23.03.2007

Vulva

Vulva (plu. Vulven; lat. Pudendum femininum = „weibliche Scham“) bezeichnet die Gesamtheit der äußeren, primären Geschlechtsorgane einer Frau. Der Venushügel (Mons pubis/Mons veneris) und die großen Schamlippen (Labia majora pudendi) begrenzen als Fettpolster die Vulva. In diesem Bereich sprießen auch die Schamhaare aus der Haut.

Neben den beiden großen Schamlippen gibt es noch die beiden kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi), auch Nymphae genannt. Diese umschließen den Scheidenvorhof, in welchen die Harnröhrenöffnung und die Scheide (Vagina) münden.

Im unteren Drittel der kleinen Schamlippen sind die beiden Vestibulardrüsen (Bartholinsche Drüsen, Glandulae vestibulares majores) eingebettet. Sie sorgen für die Befeuchtung des Scheidenvorhofes. Da die Schamlippen an- und übereinander liegen, sieht man vom Scheidenvorhof normalerweise nur einen schmalen Spalt. Zwischen den Schamlippen sondern sich Zellen und Talg ab, welche bei mangelhafter Hygiene mit Resten von Urin das Smegma bilden.

An der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegt die Klitoris (der Kitzler), ein kleines, zylinderförmiges, von Schwellkörpergewebe gebildetes Organ, welches stark mit Nervenenden durchsetzt ist und besonders auf Berührungsreize reagiert. Die Klitoris entspricht dem männlichen Penis, ihre Eichel ist von der Klitorisvorhaut (lat. Preputium clitoridis) umgeben.

Der Übergangsbereich von der Vulva zum Analbereich wird als Perineum oder Damm bezeichnet.

In der Pubertät unterliegt die Vulva einer deutlichen Veränderung, da auch das äußere Genitale auf Hormone reagiert. Die Hautfarbe verändert sich und die Strukturen der Vulva werden größer und ausgeprägter. Diese Entwicklung betrifft die Klitoris und die inneren und äußeren Schamlippen, ganz besonders jedoch die hormonsensible Haut der Vagina und deren Vorhof.

Die Gestalt und Ausprägung der Vulva ist individuell verschieden und kann von den Abbildungen abweichen. So kann zum Beispiel die Klitoris teilweise sichtbar oder ganz verdeckt sein oder können die inneren Schamlippen größer als die äußeren sein. Neuerdings unterwerfen einige Frauen auch dieses Körperteil der plastischen Chirurgie, um einem nicht näher definierten Schönheitsideal zu genügen. Dieser Eingriff wird als Schamlippenplastik bezeichnet.

In manchen Kulturkreisen (u.a. in Afrika, Asien) wird die Beschneidung weiblicher Genitalien praktiziert.

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