oder zu wollen.

Wenn ihr euch liebt, so wie ihr sagt und ihr euch als Menschen wichtig seid stellt sich für mich (wäre ich in eurer Situation) die Frage; passen wir wirklich in Gänze für eine Partnerschaft.
Ist evt eine Freundschaft das probatere Mittel, um sich auf der menschlichen Ebene zu begegnen.

Wenn ich mit meiner Art der Sexualität ein Trauma beim Gegenüber eröffne, hätte ich auch absolute Hemmungen, diese in irgendeiner Form mit dir auszuleben.
*****978 Frau
2.778 Beiträge
Hier stelle ich mir selbst immer die Frage; möchte und kann ich auf Dauer so leben.

Ich würde mich schweren Herzens trennen, wenn die Sexualität nicht im hohen Maße passend ist. Wenn nur einzelne Spielchen nicht zueinander passen, könnte ich damit leben.
Passt aber das Meiste nicht, und hier ist es bei Euch die Dominanz, die er in spezieller Form ausleben möchte, dann wäre ich nicht bereit, die Beziehung unter dem Label fortzusetzen.
*******_man Mann
10.312 Beiträge
Ich finde, man muss gegenseitig Rücksicht nehmen auf die No-Gos. Dabei ist wichtig die Grenzen zu kennen. Das bedarf Gespräche. Durch Vertrautheit und Vertrauen kann sich nach einer Weile die Möglichkeit ergeben, dass diese Grenzen verschoben werden können. Das soll aber nicht ein Ziel sein, auf das man hinarbeitet, sondern es soll sich (für den, dem diese Grenze wichtig war) plötzlich automatisch als stimmig anfühlen, weiter gehen zu können. Dann passiert das auch. Wenn dazu eine psychologische Aufarbeitung helfen kann, kann man das gerne in Anspruch nehmen.

Wenn der andere aber von vorne herein angibt, das, was vom anderen so nicht zugelassen werden kann, ist für ihn unverzichtbarer Bestandteil seiner gewünschten Sexualität, dann passt es einfach nicht.

Sex wie Sport bzw triebgesteuert und nicht wie eine liebevolle, intime und lustvolle Interaktion zwischen zwei Menschen anzusehen, kann für einen sensiblen Menschen, gerade mit Missbrauchsvergangenheit verstörend und demzufolge ablehnend sein.

Sucht er die harten dominanten Ficks, wo du als Fickstück mit deinen Löchern herhalten sollst, ohne gefragt zu werden, um dann ungestüm und vielleicht mit Schlägen garniert durchgerammelt zu werden, passt das nicht. Ihr steht da auf zwei weit entfernten Standpunkten.

Es liegt an euch beiden, Konsens zu finden. Er muss von seiner Vorliebe weg, du musst schnell Wunden heilen lassen, damit ihr euch in der Mitte treffen könnt und vor dort gemeinsam einen Weg findet.
*********uest Mann
2.373 Beiträge
Rein nach der geschilderten Sachlage würde ich auch sagen: Da passt zu wenig zusammen, Ihr könnt so nicht dauerhaft glücklich sein.

Aber Trennung als Empfehlung sagt sich so leicht. Wenn trotz allem gegenseitige Liebe da ist, wäre das sehr schmerzhaft oder sogar unmöglich.
*****rDu Paar
2.376 Beiträge
Deiner Beschreibung nach sind eure Bedürfnisse zu weit auseinander. Der hier stellenweise empfohlene Mittelweg wird keinen von euch dauerhaft zufriedenstellen. Auch wenn es schmerzhaft ist, trennt euch und sucht euch die passenden Partner.
Zitat von ******978:
Wenn ich mit meiner Art der Sexualität ein Trauma beim Gegenüber eröffne, hätte ich auch absolute Hemmungen, diese in irgendeiner Form mit dir auszuleben.

Ich denke auch, dass das der Knackpunkt ist. Kannst du nach diesem Erlebnis denn deinem Partner überhaupt noch vertrauen @*****ude?
********2212 Mann
1.573 Beiträge
Ihr seid in sexueller Hinsicht absolut nicht kompatibel, ich bezweifle, daß es jemals eine Harmonie geben wird. Gerade der Wille bei ihm, eine Frau zu erniedrigen mit einer Vorgeschichte wie bei Dir, kann auf Dauer nicht gut gehen. Dazu kommt noch die Verletzung durch sein Fremdgehen. Ein Besuch bei einem Sexual-Therapeuten sehe ich ja grundsätzlich als positiv, ich bezweifle aber, daß er Euch helfen kann, da seid ihr zu verschieden. Auch wenn es weh tut, wenn Du wieder glücklich werden willst, sehe ich nur die Option der Trennung.
*******Punk Frau
8.579 Beiträge
Klingt total schräg und nach keiner guten Basis.

Hätte eher den Impuls wegzulaufen.
******_73 Mann
5.165 Beiträge
Mir liegt auch auf der Zunge, zu Fragen, wie lange Ihr nun schon zusammen seid, dass solche Differenzen zu Tage treten.
Aber ich möchte anmerken, dass es im Bereich BDSM sowohl bzgl. Schmerzzufügung als auch Erniedrigung nicht selten vorkommt, dass dies innerhalb eines Paares irgendwann nicht mehr richtig funktioniert, weil zumindest einer in einem Konflikt zwischen Lust und Liebe steht.

Und wenn ich meine Spielpartnerin infolge des Spiels plötzlich ins Krankenhaus (oder was ist mit "zum Notfall fahren" gemeint?) bringen müsste, ich denke, ich wäre dann auch längere Zeit bedient. Schon allein das Treffen eines Triggers ist für den, der damit nicht rechnet, eine unschöne Erfahrung, und hemmt doch für die Zukunft ganz erheblich.

Nicht jede Beziehung kann man erhalten, egal wie sehr man das eigentlich will. Und auch, wenn man der Beziehung vielleicht noch lange nachtrauert, man kommt irgendwann darüber hinweg, und hat dann meist für das kommende Leben einiges gelernt, jedenfalls wenn man wie ihr versucht, das ganze zusammen aufzuarbeiten. Nur, manchmal steht dann eben am Ende der Arbeit die Trennung...

Vielleicht hilft es Euch, wenn es Euch gelingt, beim Aufzuarbeiten weniger zu suchen, wer was genau falsch gemacht hat, sondern mehr zu schauen, wie man sich zukünftig anders verhält, damit das nicht erneut passiert. Ich glaube nämlich, dass Ihr beide kein Interesse habt, die Folgen von "Fehlern" erneut durchleben zu müssen, nur weil das Verhalten wiederholt wird. Etwas nicht mehr zu wollen ist eben nur die eine Hälfte (vielleicht nicht mal die Hälfte), wichtiger ist, Alternativverhalten zu lernen.
*****ude Frau
11 Beiträge
Themenersteller 
Ein grosses Danke für eure vielen Inputs.

In unseren Sicht sind es nur die sexuellen Bedürfnisse, die auseinander gehen. Wir geben Sex nicht so viel Gewicht, wie ich allenfalls den Anschein gemacht habe. Mich interessierte zu hören, welche Ideen kommen, wie wir das neu definieren könnten.

Der grosse Rest der Beziehung ist stimmig und wir geben uns gegenseitig, was wir auf emotionaler und intellektueller Ebene brauchen. Und wie gesagt, sein alleiniger Fremdgang ist für mich (auch wenn es für viele nicht stimmig klingt) nachvollziehbar und verzeihbar, gerade auch weil er ehrlich bereit ist, mit mir daran zu wachsen und das Vergangene aufzuarbeiten. Eine therapeutische Massnahme haben wir auch in Erwägung gezogen. In den letzten Wochen und Tagen hat sich gezeigt, wie grosse Fortschritte wir zusammen, allein mit guter Kommunikation, machen und in welcher Liebe und Gemeinsamkeit wir trotz allem sind. Wir sind beide sehr rational und pragmatisch. Wir sehen, dass diese Herausforderung uns näher bringt und haben keine Angst mehr, brutal ehrlich zueinander zu sein.

Sex ist in unseren beiden Augen nicht zwingend nur mit Liebe und Partnerschaft verbunden. Ich bin offen für andere Erfahrungen, ohne es als Kompromiss zu sehen. Eher als Bereicherung. Über die Form müssen wir uns noch unterhalten und uns einig werden. Natürlich bleibt das Bedürfnis für uns beide, dass wir auch als Paar intim sind, doch vielleicht gehen wir nicht mit der Erwartung rein, dass es der "beste Sex aller Zeiten" wird, sondern sehen es innerhalb der Beziehung als etwas anderes an.

Betreffend meiner Vergangenheit und seiner Vorlieben möchte ich noch sagen, dass ich nicht mehr bewusst wegen der Traumata leide. Jahrelange Therapien haben mir da sehr geholfen. Ich habe jedoch und gerade deswegen eine Neigung entwickelt, die mich neugierig auf bestimmte Dinge macht, diese bewusst und gewollt zu erleben. Traumaresponse war rein mein Körper, der sich an etwas erinnert hatte und sich komplett verkrampft hatte, obwohl ich in der Lust war. Bewusst wurde dies nur, als ich mit der Gyn darüber gesprochen hatte. Mein Partner war in keinster Weise brutal zu mir. Die nur noch zur Klärung. *g*
Nun gut, ich möchte dir nur noch mit auf den Weg geben, dass du bitte gut auf dich achtgibst. Gerade mit einer Missbrauchsvergangenheit neigen viele Menschen dazu, ihre eigenen Grenzen nicht gut wahren und schlecht für sich selbst einstehen zu können. Zudem hinterlassen solche Erfahrungen auch viele "blinde Flecken" für das Verhalten des Partners in Beziehungen.
Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute. *blume*
*******_man Mann
10.312 Beiträge
Ihr könnt auch eine liebevolle sexarme oder gar Sex-ausklammernde Beziehung führen wollen. Zum Thema Sex vereinbart ihr dann gemeinsame (!) Clubbesucher, wo jeder sein Ding macht, wie er es mag. Ihr kommt zwischendurch immer wieder liebevoll zusammen und fährt auch immer gemeinsam heim.

Sexuelle Eifersucht muss euch dabei fremd sein und es soll vermieden werden, zu sehr emotionale Bindung mit dem Spielpartner einzugehen. Ihr solltet euch einig sein, dass ihr zusammen gehört, aber den Sex quasi auslagert, was die Nicht-Schnittmenge an Vorlieben und Praktiken angeht.

Das vermeidet Affären und Betrug und gibt Raum für gemeinsames Leben und befriedigenden Sex mit anderen.

Ihr müsst das nur beide (!) wollen!
**su Mann
82 Beiträge
Meine kurze und knappe Antwort aus Erfahrung.

Früher oder später wird sexuelle Inkompatibilität ein Problem in der Beziehung.
******_73 Mann
5.165 Beiträge
Zitat von *****ude:
Die Beziehung öffnen möchten wir noch nicht, sie soll sich erst wieder festigen.

Zitat von *****ude:
Sex ist in unseren beiden Augen nicht zwingend nur mit Liebe und Partnerschaft verbunden. Ich bin offen für andere Erfahrungen, ohne es als Kompromiss zu sehen. Eher als Bereicherung. Über die Form müssen wir uns noch unterhalten und uns einig werden.

Ich möchte anmerken, dass ich immer wieder erstaunt bin, wenn Paare, die im Swingerclub aktiv sind, ihre Beziehung nicht unbedingt als "offen" empfinden. Der Swingerclub scheint auch ein Ort zu sein, wo Freiräume eingeräumt werden, die außerhalb des Clubs eben nicht bestehen. "Was im Club geschieht, bleibt im Club", oder so ähnlich.

Ich weiß nicht, wie Ihr das empfindet. Ein Clubbesuch ist in meinen Augen nicht geeignet, Beziehungsprobleme zu beseitigen, aber wenn man Sex und Beziehung zu trennen vermag, ergeben sich hier vielleicht weiter Möglichkeiten.
*******_man Mann
10.312 Beiträge
Man muss Sex und Liebesbeziehung trennen, wenn es um Exklusivität in der Beziehung gehen soll, wenn gleichzeitig Sex nicht gemeinsam angegangen werden kann oder soll.

Lieber Sex als Hobby ansehen. Und zwar bei deutlich abweichenden Vorlieben und Praktiken wie Tennis und Tischtennis. Der eine liebt Tennis, der andere Tischtennis. Oder Poker und Canasta, etc. Warum soll man das nicht mit anderen spielen, wenn der eigene Partner lieber sein Spiel hat?

Wichtig ist, dass die liebevolle Beziehung viel mehr Wert hat als der Sex. Das bedeutet aber nicht, dass der Sex keinen Wert haben soll. Nur, dass die Beziehung ohne Sex unantastbar bleibt, solange jeder eine befriedigende (externe) Lösung für Sex gefunden hat.
****B64 Frau
869 Beiträge
@*****ude da habt ihr ja schon einige Höhen und Tiefen in eurer Beziehung erlebt.
Egal, wie du/ihr deinen und euren weiteren Weg gestalten werdet, horche ganz tief in dich rein - auch wenn dir nicht gefällt was du da hörst - deine innere Stimme wird dich nicht täuschen.
Wünsche dir alles Gute
*****_68 Mann
8.898 Beiträge
Zitat von *****ude:
Wie geht ihr mit unterschiedlichen Bedürfnissen in der Partnerschaft um?

Gar nicht ... denn ich würde mich nie und nimmer auf einen anderen Menschen einlassen, mit dem es auf der sexuellen Ebene nicht perfekt passt.
Auch wenn viele das nicht verstehen - wenn nur Liebe im Raum stehen und ich mich wegen ihr alleinig zu einer Frau hingezogen fühlen würde - gingen bei mir sofort alle Alarmglocken an.
Dafür bin ich glücklicherweise zu sehr Kopfmensch, dass ich mich dadurch nicht zu Dummheiten verleiten lassen würde.
Seit, in jungen Jahren, eine damals für mich perfekte Frau in mein Leben trat und mir die Augen so richtig geöffnet hatte - lass ich mich nicht mehr blenden und von Dingen verführen, die mir letzten Endes so gar nicht gut tun würden.
Ehe ich mich auf faule Kompromisse - in einer Beziehung - einlasse, würde ich das Singledasein vorziehen.
Ich habe das auch nie verstanden - warum manche Leute sich nicht die Mühe machen und länger nach passenden Leuten suchen wollen ... letztlich konnte ich mir dann nämlich immer anhören - wie gefrustet sie sind oder waren und dass sie mal wieder allein sind.

Al
****nio Mann
145 Beiträge
Hallo Solitude,

was du beschreibst, hat mich ehrlich berührt – nicht nur wegen der Geschichte, sondern weil du so klar und reflektiert formulierst. Man merkt, dass du dich intensiv mit dir, deiner Vergangenheit und eurer Beziehung auseinandersetzt. Und ja, genau das macht Hoffnung.

Trotzdem will ich auch ehrlich sagen: Ich sehe hier eine tiefe sexuelle Inkompatibilität, die man nicht wegmoderieren kann. Wenn grundlegende Bedürfnisse so weit auseinandergehen – und einer von beiden dabei seelisch auf der Strecke bleibt oder sogar retraumatisiert wird – ist das eine massive Belastung, die nicht einfach durch „gute Kommunikation“ gelöst wird. Auch nicht durch Liebe allein.

Ich finde es stark, dass du deine Grenzen kennst. Noch stärker finde ich, dass du sie nicht aus Angst vor Verlust übergehst. Das passiert leider viel zu oft – gerade bei Menschen mit schwieriger Vergangenheit. Du nimmst dich ernst, und das ist essenziell.

Was deinen Partner betrifft: Ich halte es für gefährlich, wenn jemand sagt, er kann seine sexuellen Bedürfnisse nur auf eine Art ausleben, die das Gegenüber verletzt – und das dann als „Liebe“ begründet. Das klingt für mich nicht nach echter Verantwortung, sondern nach einem inneren Konflikt, den er dringend selbst klären muss – eventuell auch mit professioneller Hilfe.

Ihr beide scheint euch als Menschen zu mögen, vielleicht sogar zu lieben. Aber Liebe heißt auch: Verantwortung füreinander übernehmen. Nicht nur emotional, sondern auch körperlich. Wenn seine Form von Sexualität dich an deine Grenzen bringt, dann ist das nicht dein Problem – sondern ein Thema, das er ernsthaft hinterfragen muss.

Ich wünsche dir, dass du deinen klaren Blick behältst. Und die Stärke, die du ausstrahlst, nicht wieder gegen dich selbst richtest.
****ice Mann
1.101 Beiträge
Ich sehe erst einmal keinen Grund dem Mann schlechte Absichten zu unterstellen. Er hat einen Kink den er haben möchte oder braucht. Er hat erlebt wie seine Sexualität einem geliebten Menschen so gar nicht bekommen ist. Wenn er sich dann nicht mehr herantraut finde ich das verständlich. Auch ist dies als mögliche Ursache des Seitensprungs denkbar, was es aber moralisch nicht entschuldigt.

Ihr bräuchtet, wie eigentlich eh jede Beziehung, eine wirklich starke Verbindung in den Momenten. Einfach lange kuscheln, reden ohne Ablenkung. Das wäre erst einmal das was ich versuchen würde aber beide müssen sich wirklich drauf einlassen und nicht eben nur mal probieren. Dann könnte man feststellen ob man nicht zusammen eine neue Sexualität für beide entdecken kann und sein Kink in den Hintergrund tritt, weil er die Sicherheit und Stärke aus dem Kink auf andere Weise erlangt.

Sex sehe ich aber schon als zentraler Bestandteil einer Beziehung - wenn es bei euch anders ist, findet euren Weg und passe auf dich auf.

Auch: Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende - dir muss es gut gehen.
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