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Wie funktioniert "entlieben"?

******uja Frau
7.418 Beiträge
Zitat von ****yn:
Wie funktioniert Entlieben während einer Trennung?
Wie funktioniert Entlieben, wenn klar ist, dass die Liebe unerwidert bleibt?
Wie funktioniert Entlieben, wenn man merkt, dass es die bessere Entscheidung wäre, weil der Mensch einem nicht guttut/nicht zu einem passt?

Für mich sind das ziemlich verschiedene Paar Schuhe, wenn ich so in meiner Erinnerung wühle. *nachdenk*

Wenn klar ist, dass die "Liebe" unerwidert bleibt? In dieser Situation sind meine Gefühle nie über eine Schwärmerei hinausgegangen, die Nervosität und Herzklopfen bei jeder Begegnung und ein paar schöne Momente mit mir selbst zur Folge hatte. Das "Entschwärmen" dauerte jeweils in etwa so lange, wie ich brauchte, um mir selbst klarzumachen, dass daraus nichts werden würde. Und dass ich das eigentlich auch gar nicht wollte. *pueh*

Während einer Trennung? Ich habe erst zwei Trennungen aus ernsthaften Beziehungen hinter mir, und in beiden Fällen tat es kaum weh. Im ersten Fall führte die Distanz (es war eine Fernbeziehung) dazu, dass ich mich während Trennungszeit und Wiedersehen in regelmäßigen Abständen ein wenig ent- und wieder neu verliebte. Beim letzten Mal blieb das Wiedersehen und Neuverlieben aus, ich war ein wenig wehmütig, das war alles.
Im zweiten Fall war die Liebe schon längere Zeit vorher am Ende, und ich wusste, wenn wir nicht mehr zusammen wohnen würden, wäre es aus. Genau so kam es, und ich litt nicht darunter.

Wenn ich merke, dass der Mensch nicht zu mir passt? Da kann ich mich an zwei Affären erinnern. Es kam jedesmal zu dem Punkt, an dem mir klar wurde, dass das keine Zukunft hatte, und ich mich in der Folge bewusst distanzierte. Die aktive Beschäftigung mit anderen Männern war dabei auf jeden Fall hilfreich. *ggg*

Zitat von *********_Sel:
Liebe ist ewig. Ich habe noch nie verstanden, dass man jemanden, dem man sagte man liebe ihn/sie/es dieses entziehen kann. Denn Liebe ist ein Gefühl, keine Entscheidung.
Das mit der ewigen (gern auch: bedingungslosen) Liebe halte ich für einen Mythos. Mag sein, dass es Lieben gibt, die lebenslang währen. Sie sind aber mit Sicherheit die Minderheit. Erst recht, wenn man auch die Gefühle der ersten Verliebtheit mit einbezieht, die mit größter Regelmäßigkeit nach einiger Zeit schwächer werden und oft einfach ganz verschwinden.

Zitat von ****yn:
Ich weiß, wie Liebe funktioniert, ich weiß, warum ich mich verliebe und was genau ich liebe und finde romantische Schönheit in der Realität, nicht in der Mystik.
Auch ich sehe im Verlieben (mittlerweile) durchaus einen Teil Entscheidung, sich darauf einzulassen und daraus etwas wachsen zu lassen. Und ich bin der Ansicht, dass die daraus entstehende Liebe umso stabiler ist, je weniger Projektion und Mystik sie beinhaltet. Das ist m. E. dann der Fall, wenn bewusste und unbewusste Bedürfnisse gut im Einklang miteinander stehen. Dann kann man auch Romantik und Schmetterlingsgewitter erleben, ohne sich von Gefühlen wider Willen (oder wider besseres Wissen) überwältigt zu sehen. *g*
******xxx Mann
46 Beiträge
Wenn Du schon das Gefühl hast... dass Du Dich neu verlieben möchtest... Sehnsucht, und wieder richtig fühlen, Liebe, und viel mehr... Dann wird das neue Glück Deine Ängste und Zweifel schnell verdrängen... Und egal was Schuld dafür ist, die Schuld ist in solchen Fällen völlig egal, vertrau auf Dein Gefühl und auf Dich selbst und das was Du brauchst.
Irgendwas fehlt ja.
Und auch wenn Dein Ex vielleicht nicht so begeistert ist oder vor den Kopf gestoßen, er wird es verstehen, vielleicht nicht sofort, aber er wünscht doch sicherlich dass Du glücklich bist und alles hast, auch wenn es woanders stattfindet und er Dich als Beziehungspartner vielleicht verliert,...
Jeder Mensch versteht es doch... wenn man sagt dass es sehr lecker war, gut geschmeckt hat, und man satt ist.
Oder wenn sich die Bedürfnisse oder Gefühle geändert haben.
Sowas ist doch normal.
Zweifel nicht, hab keine Angst,... Just Do It.
Wenn Du erkennst dass Deine Entscheidung dann vielleicht nicht richtig war, dann wird Dich der Ex bestimmt auch an der Hand nehmen und Dir Halt geben.

Vielleicht willst Du ja auch den ex behalten und das ganze mit einer weiteren Person ergänzen...
Also wir haben 2020, sieh es mal so, heutzutage kann man eigentlich jedes Konstrukt an Beziehungsformen ausleben wie man möchte.
Weisst Du was Du willst, brauchst?
Es lässt Dich nicht los und reizt Dich?
Dann tu es.
Vielleicht ist es das ganz besondere, was Dich erfüllt und... vielleicht verpasst Du das ganz große Glück und genau das was Du Dir so lange wünschst..
Tu es.
Sei frei und mutig.
Ansonsten wirst Du Dir vielleicht ewig vorwerfen dass Du es nicht getan hast.
*********1_be Mann
1 Beitrag
Hey Katey...
"Aus dem Alter bin ich ehrlich gesagt raus. Ich weiß, wie Liebe funktioniert, ich weiß, warum ich mich verliebe und was genau ich liebe und finde romantische Schönheit in der Realität, nicht in der Mystik."
Ich glaube du verwechselst da vielleicht irgendwas. Ich weiß leider nicht was es ist, was du Liebe nennst, aber so richtige Liebe kann man nicht steuern.
Man ist ihr schutzlos ausgeliefert. Das ist ja das Schlimme und auch das Schöne daran.
Zitat von *******lf1:
Man ist ihr schutzlos ausgeliefert.
Dem können wir nicht so recht zustimmen...

Ganz im Sinne von "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm - wer sich selbst aufrichtig liebt (damit ist nicht Narzismus gemeint), ist alles andere als schutzlos.

Viele Dinge sind nicht einfach, insbesondere, wenn man in eine Krise stolpert. Bestimmt nicht. Loslassen will gelernt sein. Das ist nicht esoterisch gemeint, aber viele Menschen stecken solche Gedankenarbeit in diese Schublade, womöglich weil es sich anstrengend anhört. Viele Menschen suchen danach, werden aber nicht fündig.
Zitat von *******lf1:
Ich weiß leider nicht was es ist, was du Liebe nennst, aber so richtige Liebe kann man nicht steuern.
Man ist ihr schutzlos ausgeliefert. Das ist ja das Schlimme und auch das Schöne daran.

Na, wenn DU das sagst, muss es wohl stimmen.
*****ven Frau
8.078 Beiträge
Zitat von *******lf1:
Hey Katey...
"Aus dem Alter bin ich ehrlich gesagt raus. Ich weiß, wie Liebe funktioniert, ich weiß, warum ich mich verliebe und was genau ich liebe und finde romantische Schönheit in der Realität, nicht in der Mystik."
Ich glaube du verwechselst da vielleicht irgendwas. Ich weiß leider nicht was es ist, was du Liebe nennst, aber so richtige Liebe kann man nicht steuern.
Man ist ihr schutzlos ausgeliefert. Das ist ja das Schlimme und auch das Schöne daran.

Na, das ist halt EINE Meinung. Du darfst sie auch gerne als deine behalten. Aber es besteht keine Notwendigkeit, andere Meinungen abzuwerten und die Personen, die diese Meinungen äußern des "nicht Verstehens" (behübscht auch: Verwechselns, weniger behübscht: meine Liebe ist richtig, deine nicht) zu bezichtigen. Emotionen SIND per se einmal gar nichts, außer gehirnchemische Reaktionen. Wie sie von Individuen interpretiert und wahrgenommen werden ist individuell und daher auch immer RICHTIG. Also: Nur nichts verwechseln *zwinker*

Ach ... und zu den Fragestellungen an sich ... hast du ja dann wohl nichts beizutragen. Oder habe ich da jetzt etwas verwechselt?
*******olf Frau
2.451 Beiträge
Es scheint wirklich davon abhängig zu sein, wie ein Jeder Liebe definiert. Für mich ist Liebe eigentlich eine Entscheidung, die ich bewußt treffe, wenn ich einen Menschen in mein Herz lasse. Daher kann ich mich eigentlich auch nie wirklich "entlieben". Wem ich einmal in mein Herz gelassen habe, der hat da seinen festen Platz, auch dann noch, wenn meine Liebe nicht erwidert wird oder eine Beziehung endet.

Klar tut Beides irgendwie weh, darf es auch, aber ich habe einen Menschen in Liebe in mein Leben gelassen, wie kann ich da irgendwas erwarten? Wie kann ich eine Erwiderung erwarten, wenn ich mich doch freiwillig dazu entschieden habe, jemanden für sein Sein zu lieben? Wie kann ich von jemanden erwarten, dass er bei mir bleibt, wenn er selbst nicht (mehr) möchte? Ist das Liebe oder vielmehr das Ego, was aufschreit, weil es seinen Willen nicht bekommt?

Ich hatte die ein oder andere Beziehung, wo ich tatsächlich dachte, diese Menschen zu lieben, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass das keine Liebe war. Mein Ego, geboren aus Verlustängsten, Angst vorm Alleinsein, Angst vor Ablehnung, hat mich an diese Männer festhalten lassen - immer und immer wieder. Kann das Liebe sein, wenn ich an jemanden festhalte, der nicht bleiben mag?

Vor etwas mehr als 3 Jahren lernte ich einen Mann kennen, der aktivierte auch all diese Ängste, er wollte/konnte meine Liebe nicht erwidern. Das tat furchtbar weh, aber er zeigte mir, was es heisst, jemanden wirklich zu lieben: mehr als alles andere auf der Welt, wollte ich zum 1. Mal, dass er glücklich ist, auch wenn das heisst, dass er sich für eine andere Frau entschieden hat. Und oh ja, auch das bzw. die Erkenntnis tat weh, dass ich eigentlich vorher nicht wirklich geliebt habe, sondern da immer nur mein Ego sprach ("ich will aber").

Letztendlich ist das bei mir ein Prozess, der noch lange nicht vorbei ist, aber ich kann mittlerweile ihm in Liebe loslassen, ohne meine Liebe für ihn aufgeben zu müssen, mich entlieben zu müssen. Es pickst hin und wieder noch, aber dann ist das für mich nur ein Zeichen dafür, dass mein Ego noch extrem Einfluß hat und ein Mangel herrscht ...

Ich habe gelernt, insbesondere ihn als meinen Spiegel zu betrachten. Ich gehe dann sehr oft in mich, spüre hinein und erkunde, was er bei mir auslöst (bzw. seine Entscheidungen/Verhalten):

Warum tut es weh, dass er meine Liebe nicht erwidert/nicht will? --> Thema Ablehnung/Vater-Thema
Warum pickst es, wenn er nicht mit mir zusammensein will? --> wieder Thema Ablehnung/Angst vorm Alleinsein
Warum geht mir sein gelegentliches Ignorieren so nahe? --> Verlustangst
usw, usw.

Ich kann nur für mich sprechen, aber statt sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man sich "entlieben" könnte, sollte man sich vielleicht fragen, warum man sich "entlieben" will? Was steckt dahinter? Was macht es mit mir, wenn meine Liebe nicht erwidert, gewollt oder erwünscht ist? Was macht es mit mir, wenn es trotz beidseitiger Liebe dennoch zur Trennung kommt?

P. S.: Das ist nur meine Einstellung, muss niemand teilen *zwinker*
*****Zwo Mann
444 Beiträge
Wie entlieben funktioniert? Keine Ahnung, denn ich habe das noch nie bewusst gemacht.
Menschen, denen ich einmal so nahe war, dass ich von Liebe sprechen würde, sind es auch heute noch. Auch wenn gar kein Kontakt mehr besteht, in der Erinnerung sind die Gefühle noch sehr präsent. Und ich bin einfach dankbar dafür, ohne dem Vergangenen ewig nachzutrauern. Zeit und Abstand tun das ihre.
*****ynn Frau
1 Beitrag
Das Wort „ entlieben „ gibt es für mich nicht ,...
Wenn ich mich bewusst dafür entscheiden haben jemanden zu lieben dann ändert sich dieses Gefühl in mir nicht sondern wenn ich ihm Platz gebe wäschst es und wenn ich es begrenze kann es weniger Platz einnehmen .

Entlieben hat aus meiner Sichtweise etwas mit dem Ego zutun und das wiederum nicht s mit der „ Liebe „ 🤷🏼‍♀️

Für mich ist Liebe bedingungslos und frei

Genauso lasse ich sie gehen wenn ich merke das sie jemand nicht möchte oder ich jemanden damit vielleicht sogar überschütte .
*****ras Mann
2.211 Beiträge
Es hat bei dir TE eventuell weniger mit Liebe zu tun als du denkst sondern mit emotionaler Abhängigkeit. Wenn das so ist dann solltest du dir vielleicht professionelle Hilfe suchen. Oftmals liegt das Problem in einem selber, dadurch ziehst du genau solche Gefühle an, ein ungewolltes Drama das dich aber fühlen lässt.
********nder Mann
2.896 Beiträge
Ich finde es wichtig zwischen "Verliebtsein" und "Liebe" zu unterscheiden.

"Verliebtsein" ist nicht mehr als eine Mischung aus Biochemie, Konditionierung und Projektion gepaart mit einer Überdosis Impulsivität. Dementsprechend helfen a) ein Bewusstsein über die Grundlagen, b) ein Bewusstsein über eigene Konditionierungsmuster und c) die Nutzung des präfrontalen Kortex (= Verstand), um dadurch (emotionale) Regulationsprozesse einzuleiten.

Weniger wissenschaftlich: Eine gute und bewusste Selbstfürsorge. Das geht für mich über Annehmen und Genießen, in dem Bewusstsein, dass es (dankenswerterweise) vorbei geht, über das Transparentmachen der Beziehungsdynamik/Kosten bis hin zum großflächigen Abstandhalten und eigene Wunden lecken.

"Liebe" ist für mich in letzter Instanz eine Haltung/Entscheidung. Sie ist nicht zwingend abhängig von einer etwaigen Beziehung. Von dem her besteht für mich kein Grund daran etwas zu ändern. (Aber auch hier ist Selbstfürsorge super.)
*****978 Frau
2.777 Beiträge
Sie schreibt; ich habe dies exakt so gemacht, wie du @****yn es beschrieben hast - ich war bereits bis Mai 2019 bei Joy mit dem Vorsatz, vögeln ohne Gefühl, solange wie es mir gut tut. Ich hatte mich Abfang 2019 dann aber in eine Affäre hier bei Joy verliebt gegen meine eigene Regel. Nach 2 Monaten habe ich gemerkt, dass mir das nicht guttut, mir hat nicht mehr gereicht, was ich bekam. Ich habe mich dann ganz bewusst fürs "entlieben" entschieden, in dem ich die Liebschaft beendet habe. Durch unsere Entfernung der Wohnorte war auch kein zufälliges Treffen möglich. Ich habe allen Kontakt abgebrochen und mich aus Joy abgemeldet. Ca 5 Monate habe ich gebraucht, meine Wunden zu lecken und mir bewusst zu machen, dass ich nun wieder mehr möchte, als Sex ohne Gefühl. Ende 2019 habe ich mich dann wieder hier angemeldet mit der Intension, evt doch einen Mann zu treffen, der mehr als nur Sex möchte. 3 Wochen später habe ich Jan getroffen und vom 1. Treffen an haben wir dem Kinde einen Namen gegeben. *kuss2* 4 Tage bevor ich Jan getroffen habe, hatte ich zu dem besagten Mann wieder Kontakt aufgenommen und nochmal Sex mit ihm; ich wollte wissen, ob ich gefühltechnisch wirklich mit dem Thema durch bin, das war ich. Heute haben wir hin und wieder mal Mailkontakt, da er ein guter Kerl ist. Ich habe mich ganz bewusst entliebt.
Anleitung zum Entlieben
Liebe TE,

eine wirklich gute Frage, danke dir dafür! Obwohl der Hintergrund deiner Frage ja recht wahrscheinlich ein schmerzhafter ist...

Als ich mal in einer Phase extremen Liebeskummers war und trotz meiner klaren Haltung beim Beenden der Beziehung es mir unendlich schwer fiel, ihn nicht wieder anzurufen, empfahl mir eine Freundin den Blog von lapared und ihrem Mitstreiter Curd Rock.

Mein Versuch den Blog, der mir damals sehr geholfen hat, soeben zu googlen, schlug fehl, aber ich verlinke hier einfach mal eine Vorstellung des Blogs:

Links nur für Mitglieder

lapared, die Heldin, versucht von 119, ihrem (sehr uncharmanten) Schwarm loszukommen und versagt dabei immer wieder so herrlich selbstironisch und ehrlich, dass es mich sehr unterhalten, verstanden, berührt und auch gelehrt hat: so wie die Protagonistin wollte ich nicht enden. Den Blog scheint es nicht mehr zu geben, aber die Bücher hatte ich mir damals auch gekauft und obwohl ich den Blog lieber mochte, sind die aus dem Blog entstandenen Bücher über lapareds Kampf von 119 loszukommen einfach grandios. Und Curd Rock ist ein absoluter Rockstar. *love*

Ich zitiere von o.g. Website:
'waren das noch zeiten! aufwachen und versuchen, nicht an 119 zu denken. kaffee trinken und versuchen, nicht an 119 zu denken. käsekuchen essen und versuchen, nicht an 119 zu denken. mehr käsekuchen essen und versuchen, nicht an 119 zu denken. wieder einschlafen und versuchen, nicht an 119 zu denken... frei und unbeschwert von profaner erwerbstätigkeit den lieben langen tag einzig und allein der einen, beglückenden aufgabe widmen zu versuchen, nicht an 119 zu denken – ein leben war das! doch nun... seit stunden quäle ich mich mit diesem verkackten job ab. man kommt zu nichts. nicht zum heulen. nicht zum jammern. nicht zum in selbstmitleid baden. claims, headlines, tv-spots... sonst habe ich nichts mehr im kopf. nicht ein einziges mal konnte ich heute ungestört versuchen, nicht an 119 zu denken. so geht das nicht weiter. dieses arbeiten bekommt mir nicht. es lenkt mich einfach zu sehr ab.'

liebe @****yn, ich wünsche dir, dass du ohne noch mehr Federn zu lassen gut loslassen kannst. Und vielleicht hilft auch dir die Lektüre von lapareds endloser on/off-Geschichte zu 119 – so wie mir damals.

Die Bücher selbst möchte ich hier nicht verlinken, aber Google hilft:
"Anleitung zum Entlieben"


Absolute Kaufempfehlung für die Bücher von meiner Seite, umso mehr, wenn du dich gerade tatsächlich in einer Phase mit Liebeskummer befindest und dich wirklich entlieben möchtest!
Entschuldigung, wenn ich mich mal so ungefragt einmische!
Entlieben gibt es und es ist auch für`s eigene Seelenheil notwendig.
Allerdings müsste man wissen um welche Form der Liebe es geht. Wäre jemand gestorben, müsste man ja auch mit dem Verlust klarkommen und auf irgendeine Art trauern dürfen. Hier ist die Distanz gegeben und man bleibt wortlos zurück. Die Liebe besteht aber weiterhin. Geht jemand aus einer Beziehung, vielleicht wegen irgendwelcher Diskrepanzen oder einer neuen Liebe, bleibt man eher hilflos mit Bergen von Emotionen zurück. Pi mal Daumen dauern Trauerphasen nach einer Trennung die Hälfte der zusammen verbrachten Zeit....Distanz hilft, Wut auch...die aber besser auf Papier formulieren und dann verbrennen, niemals adressieren. So ist bisschen Luft raus! Dann wirklich ( es sei denn Kinder sind mit im Spiel ) jedweden Kontakt meiden...keine SMS, kein FB...nada und nichts. Man ist ab dem Zeitpunkt Luft...Neu fokussieren und es sich so gut es eben geht, gut gehen lassen!
Absolute Kontaktsperre und bei neuen Kontakten das Vergleichen vermeiden...

Schönes Thema...und dir liebe @****yn alles Gute! Du schaffst das!
********lack Frau
20.551 Beiträge
@****yn

Ich bin da ganz bei Dir, denn ich glaube auch daran, das es ein Entlieben gibt.
Denn es gibt ja Gründe, wieso man sich in einen Menschen verliebt und ihn später liebt. Und meist sind es genau die Gründe woran es dann letzendlich hapert.
Entweder sie verschwinden nach und nach, vielleicht nimmt man es erst gar nicht mal bewußt wahr. Aber irgendwann läßt sich das nicht mehr leugnen und auch nicht mehr ignorieren. Spricht man es dann an und von der anderen Seite kommt nur Schweigen oder gar kein Wille es wieder ins Lot zu bringen, dann wird es schwer, besonders bei Anwesenheit dieser Person. Irgendwann ist dann aber auch das Vertrauen weg, denn es kann nur funktionieren, wenn beide das wollen.
Trotzdem ist dieses los lassen nicht einfach. Man trauert um das was verloren gegangen ist.
Und nein Liebe überdauert eben nicht alles. Lieben an sich ist nämlich ein altiver Prozeß und wenn die einmal aufgekündigt wurde, dann ist das so und läßt sich eben nicht mehr zurückführen.
Doch die Aussage, das wäre dann keine Liebe gewesen, finde ich schlechthin nur falsch.
Ich vergleiche das jetzt mit dem Fremdeln, was man von Babies kennt. Man wird sich Stück für Stück fremder, dieses Gefühl des Vertrauens was so eklatent wahr genommen wird, tut nun einmal auch sehr weh. Der Mensch war der Mittelpunkt und das bricht jetzt weg.
Also ist dieser Abstand, den man dann aufbaut erst mal bei einem selbst.
Eine räumliche Tennung hilft m.E. nur, wenn nicht zu viele Fragen da sind auf die man zu gerne eine Antwort hätte.
Und ja, es dauert und ist ein sehr langfristiger Prozeß, den man selbst besser erträgt, wenn man Freunde hat die einen auf fangen und Hobbies, die man dann auch ausgiebig nutzt oder sogar neue Dinge findet, die einen so beschäftigen, das man nicht ständig an diese Trennung denken muß und an die guten Zeiten die es gab.
Das dauert solange wie es dauert, dafür gibt es auch m.E. keine Zeitvorgabe.
WiB
*********flake Frau
443 Beiträge
Ich finde das Entlieben ist ein Prozess in dir. Ein Prozess, der aus Vernachlässigung, Enttäuschung, Frust besteht, die über einen längeren Zeitraum der eigentliche Kern der Beziehung sind. Kann auch Abwertungen, Kleinreden und Anderes hinzukommen, je nachdem was du eigentlich brauchst vs. nicht bekommst und was dein Partner für ein Mensch ist (Redflags und Verschiedenheiten beim Kennenlernen net beachtet). Vielleicht auch - und mir ist klar, dass ich ein schreckliches Beispiel nenne - emotionaler Missbrauch über eine längere Zeit.
In solchen Beziehungen ist ein Entlieben, vllt auch völlige Entfremdung vorprogrammiert und dann will man da nur noch weg. An nix mehr arbeiten, weil's keinen Sinn hat, sondern einfach weg. - Nur zu Gehen erfordert Mut und Stärke und manchmal Planung, manchmal schafft man's net, tatsächlich zur Tür raus zu gehen. Es fehlt der letzte Funke Mut/Verzweiflung.

Vielleicht entlieben sich andere noch schneller. Ich muss dafür einiges sehr lange ausgehalten haben, weil ich immer wieder neue Chancen gebe, gerade wenn ich sehr VERliebt war in diesen Menschen und ihn und das Uns, das es vllt. schon länger nicht mehr gibt, eigentlich net aufgeben will.
Ich kenne das Bedürfnis sich "entlieben" zu wollen. Es aktiv zu tun (verdrängen o.ä.) hat allerdings meine Lebensqualität gemindert. Dazu kommt meist die Angst vor dieser Phase, wenn man dabei ist sich neu zu verlieben.

Heute versuche ich erst gar nicht diese überaus schönen Gefühle zu unterdrücken/zu vergessen/mich abzulenken. Es sind meine Gefühle und die genieße ich. Quasi ein volles auskosten solange das Gefühl da ist. Ob es nun erwidert wird oder nicht, spielt heute keine Rolle, weil ich die Situation so akzeptiere wie sie ist.
Ich kann weder steuern in wen ich mich verliebe, noch aktiv meine Gefühle ausschalten. Was ich kann ist bestmöglich mit der gegeben Situation umzugehen, das Beste für mich rauszuholen, ohne mich zu quälen oder zu leiden.
Wenn Neutralität eintritt dann ist es vorbei. Der Weg dahin "muss" nicht anstrengend sein...

MfG
Wieso...
...sich entlieben?

Wenn man sein Leben, sein Dasein auf eine einzige Person fokussiert und nur diese eine Person das Glueck auf Erden bedeutet, dann ist es keine Liebe sondern ein nie endendes (Alb)-Traum(a)...was wahrscheinlich irgendwann in sehr jungen Jahren den Lauf genommen hat, sich mit der "allgemeinen" Meinung was Liebe sei und noch schlimmer sich durch die Floskeln des Romantizismus verstaerkt wurde und druch den Partner emotional missbraucht wurde oder besser gesagt sich missbrauchen lasse hat, weil immer bestrebt zu genuegen, dann ist man wahrlich bereit fuer manche Torheit...man muss Liebe nicht nur fuehlen, spueren sondern in ihrer Ganzheit verstehen.

Wenn man als reifer Mensch geliebt hat und sich ueber die eigene Faehikeit der Liebe bewusst ist, dann muss man sich nicht entlieben...die wunderbaren Momente werden bleiben und man wird sich daran erinnern, weil man in diesen Momente das Leben in seiner ganzen Schoenheit umarmt hat.

Empfehlenswet : "How We Destroyed Our Capacity to Love"


Tom
********lack Frau
20.551 Beiträge
@********own6

Sorry, aber ein Partner hat doch wohl einen anderen Stellenwert wie xy!
Das heißt auch nicht, das dieser für alles verantwortlich ist.
Aber Gefühle wandeln sich nun einmal. Es heißt auch nicht, das man das Schöne vergißt oder leugnen. Im Gegenteil, man wird das vermissen und auch das was damit zusammen hing.
Es heißt auch nicht, das in einer Beziehung grundsätzlich ein Mißbrauch statt findet.
Und da spielt das Alter auch keine Rolle!

Wenn man als reifer Mensch geliebt hat und sich ueber die eigene Faehikeit der Liebe bewusst ist, dann muss man sich nicht entlieben...die wunderbaren Momente werden bleiben und man wird sich daran erinnern, weil man in diesen Momente das Leben in seiner ganzen Schoenheit umarmt hat.

Da schreibst Du selbst in der Vergangenheitsform.
Das schließ aber nicht aus, das man die Wandlung spürt (egal nun von welcher Seite sie aus geht).
Trennung bedeutet auch nicht automatisch, das keine Bindung mehr besteht, meist besteht sie alleine schon durch gemeinsame Kinder.
Wichtig ist, das selbst bei einer Trennung der Respekt gegenseitig noch vorhanden ist.
Das ist wie bei Pflanzen, wenn man sie nicht hegt und pflege oder total aus den Augen verliert, dann werden sie verkümmern.
So ähnlich ist das Entlieben...
WiB
ENTLIEBEN - wieso das?

Liebe ist im Gegensatz zu Freundschaften und Geschäftsbeziehungen asymmetrisch in dem Sinne, dass ich meine Katze liebe, sie mich aber nicht. Sie hat eher eine freundliche Geschäftsbeziehung zu mir. *katze*
Wenn mich also eine Partnerin nicht mehr liebt, muss ich die Trennung akzeptieren und den Trennungsschmerz aushalten, mehr aber nicht.
In der Liebe erweitert sich mein Selbst um Teile des Selbst der Geliebten, warum sollte ich das aufgeben? Wenn ein geliebter Mensch stirbt, liebe ich ihn doch auch weiter. Jedenfalls jenen Teil, den wir gemeinsam hatten.
Beziehungsanarchie ist kein beziehungsloses Chaos sondern der Versuch Abhängigkeiten und Besitzansprüche durch eigene Gestaltung zu ersetzen.
*******ora Frau
16.932 Beiträge
Zitat von ****yn:
Wie funktioniert Entlieben während einer Trennung?
Wie funktioniert Entlieben, wenn klar ist, dass die Liebe unerwidert bleibt?
Wie funktioniert Entlieben, wenn man merkt, dass es die bessere Entscheidung wäre, weil der Mensch einem nicht guttut/nicht zu einem passt?

Distanz ist gut. Ich räume auch alles weg, was ich einst von der Person bekommen habe. Ich nehme mir einmal am Tag bewusst Zeit zu trauern, Gefühlen Platz zu machen, damit diese raus können. Ebenso kümmer ich mich bewusst um mich, sei es eine neue Frisur oder Haarfarbe, einen Wellnesstag, neues styling der Fingernägel, ich mach einfach das, was mir gut tut.
***an Frau
10.835 Beiträge
https://www.joyclub.de/my/1467675.thomascrown6.html
Wenn man als reifer Mensch geliebt hat und sich ueber die eigene Faehikeit der Liebe bewusst ist, dann muss man sich nicht entlieben...die wunderbaren Momente werden bleiben und man wird sich daran erinnern, weil man in diesen Momente das Leben in seiner ganzen Schoenheit umarmt hat.

Danke für diese Worte die ich ich ebenso empfinde und mir mal ein Liebhaber in den nachfolgenden Zeilen geschrieben hat, die bis heute nicht in ihrer Wirkung nachgelassen haben weil sie für mich etwas Ewiges haben in Bezug auf Liebe. Am Berührendsten war und ist immer noch dieser Kuss in die Seele, seufz......

Ich habe sie in einer Homepage im Profil mit "in Memoriam", möchte aber die interessierte Forengemeinde nun nicht aufs Profil "locken" *zwinker*


dinge sind nicht einfach vorbei..
sie ruhen in uns.. in unserer erinnerung und in unserem herzen..
darum sehe ich schöne erfahrungen nicht als lücke,
wenn sie vorüber sind..
sondern als bereicherung..
die ich erfahren durfte...
die immer in mir bleiben werden..
die mir niemand mehr nehmen kann
von denen ich zehren kann
und in jedem augenblick, wann immer es mir danach ist..
mich zurückversetzen kann..
in dieses gefühl des momentes..
und dann einfach geniessen kann..
weil dieser moment dann unendlich ist..
und mich beglückt..
wenn ich es brauche.
das ist die magie des lebens..
das die vergänglichkeit gar keine ist...
das momente ewig sein können..
wenn wir es zu schätzen wissen..
und wir ihnen nicht nachtrauern...
sondern ihr unendliches glück erkennen...

smile.. so fühle ich manchmal..
in guten momenten..

in anderen ergeht es auch mir
das ich dem leben eine wichtigkeit zugestehe
die nur ich ihm so geben kann..
und die prüfungen dominieren
und ich noch nicht fähig bin,
auch sie als geschenk zu nehmen anzunehmen.. zu umarmen..
weil ich weiss, dass ich dann eins mit ihnen bin..

aber eben.. auch ich bin nur...
eine seele die zu sprechen lernt..
oder ein torkelnder träumer..
der nach dem weg tastet..
den man leben nennt

:-))

kuss in die seele

XXXX
Entlieben

Umziehen, aus den Auge aus dem Sinn, alles blockieren, alles löschen.
EINFACH

Berufliche sich mehr angagieren, Lehrgänge besuchen, versetzen lassen, Karriere fördern.
KLAPPT.
Das Wort 'entlieben' klingt furchtbar, jedoch weiß ich sehr wohl was du meinst.
Du kannst nur lernen mit diesem Gefühl umzugehen, es zu akzeptieren, wenn Liebe nicht mehr erwidert wird.
Meist reicht jedoch ein Wort, ein Song oder ein Ort, um den Schmerz wieder zu fühlen, der beim Versuch sich zu 'entlieben' entsteht.
Telefonnummern zu löschen funktioniert meist auch nicht, zumindest nicht bei mir 😅.
Distanz, ein gesundes Selbstwertgefühl und raus in das Leben zu gehen sind wohl die einzigen Mittel die das Ganze etwas erleichtern können.
Und Zeit.
Man kann nicht vergessen, aber es wird leichter.
Und irgendwann denkt man dann mit einem Lächeln an die schöne, vergangene Zeit, und freut sich, das man diese erleben durfte.
****maL Frau
14.462 Beiträge
"sei nicht traurig, dass sie (die liebe) nicht mehr ist
sondern
freue Dich, dass sie jemals war"

ist schon mal ein guter ansatz...

ich weiss nicht, ob man sich bewusst entlieben kann
durch alle möglichen ablenkungen
gut wäre es, sie sich wie eine unerwünschte pflanze im garten rausreissen zu können
nur...geht das leider nicht

sein leben weiterleben - traurigkeit genau so zulassen wie glücklichsein
so lange, bis die "zeit" die wunden geheilt hat
und nur noch ein wenig melancholie übrigbleibt

ich habe diese zeit genutzt, mich selbst zu reflektieren
warum bestimmte dinge passiert sind und welchen anteil ich daran habe
gute freunde und freundinnen können da auch sehr hilfreich sein...

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