„
Nach welchen Kriterien entscheidet Ihr, ob Ihr ein Anschreiben überhaupt lest?
Ich kann in der CM-Vorschau bereits die ersten paar Wörter/Sätze lesen. Sind diese nicht obszön, übergriffig, schlampig oder beleidigend, öffne ich die Mail.
Das bedeutet, dass ich 99% aller Anschreiben lese, denn zumindest ich bekomme nur selten wirklich ekelhaft plumpe Anmachmails.
„
Seid Ihr bereit, das Bemühen des anderen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, oder ist das grundsätzlich zu lästig?
Wer denkt, sein "Bemühen", auf sich aufmerksam zu machen, sollte honoriert werden, lebt in einer Traumwelt. Dieses Anspruchsdenken zieht sich doch meist dann als Quid pro Quo durch die komplette Begegnung. Das ist mir tatsächlich zu lästig.
Ich erwarte grundsätzlich gar nichts, wenn ich jemanden anschreibe. ICH wollte was, aber der andere ist mir nichts schuldig deswegen.
„
Was erwartet Ihr? Habt Ihr ein strenges Raster, und nur wer da besteht, wird weiter behandelt? Oder seid Ihr neugierig und schaut auch jemanden an, der nicht primär Euer Wunschkandidat ist?
Da ich hier generell nicht auf der Suche nach etwas oder jemand Bestimmten bin, behandle ich alle Menschen gleich und die erste Hürde ist definitiv der Kommunikationsflow. Mit wem ich mich nicht flüssig unterhalten kann, den würge ich dann recht schnell ab. Nein, ich gucke mir das Profil nicht vorher an, sondern erst, wenn ich Interesse entwickelt habe. Das kann sofort sein, kann aber auch Wochen dauern.
Was die Kommunikation angeht, mache ich keine Abstriche. Wenn ich merke, es fluppt nicht, ist der Mensch sofort uninteressant für mich.
„
Interesse signalisiert - wartet Ihr, daß der andere nun mehr Initiative ergreift, oder macht Ihr das selber ab einem gewissen Punkt auch? Wo liegt dieser Punkt?
Ich möchte hier mal mit einem sehr großen Irrglauben aufräumen: Interesse zu signalisieren reicht nicht, damit der andere Interesse hat/bekommt.
Ich weiß nicht, woher diese Einstellung kommt, wonach man jemanden anschreibt und davon ausgeht, dass die reine Interessensbekundung dem anderen doch reichen möge, um ebenfalls Interesse zu entwickeln.
Wenn ich merke, dass ein Mensch glaubt, nur weil ich "Hallo" zurückgeschrieben habe, hätte ich sofort Interesse, frage ich manchmal ganz geradeheraus, warum derjenige glaubt, dass es zwischen uns klappen könnte. Wenn dann Antworten kommen wie "Du gefällst mir halt", oder "Ich find dich hübsch" oder "Deine Vorlieben machen Lust auf mehr", weiß ich schon Bescheid: Derjenige hat nur seine eigenen Bedürfnisse im Kopf und verschwendet nicht einen Gedanken daran, dass auch er sich interessant machen muss - etwas bieten können muss.
Nein, ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, Initiative zu ergreifen, wenn mich jemand angeschrieben hat, der Interesse an mir hat. Mich fragt man ja oft dann aus dem Blauen heraus "Was willst du über mich wissen?" und ich denke mir: Gar nichts. Ich kenne dich nicht. Warum sollte ich etwas über dich wissen wollen? Du hast dich bisher nicht interessant genug gemacht, als dass ich mehr über dich würde wissen wollen.
Ich denke, es ist die Aufgabe des Interessierten, sich interessant zu machen, damit wechselseitiges Interesse entstehen kann. Wenn ich an jemandem Interesse habe, teile ich das mit und versuche, mich für diesen Menschen ebenso interessant zu machen. Klappt das nicht, ist das halt so. Aber derjenige ist nicht dazu verpflichtet, mich einfach so interessant zu finden, nur weil ich ihn interessant finde.
Wenn ich angeschrieben werde, werde ich initativ, sobald mein Interesse geweckt ist. Aber wecken muss man es trotzdem erstmal und mir reicht es nicht, dass jemand mich interessant findet und kennenlernen will. Das ist schön. Aber warum sollte ich das erwidern?
„
Schreibt bitte auch dazu, was Ihr Euch von einem potentiellen Anschreiber erwartet: Sex-Treffen, Club-Besuche, die eigene Beziehung bereichern, einfach so nett reden, generell was zusammen unternehmen, vielleicht eine Beziehung entstehen lassen, ...
Gar nichts, mit dem Potenzial, alles zu werden.