08.04.2009

Ein enttäuschender Abend

Ein Pärchen erlebte seinen ersten Swingerclubbesuch.

Heute haben wir für euch einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht von unserem JOYclub-Pärchen palearis, das vor einiger Zeit beschloss, dem Lockruf des Abenteuers Swingerclub zu folgen. Warum sie das taten, was dabei alles passierte und warum sie letztendlich nicht wirklich zufrieden mit dem Erlebten waren, könnt ihr fortfolgend nachlesen.

Ein enttäuschender Abend

Wie Motten zum Licht

*Wenn wir durch diese Türe gehen, verlassen wir den Garten Eden*.

Das ist mein Gedanke, während wir im Auto sitzen und auf die Leuchtbuchstaben über der Eingangstüre schauen. Gute zwanzig Minuten sitzen wir nun schon so. Rauchende Lungen, rauchende Köpfe. "Sollen wir es wirklich tun, Schatz?" höre ich ihn neben mir fragen. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" antworte ich. Die Zeit im Auto vergeht langsamer, so scheint es, als alle Tage und Wochen zuvor. Theoretisch ist eben doch alles einfacher, als praktisch.

Wenn wir etwas zu feiern hätten, dann wäre es ein Jubiläum: 15 gemeinsame Jahre. Kristallene Hochzeit, in unserem Fall ohne Trauschein. Für uns macht das keinen Unterschied. Wir sind Mann und Frau. Gerade in den letzten Jahren haben wir viel über uns gelernt. Es war keine einfache Zeit, doch entstand daraus eine Art Netz, das wir webten, immer größer und fester gebunden, sodass es uns immer auffangen würde, sollte einer von uns ins Stolpern geraten. Heute soll uns dieses Netz als Sprungtuch dienen. Uns den passenden Schwung geben, nun durch diese Tür mit den Leuchtbuchstaben zu gehen.

Der Parkplatz ist bereits überfüllt, weshalb auch wir auf einem Seitenstreifen an der Straße parken. So viel Zulauf hatten wir nicht erwartet, und stetig kommen weitere Autos hinzu. Überhaupt hatte ich bis dahin nur auf die ankommenden Autos geachtet, die von Gott weiß woher stammen. Nicht aber auf die Insassen. Damit beginne ich erst, als ein weiteres Fahrzeug direkt hinter uns parkt.

Mit einem Blick in den Rückspiegel beschreibe ich meinem Mann die Neuankömmlinge und während meine Augen erfassen und mein Mund kommentiert, wünscht sich mein Geist, von Augen und Mund belogen und betrogen zu werden: Auf dem Fahrersitz ein voluminöser Mann, Anfang bis Mitte 60. Neben ihm der Typ Frau, der als Nachbarin meckert, wenn man den Hausflur nicht pünktlich putzt. Er schaltet die Innenbeleuchtung ein und schimpft offensichtlich mit ihr, aus nicht ersichtlichen Gründen. Missmutig steigt sie aus dem Wagen und zieht mit einem Ruck den Reißverschluss ihrer Winterjacke bis an den Kragenrand. Gemeinsam und tonlos gehen sie in Richtung Leuchtbuchstaben. Verwirrt schauen wir auf seinen grauen Haarkranz, der sich immer weiter entfernt.

Im Auto zieht inzwischen Kälte ein. Ich spüre, wie eines meiner Beine schlottert und bebt, bin mir aber nicht sicher, ob vor Kälte oder vor Aufregung. "Bitte lasse diese Menschen Ausnahme und nicht Regel sein". Der so ziemlich letzte Gedanke, bevor ich meinen Mann sagen höre "Also gut Schatz, lass uns gehen!" Jeder von uns öffnet seine Tür, wir steigen aus und ich greife nach der Tasche auf dem Rücksitz. Sie ist prall gefüllt mit Dingen, über die wir uns bereits seit Wochen Gedanken machen: Was nimmt man mit? Hoffentlich ist alles richtig. Nicht nur der Inhalt dieser Tasche.

Etwas ungeschickt klettere ich über die Leitplanke, wir schlendern quer über den Parkplatz. Ich bin nicht besonders gut im Laufen auf hohen Stiefeln, aber Straßenschuhe hätten heute noch schlimmer ausgesehen, als mein ungelenker Gang. Außerdem hatte ich mir diese Stiefel eigens für den heutigen Anlass gekauft. Genau wie die High Heels in meiner Tasche.

Immer näher kommen die Lichter über der Eingangstür. "Wirklich, Schatz?" fragt er. "Ja wirklich, los jetzt!" antworte ich knapp. Die rechte Seite der Doppeltür schwingt auf. "Hallo ihr Zwei" begrüßt uns der Türsteher. Ab jetzt gibt es kein Zurück mehr. Es ist, als symbolisiere diese Tür ein hungriges Maul. Es verschlingt uns und zurück bleibt nur das lockende Licht, das uns eingefangen hat wie zwei unwissende Motten. Wir werden hineingespült in das Innere dieses Untieres. Wir landen im Schlund eines Swingerclubs.

Was wissen wir schon?

Direkt hinter der Tür befindet sich ein Tresen. Eine blonde, sehr leicht bekleidete Dame begrüßt uns und fragt nach unserem Namen. Kleinlaut nenne ich unsere Nachnamen, ohne darüber nachzudenken, ob ich sie überhaupt nennen will oder nicht. Sie versteht mich nicht, also wiederhole ich und buchstabiere. Sie lächelt mich an und korrigiert, sie brauche die Vornamen. "Ach so" sage ich und spreche sie leise. Sie zwinkert mir zu und sagt "Verführ mich nicht!" Ich stellte mir selbst die Frage: Würde ich das wollen?

Die breite Masse stellt sich unter einem Swingerclub zumeist wild kopulierende Menschen vor. Ein heilloses Durcheinander Solcher, die sich nicht kennen und es dennoch miteinander treiben. In einen Swingerclub zu gehen, entspricht keiner Norm und entzieht sich jeder Regel. Nicht also ein Thema, über das sich die Familie an der Kaffeetafel unterhält.

Was wir über Swingerclubs wussten war das, was wir darüber gelesen hatten. Genau genommen aber wussten wir nichts, außer dass uns der Gedanke daran kitzelt. Besonders an gewissen Stellen. Der Entschluss dorthin zu gehen, war nun seit Monaten in uns gewachsen. Vieles hatte sich in unserer Sexualität in den letzten Jahren verändert. Die Level steigen kontinuierlich. Wir sind Spieler mit Spaß an jedem neu erreichten Status. Allerdings betreiben wir eine ausschließlich gemeinsame, zweisame Sexualität, ohne das Mitwirken weiterer Spieler.

Wie oder was Andere treiben, damit hatte ich mich bis vor einer Weile nur selten auseinander gesetzt. Mein Mann wohl schon eher. Mehr zufällig hatte ich irgendwann einmal herausgefunden, dass er gern Pornos schaut. Immer allerdings ohne mich, was mich am meisten störte. Was mir an dieser Vorstellung sehr missfiel, war die Frage danach, ob er nicht imstande oder nicht willens war, diesen Spaß mit mir zu teilen. Was mir aber sehr wohl gefiel war der Gedanke, dass ich imstande und willens bin es ihm besser zu machen, als alles was er in diesen Filmen sehen kann.

Wer kam nun auf die Idee mit dem Club? Er sieht gern andere Menschen Sex machen. So hatte er mir die Pornos erklärt. In einem Club machen Menschen Sex. Wo sonst könnte man so etwas live sehen? Aber was ist mit mir? Sehe ich gern Menschen Sex machen? Woher sollte ich das wissen, ich sehe nie welche. Doch wenn Er es so gut fand, musste etwas dran sein. Ich war neugierig. Demnach war die Idee dazu mir entsprungen.

Mein Entschluss, etwas sexuell Verrücktes zu tun, zu erfahren, wie Andere sich lieben, wuchs stetig. Immer besser gefiel mir die Vorstellung zu sehen, gesehen zu werden. Wobei mir letztes weniger wichtig war. Erste Eindrücke dazu holte auch ich mir nun heimlich aus Pornos. Warum eigentlich jedes Mal ohne ihn?

Alles kann, nichts muss.

Der viel zitierte Slogan eines jeden Swingerclubs. Diese vier Worte kann jeder Swinger wie eine Leiter benutzen. Er kann diese Leiter bis zum oberen Ende erklimmen, oder auch am Anfang oder in der Mitte stehen bleiben. Will sagen, wieviel Sex er hat oder mit wem, kann er selbst entscheiden. Wie weit ein festes Paar hoch auf diese Leiter möchte, steckt es sinnvoller Weise vor dem Besuch eines Swingerclubs ab. Der größte Fauxpas wäre wohl eine Eifersuchtsszene, egal ob direkt im Club oder später daheim.

Auch wir hatten ausreichend Zeit, einen Schlachtplan zu erarbeiten. Meine unausgesprochenen Fragen: Würde Er eine andere Frau wollen? Viel wichtiger noch: Könnte ich diesen Willen, sollte er bestehen, akzeptieren? Würde ich einen weiteren Mann wollen? Würde Er dies akzeptieren? Bevor ich meinem Mann diese Fragen stellen konnte, musste ich sie mir selbst beantworten. In den Pornos suchte ich eine Antwort. Ich blätterte auf den Seiten, die das Internet kostenfrei zu bieten hat. Schnell steht fest, dass es Vieles gibt, das mir gefällt und auch nicht gefällt. Gerade der Hardcore-Bereich ist eine überaus schräge Welt.

Immer wieder suchte ich nach Szenen, die mehrere Personen gleichzeitig darstellten. Mit diesen Bildern würde ich mich auch in einem Club auseinander setzen müssen. Mich interessierten nicht mehrere Frauen an einem Mann, immer nur anders herum. Nicht dass mir der Gedanke, dieser Mann könnte mein Mann sein, missfallen hätte. Ich fand solche Szenen schlichtweg langweilig. Bestenfalls gefiel mir noch der Aspekt, wenn die Frauen miteinander spielten.

Vielmehr suchte ich nach den Szenen, in denen mehrere Männer eine Frau "befüllen". An allen Öffnungen, die sie hat. Mir gefiel der Gedanke, dass ich diese Frau sein könnte, an allen Öffnungen bedient werde. Irritierend für mich ist nur die Tatsache, dass diese dann wirklich irgendwelche fremden, gesichtslosen Männer wären. Könnte ich doch nur meinen Mann klonen, der mich befüllt und benutzt, an allen Möglichkeiten gleichzeitig.

"Ich glaube nicht, dass ich sehen will, wie du mit einem anderen Mann vögelst" sagt mein Schatz. Und ich werde nicht sehen wollen, wie er es mit einer anderen Frau treibt. Es dürfte ihm Eine sein bestes Stück streicheln, küssen, ja, aber auf keinen Fall dürfte er sie vögeln. Weil es mir vielleicht nichts ausmacht in diesem Moment. Womöglich aber später, zuhause. Was wir können, werden wir tun. Nichts aber muss darüber hinaus. Soweit waren wir uns auf jeden Fall einig.

Heute ist ein Abend für Paare

Wir hatten bewusst diesen Abend gewählt, denn ansonsten herrscht Herrenüberschuss. Zwar sind auch wir bis dahin unwissend, was genau das bedeutet, aber Einzelherren in Massen, das war selbst theoretisch schlecht. Was wollen die schließlich dort? Sie wollen zum Stich kommen, was sonst.
Ich stellte mir die Einzelherren vor wie kleine wichsende Äffchen, die um uns herum stehen würden, weil ich sie nicht ranlasse. Allein der Gedanke daran, für mich völlig absurd. Ich fürchte, danach würde ich jeglichen Respekt vor dem männlichen Geschlecht verlieren.

Ein Pärchenabend ist nur für Paare und einzelne Damen. Auf die Gefahr hin, dass an diesem Tag Damenüberschuss herrscht. Die konnten niemals so schlimm sein wie der Gedanke an die wichsenden Äffchen. Befürchtungen hinsichtlich meiner Partnerschaft habe ich keine, denn mein Mann sagte bereits, er würde keine zweite Frau zulassen. Es sei denn, ich würde mich mit Einer vergnügen wollen. Da wäre er gerne Zuschauer. Wenn Damenüberschuss herrscht, wer weiß. Vielleicht finde ich Eine, die uns beiden gefällt. Der Gedanke daran ist nicht der Schlechteste.

Die Dame hinter dem Tresen reicht uns weiter an einen Mann, bei dem wir einen Zettel ausfüllen. Nun sind wir nicht nur Besucher eines Swingerclubs, wir werden jetzt auch Mitglied in einem Raucherclub. In diesem Moment für mich lebensnotwendig. Die Zigarettenschachtel war bereits im Auto geleert und ich habe das dringende Bedürfnis, meine Nervosität in Qualm zu ersticken. Nach allen Formalitäten kommt ein weiterer Mann, zeigt uns kurz die Umkleiden und überlässt uns unserem Schicksal.

Wir stehen hinter einigen Paaren Schlange auf einem schmalen Flur, aufgereiht wie ungeduldige Rennpferde. Ins Innere dieses Raumes entschwinden ungesattelte Pferdchen, heraus kommen hoch polierte Stuten und Hengste, jederzeit bereit für den Startschuss. Der Hafer sticht.

Vampire im Blick

Die Umkleiden sind eine Katastrophe. Sie sind eng, stickig und restlos überfüllt. Winterlich bekleidete Menschen gehen hinein, sexy gestylte Vamps treten heraus. Aber Vamp ist nicht gleich Vamp. Sinnbild meiner Komplexe ist die große Blonde, deren Knackarsch ein verspieltes Silberkettchen schmückt. Sie wackelt an uns vorbei und ihr Hinterteil ruft "komm und nimm mich". Hoffentlich hört mein Schatz nicht so genau hin.

Doch ist sie nur eines der schnell wechselnden Bilder, das meine Augen erfassen. Erst später nehme ich sie nochmals wahr, da ist der erste Reiz bereits verflogen. An uns vorbei schreitet Jedermann, von hoch erotisch bis lächerlich. Von alt bis jung über dick bis dünn, groß und klein, alles vertreten. Meine schlimmsten Befürchtungen lösen sich selbstständig in Luft auf.

Gekleidet in einen Hauch von Nichts verlassen wir die Umkleide. Ich habe kein Problem mich im String zu zeigen, kein Problem damit, dass meine blanken Nippel an dem Stoff meines sehr grobmaschigen Oberteils reiben. Einzig die High Heels machen mir Kopfschmerzen. Sicher laufe ich, als habe ich einen Stock im Po. Doch wer weiß, selbst das würde hier wohl irgendwem gefallen.

Zunächst begeben wir uns an die Bar, die rettende Insel, von der aus man die suizidal Ertrinkenden sehen kann. Noch lässt sich Nichts ausmachen das mit Sex zu tun hat, nur lauter leicht bekleidete Menschen. Wobei der Begriff "leicht bekleidet" wie alles relativ ist. Er bezeichnet ebenso "schwer geschnürt". Lack und Leder, schwarz und wild, der Fetisch für die Massen. Unser Fall ist es nicht, mehr mögen wir verspielte Erotik. Schön ist, was gefällt. Um uns herum vollzieht sich ein stetiger Wechsel. Ständig kommen und gehen Männlein, gefolgt vom eigenen Weibe, oder dem eines Anderen. Wir bleiben für uns. "Was machen wir jetzt Schatz?" höre ich ihn fragen. Die Frage reißt mich aus dieser unwirklichen Welt. "Sollen wir ein bisschen herumgehen?"

Ein Nicken ist meine Antwort, denn irgendwo auf dem Weg zwischen Umkleide und Bar war meine Stimme bereits verloren gegangen. Ich sortiere meine langen High Heels Beine und mache mich auf den Weg, Menschen beim Liebesakt anzuschauen.

Neue Gleise

Innerhalb unserer Beziehung sind auch wir nicht immer geradeaus gelaufen. Manchmal gab es Umwege, manchmal Rückschritte. Keinen Stillstand aber, stattdessen weitere Ziele. Ein Stillstand ist der Tod einer jeden Beziehung. Die entfremdeten Liebenden werden die Beziehung begraben, oder wie Zombies, wie lebende Tote, nebeneinander her leben. Es gibt erschreckend viele dieser lebenden Toten. Mag sein, dass manch ein Paar einen mehr oder weniger ausgeprägten Sexualtrieb hat. Wer aber behauptet, eine Beziehung funktioniere ganz ohne Sexualität, der macht sich etwas vor. Solche Beziehungen bewegen sich unmittelbar auf das Tal der Untoten zu.

Es gab Zeiten da dachte auch ich, ohne Sex leben zu können. Der Verzicht auf körperliche Liebe war für mich keine Entbehrung. Viel mehr hatte unter meinem plötzlichen Desinteresse mein Mann zu leiden. Er, der schon immer ausgesprochen sexuell orientiert war. Genau genommen habe gerade ich ihn so herangezüchtet. Noch nie gab es bei uns, was wir als Gretchensex bezeichnen. Schon immer trieben wir es an den verrücktesten Orten, zu den unmöglichsten Zeiten. Doch während aus ihm infolge der Jahre dieser potente Hengst wuchs, galt mein Interesse den Fohlen unserer Herde. Der Alltag forderte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Den letzten Rest opferte ich der Bequemlichkeit.

Dass er heimlich Pornos schaute, war mein Warnsignal. Diese Tatsache setzte genau den Hebel in Gang, der uns in die jetzigen, richtigen Bahnen lenken würde. Wir wechselten die Gleise und rauschten knapp am Zombie-Bahnhof vorbei. Mit dem Umlegen des Schalters, mit einem Mal, hatte ich den ungebrochenen Willen alles nachzuholen, was ich in der vergangenen Zeit nicht erlebt hatte.
Ich hatte großen Nachholbedarf. Mein Mann hatte großen Nachholbedarf. Der kommende Sex machte Lust auf mehr Sex.

Flatternde Täubchen

Der Club ist einer der größten Deutschlands. So wird er zumindest beschrieben. Mag auch an der Überfüllung liegen, aber insgeheim fragen wir uns, wie winzig dann wohl ein normaler oder kleiner Club sein muss. Das Haus hat mehrere Etagen mit vielen kleinen Räumen. Kleine Räume mit großen Liegeflächen. Nicht jede Liegefläche ist ausgeleuchtet, sodass man wählen kann, ob man oder ob man nicht - zumindest gewissermaßen - im Verborgenen bleiben möchte.

Auf der mittleren Etage befindet sich ein Hauptzimmer mit mehreren großen, halbrunden Betten. Weiterhin gibt es ein Schaukelbett. Hier kniet gerade ein Mann mittleren Alters vor der gespreizten Bombast-Blondine, die so liegend und ausgezogen deutlich weniger schön aussieht. Aus einem Raum, den ein Gitter vom Zugang trennt, dringt das wilde Stöhnen zweier Frauen. Vor dem Gitter steht ein Paar und schaut gierig hinein. Sie halten sich am Gitter fest. Überall kleine Zimmer mit großen Betten, aber noch ist nicht Jedes besetzt. Zu diesem Zeitpunkt nehmen wir auch nicht viel auf von dem, was dort eigentlich passiert. Uns beide beschäftigt zunächst mehr die Frage: Was, hier?

Auf den Etagen herrscht Zu- und Rücklauf wie in einem Taubenstall. In ständiger Bewegung streifen Paare über die Etagen, werfen mehr oder weniger verstohlene Blicke in die Zimmer, treffen sich auf den Fluren zum Smalltalk. Sehr menschlichem Smalltalk. Über Themen wie das Wetter und das Essen. In den Zimmern selbst herrscht fast vollkommene Ruhe bis auf lautes oder leises, immer weibliches, Stöhnen aus verschiedenen Zimmern. Für mich Außenstehende hört sich das in etwa so an:
"Aaaahh" "...aber ich musste Scheiben kratzen."
"Ooohhh" "ja, Heidi und Peter sind auch hier..."
"Jaaaaa" "...mit dem Buffet hat man sich heute wieder Mühe gegeben."
Ein absolutes No Go.

Gewissermaßen ratlos laufen wir treppauf, treppab. Durchlaufen Schlafzimmer, Darkrooms, Zimmer, in denen Partnertausch Pflicht ist. Die Wahl fällt schwer bis unmöglich. Dabei wollen wir doch nur endlich das tun, wozu wir hier sind: Sex haben.

Vom Wunschdenken in die Realität

Wenn wir uns körperlich lieben, was relativ häufig der Fall ist, ist das niemals nur stupides Gerammel. War es auch nie. Früher war unser Sex "nur" wild, heute ist er wild und ausdauernd. Die Einen würden es als athletischen Sex beschreiben. Die Anderen würden sagen, es sieht aus, als würden wir kämpfen. Der Rest würde es vielleicht sogar als Ferkelei bezeichnen. Ich würde unser Liebesleben einen athletischen Kampf nennen.

Mein Mann ist ein ausgesprochen schöner Mann. Er ist groß, schlank, ziemlich muskulös. Ein dunkler Typ mit sanftem Blick. Ich selbst bin klein und schlank, mit langen Haaren, langen Beinen und einer immer noch stehenden Brust. Daran haben auch die Kinder nicht gerüttelt. Wir sind keine Models und sicher nicht perfekt, aber sicher haben wir einen sehr schönen, ansehnlichen Sex. Und genau das erwarteten wir, auch hier zu sehen.

Wir suchen vergeblich. Alles was ich zu sehen hoffe - Ästhetik, Geilheit, geile Ästhetik - kann ich hier nicht entdecken. Jedes Zimmer, in das ich hineinschaue, ist wie ein Standbild. Nackte Menschen eng an eng, aufrecht, liegend, gebückt. Frauen kniend vor den Männern, Männer, versunken mit dem Kopf im nassen Frauenschoß. Doch fehlt darin jede Bewegung. Vielleicht schauen wir auch nur nicht lang genug hin. Die Masse spült uns durch die Zimmer. Nichts wäre ansehnlich genug gewesen, auszuharren. Niemand sieht einladend genug aus, uns dazu zu legen.

Wir schauen noch einmal und wählen dann eines der großen, halbrunden, mit rotem Kunstleder bezogenen Betten, auf dem sonst niemand liegt. Die Blondine stöhnt und quietscht.

Äffchen und Affen

Das Bett hat XXL-Format, wir setzen uns an den Rand, zum Raumesinneren. Ich setze mich meinem Mann gegenüber und spreize meine Beine. Zielstrebig greift seine Hand in meinen Schoß. In der nächsten Szene liegen zwei Paare neben uns auf dem Bett. Sie beginnen sofort ihr Liebesspiel. Männerhände wandern, Frauenhände wandern, die zwei Frauen lieben sich, die Männer lieben die Frauen. Jede Szene, Bild für Bild, sobald ich erneut die Augen öffne.

Erstaunlich gut kann ich mich zwischen diesen Szenen fallen lassen, merke wie mich die Hitze durchspült unter den Händen meines Mannes. Ich liebe seine geschickten Hände, Finger für Finger, je mehr es sind, desto besser. Während sich die zwei Paare in kürzester Zeit zum Orgasmus pushen, kommt unser Liebesspiel ins Stocken. Sein bestes Stück will nicht wachsen, aber es liegt weder an mir, noch an den Pärchen neben uns. Viel mehr stören ihn die stetig dazu kommenden Menschen, die inzwischen wie eine riesige Traube neben uns stehen.

Ich selbst bekomme von alldem zunächst nur wenig mit, liege ich doch mit dem Rücken zum Zimmereingang. Als mich Hände berühren, die nicht die meines Mannes sein können, steht neben mir eines der Äffchen. Ein ausgewachsenes Exemplar in schwarzem Leder, mit Cockring. Erschrocken schaut mein Mann wechselnd auf mich, den Cockring und sich selbst. Alles an ihm ist erschrocken, wie auch ich bedauernd feststellen muss. Mit einem entschlossenen "nein, danke" schickt er den Gorilla fort, doch seinen Platz nehmen andere ein, alle starren auf uns. Keine Minute später wandern wieder fremde Hände meine Beine entlang. Die Frauen neben uns stöhnen. Mein Blick wandert an der Hand entlang dem fremden Arm hinauf. Wer gehört zu dieser mich streichelnden Hand? Sie ist nicht männlich!

Auf manche Dinge kann man neugierig sein, andere will man nicht sehen. Hätte ich dort gelegen mit erigiertem Glied, auch ich wäre zusammengefallen wie ein Kartenhaus. Zwar ist die Streichelnde keine männliche Hand, aber Weiblichkeit erkenne ich auch nicht. Die Frau ist sicher eine Generation älter als ich und drahtig, fast hager. Sie trägt kurzes Haar und ein herbes Gesicht. Während die eine Hand weiter unverhohlen mein Bein auf und abwandert, knetet sie mit der Anderen kräftig ihre Brust, die geschnürt ist in schwarzes Lack-Leder. Fast aufdringlich und fordernd schaut sie mich an, die Gier der männlichen Affen im Blick. Dabei hätte niemand etwas gegen eine nette Frau gehabt...

Nachdem wir auch ihr unmissverständlich zu verstehen geben, dass ihr Zutun in unserem Fall nicht erwünscht ist, sind sich wohl alle Umstehenden soweit einig, dass sie sich bei uns aufs Spannen beschränken. Wir massieren uns beide zu einem recht unspektakulären Orgasmus.

Illusionen

So großartig wir uns die ganze Angelegenheit erdacht hatten, umso desillusionierter verlassen wir die Etage. Richtig geil geht bei uns eigentlich anders. Geistig ausgehungert begeben wir uns ans Buffet. Kaum habe ich einen Teller in der Hand, steht neben mir ein Mann meines Alters. Seine Augen blinken mich an wie Nermal, das süßeste Kätzchen der Welt. Schnell wandere ich die verschiedenen Schüsseln ab und befülle meinen Teller. Egal wo ich stehe, steht er daneben und blinkt mich an. Grundsätzlich sieht er nicht einmal schlecht aus, aber seine bittende, untertänige, fast sabbernde Art löst in mir eine erhabene Ignoranz aus. Wir suchen uns einen etwas abgelegenen Tisch in einer Nische. Von hier aus kann man bestens die Leute beobachten.

"Warum", frage ich meinen Mann "mache ich mir eigentlich Gedanken um meinen Hüftspeck?" "Weiß nicht, hab ich noch nie verstanden" antwortet er mir. Bei diesen An- und Ausblicken verstehe ich mich selbst nicht. Natürlich will ich nicht intolerant sein und schließlich gibt es auch schöne Körper. Aber manche Leute wagen sich was.

Im Club erhoffst du dir visuelle Reize. Vielleicht sind meine Nervenbahnen defekt, aber irgendwie kommt noch immer nichts an. Mein Mann macht sich auf den Weg ein Dessert zu holen, und verpasst somit die Showeinlage des Abends. Am Nebentisch sitzen zwei Paare. Ein Älteres, ein Jüngeres. Das ältere Paar erzählt, wie sie sich einst hier im Club kennen lernten. Jeder hatte damals einen anderen Partner. Was für eine bizarre Vorstellung für mich.

Das jüngere Paar lauscht den Erzählungen neugierig, bis die Frau des jüngeren Paares aufstehen und ein Getränk holen will. Betont sexy und elegant entknotet sie ihre zusammen geflochtenen Beine. Der Oberkörper erhebt sich vom Barhocker, zurück aber bleibt der Absatz ihrer High Heels. Sie landet lang auf dem Boden. Dem Swinger eilt sein Ruf als toleranter Mensch voraus. Daran muss ich dringend arbeiten. Doch letztlich bin ich ja kein Swinger, ich bin Ersttäter. Am liebsten hätte ich lauthals gelacht. Ab sofort laufe ich barfuss.

Unentschlossen, was als Nächstes folgen soll, begeben wir uns in die Diskothek. Die kleine Tanzfläche ist gut gefüllt. Ich erfasse die Menschen, deren vielzählige Anwesenheit mich überrascht. Wer davon steht samstags neben mir an der Supermarktkasse? Wie sind die eigentlich alle drauf? Ein bisschen vergesse ich dabei, dass ich genau in ihrer Mitte sitze. Auf der Tanzfläche bewegen sich fast ausschließlich Frauen. Ihr Anblick ist schöner als der in den oberen Etagen. Inmitten der Tanzfläche feiert eine riesige Blondine sich selbst. Später sagte mein Schatz, sie wäre ein Mann gewesen. War mir gar nicht aufgefallen.

Wo bleibt die Erotik

Von unserem Sitzplatz aus schauen wir direkt auf eine Art Balkon, der sich über der Tanzfläche erhebt. Es ist eine längliche Ebene mit einer kleinen Theke inmitten und einer gläsernen Absperrung davor. Auch hier halten sich mehrere Männlein und Weiblein auf. Manche beobachten die Tanzfläche, manche die Barfrau, manche ihre Steh- oder Sitznachbarn. Eine kleine Dunkelhaarige kniet vor einem Mann Typ "Arnold". Wäre die Absperrung nicht gläsern, könnte ich Sie nicht sehen, Ihm wäre es nicht anzumerken.

Daneben stützt eine gespreizte Brünette ihre Stilettos auf das Geländer. In ihrer Mitte steht ein mächtiger tätowierter Mann in monotoner Bewegung. Sie schaut dabei, als lese sie die Morgenpost. Ich versuche ihren Blick zu ignorieren, um wenigstens etwas Erotik für mich aus diesen Bildern zu ziehen. "Sollen wir noch einmal hochgehen? Sag doch auch mal was, Schatz." Er hat ja recht. Im Grunde genommen ist er genauso ratlos wie ich.

Noch einmal durchlaufen wir die Zimmer. Die Betten sind nun fast übervoll, Gelächter dringt aus den Duschen. Auch auf den zweiten Blick suchen wir vergeblich nach dem, was wir zu finden hoffen. Nehmen wir zum Beispiel das Kreuz. Ein hölzernes Kreuz in Form eines X, an dem ein Teil eines Paares festgebunden wird. Was dann geschieht, bleibt dem freien Part überlassen. Ich mag manche Spielchen und auf Fesselspielchen stehe ich unheimlich. Ich genieße es, mich dem freien Willen meines Mannes hinzugeben. Genieße es, wenn er auch mal rüde mit mir umgeht. Will betteln um Belohnung, will erlegt werden. Vielleicht meine Art, die Verantwortung des Alltags an jemanden abzugeben von dem ich weiß, das er diese nutzen, aber nie ausnutzen würde. "Wenn es dort solch ein Kreuz gibt, werde ich Dich dort festbinden, und dann..." Auf dieses Ereignis war ich bis dahin genauso gespannt, wie auf eine mögliche weibliche Gespielin.

Das hiesige Kreuz befindet sich in einem der Sado-Maso-Zimmer. Diese strahlen für mich ungefähr soviel Erotik aus, wie ein am Bein rammelnder Hund. Es ist gerahmt von Blasboxen aus gestrichenem Sperrholz, beängstigenden Stühlen, Ketten und Leder. Bei aller (Vor)Liebe, aber das hier ist nichts für mich. Wieder gehen wir auf "unsere" Etage, in das Zimmer mit den großen Betten. Alle sind belegt mit mehr als einem Paar. Neben den Betten stehen die Massen. An uns vorbei geht Nermal, das Blinkkätzchen, in sichtlicher Freude über meine Anwesenheit. Soll er soviel zwinkern wie er will.

Inmitten dieses Raumes stehen nun ein Mann und eine Frau, die mir schon vorher aufgefallen waren. Er hat langes, sehr gepflegtes Haar und sieht auch ansonsten ziemlich gut aus. Auch Sie ist von herausragender Schönheit, ein auffallend ansehnliches Paar. Während er hinter ihr steht, greift seine Hand zwischen ihre Beine. Wie ein Uhrenpendel schwingen beide hin und her. Obwohl ich heute schon viele Hände in manchen Schoß habe wandern sehen und obwohl man weder ihre Scham noch seine Hand wirklich sehen kann, ist dies der wohl prickelndste Moment des Abends. "Eigentlich will ich hier überhaupt nichts mehr sehen. Ich will nach Hause und schön im eigenen Bett vögeln!" Bloß gut, dass wir beide so häufig der gleichen Ansicht sind.

Nur einen Augenaufschlag später stehen wir wieder in der Umkleide. Die Frau am Eingang fragt, ob es uns gefallen habe. "Geht so" ist die knappe Antwort meines Mannes. "Nur geht so?" fragt sie nach. Wer weiß, welche Antwort sie gewohnt ist.

Das muss besser gehen

Wieder im Auto sitzend, sprühen die Eindrücke nur so aus uns heraus. Wenn wir auch zu diesem Zeitpunkt diese Aktion mehr als Misserfolg sehen, sind wir unheimlich ausgelassen und gut gelaunt. Die Kinder schlafen ausnahmsweise auswärts. Schnell duschen wir uns die vergangenen Stunden vom Körper, frisch auf zu neuen Taten. Wir lieben uns ausgiebig, wenn auch nicht überdimensioniert. "Du hast toll ausgesehen, Schatz!" Er hat toll ausgesehen. Zum Anbeißen.

In den nächsten Tagen sind unsere Geister damit beschäftigt, das Erlebte aufzuarbeiten. Je mehr Abstand wir zu der Angelegenheit gewinnen, desto anregender wirkt sie. Vielleicht ist dies eine Art Lernprozess. In den kommenden Tagen ist unser Sex alles zwischen großartig bis gigantisch. Unsere Gedanken kreisen um die Frage, was alles hätte passieren können, um das, was wir sahen und nicht sahen. Natürlich hätte auch alles ganz anders laufen können. Sowohl besser als auch schlechter. Uns beschäftigt der Besser-Gedanke, denn unsere Neugier ist ungetrübt. Fest steht: Das kann auf keinen Fall alles gewesen sein. Wir wollen mehr erleben.

Wenige Tage später schließen wir einen gemeinsamen Pakt: Wir werden etwas Neues ausprobieren. Dies wird nicht der letzte Ausflug dieser Art gewesen sein.

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Kommentare

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*geschlossen*


Wir möchten uns an dieser Stelle für die rege Beteiligung bedanken.
Abmachungen

Also an vorherige Absprachen sollte man sich schon halten, es sei denn man einigt sich im Club noch auf anderes, aber dann natürlich nur im gegenseitigen Einvernehmen.
Unser erster Club Besuch ist sehr positiv verlaufen. Kleiner Club, nicht wegen Überfüllung geschlossen und ein familiäres Ambiente.
Na und das man dauernd belästig wird können wir überhaupt nicht behaupten.
Na und wenn man selber zu Gange ist, dann bekommt man von dem Rings herum gar nicht mehr so viel mit.
Höchstens als animierendes Beiwerk. ist doch nichts anderes als ein Porno beim Sex, nur halt live *lol*.

LG
bine und Markus

Ob man den Bericht zur Pflichtlektüre erlären sollte, ich weiß es nicht. Er ist ganz gut und nett geschrieben, aber auch ein bißchen unrealistisch.
Gibt es so blauäugige Menschen die so schlecht informiert in einen swingerclub gehen (im Zeitalter von google), sich wundern daß sie wie beim Hallenbadbesuch nicht ausschließlich junge hübsche Menschen sehen?

Ich war vor ein paar Wochen zum ersten Mal in einem swingerclub , als solowichsäffchen im clubwildpark.

Ich bin nach drei Stunden völlig verstört gegangen (Ungewichst und ungepoppt) , nicht weil die Menschen so furchtbar waren, und auch nicht weil sie hässlich waren , mich hat auch der Sex und das Gestöhne nicht gestört und auch nicht daß es auch ganz normale Menschen sind die sich zu allem Überfluß auch noch übers Wetter unterhalten. Nein , nach meiner courage endlich einmal dahin zu gehen ist mein Herz im Club dann in die Hose gerutscht.

Ich war jetzt noch zweimal da , und es wird besser . Ich zittere immer noch ein klein bißchen, aber die Leute sind überwiedend nett bis sehr nett und an der Bar lernt man dann auch tatsächlich Frauen kennen und begibt sich auf diese vorgesehenen Flächen.
Das die Damen keine 25 sind und die ein oder andere Rundung haben, wir sind Menschen. Zugegeben als Mann der auf Frauen steht die älter als ich selbst bin und auch nichts gegen Rundungen habe bin ich gegenüber dem paar aus dem Bericht klar im Vorteil.
Übrigens auch dieses Paar wird einmal 60 sein geht ihr dann nicht mehr weg?

Gruß Kirk

Die Frage ist aber, inwieweit solche "Vorabsprachen" eingehalten werden können, wenn es soweit ist. vWie man an dem Bericht eben auch herauslesen kann, ist es ja nicht sehr einfach, "unter sich" zu bleiben - und das ist ja auch nicht die Intention eines solchen Clubs.

Ja sicher, es gibt die Grundregel "ein Nein ist ein Nein" - aber mal ganz ehrlich - ständig Leute abwimmeln zu "müssen" strengt zu sehr an und wie man in diesem Fall sehen konnte, war das auch ein großes Problem "dabei" - daß man sich eben nicht so fallen lassen konnte, wie man eigentlich wollte, weil die Menge der Leute einfach gestört hatte.

In dem Falle war es wohl einfach der falsche Club - zu groß, zu voll, zu wenig auf die Anfänger eingegangen. Es gibt sicherlich welche, wo dieses anders gehandhabt wird und das Erlebnis dann positiver ausgefallen wäre.

So weiß man dann auch, daß die Auswahl der "Location" ebenfalls ein wichtiger Punkt ist.

Sollte es bei uns mal soweit sein, wird also erstmal gründlich hier recherchiert und Meinungen eingeholt über die in Frage kommenden Clubs. Oder wir stellen fest, daß das für uns ohnehin nicht in Frage kommt, vielleicht aber ein eher privater Rahmen dafür umso mehr.

Oder, oder, oder.... aber von vornherein zu sagen, solche kritischen Berichte sind an der Realität vorbei und haben hier nichts zu suchen, halte ich für genauso verkehrt, wie zu sagen "Swingerclubs sind böööööse"...... eben zu einseitig.


Gruß,
Schaaatz (m)
Grundvoraussetzungen

Na davon gehen wir eigentlich als Selbstverständlichkeit aus, das sich jedes Pärchen oder wer auch immer vorher Gedanken macht, was er im Club möchte.
Es sollten schon Beide hin wollen und keiner überredet sein.
Na und was geht sollte man vorher schon festlegen, aber das ist doch kein Problem.
Man kann ja auch sagen wir gehen zum ersten Mal in den Club und es gibt keinen PT mit anderen. Man kann sich ja auch im Club nur mit sich selber beschäftigen und das Ambiente als zusätzlichen Kick sehen. Oder Frau darf nur mit Frau, wenn sie bi sein sollte.
Aber das kann jedes Pärchen doch vorher für sich festlegen, wie weit sie gehen möchten.
Beim ersten Beuch muss man ja nicht gleich das volle Programm machen. Da gibt es kein Muss für irgendwas.

LG
Bine und Markus

Ich bezweifle ja nicht, daß man auch andere Erlebnisse und positivere in einem Club haben kann. Aber alles nur als "megageiles, ultimatives, positives Supidupi-Erlebnis und absolut heile Welt" hochzustilisieren, halte ich doch für ziemlich gewagt.

Deswegen bin ich der Meinung, daß es durchaus noch mehr solche Berichte geben müsste. Denn genau das ist die Realität - es gibt immer zwei Seiten.


Ob das dann "abschreckend" ist, muß jeder für sich selbst wissen. Genauso wie jeder für sich entscheiden muß, ob und wie er diesen Schritt wagen will und wie weit er dabei gehen mag.

Da aber in jedem Falle immer auch Ängste, Sorgen, Probleme im Hintergrund lauern, sollte sich auch jeder VORHER genau darüber informieren und sich auch bewusst sein, daß es evtl. nicht zu ihm passen könnte.

Genauso sollte sich jeder VORHER Gedanken darüber machen, welche Erwartungen er an einen solchen Besuch stellt, ob diese Erwartungen evtl. nicht erfüllt werden könnten oder ob die Phantasie, die man davor mit der Vorstellung des Clubbesuches verknüpft hat, vielleicht doch ein wenig zu übertrieben war.

Diesen Bericht halte ich für empfehlenswert, weil dabei mehrere Dinge deutlich werden:

- daß man sich vorher darüber klar sein muß, was man erwartet, was einen erwarten kann und wie man damit umgeht.

In diesem Falle waren Erwartungen vorhanden, die eben in diesem Club nicht befriedigt werden konnten. Sei es durch die mangelnde "Ästhetik", sei es durch das Ambiente oder eben durch die Nervosität beim "1. Mal".

- daß Absprachen vorher zwar sehr wichtig sind, aber deren Einhaltung beim Clubbesuch nicht minder

In diesem Falle war vorher die Angst da, "kann ich mich drauf einlassen, wenn er/sie mit einem/einer anderen...."

Sorry, meine persönliche Meinung ist da ganz klar - solange diese Frage nicht EINDEUTIG geklärt ist, würde für mich ein Clubbesuch nicht mal in Frage kommen. Neugier hin, Neugier her - solange ich nicht klar und deutlich sagen kann "für mich ist es o.k., wenn sie ihren Spaß mit anderen Männern hat" (umgekehrt gilt natürlich dann das gleiche) dann hat weder sie noch ich was in dem Club verloren, denn es kann dann nur "nach hinten" losgehen.

Du schreibst, daß Du die Realität anders kennst - es gibt auch sicherlich genügend Erfahrungsberichte (leider nicht so ausführlich und gut geschriebene) die das bestätigen. Aber waren da auch die GrundVoraussetzungen die gleichen?

Nicht jeder ist von Natur aus zum Swingen veranlagt. Trotzdem plagt ja viele offensichtlich die Neugier darauf.

Ich finde es daher wichtig, daß man nicht nur die positiven Seiten beleuchtet, sondern insbesondere auch die Problematiken, Sorgen und Gedankengänge, die mit einem solchen Schritt einfach auch mal vorkommen können, einmal dargestellt werden.

Denn nur, wer sich von mehreren Standpunkten, auch von kritischen, informieren lässt, kann für sich eine unabhängige und neutrale Entscheidung treffen und dann auch ein positives Erlebnis aus seinem ersten Clubbesuch ziehen.

Edit: Würde aber gerne auch mal eure positiven Erfahrungen in einer solch ausführlichen Form lesen !!!

Gruß,
Schaaatz (m)
Berichte

Hallo,

wir denken man kann die Frage ob man mal einen Club besucht nicht von irgend einem Bericht abhängig machen.
Da spielen doch viele Sachen eine Rolle, von wegen Publikum an dem Abend, Clubgröße usw..
Das sollte jeder mal für sich probieren.
Es gibt ja auch immer wieder Clubabende für Neulinge oder Themenabende wie z.B. Mollyabend wo man dann hingehen kann, wenn man meint man ist etwas kräftiger gebaut und trifft seines gleichen.
Oder man geht an einem Abend wo nur Pärchen rein gelassen werden um den Herrenüberschuss zu vermeiden.

Einfach mal schauen was zu einem am besten passt und dann überraschen lassen.
Positive und Negative Berichte findet man zu jedem Thema, egal ob Urlaubshotel, Auto usw.....

Ein schönes Wochenende wünschen
Bine und Markus
Schaaatz

Dieser Bericht liest sich so gut, daß man ihn wirklich nur als "Pflichtlektüre" für alle interessierten "Einsteiger" empfehlen kann. Auch bei uns ist derzeit die Phantasie der treibende Faktor, noch spüren wir aber, daß wir noch nicht bereit dazu wären.
Aber wenn ihr euch doch noch nie ein eigenes Bild von einem Club gemacht habt, könnt ihr auch nicht einen Bericht, der unserer Meinung nach an der Realität völlig vorbei geht, nicht zur "Pflichtlektüre!"erklären wollen! ???





Alles in allem ein schöner, hilfreicher und aufschlussreicher Bericht. Danke dafür!
Ob dieser "Bericht" hilfreich ist, wagen wir zu bezweifeln.
Er schreckt Anfänger unnötigerweise von einem Clubbesuch ab, und dies bedauern wir zutiefst, da wir die Realität in den Klubs wesentlich anders erlebt haben.



GC_Paar

Dieser Bericht liest sich so gut, daß man ihn wirklich nur als "Pflichtlektüre" für alle interessierten "Einsteiger" empfehlen kann. Auch bei uns ist derzeit die Phantasie der treibende Faktor, noch spüren wir aber, daß wir noch nicht bereit dazu wären.

In diesem Erfahrungsbericht haben wir sehr viel von uns wiederentdecken können und es wird sehr gut das Stimmungsbild wiedergegeben, das wir uns bei einem "ersten Mal" für uns sicherlich auch vorstellen könnten.

Das ganze ist dann aber auch noch sehr unterhaltsam und kurzweilig gefasst - die Autoren könnten sich überlegen, das zu ihrer Profession zu machen, eure Bücher würden sich gut verkaufen !!!

Alles in allem ein schöner, hilfreicher und aufschlussreicher Bericht. Danke dafür!

Gruß,
Schaaatz
Klein, aber fein...

Ich hab mittlerweile nach Besuchen in verschiedenen Clubs für mich festgestellt, das gerade in den kleineren Clubs die Atmosphäre angenehmer, ja teilweise fast familiär ist. Mir gefällt das besser als in den großen Clubs, die oft besser ausgestattet, dafür aber kalt und unpersönlich erscheinen, einfach wegen ihrer Größe.
  • Neu hier? Kein Problem!
Die Autoren
Ein enttäuschender Abend
Wir danken palearis für diesen Bericht!