SegWay Umbau für Rollstuhlfahrer

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Themenersteller
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8. Jul 15

SegWay Umbau für Rollstuhlfahrer
Meine Geschichte - Querschnitt und Sex und…

Mobility Cube

Hallo JoyCluber,

dass hier eine Menge Menschen mit Behinderungen sich rege unterhalten, habe ich bereits gesehen. Finde ich gut.

Ich habe für die aktiven Rolli-Fahrer unter Euch eine vielleicht ganz interessante Art der Fortbewegung. Seit etwa drei Jahren besitze ich einen umgebauten SegWay von MobilityCube, den ich im sitzen fahren kann.

Und für mich (Th 5/6/7) war das eine Investition, die meine Bewegungsfreiheit um ein vielfaches erweitert hat. Sand, Schotter, Steile Waldwege, die ich vor 20 Jahren noch mit dem MTB unter die Räder genommen hatte, waren seitdem Grenzen, die schwer oder meist gar nicht zu überwinden waren. Und wenn, dann nur mit Hilfe. Aber auch bei einem Gartenfest lief es meist darauf hinaus, dass ich mir einen guten Platz suchte und dann mehr am Platz verweilte und mit denen Vorlieb nahm, die bei mir vorbeikamen. Den anderen Leuten in der Wiese hinterher zu rollen, ist schlicht weit ermüdender, als auf Parkett oder anderem glatten Boden.

Mit den Kindern eine Radtour? Rollstuhlfahrrad? Ja, hatte ich auch, dennoch war es für mich nie die Leidenschaft, wie es das Radfahren vor meinem Unfall war. Jetzt kann ich mit meiner Tochter zum Kindergarten cruisen, sie auf dem Rad, ich mit dem MobiltyCube - ich passe damit durch jede Tür und bin schnell genug unterwegs, um eine Radtour mitmachen zu können (solange der Akku nicht leer ist - dann muss man eben Strom tanken).

Mein Video (Titel: MobilityCube) eines kleinen Ausflugs durch Wald und Wiesen findet ihr auf unserer Seite.

Liebe Grüße
Roman
 
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9. Jul 15

Kosten und Kraftaufwand
Zu den Kosten hab ich nichts gesagt und die sind, wie Ihr Euch denken könnt, nicht ganz ohne.
Schon ein normaler Segway i2 kostet ja schon 7500 €. Und der Umbau kostet dann noch mal 4200 € .
Eine Menge Geld. Ich weiß.
MobilityCube ist aber mit Kassen im Gespräch und hat auch schon in mehreren Fällen die Übernahme der Kosten zu 100% realiseren können. Bei mir war das nicht der Fall, hab da auch ziemlich recherchiert und es dann aber gelassen.

Ich habe ein Vorführgerät von MobilityCube erworben, das schon einpaar Kilometer auf dem Tacho hatte. Und so bekam ich ihn ein wenig billiger. Dennoch waren es 11000 €, die ich nicht bereue.
Irgendwann wird mal ein Satz neuer Akkus fällig sein. Der Rest der Maschine ist Wartungsfrei, bei den Niederdruckreifen muss man sich nicht mal um Luft kümmern und somit bin ich mir sicher, dass das Teil mir Jahrelang Spaß machen wird.

Dann kam noch die Frage zum Kraftaufwand. Ich selbst bin sehr fit für meine doch nicht ganz so tiefe Lähmung ab TH5/6/7 und komme damit gut klar. Dennoch hatte ich am Anfang Muskelkater ungeahnten Ausmaßes. Lag auch daran, weil ich wie auf Droge extrem viel mit der Kiste unterwegs war. Und ja, es ist anstrengend, weil man ja komplett mit Gewichtsverlagerung nach vorne und hinten beschleunigt oder bremst. Und dazu mit seitlicher Gewichtsverlagerung die Lenkung unterstütz.
Das ist mehr Arbeit, als man denkt.

Dennoch ist es auch ein guter Trainigseffekt, da ich auf dem Cube völlig andere Muskulaturbereiche in Anspruch nehme, als beim Rollstuhl fahren.

Aber letzten Endes sind es mir die zum Teil etwas schmerzhaften Reaktionen meiner Muskeln absolut Wert, denn den Spaß und dieses Stück Freiheit nimmt mir niemand mehr.
 
 
5. Jun 16

Segway auch für Ohnhänder geeignet?
Hi,

das hört sich ja wundervoll an mit dem SegWay.

Mir gefällt das Ding schon seit längerer Zeit, doch kann ich mir schlecht vorstellen, wie ich ihn ohne Hände (ggf. mit der Armprothese) führen kann. Auto fahren ist kein Problem für mich, doch dieses Ding wird ja wie ein Joystick mit Gewichtsverlagerung bedient, oder sehe ich das falsch?

Bekommt man dafür als Behinderter auch eine Erlaubnis? Ich hatte einige Jahre in Thailand gelebt und einen Halbautomaten, eine Honda Dream (Motorrad) drei Jahre unfallfrei gefahren, doch zurück in Deutschland hatte man mir das sehr deutlich ausgeredet - ich währe eine Gefährdung des öffentlichen Straßenverkehrs.

Habt ihr damit Erfahrungen?

Würde mich auf ein Feedback sehr freuen.

Gruß aus Preußen

BB
 
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6. Jun 16

Ohnhänder
Hallo nach Preußen,

ich kann jetzt nur meine Erfahrung wiedergeben. Um die Lenkstange zu bewegen ist schon ein gewisser Kraftaufwand notwendig. Der auch mit steigender Geschwindigkeit zunimmt. Eventuell ist das nur gefühlt, aber sei´s drum. Ich hab aber schon Adaptionen gesehen, mit denen Menschen mit nur ganz kurzen Armstummeln (sorry, nötige Fachausdrücke dafür fehlen mir) damit fuhren.
Auf Facebook findest Du mobilitycube - und dann hilft nur eins: anrufen, hinfahren und einfach probieren. Ich denke, dass es eine Lösung geben wird.

Und Genehmigung? Ich hab nur das Mofa Vesicherungsschildchen - Führerschein fürs Auto hab ich seit über 20 Jahren und gefragt hat mich im MobilityCube nie jemand *g*

Und das mit der Gefährdung: Jeder ist, wenn er nicht aufpasst und mehr tut, als er selbst abschätzen kann, eine Gefährdung für andere. Ob nun Straßenverkehr oder zu Fuß oder sonstwie. Das ist ein idiotisches Argument.
Wenn ich damit zu schnell fahre und es mich damit auf der Straße zerlegt, weil ich über eine Kante rausche, weil ich nicht mehr bremsen kann, bin ich auch zu weit gegangen. Jeder Autofahrer gefährdet andere, ob andere Autofahrer oder Fußgänger etc.

Mir sind damit auch schon Sachen passiert, die ich nicht nochmal brauche. Aber meine Güte, das ist das Leben. Ist mir vor meinem Unfall auf dem Rad oder im Auto auch passiert, dass man sagt "puuuh, das war Haarscharf, muss ich in Zukunft besser drauf achten."

Also: frag nach, ob es für Dich ne Lösung gibt und probier es. Erst dann kann man sagen, ob es Sinn und Lust macht.

Liebe Grüße,
Roman
 
 
10. Jan 17

Freee
Hi Roman und BB,

Ich kann die Begeisterung für den Segway Rolli gut verstehen und nur bestätigen! Ich selbst habe so einen Stuhl von der Firma Freee und seit dem hat sich mein Leben echt stark ins Positive entwickelt. Das Teil hat so viele Vorteile zu einem herkömmlichen Rollstuhl, ich könnte stundenlang schwärmen. Lebensqualität pur! Mein Freee war leider nochmal ein gutes Stück teurer. Aber daher ist er technisch auch echt top und die Firma bietet exzellenten Service. Ich bereuhe es kein bisschen so viel Geld ausgegeben zu haben, da ich mir absolut sicher bin, dass ich Geld nicht beser ausgeben kann als so. Wie gesagt, Lebensqualität pur!

Zur Frage ob man den auch ohne Hände fahren kann, würde ich sagen bestimmt. Ich selbst bin halbseitig gelähmt und habe deshalb nur eine Hand zur Verfügung. Wenn ich etwas darin festhalte, habe ich sie auch ncht am Lenker. Die Lenkstange geht zwischen den Knien durch, sodass man auch mit den Knien lenken kann (natürlich nur sofern die Beweglichkeit der Knie reicht). Also Einfach ausprobieren. Es lohnt sich!

begeisterte Grüße, (und nein, ich werde nicht von Freee bezahjlt, dass ich hier so davon schwärme *zwinker* Ich bin einfach tatsächlich voll überzeugt!)
Mo
 
 
19. Jan 17

spannend
Danke für dieses interessante Thema und besonders auch für das Bild, so kann man sich das viel besser vorstellen. Wenn ich auf einen Rolli angewiesen wäre, würde ich auch an den Fortbewegungsmöglichkeiten, an der Mobilität zuletzt sparen wollen.

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