Für Freunde des Bodypainting
In der NotDer Sommer kommt so langsam in Gang und die Temperaturen sind angenehm warm und überwiegend trocken.
Karin und Peter, ein Paar in den 40igern haben ein freies Wochenende mit den besten Aussichten auf ein schönes Wochenende vor sich. So machen sie sich am Donnerstag im Internet schlau, was sie denn an diesem schönen Wochenende anstellen könnten. Die Beiden sind ein einigermaßen sportliches Paar und von daher auch noch ganz gut in Form, konditionell wie äußerlich.
In einer Kleinstadt in ihrer Nähe ist ein Kulturfestival mit Musik und allerlei sonstigen Aufführungen. Dazu wird ein breites kulinarisches Angebot angepriesen. Da es dorthin eine gute Zugverbindung gibt, verzichten sie auf das Auto, so können sie Beide auch einen Wein oder Cocktails trinken, wenn ihnen danach ist. So beschließen sie am Samstag dorthin zu fahren.
Da es ein richtig warmer Tag werden soll, entscheidet sich Petra für ein luftiges Sommerkleid mit einem tiefen Ausschnitt, aber ohne irgendwie ordinär zu wirken. Auf einen BH verzichtet sie, damit dieser beim Tanzen nicht einengt. Es soll auch eine Stunde lang Salsa geben.
So machen sie sich am Vormittag auf und kommen passend zum Mittagessen auf dem Festivalgelände an. Dort finden sie eine große Auswahl an unterschiedlichsten Küchen dieser Welt, so dass ihnen die Auswahl richtig schwerfällt. Nachdem sie sich mit nordafrikanischen und thailändischen Spezialitäten gestärkt hatten, machten sie sich auf zum ersten Musikhighlight, einem lokal bekannten Mundartmusiker. Gut gelaunt streiften sie danach über das Gelände, um herauszufinden was es denn noch alles zu entdecken gab. Dabei entdeckten sie auch eine Aktionsbühne bei der Pantomimen, Gaukler, Tanzgruppen und auch Body Painter auftraten.
Während die verschiedenen Künstler auftraten, waren in einem offenen Zelt Body Painter zu Gange Menschen unterschiedlichsten Alter, Form und Geschlecht zu schmücken. Am Abend sollte dann das beste Kunstwerk prämiert werden. Petra fand es aufregend wie die Körper als lebendige Leinwand fungierten. Wie die dreidimensionalen Leinwände durch die Farben und Motive eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter erzielten. Auch war sie von den Menschen, die hier so seelenruhig und nackt vor den Zuschauern herumstanden und sich bemalen ließen beeindruckt. Irgendwie hätte es sie gereizt so was auch mal auszuprobieren, aber den Mut sich in aller Öffentlichkeit bemalen zu lassen, hatte sie nie und nimmer.
Peter hatte während Karin gedankenversunken die Modelle betrachtet hatte, ein Gespräch mit einem der Malkünstler begonnen. Sie diskutierten, worauf man denn bei den Farben achten müsse, wonach der Painter seine Motive und Modelle aussucht. Die Beiden schienen sich auf Anhieb sympathisch und Peter nahm sich eine Visitenkarte mit, um in Kontakt zu bleiben zu können.
Es wurde langsam Zeit für die Salsa-Stunde. Darauf hatte sich Karin schon die letzten Tage riesig gefreut. Sie liebte es zu dieser lebendigen Musik mit Peter übers Parkett zu wirbeln. Sie spürte sich dabei so intensiv und auch ihren Partner. Sie waren ein eingespieltes Paar und harmonierten sehr gut. Dadurch zogen sie häufig auch die Blicke auf sich, worauf die Beiden auch ein wenig stolz waren.
Es war noch etwas Zeit vorher eine kühlende Caipirinha zu trinken. Die hatte es ganz schön in sich fand Karin und hoffte auch danach, gewohnt schwungvoll sicherlich, aber auch noch im Takt und Gleichgewicht tanzen zu können. Die Tanzfläche füllte sich schnell, so dass es bald recht eng wurde auf der Tanzfläche. Aber das waren die meisten Salsa Freunde gewohnt. Schnell hatte Karin die Welt um sich herum vergessen und sich gänzlich auf die Musik und fließenden Bewegungen eingelassen. Peter liebte es seine Frau so entrückt, hüftschwingend und brustwackelnd vor sich herum wirbelnd zu beobachten. Er hatte so viel Routine, dass er sich nicht mehr sonderlich auf die Schritte konzentrieren musste und konnte sich so an seiner Karin in dem leichten Sommerkleid satt sehen. Aber auch die Geübtesten brauchten mal eine Pause, da es immer noch recht warm war, besorgte Peter ein großes Weinschorle für jeden von ihnen. Dies schien regelrecht zu verdampfen, so dass sie sich schon wieder nach kurzer Zeit auf der Tanzfläche eingefunden haben.
Die Stunde verging mal wieder viel zu schnell und Karin war überglücklich, völlig durchgeschwitzt, erschöpft und heiß auf ihren Peter. So hängte sie sich wild küssend an ihren Mann. Am liebsten hätte sie ihm die Kleider vom Leib gerissen und ihn vernascht. Aber das ging natürlich nicht.
Ihr Kleid klebte an ihr, als ob sie unter der Dusche gestanden hätte, aber das störte sie angesichts der warmen Temperaturen nicht im Geringsten. Peter bekam dadurch noch mehr von seiner geliebten Karin zu sehen und schlenderte stolz und selig mit ihr über das Gelände.
Dabei kamen sie wieder bei den Bodypaintern vorbei und besuchten nochmals die Künstler von vorhin, um zu sehen, was denn inzwischen aus den Gemälden geworden ist. Dabei trafen sie auch auf jenen mit dem sich Peter so gut unterhalten hat. Dieser war sichtlich frustriert auf seinem Stuhl gesessen und fluchte wüst vor sich hin. Peter fragte ihn, was denn los sei, dass er wie ein Trauerkloß hier herumsaß. Der Arme antwortet ihm, dass er soeben erfahren habe, dass sein Modell nicht kommen kann und somit seine Trilogie nicht funktioniert, da er wohl kaum jetzt irgendwoher ein Modell bekommen würde. Woraufhin Peter spontan und mehr scherzhaft fragte, ob er denn mit seiner Frau auch arbeiten würde und deutete dabei auf Karin neben sich.
Karin folgte dem Gespräch nicht, sondern war schon wieder fasziniert von den teils schon fast fertigen Kunstwerken um sie herum. Erst als Peter sie direkt fragte: „Schatz, hast du eine Farballergie?“
„Wie?“ fragte sie verdutzt. „Nein. Wieso fragst du?“
„Na dann könntest du Paul hier aus der Patsche helfen.“
„Äh, ich kann aber doch gar nicht malen“ entgegnete sie verdutzt.
„Sollst du auch nicht, er braucht dich als Modell. Ich habe doch gesehen wie fasziniert du von der Geschichte hier bist.“
„Ja schon.“ stotterte Karin, „aber ich alte Frau stell mich doch nicht nackt hier hin.“
Jetzt schaltete sich Paul mit ein: „erstens kommt es hier nicht darauf an einen Traumkörper zu präsentieren, sondern ein Kunstwerk zu erstellen. Außerdem sind unsere ältesten Modelle über 60“, dabei deutet er in die linke Ecke, wo genau jene 60jährige gerade bemalt wurde.
Jetzt wurde es eng für Karin. Denn dass sie eigentlich Bammel davor hatte, wollte sie nicht zugeben. Anderseits reizte es sie, bemalt zu werden. Die Farbe auf ihrer Haut zu spüren und am Ende als Kunstwerk bestaunt zu werden. Plötzlich wurde ihr heiß und kalt zugleich. Der Magen krampfte sich zusammen und in der Schamgegend kribbelten 1000 Ameisen. Ihre Brustwarzen wurden noch steifer, als diese es eh schon waren durch das schweißnasse Kleid waren.
Jetzt sprach ihr auch noch ihr Mann gut zu. Erklärte ihr, dass sie hier doch eh keiner kennt, bemalt dann schon gleich zweimal nicht. Und wann würde sie so eine Gelegenheit denn wieder bekommen? Ihre Figur muss sie nun ja auch nicht verstecken und er fände es total super, wenn sie hier mitmachen würde. Außerdem hatte sie sich doch vor Kurzem beschwert, dass es irgendwie ein wenig langweilig geworden wäre und um sie herum würde ja nichts mehr Aufregendes passieren.
Paul, bettelte nun ebenfalls um ihre Teilnahme. Sein ganzes Kunstwerk wäre sonst im Eimer, da das verbindende Element eben diese dritte Figur ist und wenn die fehlt machen die anderen keinen Sinn. Sie würde von ihm dann auch noch ein weiteres Painting auf ihren Wunsch bekommen, wenn sie jetzt sofort mitmacht.
War es nun der Alkohol, den sie schon in sich hatte, die Stunde tanzen, das an ihr klebende Kleid oder die vielen nackten Menschen um sie herum, die sie wanken ließen? Ihr wurde leicht schwindlig, denn es setzte sie heftigst unter Stress.
Und nur um sich zu aus dieser Drucksituation zu befreien, sagte sie schließlich: „also gut, was muss ich machen?“
„Zieh einfach dein Kleid aus und stell dich hier hin!“ strahlte ihr Paul entgegen, der sein Glück noch nicht glauben konnte.
Denn dass sie darunter keinen BH trug, konnte eh schon jeder sehen. Da sie nicht wollte, dass ihr neuer Slip mit Farbe beschmutzt wird zog sie diesen noch vor dem Kleid aus und steckte ihn unauffällig ihrem Mann zu, damit dieser ihn möglichst schnell verschwinden lassen möge. Dann streifte sie ganz selbstverständlich die Träger des Kleides herunter und stieg aus dem Kleid aus und reichte es Paul zum Aufhängen.
Mit ausgestreckter Brust stellte sie sich vor Paul auf den ihr angegebenen Platz und wartete auf den ersten Pinselstrich auf ihrer Haut. Ihr Pulsschlag am Hals musste von allen sichtbar sein, dachte sie sich. Die Geräusche um sich herum nahm sie nur noch gedämpft wahr. Ihre Aufregung beschleunigte ihren Puls derart, dass sie fürchtete gleich ohnmächtig zu werden.
Peter war ebenfalls völlig aus dem Häuschen. Seine Frau steht nun hier nackt in der Öffentlichkeit und lässt sich bemalen. Zum Glück hatte er eine Jeans an, in der man seine Freude nicht so deutlich bemerkte, dafür wurde es unangenehm eng darin. Als sie ihm dann noch ihren Slip zusteckte, war auch er kurz vor dem Explodieren.
Paul griff sofort nach seiner Airbrush-pistole, nachdem er Karins Kleid in der Schutzhülle aufgehängt hatte und legte los, denn er war schon reichlich spät dran und musste improvisieren, da für das ursprüngliche Konzept die Zeit nicht mehr reichte. Als die kühle Farbe auf Karins Haut sprühte, musste sie tief und laut einatmen, um nicht aufzuschreien. Sie wurde von oben bis unten in Silber eingesprüht. Breitbeinig und mit ausgestreckten Armen stand sie nun wie eine silberne Staute da. Durch die Farbe war jedes Detail von Karin noch besser zu sehen. Peter machte fasziniert zig Bilder mit dem Handy. Während Karin sich langsam beruhigte und immer mehr ihre zur Schaustellung genoss. Zwar waren nicht so viele Menschen um sie herum, aber diese reichten schon aus. Schließlich stand sie im Moment gerade sehr offen und breitbeinig da, damit Paul unten herum nochmal nacharbeiten konnte. Er war keine 30 cm. mit seiner Nase von ihrer Scheide entfernt. Ob er ihre Erregung sehen konnte? Sie beschwichtigte sich damit, dass Paul sicher schon unzählig viele Frauen bemalt hat und sie sicher nicht die Erste sein dürfte, der dies so geht.
Nun ging es noch an die Detailarbeit an Händen, Rücken und an den Seiten. Dies erfolgte nun mit dem Pinsel und Karin, schloss die Augen, um das Gefühl auf ihrer Haut noch intensiver zu spüren. Wie erregt Karin war, konnte Peter an den leicht angeschwollenen Schamlippen seiner Liebsten erkennen, was der Enge in seiner Hose keineswegs hilfreich war. Er versuchte sich durch das Fotografieren davon abzuhalten seinen Gedanken, sie voller Begierde anzuspringen und auf der Stelle zu lieben, zu folgen.
Die Hektik bei den Painter nahm von Minute zu Minute zu, da es langsam auf die Präsentation zuging. Und der Aufruf für die ersten Modelle war bereits über Lautsprecher wahr zu nehmen. Als die Pinselstriche auf die Spitze ihrer Brüste zuliefen musste sie sich ein wenig beherrschen, um nicht zu stöhnen. Zum Glück haben mich die Beiden überredet, schoss es ihr durch den Kopf und es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass sie so etwas mitmachte. Sie hatte Blut geleckt, dies war eine unverfängliche Art ihren unterdrückten Exhibitionismus auszuleben. Nie hätte sie das vor diesem Abend für möglich gehalten.
Als Paul auf einmal meinte: „fertig“, war Karin fast enttäuscht, so sehr genoss sie die Aktion. Sie tröstete sich damit, dass ihr Paul ja noch eine weitere Aktion nach ihrer Vorstellung versprochen hatte. Von Karin unbemerkt waren die beiden anderen Modells bereits rechts und links von ihr gestanden und Paul strich um die drei Schönheiten mit prüfendem Blick herum.
Peter hatte sicher schon an die 100 Fotos gemacht, als er von Paul den Tipp bekam, sich doch schon mal an der rechten Seite der Tribüne zu positionieren, um weitere schöne Erinnerungsfotos zu machen. Die Bilder von seinem engagierten Profifotografen würde er dann gemeinsam mit ihnen und des anderen Modells und Helfern in seinem Atelier bei einer kleinen Feier begutachten.
Karin erhielt nun die letzten Instruktionen wie sich auf die Bühne begeben und wie sie sich dort aufstellen und bewegen sollten. So langsam wurde ihr dann klar, dass sie sich gleich nur mit Farbe bekleidet vor einem Haufen von Menschen NACKT zur Schau stellen würde. Die Ruhe, die in ihr eingekehrt war, verschwand wieder und der Pulsschlag war wieder wie ein lauter Paukenschlag in ihrem Ohr zu hören und im ganzen Körper zu fühlen. Die Knie wurden weich und der Atem schnell und kurz. Paul hatte gegen das Lampenfieber ein bewährtes Mittel. Einen dreifachen Selbstgebrannten von seinem Vater, den er nun jeder seiner drei Modells reichte.
Es schüttelte die Frauen richtig durch, da alle Drei an so Hochprozentiges nicht gewohnt waren. Aber genau das war ja auch der Zweck, sie abzulenken von dem bevorstehenden Auftritt. Und schon ging es raus auf die Bühne. Barfuß tippelten die drei lebendigen Kunstwerke die Treppe hinauf und bekamen erstmals die Zuschauermenge zu Gesicht. Dabei blieb Karin fast der Atem weg. Da waren gut und gerne an die 500 Zuschauer, die alle Drei mit frenetischem Applaus begrüßten.
Der Applaus half den Frauen sehr ihre Nervosität in den Griff zu bekommen und sich auf die Performance zu konzentrieren. Jede neue Position wurde mit einem erneuten Klatschen honoriert. So langsam kamen die Drei auf den Geschmack und man merkte, wie ihre Haltung immer sicherer und damit auch eindrucksvoller wurde. Die Schlusspose trieb die Zuschauer zu einem wahren Sturm der Begeisterung.
In der Mitte stand Karin breitbeinig und hielt jeweils ein Bein der beiden Frauen an ihren Seiten auf Kopfhöhe mit der Hand fest. Die nun ihrerseits mit weit gespreizten Beinen ja fast einem Spagat im Stehen und einem Tuch hinter sich einen glitzernden Schmetterling darstellten. Ein regelrechtes Blitzgewitter ging auf die Drei hernieder. Wenn es nach dem Publikum ginge, wäre nun der Gewinner des Bodypainting Wettbewerbes ermittelt gewesen, aber es gab dafür ja eine Fachjury.
Peter vergaß zwischendurch das Fotografieren, so begeistert war er von SEINER Karin. Aus einer Mischung von Stolz und Geilheit, angereichert durch die Euphorie der Menge fühlte er sich wie auf Droge (auch wenn er noch nie welche genommen hatte, aber so musste sich das wohl anfühlen. Ob er jetzt davon süchtig wird?).
Zurück hinter der Bühne fühlten sich die drei Frauen ebenfalls wie im Rausch. Mit einer derartig begeisterten Menge hatte keine von ihnen gerechnet. Es war inzwischen auch das letzte Event auf dem Gelände, so dass fast jeder Besucher sich dort eingefunden hat. Sogar ein lokales Fernsehteam war mit dabei. Dies hatte aber noch keine der Dreien entdeckt. Die Zeit bis zur Entscheidung der Jury überbrückte Paul mit einer Flasche Prosecco. Karin leerte ihr Glas in der Aufregung in einem Zug, wie auch die beiden anderen Frauen. Glücklicherweise hatte er noch eine zweite Flasche dabei.
Jetzt erst kam Karin dazu sich ihre beiden Kolleginnen genauer anzusehen. Sie waren beide deutlich jünger als sie. Sabine vielleicht Mitte Dreißig und Janine maximal Mitte Zwanzig. Beide hatten wie sie eher kleinere dafür feste Brüste. Um die Hüfte waren die beiden noch etwas weniger rund als sie selbst und hatten ebenmäßige Gesichter, soweit man dies unter der Bemalung erkennen konnte.
Von der Größe her harmonierten sie sehr gut und waren alle drei so um die 1,65. Klar waren die beiden von der Haut noch etwas straffer als sie. Doch wurde sie von den Beiden wie auch allen umstehenden mit Komplimenten überschüttet.
Paul war nun der Nervöseste von Allen. Schließlich kam endlich der Aufruf für alle Modells und Künstler auf die Bühne zu kommen und das Ergebnis zu erfahren und der Preisverleihung beizuwohnen. Dabei wurde auch erwähnt, dass das Lokalfernsehen noch heute Abend einen Bericht von dieser Veranstaltung senden wird.
Da es sich um ein relativ kleines Festival handelte wurde jeder Künstler geehrt und wenn nur mit einer Urkunde und Applaus. So wurde es immer aufregender je mehr Künstler schon ihre Urkunde erhalten hatten. Schließlich waren nur noch drei übrig und die Pokale wurden herbeigetragen.
Und der Gewinner des heutigen Abends ist – Stille. Scheinbar jeder der Zuschauer hat den Atem angehalten. Der Sieger ist: „Paul Titz, genannt Paulchen Panther.“
Und so trat das ganze Team an den Bühnenrand, um den verdienten Applaus in Empfang zu nehmen. Die drei Frauen hatten noch einmal die Schlussposition eingenommen, was den gleichen donnernden Applaus entlockte wie schon zuvor.
Nach Empfang des Pokals, der dazugehörigen Pressefotos und Gratulationen von allen Seiten hüpften sie vergnügt wieder hinter die Bühne. Dort traf dann auch prompt das Fernsehteam ein, was aber nur aus einem Kameramann und einer Reporterin bestand, um mit Paul und den drei Frauen ein kurzes Interview zu führen, da die Zeit drängte für den Abendbeitrag.
Interviewt wurde Karin noch nie und schon gleich gar nicht vom Fernsehen. Sie war aber euphorisch, dass ihr ihre Nacktheit überhaupt nicht mehr bewusst war und sich ungeniert den Fragen der Reporterin stellte. Eine davon war. „Haben sie das schon oft gemacht?“
„Nein, das ist meine Premiere und wie ich finde keine schlechte. Ich bin überglücklich, dass der Zufall mich in diese Lage gebracht hat“ und erzählte, wie es denn überhaupt zu ihrem Auftritt gekommen ist.
In dem Zelt tummelten sich mittlerweile wieder eine große Anzahl von Akteuren, Freunden, Helfern und Zuschauern. Der ein oder andere Fotograf bat um eine besondere Pose für dieses und jenes Lokalblatt. Ihr Name wird sicher in den nächsten Tagen häufiger in irgendeiner Zeitung, einem Internetartikel oder Fernsehbeitrag fallen. Aber darüber machte sich Karin in ihrer Freude nicht den Hauch eines Gedankens.
Endlich tauchte auch Peter wieder auf und küsste seine Karin lang und intensiv. Dann gratulierte er allen Beteiligten und stellte eine Frage, über die sich Karin bisher noch keine Gedanken gemacht hat. „Wie willst du denn heute Abend nach Hause fahren? So im Zug oder gibt es hier noch irgendwo versteckte Duschen?“
Es war sicher dem Alkohol geschuldet, dass sich Karin begann die verschiedenen Varianten vorzustellen. Nackt als Kunstwerk auf dem Bahnhof zu wandeln und mit dem Zug nach Hause zu fahren oder mit all den Frauen gemeinsam unter der Dusche sich die Farbe abzuwaschen oder doch nur in einer Kabine mit Peter zusammen.
Teil 2
Erst durch einen Stupser von einem der anderen Modells wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Sie sollten wieder für einen Fotografen posieren und erneut die Abschlusspose einnehmen. So stellte sie ihr Glas beiseite und begab sich, ohne weiter nachzudenken in die gewünschte Stellung. Karin bewegte sich in ihrer Nacktheit inzwischen so selbstverständlich, als gäbe es keinen Unterschied zum angezogenen Zustand. Dass die silberne Farbe jedes Details ihres Körpers noch betont, war ihr nicht richtig bewusst. Was für das Publikum sicherlich gut war, denn sonst hätte sie sich nie so unbefangen bewegt und gezeigt. Die anfängliche Scham wich recht schnell der inneren Aufregung. Vermutlich war sie schon vorher in ihren Gedanken beim Betrachten der vielen bemalten nackten Körper unbewusst selbst in die Rolle des Modells geschlüpft. Da sie jetzt aber über und über mit Adrenalin gefüllt wurde, konnte sie ihre Gedanken nicht mehr so richtig ordnen. Der Kick des verbotenen oder vielmehr des verruchten „nackt in der Öffentlichkeit sein“, war daran schuld. Verboten war die Aktion nun ja nicht. Aber eine „anständige“ Frau macht so was doch nicht. Wieso eigentlich nicht? Und was ist denn daran schon unanständig? Ich bin ja nicht mal nackt. Meine Kleidung besteht lediglich aus Farbe und nicht aus Stoff. Eine Leggins ist doch im Grunde nichts anderes. Ihre Gedanken wirbelten wirr in ihrem Kopf. Irgendwas versuchte in ihr, ihr eigenes noch leicht vorhandenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Viel Zeit blieb ihr aber nicht für die Gedanken, da kamen schon die nächsten Reporter und wollten ein Interview und selbstverständlich ein Foto.
Für Peter hatte sie im Moment keine Zeit. Dieser stand stolz, auf seine attraktive Frau, genüsslich beobachtend nur zwei Meter entfernt an der Seite. Auch für ihn war es eine völlig neue Situation. Seiner Karin hätte er das vor über 3 Stunden nie und nimmer zugetraut. In seiner Phantasie – ja sicherlich, aber in Realität – unvorstellbar. Seine Aufforderung war mehr scherzhaft gedacht und rechnete mit einem entrüsteten: „du spinnst wohl“ oder ähnlichem. Da aber genau, als dies nicht kam, witterte er die Chance auf dieses Abenteuer, das immer noch andauerte und ihn ständig aufs Neue überraschte.
Nun waren langsam alle Reporterfragen beantwortet, Fotowünsche erfüllt, Gratulationen entgegengenommen und sogar Auftragswünsche angenommen, da kehrte etwas Ruhe für die Crew ein und sie ließen sich etwas erschöpft auf den Boden nieder. Immer noch bedacht die Kunst auf ihren Körpern nicht zu beschädigen. Auch Peter brachte sich wieder in Erinnerung und erkundigte sich bei Karin, ob es ihr gut gehen würde.
An ihrem Lächeln erkannte er sofort, dass sie noch immer unter dem Einfluss des durch ihren Auftritt eingeschossenen Adrenalins stand. Es war ein leicht verklärtes Lächeln, eines das zeigte, dass sie für ein normales Gespräch noch nicht bereit war. Und so begnügte er sich mit dem ihm entgegneten und im Tonfall leicht abwesenden: super!
Paul hatte mit seinen Helfern bereits begonnen, seine Utensilien einzupacken und sich für den Nachhauseweg fertig zu machen. Die meisten anderen Teams waren bereits gegangen und der Rest in den letzten Zügen. Peter hielt dies nun für den geeigneten Zeitpunkt nochmals zu fragen: „Wie willst du denn nach Hause fahren Liebste?“
„Na so wie wir hergekommen sind, mit der Bahn“ war ihre verwunderte Antwort.
„Ja schon, aber willst du vorher irgendwo duschen, dein Kleid über die Farbe werfen oder so wie du bist gehen?“ wollte er von ihr wissen.
„Hm“, man merkte ihr an, dass sie jetzt erst darüber nachdachte, dass sie ja immer noch nackt und die Frage von Peter nicht unberechtigt war. Spontan war sie für: so wie sie jetzt ist. Doch dann kamen wieder Schamgefühle und Bedenken in ihr auf. Das man so was doch nicht macht und was denken sich dann die Leute. Es ist doch ein Unterschied hier auf dem Festival, wo viele nackte Modells außer ihr zu sehen waren und da draußen, wo sie dann die Einzige wäre.
In ihrem Inneren begann ein Kampf zwischen Engelchen und Teufelchen. Trotz und Scham, Stolz und Angst lieferten sich Duelle und je länger sie nachdachte, je länger dieser Kampf in ihrem Inneren voranschritt, umso unsicherer wurde sie.
Da kam ihr eine der anderen Darstellerinnen zu Hilfe und fragte sie, ob dies ihr erster Bodypainting Auftritt gewesen sei. Was Karin mit: „mein erstes Bodypainting überhaupt“ erwiderte. Dann kam sie ganz nah an sie heran und flüsterte ihr ins Ohr. „Dann empfehle ich dir so zu gehen, wie du bist. Das wirst du dein Leben lang nicht mehr vergessen. Und wenn ihr Zuhause seid, wird bei Euch so dermaßen die Post abgehen, glaub mir. Zumindest war´s bei mir damals so.“ Danach trat sie einen Schritt zurück und zwinkerte ihr zu.
„Was macht ihr denn?“ fragte sie daraufhin ganz offen ihre Kolleginnen. „Wir wohnen nur 400 Meter von hier und gehen uns gleich dort duschen. Wenn du willst, kannst du natürlich auch zu uns mitkommen.“ antwortete nun die Jüngste der Dreien. Und ergänzte nach einem Blick auf ihre Mitbewohnerin „aber dann nimmst du dir ein Wahnsinnserlebnis. Und wie gut du angekommen bist, hast du doch die letzten 3 Stunden erlebt. Es liegt an dir.“
„Falls es dir hilft, mein Schatz. Ich nehme dich gerne so mit, wie du bist“ warf Peter nun noch ein.
Karin fühlte sich dadurch unter Druck gesetzt, da sie merkte, dass die Menschen um sie herum, nun von ihr erwarten, dass sie ihr angemaltes Kleid, bis sie zuhause ist, tragen soll und sonst nichts. Sicher das hatte seinen Reiz, einen unglaublichen sogar und würde das schon bisher erlebte vielleicht sogar noch toppen? Aber auf der anderen Seite waren da immer noch die Ängste vor negativen Reaktionen, vor Menschen die sie als Flittchen titulieren würden oder abfällig über sie urteilen, vielleicht sogar ihre Nachbarn, wenn sie zufällig aus dem Fenster blicken, während sie nach Hause kommen.
Weiter Abenteuer oder dieses beenden? Dazu müsste sie dann nur mit den beiden anderen Mädels mitgehen. Aber das hieß ja auch daraus gehen, zum Bahnhof ist es nur wenig weiter und im Zug ist sicher nicht mehr so viel los um diese Uhrzeit. Ach Mensch Karin, jetzt hast du dich das schon alles getraut und bist froh darüber, dann mach noch weiter – genieße es! So langsam überzeugte sie sich selbst, wobei ihr klar war, dass trotz des Kribbelns im Bauch, den Pulsschlag bis zum Hals zu spüren und einer immer wieder aufsteigenden Lust, auch der Zweifel sie weiter begleiten würden. „Also gut, lass uns gehen. Nimmst du mein Kleid mit, Liebster? Verkündete sie dann ihre Entscheidung und begann sich von der Crew zu verabschieden.
Bei Paul tat sie dies mit den Worten: „ich freue mich schon auf ein Wiedersehen“, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und fügte noch eine von Herzen kommendes „Danke“ hinzu.
Als sie neben Peter das Zelt in Richtung Bahnhof verließ, flüsterte sie vor sich hin: „ich muss total verrückt sein, aber es ist auch total geil.“ Und dann lauter direkt an Peter gewandt: „ich fühle mich wie ein Teenager, der was neues Aufregendes erlebt und ich bin froh, dass du an meiner Seite bist. Ohne dich hätte ich mich das sicher nicht getraut und würde das auch jetzt nicht machen. Danke Peter.“
„Gerne mein Engel. Es ist auch für mich aufregend, um nicht zu sagen unglaublich erregend. Und ich hätte es heute Morgen nicht für möglich gehalten, dass wir dies heute zusammen erleben.“
Zusammen verließen sie das Festivalgelände. Auf der Straße waren sie nun völlig allein. Natürlich wussten sie nicht, ob sie vielleicht irgendjemand aus einem der Häuser beobachtete. Zu sehen war niemand. Trotzdem pochte ihr Herz immer noch wie wild. Jederzeit konnte ihnen jemand über den Weg laufen. Auch am Bahnhof war es noch recht ruhig. Lediglich ein Paar am andren Ende des Bahnsteigs wartete dort auf den nächsten Zug, der schon in ein paar Minuten erwartet wurde. Diese Minuten nutze Karin, um sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen und zu beruhigen. Bis zum Eintreffen des Zuges kam dann noch eine kleine Gruppe von jungen Leuten, alle so um die 20. Als sie bemerkten, dass Karin kein Kostüm, sondern nur Farbe am Körper trug tuschelten sie verlegen und kicherten vor sich hin, nahmen aber keinen Kontakt zu Karin auf. Schließlich fuhr der Zug ein und wie erwartet war der er recht leer.
Erst jetzt wurde Karin klar, dass sie sich nicht hinsetzen konnte, da sonst die Sitze durch ihr Farbenkleid verschmiert worden wären. Das hieß also eine Dreiviertelstunde stehen. So langsam machte sich aber eine gewisse Erschöpfung bemerkbar und sie wünschte sich, dass sie sich doch irgendwie hinsetzen könnte. Da schien Peter eine Idee gekommen zu sein, denn er verabschiedete sich schwungvoll mit: „bin gleich wieder da mein Engel“. Und tatsächlich war er zwei Minuten später mit einer Rolle Toilettenpapier wieder erschienen. So präparierte er den Frontsitz im Abteil, damit sich sein Paradiesvogel etwas ausruhen konnte. Erschöpft ließ sie sich vorsichtig auf dem Sitzplatz nieder und atmete erst mal erleichtert durch. Zwar saß sie dort wie auf einem Präsentierteller, aber da bisher noch niemand durch den Zug stiefelte dachte sich Karin auch nichts dabei, aus Gründen der Stabilität, mit offenen Beinen da zu sitzen.
Nach gut einer viertel Stunde erschien dann plötzlich doch jemand direkt vor den beiden. Der Schaffner. Der staunte nicht schlecht als er Karin so offenherzig vor sich sitzen sah. Nachdem Karin zwischenzeitlich sich wieder beruhigte, erschrak sie sichtlich als der Schaffner so plötzlich auftauchte und ihr Herz wieder heftig zu schlagen begann. Peter begann währenddessen gelassen nach dem Ticket in seinem Geldbeutel zu kramen.
Auch dem Schaffner durchlief eine Schrecksekunde, bis er realisierte, dass dieser Fahrgast wohl mit Absicht so dasaß und nicht ein Paar von ihm überrascht wurde. So kam dann auch seine obligatorische Aufforderung die Fahrscheine vorzuzeigen. Die Wartezeit, bis Peter diese heraus gekramt hat nutze er dann zum genaueren Betrachten des Kunstwerkes, das da vor ihm saß. Und je mehr er entdeckte umso breiter wurde sein Lächeln. „Sie sind mit Abstand der farbenfroheste und hübscheste Fahrgast, den ich je hier hatte“ erwähnte er fast beiläufig, als er die Fahrkarten entgegengenommen hat. Nun entdeckte er auch den Sitzschutz und bemerkte dann schon im Weitergehen: „wenn sie dann bitte die Papierstreifen beim Aussteigen in den Papierkorb entsorgen würden, damit hier dann keine Sauerei übrig bleibt.“
„Klar, ist doch selbstverständlich“ rief ihm Peter hinterher.
Karin musste über sich selbst lachen und prustete „ich bin doch verrückt, oder?“ hervor.
„Wenn alle Verrückte so wie du sind, schule ich um auf Psychiater“ lachte nun auch Peter.
Sonst blieb es ruhig im Zug. Bis Peters Tasche zu brummen begann. Er ging an sein Handy und ein regelrechter Redeschwall von Conny, der gemeinsamen Freundin und Nachbarin, die zwei Häuser weiter wohnte, prasselte auf Peter ein. Es dauerte etwas, bis er aus den Worten von Conny schlau wurde. Wahnsinn, war eines der häufigsten Worte, die er vernehmen konnte. Jetzt wurde ihm bewusst, dass wohl der Fernsehbericht gelaufen ist und Conny diesen auch gesehen hat. Conny schien total davon begeistert zu sein. Nach einigen Minuten holte sie wohl das erste Mal Luft und Peter hatte die Möglichkeit auch was zu sagen: „also dir gefällt Karins Darstellung?“
„Gefallen? – gefallen? Ist gar kein Ausdruck. Das ist einfach der Wahnsinn! Ich meine sie ist ja völlllllig nackt und wie gut sie aussieht und man kann ja wirklich alles sehen. Mann ist die mutig. Ich würde mich das ja nie trauen. Aber bei ihrer Figur kann sie sich das ja auch leisten. Also ich, ach was ich, alle finden das einfach super.“ schwallte sie ihn wieder voll.
„Äääh alle?“ wunderte sich Peter.
„Ja was glaubst du denn, den Beitrag haben ALLE gesehen. Ich habe natürlich gleich jeden angerufen, als ich Karin erkannt habe. Und du weißt doch, dass die am Anfang immer ein paar Bilder zeigen über was sie dann in den Nachrichten berichten. Und du glaubst es nicht, wie mir der Mund offen stehen geblieben ist, als ich da Karin in ihrer Pracht und Herrlichkeit auf dem Bildschirm gesehen habe. Klar, dass ich da jeden von unseren Bekannten angerufen habe. Ich meine so eine Sensation darf sich doch niemand entgehen lassen. Eine von uns im Fernsehen und dann auch noch mit so einem ausführlichen Beitrag und dann noch nackt. Der Wahnsinn. Einfach der Wahnsinn.“
Peter grinste amüsiert vor sich hin und hielt den Hörer etwas weiter weg, damit sein Gehör keinen Schaden nehmen möge, denn Connys Stimme war aufgrund ihrer Erregung nicht gerade leise. Petra konnte so auch ohne Probleme alles mithören.
Eine kurze Pause nutze Peter und wollte damit Connys Aufregung noch steigern: „also wir sind in einer guten viertel Stunde Zuhause und dann kannst du dir das ja im Original anschauen.“
Mit Entsetzen reagierte Karin auf dieses Angebot und zeigte ihm wie wild einen Vogel und machte abwehrende Handbewegungen.
Peter verabschiedete sich von Conny, da es dieser scheinbar kurz die Sprache verschlagen hatte noch kurz mit: “also dann bis gleich bei uns Zuhause.“ und beendete das Gespräch.
Karin schien außer sich. „Spinnst du? Ich meine jetzt kommt die gesamte Nachbarschaft und gafft mich an. Zerreißen sich das Maul über die perverse Alte von nebenan, die Verrückte, die nackt durch die Straßen läuft. Ich bin doch das Gespött der ganzen Gegend. Du weißt, wie Conny ist. Die macht den ganzen Ort mobil. Wahrscheinlich telefoniert sie noch die Blaskapelle aus dem Bett. Und die spielen auf, wenn der Zug einfährt.“ Verzweiflung breitete sich in Karin aus. Sie hatte wohl nicht mehr mit viel Aufmerksamkeit für heute gerechnet. Karin war kurz davor in Tränen auszubrechen. Peter merkte dies und wollte sie jetzt am liebsten tröstend in die Arme nehmen, aber dann hätte er alles verschmiert und der ganze Aufwand, den sie bisher betrieben hatten, wäre vergebens gewesen.
Er verstand ihre Aufregung nicht so ganz. Denn schließlich hatte sie sich vor über 500 Menschen betrachten lassen, hat ein Fernsehinterview gegeben. Was dachte sie denn? Dass dies keiner ihrer Freunde, Bekannten, Nachbarn sehen würde? Es war der lokale Fernsehsender, der daher so beliebt war, da er wirklich Informationen aus der direkten Nachbarschaft sendete. Er verstand den Unterschied zwischen fremden und bekannten Personen nicht. Er konnte auch nicht nachvollziehen, dass eine anonyme Masse mit etwas Distanz etwas anderes auslöst, als Freunde, die sie vielleicht zur Begrüßung sogar berühren werden. Immer noch arbeitete in ihr, wenn auch im Verborgenen die Angst der Ablehnung, vor Verurteilung und gar Verachtung. Zu alle dem kam auch die unglaubliche Aufregung dazu, die sie verletzlicher gemacht hat.
„Liebste. Hast du nicht gehört, wie begeistert Conny von dir ist und sie sagte, dass dies alle wären. Also alle die sie gesprochen hat. Okay sie redet mit Gott und der Welt, aber gerade dann kann es doch niemanden mehr geben, der dich nicht klasse und mutig findet. Ich meine es regt sich doch auch niemand auf, wenn er im Museum auf einem Bild eine nackte Frau sieht.“ Mit diesen Worten versuchte es seine Frau zu beruhigen, was mit den ersten Worten auch zu gelingen schien. „Aber ein Bild ist doch was ganz anderes als leibhaftig nackt durch die Straßen zu wandeln.“ hielt sie ihm entgegen.
„Aber du läufst doch nicht einfach nur nackt durch die Straßen. Du bist ein KUNSTWERK! Würden wir uns sonst so viel Mühe geben, nichts davon zu zerstören?“ argumentierte Peter, um sie weiter zu beruhigen. Aber auch weil er wirklich davon überzeugt war.
Und irgendwie schien er damit bei Karin ins Schwarze getroffen zu haben. Sie richtete sich wieder auf, innerlich und damit auch äußerlich. Dabei kam sie sich gleichzeitig auch wieder dumm vor, dass sie so heftig reagiert hatte und blickte verschämt von unten blickend in Peters Gesicht: „meinst du?“
In dem Moment hätte Peter sie am liebsten sofort umarmt an sich gedrückt und von oben bis unten abgeschmust. Er liebt seine Frau und in solchen Momenten steigert sich dieses Gefühl ins schier unermessliche. Und er musste sich schon sehr zusammen nehmen, um sich nicht auf sie zu stürzen.
Karin kannte ihren Mann natürlich genauso gut, wie umgekehrt und sah ihm seine Begeisterung deutlich an. Dies freute sie selbstverständlich und gab ihr wieder ihre Freude und Selbstsicherheit zurück. Einen Kuss konnte er sich dann doch nicht verkneifen und rief durchs ganze leere Zugabteil: Ich liebe dich!“
Ob der Lautstärke erschrak Karin ein wenig, musste aber dann auch lachen. „Du verrückter Kerl, du. Ich liebe dich auch.“ war das Einzige, was sie dazu entgegnen konnte. Verliebt und glücklich blickten sie sich so einige Zeit schweigend in die Augen.
„In Kürze erreichen wir den Bahnhof XXX“ tönte es durch den Lautsprecher. Was die Beiden wieder aus ihrer entzückten Stimmung riss. Und bei Karin wieder eine innere Spannung erzeugte, da ihr nun klar war, dass zumindest ein paar Nachbarn auf sie warten würden. Wer Conny kannte, dem war klar, dass es wohl ein paar mehr sein werden. Auch wenn es bereits zu fortgeschrittener Stunde war.
Am Bahnhof war wie immer zu dieser Zeit nichts los und sie waren die Einzigen Fahrgäste, die hier ausstiegen. Lediglich der Schaffner blickte aus dem Zug, um zu kontrollieren, dass alle sicher ein- und aussteigen können, um dem Zugführer das Zeichen zur Abfahrt geben zu können. Er wünschte den Beiden noch einen schönen Abend und Peter zeigte ihm demonstrativ, dass er die Papierrollen, wie versprochen entsorgt.
Der Weg bis zu ihrem Reihenhäuschen war nicht allzu weit und in gut 5 Min. zu bewältigen. Peter wollte aber noch ein Erinnerungsfoto von ihr auf dem heimischen Bahnhof machen. „Wer weiß ob wir so etwas nochmal erleben“, war sein Argument, um noch ein paar mehr Fotos zu machen. Nach ein paar Minuten machten sie sich auf den Weg. Kurzdarauf schallte es von oben: „bitte lächeln!“
Es war eine bekannte Stimme. Von ihrer Freundin aus Schulzeiten, die hier in der Straße zum Bahnhof im ersten Stock ihre Wohnung hatte. War es, weil sie gerade für Peter wieder in Pose für Fotos gestanden war oder immer noch von der Veranstaltung her gewohnt war, jedem für ein Foto Modell zu stehen, sie wusste es nicht. Auf jeden Fall reagierte sie wie ein Modell und hob die Hände, drehte die Beine geschlossen leicht zur Seite und ging minimal in die Hocke. Dabei lächelte sie fast professionell nach oben in die vermutete Kamera. Tatsächlich stand da oben auf dem Balkon ihre Freundin aus alten Tagen mit einer Spiegelreflexkamera und großem Objektiv. Die Straßenbeleuchtung machte es wohl möglich, dass dann auch später auf den Bildern etwas zu erkennen war. Karin schien wieder in die positive Aufregung verfallen zu sein. Denn sie bewegte sich für die „Fotografin“ gleich in mehrere Positionen. Und von oben kam zur Bestätigung, ein nicht ganz ernst gemeintes: „ja Baby, super, genauso, du bist klasse“ Dann nahm sie ihre Kamera zur Seite und schenkte ihr mit den Worten: „du bist die Beste“ einen Handkuss nach unten.
Dies baute Karin nun endgültig wieder auf und sie begann sich trotz letzter kleiner Zweifel auf ihre Nachbarn zu freuen. Es blieb aber noch Zeit genug, das Wandeln durch die Straßen des eigenen Ortes zu genießen und zwar nackt! Geil, verrückt, wahnsinnig, irre aufregend, total Banane, keine Worte passten für die Gefühle in ihr. Nein es gab nicht das eine passende Wort oder Bezeichnung für das, was sie machte und fühlte. Klar sie hat so etwas noch nie gemacht und wird es vielleicht auch nie wieder tun, missen will sie es jetzt aber auch nicht mehr.
Sie musste über sich selbst lachen, als ihr in den Sinn kam, dass sie sich wohl künftig keine Gedanken mehr machen muss, ob sie oben ohne im eigenen Garten sonnen kann.
Sie waren nur noch eine Ecke von ihrer Straße entfernt, da huschte eben an dieser irgendjemand davon. „Hoffentlich habe ich jetzt nicht den alten Tarnat verschreckt der seinen Hund ausführt“ lachte Karin, um etwas von der Spannung zu nehmen. Doch als sie in ihre Straße einbogen, war alles ruhig. Fast enttäuscht machte sich Karin auf die letzten 100 m nackt in der Öffentlichkeit zurückzulegen.
Doch ca. 20 m vor ihrem Eingang hüpfte plötzlich eine gehörige Anzahl von Nachbarn und Freunden aus den Eingängen und Büschen hervor und riefen Überraschung, wie bei einer Geburtstagsfeier und beklatschten Karin, jubelten und lachten. Blitzlichter leuchteten auf und Karin schien wieder, wie auf dem Festival in eine eigene Welt einzutauchen. Sie genoss die ungewohnte Aufmerksamkeit, die Bestätigung, die ihr zu Teil wurde und fühlte sich großartig. Ein Gefühl, dass sie vorher so nicht kannte. So viel Aufmerksamkeit ist ihr zuvor auch nie geschenkt worden. Und wie erwartet kam Conny als Erste direkt auf sie zu begrüßte sie mit Küsschen. Begleitet vom gewohnten Wortschwall in dem wieder Wahnsinn eines der häufigsten Worte war. Da Conny nun das Eis der Distanz gebrochen hatte, trauten sich auch die anderen und begrüßten sie mit Küsschen, sogar auch Nachbarn, bei denen eine derartige Vertrautheit bisher nicht herrschte. War es der allgemeinen Begeisterung, der verführerischen Kostümierung oder einfach nur der erotischen Stimmung geschuldet, dass sich hier Menschen näher als je zuvorgekommen sind, keiner vermochte dies mit Gewissheit zu sagen.
Und so verging leicht eine halbe Stunde vor dem Haus, auf der Straße mit der Begrüßungszeremonie. Es hatte nun sicher jeder Nachbar ein Nacktfoto von ihr und aus einem ihr nicht erklärlichen Umstand heraus fand Karin dies äußerst erregend. Sie fühlte sich attraktiv und begehrenswert.
Dass ihr Kunstwerk am Körper nun doch etwas gelitten hat, störte sie nicht, denn inzwischen freute sie sich am meisten darauf mit ihrem Mann unter die Dusche zu kommen, sich von ihm einseifen zu lassen und auf ungestümen, zügellosen Sex.
Bisher schien sie diese Gefühle im Griff zu haben und hatte auch keine weiteren ausschweifenden Phantasien dazu entwickelt. Zwar durchströmte schon den ganzen Abend eine leichte sexuelle Begierde ihren Leib, aber das hatte sich bisher immer noch ganz gut in Grenzen gehalten. Diese Grenzen schienen sich nun langsam, aber deutlich aufzulösen und mit jeder Berührung, egal an welcher Stelle ihres Körpers steigerte sich dieses Verlangen. Es bildeten sich erste Schweißtropfen an ihrem Rücken. Sie wurde regelrecht geil. Ja es gab keinen anderen Begriff dafür und sie garantierte für nichts mehr, wenn nicht bald ihr Liebster sie in ihr Haus bringen würde.
Noch nie hatte sie ein derartiges Verlangen. Noch nie wollte sie so wie jetzt genommen werden, wilden Sex haben. Sogar Phantasien es vor all diesen Leuten zu machen, spuckten durch ihren Kopf und erschreckten sie. Gleichzeitig machte es sie nur noch heißer.
Diese Gefühle sogen sie regelrecht in einen reißenden Strudel. Ihre Sinne vernebelten sich zunehmend. Es kribbelte nun am ganzen Körper. Ihre Hände begannen unkontrolliert zart aber immer noch unauffällig an ihrem eigenen Körper entlangzustreicheln. Sie schluckte heftig, als sie sich kurz ihres Benehmens gewahr wurde, versuchte sich zusammen zu reißen und fragte umstehende, ob sie Peter gesehen hätten. Er hatte den Schlüssel zu ihrem Haus, er hatte den Körper, den sie jetzt wollte, den Duft, den sie jetzt einschnaufen wollte. Das Gefühl für ihre Bedürfnisse, das Geschlecht für ihre Lust. An den umstehenden Leibern abstützend tastete sie sich durch die Menge, immer nach Peter fragend. Sie war eindeutig nicht mehr Herr ihrer Sinne.
Schließlich blieb sie in ihrer Verzweiflung stehen und rief laut durch die Nacht: „Peter. Peter ich brauche dich jetzt. Innerlich ergänzte sie noch: ich will dich. JETZT! Sofort!“ Oder sagte sie dies lauf? Betretenes Schweigen breitete sich um sie herum aus. Scheinbar konnten mehr als erwartet ihre Freunde und vor allem ihre Freundinnen nachvollziehen, was Karin jetzt so bewegte. Und so schoben die Damen ihre Herren vor sich her, um sich auf den Weg ins naheliegende eigene Heim zu machen. Was die Herren nicht ohne noch einmal einen herrlichen Blick auf die unglaubliche schöne und nackte Nachbarin zu werfen, die nun ganz offensichtlich auch noch über die Maßen erregt war, taten. Ganz menschlich gönnten die Einen es den Beiden, was nun folgen würde und neideten es ihnen vielleicht auch ein paar Andere., Im nächsten Moment umarmte sie Peter, begleitet von einem innigen Kuss. Sie entschuldigte sich bei ihm für ihre Entgleisung, denn so viel bekam sie noch mit. Ihr Mann zeigte nur vollstes Verständnis.
Die Verabschiedung der restlichen um sie herumstehenden Freunde verlief dann mehr beiläufig aber nicht kontaktfrei und so elektrisierte sie jede weiter Berührung noch mehr. Peter konnte gerade noch die Tür aufsperren, da riss sie ihm auch schon die Hose runter und kurz nachdem die Tür ins Schloss gefallen war. Der Liebesakt war wohl der leidenschaftlichste, wildeste den sie je miteinander hatten und so schrie Karin ihre aufgestaute Lust einem Vulkanausbruch gleich in die Nacht hinein. Sie konnte nicht mehr anders. Noch nie zuvor hatte sie ein derartiges Verlangen, eine solche Lust, einen solchen Orgasmus. Innig ineinander verschlungen, jedoch erschöpft von den Gefühlen und heftigen Liebesakt, zudem schweißgebadet sanken sie auf den Boden nieder.
Was wohl aus dem privaten Bodypainting mit Paul wird?






