„Nach 10 Jahren war das Sexleben mit meiner Frau recht müde. Seit dem Besuch einer Kitzelparty ist bei uns im Bett mehr los als in den Zeiten vor unserer Hochzeit. Kitzeln als Vorspiel hat unser Sexleben in einer Art aufgepeppt, die ich nicht mehr für möglich gehalten habe. Diese Party war ein echter Segen für uns. Und macht dazu auch noch richtig Spaß.“
So klang ein begeisterter Besucher einer der letzten Kitzelpartys im Berliner Insomnia. Doch was hat es mit diesen Kitzelpartys nun eigentlich auf sich?

- Inhaltsverzeichnis
- Kitzeln als erotischer Kick
- Die Kitzelparty
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Kitzeln als erotischer Kick
Zugegeben: wenn es um Kitzeln geht, denkt sicher nicht jeder sofort an ein erotisches Spiel. Im Gegenteil denken sicher viele an ihre Kindheit, in der das Ausgekitzelt werden zwar durchaus ein Vergnügen war, das aber gleichzeitig absolut keine erotische Komponente beinhaltete. Doch ähnlich ist es ja auch mit der sanften Umarmung, die während der Kindheit vollkommen unerotisch war, für Erwachsene jedoch sehr sinnlich und anmachend ist.
In den USA und Japan ist Kitzeln schon seit langer Zeit ein echter Magnet: mehrere hunderttausend Kitzelfreunde sind alleine im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Foren eingeschrieben. In Deutschland ist die Fangemeinde noch nicht ganz so groß, wächst seit einigen Jahren aber stetig immer weiter.
Die Kitzelparty
Nicht ganz unschuldig an diesem wachsenden Interesse ist eine Party, die seit November 2007 an jedem zweiten Mittwoch im Monat im Berliner Erotikclub Insomnia stattfindet. „Tickle Pink“ nennt JOYclubMitglied Killerqueen ihre Kitzelparty, die nicht nur von Gästen aus ganz Deutschland besucht wird, sondern inzwischen auch das Ziel von Fans aus den USA, Frankreich, der Schweiz und ganz Europa ist.
Aber was ist es denn nun, was Kitzeln für immer mehr Menschen zu einem interessanten und sinnlichen Aspekt ihres Erotiklebens macht? Ein Besuch von Tickle Pink, der vor kurzem mit dem internationalen „Kitzeloskar“, dem Feather Award 2008, ausgezeichneten Kitzelparty, sollte Aufklärung bringen.
Das erste, was auffiel: die Gäste sind eine sehr bunte Mischung. Viele erscheinen in normaler Kleidung, andere in erotischem Outfit. „Be Yourself And Have Fun“ steht als Hinweis unter dem Kapitel Dresscode.
Kaum hat man es sich an der Bar für ein Getränk und einen ersten Überblick gemütlich gemacht, wird man sofort persönlich von Veranstalterin Killerqueen begrüßt und einigen anderen Gästen vorgestellt. Man fühlt sich sofort herzlich willkommen – als wäre man bei einer privaten Geburtstagsparty. So etwas ist bei anderen Partys die absolute Ausnahme.
Die Musik ist gemischt, eher aber entspannt und chillig – und in einer Lautstärke, die Unterhaltungen erlaubt, ohne seinem Gesprächspartner ins Ohr brüllen zu müssen.
Gegen 21:30 Uhr wird das Licht leicht abgedunkelt und durch einen Spot ersetzt: Killerqueen startet ihre Performance. Bei dieser Performance steht jedes Mal ein anderes Thema rund um das Kitzeln im Mittelpunkt: die Benutzung von Fesseln bei heftigem Kitzeln etwa oder Spiele rund um das Kitzeln.
Zum Ende der Performances werden die Gäste immer in das Geschehen einbezogen – sei es durch Festhalten des „Opfers“ Killerqueen oder durch aktives Kitzeln mit den Fingern oder mit der als Eintrittskarte erhaltenen Feder.
Der Rest des Abends besteht aus Kitzeleien auf der zentralen Spielwiese oder in den Separées – je nach Geschmack in größeren Gruppen oder in trauter Zweisamkeit – und aus angeregten Gesprächen an der Bar. Außerdem wird in einem separaten Raum seit kurzem die Möglichkeit angeboten, die beim Kitzeln oder Zuschauen erwachte Lust durch eine Tantramassage weiter zu steigern (oder natürlich auch zu einem fulminanten Ende zu bringen).
Was besonders positiv auffällt bei diesen Kitzelpartys, ist die Tatsache, dass die Stimmung außerordentlich freundlich, persönlich und auch sinnlich ist. Egal, ob man selbst auf Kitzeln bzw. Gekitzelt werden steht oder nicht: man fühlt sich, als wäre man auf einer privaten Party unter Freunden.
Die Performance von Killerqueen ist als Start der Party das erste Highlight, die Aktivitäten der Gäste zwischen sanft-erotischem Streicheln mit Federn und heftig-ekstatischem Hardcorekitzeln sind weitere fortwährende Attraktionen – sowohl für die Aktiven als auch für die Zuschauer (und natürlich Zuhörer: denn das dauernde Kichern und ekstatische Lachen lässt niemand kalt).
Eine weitere Besonderheit der Party: auch wenn Kitzeln natürlich nicht ohne Körperkontakt funktioniert, halten sich die Gäste stets an unausgesprochene Grenzen. Niemand nutzt die Situationen aus – wie man es in Swingerclubs oder bei anderen Partys leider immer häufiger erlebt. Und das macht Tickle Pink, die Kitzelparty, zu einer außerordentlich entspannten Geschichte: selbst Singlefrauen müssen nicht befürchten, als Freiwild angesehen zu werden, wenn sie sich von mehreren Männern kitzelnd verwöhnen lassen.
Es sei denn, sie wollen als Freiwild angesehen werden. Denn natürlich stehen auch während der Kitzelparty alle Räumlichkeiten für alle denkbaren Vergnügungen zur Verfügung.
Egal, ob man bisher Erfahrungen mit erotischem Kitzeln gemacht hat oder „nur mal schauen will“: Tickle Pink ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sowohl für jene, die erotisches Kitzeln kennen lernen wollen als auch für alle, die neugierig auf das Insomnia sind und Lust darauf haben, den bekanntesten Erotikclub Berlins in entspannter Atmosphäre zu erkunden.
Copyright aller Bilder: ticklepink











