„Wie wichtig ist euch eine gute Passung im BDSM?
Habt ihr den Eindruck, dass in der BDSM-Community vorrangig nach einer möglichst perfekten Passung in den Vorlieben und Neigungen gesucht wird? Wie wichtig ist euch diese Passung in euren eigenen Beziehungen?
Reicht euch eine gute BDSM-Passung für eine gelebte Spielbeziehung aus, oder sind euch auch gemeinsame Interessen über die Sessions hinaus wichtig?
Also, zuerst einmal, gilt für mich:
Beziehung ohne Sex gibt es nicht.
Sex ohne BDSM gibt es nicht.
Aber auch BDSM ohne Sex gibt es nicht.
Und für eine erfüllte BDSM-Spielbeziehung ist natürlich wichtig, dass man in seinen Neigungen gut zusammenpasst. What else?
Welchen Sinn hätte es, wenn 2 BDSM-ler zusammenkommen - und beide dominant oder sadistisch sind? Oder der eine auf Schmerzspiele steht, der andere aber viel lieber verbale Demütigung mag (und nur diese)? Einer auf NS-Spiele steht und der andere Part das eklig findet?
Gerade, wenn man (wie hier im JC) gezielt nach einer Partnerin oder einem Partner sucht, ist es ja sinnvoll, das gleich zu Anfang einmal abzuchecken!
Und wie sieht es in einer festen, vertrauten Zweierbeziehung aus - steht das gemeinsame Erleben von BDSM für euch an erster Stelle, oder müssen für eine erfüllende Partnerschaft auch andere Aspekte wie Werte, Alltagskompatibilität oder emotionale Nähe stimmen?
Da hängt es dann davon ab, wie viel man außerhalb der BDSM-Partnerschaft miteinander zu tun haben will. Bis hin zu Heirat und Familiengründung. Da kommen dann natürlich auch noch andere Werte und Kompatibilitäten ins Spiel.
Ganz grob ausgedrückt: Wenn ich, wie in "9 1/2 Wochen" oder im "Letzten Tango von Paris" eine Frau nur zum Spielen und Ficken treffen will, ist mir wurscht, wo sie politisch steht oder welcher Gottheit sie nachläuft. Wenn ich mit ihr zusammenleben will, spielt das dann schon eine große Rolle.
Aber natürlich kommen dann auch im BDSM-Aspekte ins Spiel (!), die es in einer reinen Spielbeziehung mit gelegentlichen Treffen nicht so gibt. Da wird dann auch TPE, 24/7 oder Domestic Discipline ein Thema sein.
Meine eigenen Beziehungen habe ich immer unter den Voraussetzungen angefangen, dass ich - im sexuellen Sinn - dominant bin und sie devot ist. Der Rest hat sich ergeben. Allerdings hat auch das jeweilige Ende der Beziehung meistens damit angefangen, dass sie mit meinen Vorstellungen nicht (mehr) kompatibel war bzw. es nicht mehr sein wollte.
Somit meine Conclusio: Je besser man zusammenpasst - und je früher man das abcheckt - desto besser wird es für die Beziehung sein, desto stabiler wird sie sein. Oder man entwickelt sich miteinander zu einem gemeinsamen Ziel hin.
Und ja, das ausdrücklich auch auf BDSM bezogen.