Dieses PC-Spiel ist laut Hersteller ein klassisches Point & Click-Aventure mit genialen Sprachwitzen und originellen Charakteren.
Al Emmo ist ein über 40-jähriger Junggeselle, der verzweifelt im Wilden Westen seine Frau fürs Leben sucht. Auf dem Weg muss er sich jedoch ständig schnippische Bemerkungen von dem Erzähler anhören und gerät ständig in verrückte Situationen.
sexypair8384 und Henry_and_Anais aus dem JOYclub haben für euch das Spiel getestet und sind zu einem "aussagekräftigen" Ergebnis gekommen.
Erwartungen
sexypair8384: "Wir waren schon ziemlich gespannt als das PC-Spiel in unserem Briefkasten landete. Da wir gerne Adventures spielen - wie Monkey Island, Day of the Tentacle, Sam'n'Max und Indiana Jones - waren unsere Erwartungen zugegebenermaßen ziemlich hoch. Allerdings hatten wir von Al Emmo noch so gar nichts gehört.
Unsere Vorstellungen waren klar gesetzt: ein PC-Spiel muss uns natürlich unterhalten können. Es muss Spaß und Lust auf mehr machen. Eine Weiterspiel-Stimmung muss aufkommen. Man soll das Gefühl haben, dass man die nächste(n) Stunde(n) nichts anderes mehr spielen will."
Das Spiel
Das Spiel ist ein typisches Point-and-Click-Adventure in der Manier alter Lucas-Arts Spiele, welches bei Internet-Versandhäusern ca. 20 Euro kostet. Das Spiel kommt in einer DVD-Hülle, in der noch ein einseitiger Installationsleitfaden beiliegt. Der Klappentext verspricht großen Spielspaß, grafische Spezieleffekte und über 20 Stunden Spielzeit für alle, die älter als 12 Jahre sind.
Systemvoraussetzungen
Als Systemvoraussetzung bedarf es eines 800 MHz-Computers, auf dem Windows ab Version 2000 installiert sein sollte. 256 MB-RAM sind empfohlen.
Eine Grafikkarte mit 16 MB ist ebenfalls Voraussetzung. Das Spiel ließ sich auch unter dem neuen Windows Vista ohne Probleme installieren.
Grafik & Sound
Das Erste, was auffiel, war natürlich die Grafik. Diese erinnert stark an Spiele, die man vor 6 Jahren auf seinem Computer installiert hatte.
Angesiedelt zwischen Indiana Jones von LucasArt und Wet – The Sexy Empire ist die Grafik alles andere als zeitgemäß und rechtfertigt nicht einmal eine 16 MB-Grafikkarte. Das Spiel ist überwiegend in 2D und nur die Zwischensequenzen sind in 3D. Diese 3D-Grafiken sind jedoch überhaupt nicht auf dem neuesten Stand und sehr einfach gehalten.
Die Texturen wurden lieblos über die Objekte gezogen und die Hintergrundbilder sind unglaublich einfach gestrickt und schlecht. Auch der riesige Spezialeffekt war nur ein Lichtstrahl, der immer wieder durchs Bild ging.
Die Musik erinnert ebenfalls stark an veraltete Spiele, die allerhöchstens Midi-Klänge wiedergeben konnten. Spätestens nach 10 Minuten will man sie nicht mehr hören.
Die Dialoge
Was ein Point-and-Click-Adventure ausmacht, sind aber vor allem seine Dialoge. Hierbei kann das Spiel Plus-Punkte sammeln, da die Unterhaltungen witzig sind und die Sprecher natürlich rüberkommen.
Leider lebt der Wortwitz fast einzig und allein von dem Erzähler, der jede Spielsituation mit bissigen, überheblichen und ironischen Bemerkungen kommentieren muss. Was Anfangs noch witzig war, ist später nur noch nervig, genau so wie die quäkige Stimme von Al Emmo.
Die Dialoge sind endlos! Immer wieder muss man sich mit den Leuten
im Spiel unterhalten und es bringt das Spiel überhaupt nicht voran.
Die Steuerung
Die Steuerung ist eigentlich klassisch gehalten und erinnert an Sam'n'Max: Mit der linken Maustaste sagt man ihm, wo er hingehen soll und mit der Rechten wählt man zwischen Cursor/ Aktion/ Unterhaltung/ Inventar.
Hier wieder ein Bonus-Punkt: Hat man per Rechtsklick das Inventar ausgewählt, kann man per Mausrad einzelne Gegenstände durchscrollen.
Dies wird jedoch direkt wieder von Defiziten überschattet: Es werden keine Infotexte unter dem Cursor oder sonst wo angezeigt, wenn man über interessante Gegenstände fährt. Ausgänge aus dem Bild müssen umständlich mit der Maus gesucht werden.
Die Handlung
Die Spielhandlung ist flach. Man weiß nicht, wo man hin soll, oder mit wem man sprechen muss, wo man überhaupt ist und wie man wieder weg kommt! Auch die gestellten Rätsel waren unlogisch. Der Spieler sammelt wahllos Gegenstände ohne einen Hinweis auf Verwendbarkeit oder Sinn.
Der Antiheld, Al Emmo, wirkt anfangs noch trottelig-sympathisch, irgendwann fragt man sich jedoch, warum man jemanden mit so viel Blödheit durch ein Spiel lenken muss.
Aber auch hier gibt es ein paar kleine Pluspunkte: Es ist total einfach in der Handhabung. Außerdem ist das Spiel so durchgeknallt, dass man alleine deswegen ständig lachen muss. Die Aussprache der "Darsteller" ist einfach nur komisch. Zu dem ist das Inventory schnell zu finden und auch die Menüführung sowie Speichern und Laden gehen schnell und einfach.
Fazit
Das Spiel besitzt keinerlei Pärchenkompatibilität. Entweder sitzt man zu zweit vor einem Rechner oder jeder für sich. Einen Spaßfaktor bekommt dieses Spiel gar nicht erst.
Erotikfaktor: Durch die uralte Grafik und dem unausgereiften Figurendesign sind die weiblichen Charaktere keineswegs erotisch. Von den männlichen ganz zu schweigen. "Al Emmo" wirkt eher wie ein Fanprojekt, als wie ein kommerzielles Computerspiel. Geld dafür auszugeben kann man nur eingefleischten Hardcore-Point-and-Click-Adventure-Fans empfehlen.
Männliche Meinung von sexypair8384:
"Länger als 30 Minuten konnte ich das Spiel gar nicht an einem Stück testen, da ging es mir schon auf die Nerven! Die "20 Stunden Spielspaß" WILL man gar nicht erreichen! Für mich als Liebhaber von Point-and-Click-Adventures, gleicht dies einer Vergewaltigung des Genres."
Weibliche Meinung von sexypair8384:
"Die Erzählerstimme machte mich nach 5 Minuten wahnsinnig. An der frauenfeindlichen Steuerung beißt sich eine Blondine, wie ich, die Fingernägel aus! Bei einem Spiel mit dem Untertitel "Gold, Girls und Ganoven" hätte ich mir mehr Erotik gewünscht."
Meinung von Henry_and_Anais:
"Die Animationen sind auf einem Amateur-Niveau - Spiele wie "Jack Keane" und "Everlight" sind momentan der Hit und das ist nun mal der Maßstab. Das Spiel hat definitiv Shareware-Charakter."












