Zitat von *********oaded:
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Oder anders: guter Kampf, Lohengrin. Aber die falsche Schlacht.
Angesichts der inzwischen getätigten Antworten des TE, finde ich dies einen genauso guten Ort, wie die andere Diskussionen, welche gut mit Mutmaßungen und Angriffen gefüllt sind.
Na, und ich eben nicht. (Und an anderer Stelle war ich schon mehr als einmal der mit dem Schwan und ähnlich aus dem Sattel wie Du. Wie gesagt: grundsätzlich teile ich Deine Einschätzung.)
Es gibt und gab hier weitaus Übleres. Klar, Luft nach oben ist hier immer. Aber persönliche Angriffe und übergriffige Unterstellungen sehe ich hier weniger als sonstwo. Tatsächlich finde ich die geäußerte Kritik hier überwiegend begründet. Und klar wird spekuliert. Das ist aber systemimmanent, wenn man anonym per Text disktutiert und die Beiträge des TEs manchmal wesentliche Informationen nicht enthalten, manchmal durch Ergänzungen auch eher Widersprüche entstehen. Einen eher gesitteten Thread so zu kritisieren, ermöglicht es den Kritisierten aber eher, Deine Kritik inhaltlich abzutun.
„@****el
Du bist ja lustig.
Wenn du zum Beispiel schreibst, dass ich immer so tue als wäre ich alleine für gemeinsame Aktivitäten verantwortlich und ich dir dann diese Aktivitäten, welche ich ohne ihr Wissen, geplant habe aufzähle, dann kann ich leider nicht schreiben, dass "sie" es geplant/ "wir" es geplant haben.
@*****ick
Das meinte ich nicht.
Was ich meinte:
Insgesamt besteht Deine Darstellung dessen, was bei Euch gegen Eure Krise unternommen wurde, überwiegend aus dem, was DU machst. Das ist ehrenwert, aber das bemühen hat Dir ja auch gar niemand abgesprochen. Ich glaube nur, es ist der falsche Weg.
Also: Einmal noch meine Sichtweite. Sorry, wird ein wenig länger. Wenn ich nicht durchdringe, lasse ich es bewenden.
Zur Goldwaage: das finde ich gar nicht. Wir sind nun mal alle auf das angewiesen, was wir schreiben. Also müssen wir Text interpretieren. Du schreibst, als seiest Du schriftlichen Ausdruck gewohnt. Und ich weiß aus vielen Zusammenhängen, dass Menschen in schriftlichen Ausdruck Persönliches einfließen lassen. Insofern ist "wilde Spekulation" natürlich schnell irreführend, "Interpretation" aber möglich.
Und wenn Du, z.B., schreibst, dass Du Deine Frau nicht mehr bedrängst, weil das kontraproduktiv sei, halte ich das für keinen Zufall. Damit will ich natürlich nicht andeuten, dass Du gegen ihren Willen handelst. Aber dass Du Druck ausgeübt hast, denke ich weiterhin. Ähnliches gilt für Deine Begründung: Ich halte es nicht für einen Zufall, dass Du gerade diese benannt hast.
Und das gilt, mehr oder weniger, für alles andere auch.
Dass Du das als Vorwurf verstehst und Rechtfertigungsdruck verspürst, verstehe ich. Aber mir (und ich glaube, den meisten anderen in dieser Diskussion) geht es nicht darum, Dich zu ärgern, sondern zu verstehen und die gewünschten Impulse zu geben. Dass der Ton in den letzten Runden hier schärfer geworden ist, liegt meines Erachtens an Deinen Rechtfertigungen: Manches ergänzt Du, anderes versuchst Du zu relativieren, Du beschreibst vieles, was Du schon gemacht hast. Aber auf die wesentlichen Punkte gehst Du meines Erachtens nicht ein, und ich habe bisher auch wenig gelesen, was auf Übernahme Deines Teils der Verantwortung hinausliefe. Statt dessen wiederholst Du (etwas rüde zusammengefasst), dass Du ja alles unternimmst und wir das Problem falsch verstehen. Aber hey, was für Tips hast Du erwartet? "Jeden Morgen 'nen Löffel Ginseng in's Müsli, und in drei Wochen kriegst Du sie gar nicht mehr von Dir runter!"? Oder "Alles richtich gemacht, Digger! Du kannst nix dafür. Such Dir 'ne Affaire, das steht Dir zu!"?
Eine Beziehung besteht nun mal aus mindestens zwei Menschen, und eine Krise zu lösen, wird nicht gehen, wenn sich nicht alle an die eigene Nase fassen.
Inhaltlich:
So, wie Du es beschreibst, glaube ich, dass Ihr keine guten Gespräche führt. Wenn Du auf Kritik zu Hause so reagierst wie hier, und wenn mein Eindruck stimmt, dass Du durchaus Druck ausübst, kommt Ihr wenig auf Augenhöhe zusammen.
Und wenn Du die Kinder wegorganisierst, Ihren Tag (ohne Absprache) umgestaltest und Ihr in die Sauna fahrt: Dann ist das wahrscheinlich wirklich liebevoll gemeint. Es ist sogar romantisch, und klar freut sie sich. Es ist aber auch patriarchalisch (ein Konzept, dem liebevolles behüten ja innewohnt.)
Und was hast Du erwartet? Dass es dann nach Rückkehr Dankbarkeitssex gibt? Und dann alles wieder gut wird?
Sie braucht lange, bis sie Dir erzählt, was sie fühlt. Zu Deiner Reaktion dazu habe ich ja schon geschrieben. Dabei finde ich die Wortwahl nachrangig: Ob Du es als "nicht zutreffend" oder "totalen Quatsch" bezeichnest, ändert nichts daran, dass Du ihre Gefühle bewertest. Und dass sie so lange dafür gebraucht hat, spricht nicht für eine geübte, vertrauensvolle Gesprächskultur.
Und dass Sie Dir sagt, sie fühle sich "nicht gesehen", ist doch eigentlich Erklärung genug.
Sie versucht offenbar, durch Hobbies und Nebenberuf außerhalb Anerkennung zu finden. Der Interpretation, dass Du das eher gönnerhaft darstellst, schließe ich mich an. Dass Du Dich darüber freust, ist kein Widerspruch.
Und aus all dem (und der Tatsache, dass das der statistische Normalfall ist: Häufigster Auslöser für eine Trennung ist das zweite Kind. Zweithäufigster übrigens das Eigenheim ...) schließe ich, dass Ihr Libidoverlust keine eigentständige Thematik ist, sondern das Symptom einer für sie nicht ausreichend wertschätzend geführten Beziehung. Da spielen die genannten Aspekte eine Rolle, aber auch die schon früher einmal angesprochene Arbeitsverteilung. Du arbeitest, bringst ausreichend Geld nach Hause. Sie hat zwei Kinder, vielleicht Haus und Garten. Und Du wärest nicht der Erste und nicht der Millionste Ehemann, der automatisch davon ausgeht, dass das eine faire Verteilung ist. Nein, ist es nicht. Vor allem nicht emotional.
Kurze Frage zur Kontrolle: Wer von Euch ist die letzten drei Jahre für die Lütte nachts wie oft aufgestanden?
Dazu kommen die körperlichen und hormonellen Veränderungen nach zwei Schwangerschaften. Je nach Selbst- und Köperbild Deiner Frau hat sie damit womöglich mächtig zu tun. Aus der Ecke wieder herauszukommen, braucht viel Offenheit, Zu- und Vertrauen und geübte Kommunikation. Und, siehe oben, da habt Ihr meines Eindrucks nach eine Baustelle.
Und all das bedeutet für mich: Es geht nicht darum, dass und wie
Du da etwas rettest. Das wirst Du im Alleingang nicht können. Es geht um einen ehrlichen Blick auf Euch selbst. Sie auf sich, Du auf Dich, Ihr auf Euch. Um Austausch, Augenhöhe, Respekt, Wertschätzung. Und das möglicherweise gegen jahre- und jahrzehntelang geübte Muster in Eurer Ehe und Eurer selbst. Das ist ein dickes Brett und wird, falls meine Einschätzung stimmt, lange und schmerzhaft.
Wenn Eure Kommunikation so hierarchisch und ergebnisorientiert ist, wie ich es vermute, kann externe Hilfe eine gute Idee sein. Jemandeen Gutes zu finden, ist nicht leicht und dauert, aber es gibt sie. Da müsstet Ihr aber beide hin und beide wirklich wollen; als Feigenblatt funktioniert das nicht. Und das wird typischerweise eine persönlich intensivere und potentiell schmerzvollere Erfahrung als das Feedack, das Du hier bekommen hast.
So oder so aber habe ich den Eindruck gewonnen: Ohne einen langen Blick in den Spiegel, sei es hier oder alleine oder mit Profihilfe, wirst Du nicht weiterkommen.
Ich drücke jedenfalls die Daumen.