„Welche gewichtige Entscheidung hast du schon für dein Beziehungsmodell getroffen?
Nun, weniger märchenhaft, dafür wohl relativ klassisch, habe ich mich nach neun Jahren im gegenseitigen Einverständis von meinem Mann getrennt, da ich nach der Öffnung unserer Beziehung nicht mehr zurück zur Monogamie wollte, er aber schon. Dabei ging es mir nicht per se darum, aktiv nach weiteren Sexpartnern zu suchen, sondern lediglich darum, dass ich nicht mehr in einer Beziehung leben möchte, wo man Exklusivität voraussetzt und eine eventuelle Gelegenheit ausschlagen muss, ein schlechtes Gewissen ob seiner Gelüste und Bedürfnisse bekommt und sich am Ende sogar in einer Zwickmühle zwischen Fremdgehen und Trennung sieht.
Ich möchte nie wieder obligatorische Monogamie. Wenn ich kein Interesse an anderen habe, ist das so, dann bleibe ich aus freien Stücken monogam, aber wenn jemand mein Interesse weckt, möchte ich mir das nicht verbieten müssen - und meinem Partner auch nicht.
Da mein Exmann auf eine Rückkehr zur Monogamie pochte, wurden wir uns da nicht einig.
Ein weiterer Punkt war aber auch, dass er unbedingt noch weitere Kinder wollte, während für mich nach dem ersten Schluss war. Vor einigen Jahren wurde ich ungewollt noch einmal schwanger und erlitt eine frühe Fehlgeburt, die uns beide nachhaltig belastete. Für ihn kommt nur eine große Familie infrage, ich persönlich möchte das aber nicht und informierte mich über Sterilisationen.
Nun standen sich die Beziehungsmodelle "Monogam mit vielen Kindern" und "Offen ohne weitere Kinder" gegenüber, ließen sich nicht miteinander vereinbaren, weswegen die Trennung folgte, damit beide ihrem zukünftigen Beziehungstraum nachgehen können.