Ist die Beziehung der Tod von gutem Sex? Oder ist es nicht vielmehr so, dass man in einer Beziehung die Vorlieben des Partners so gut kennt, dass jedes Liebesspiel zum epochalem Ereignis mutieren muss? Unsere Kolumnistin Sophie Andresky geht der Frage nach, ob Beziehungen Sexkiller sind ...

Beziehungen ... Des guten Sex sein Tod? ;-)
Zombie-Sex: Untote im Bett
Wenn es ein Argument für langfristige Beziehungen gibt, dann doch wohl nicht, dass die meisten Männer den Müll runter- und den Bierkasten hochtragen, und auch nicht, dass man von anderen Paaren zu schrecklich lustigen Abenden an der Wii-Konsole eingeladen wird, und schon gar nicht, dass man Sätze mit "wir" anfangen darf ("wir müssen auf Autofahrten immer so oft auf Toilette"), sondern doch wohl dieses: regelmäßiger Sex.

Nicht nur das er zum Sofahocker mutiert, ist dabei ein Problem ...
Jeder, der mal eine Weile solo war, findet die Einsamkeit eines Marlboro-Manns eben nicht romantisch, sondern nur öde, und das aufregende Trieb- und Jagdleben einer freien Frau endet oft genug in zahllosen Mojitos an der Bar, ohne dass der sexuell ausgehungerte, charmant lächelnde, geistreiche, geheimnisvolle und umwerfende Diplomat aus Fernost zur Tür hereinkommt und einem gleich am Tresen nach einem tiefen Blick aus seinen feucht schimmernden Knopfaugen explosionsartige Orgasmen durch die kombinierte Dreifingermassage mit Chamäleonzungen-Cunnilingus verspricht – und das dann auch einlöst.
Zu Hause ist derweil alles weit weniger riskant. Es ist von vornherein klar, welchen Mann man abschleppen wird – nämlich den in dem karierten Flanellhemd auf der Couch, der sich gerade über das Making-Of von "Twilight" schlapplacht und der, das wissen wir, auch keine feine Seide dort am Leib trägt, wo er sich wieder genüsslich kratzt.
Statt tiefer Blicke unter falschen Wimpern, perlendem Gekicher, geflüsterten Schweinigeleien unter den Riesenlauschern des Barmanns oder engen Strapsen erschöpft sich das Vorspiel in Gesprächen wie diesen:
Sie: "Es ist Samstag."
Er: "Hm."
Sie: "Und?"
Er: "Was?"
Sie: "Ficken wir heute noch?"
Er: "Gleich kommt Day of the Dead."
Sie: "Wenn ich erst in die Wanne gehe, bin ich müde."
Er: "Ooookay."
Und dann fummelt er wesentlich länger an der Fernbedienung herum, um seinen Zombiefilm aufzunehmen, als er später auf die Stimulierung ihrer Klitoris verwenden wird. Und sie blättert nackig im Bett wartend noch mal hektisch durch die Glamour, weil da doch dieses Foto vom Vampir-Simulator Robert Pattinson drin war, an den man ja denken könnte, wenn gleich das Licht ausgeht und auf fünf Minuten Vorspiel fünf Minuten Penetration folgen, bevor man sich darüber unterhält, ob das Original oder das Remake von Day of the Dead lustiger ist.

Vielmehr ist das Problem, dass viele Paare einfach nicht über Sex reden.
Klingt das trostlos! Da möchte man doch gleich das schwarze Lack-Outfit überstreifen und sich in der nächsten Biker-Bar meistbietend auf dem Flipperautomaten versteigern. Und dann liest man auch noch so eine Umfrage, wie die des Hamburger Instituts Innofact, die zu dem gruseligen Ergebnis kommt, dass fast die Hälfte aller Paare kreuzunglücklich, stinkesauer und frustriert ohne Ende sind, weil ihr Sexleben so mies ist.
Die gleiche Studie sagt auch, dass jedes vierte Paar nicht über Sex spricht. (Könnte es da womöglich einen Zusammenhang geben?) Vor allem Frauen, die ja sonst ständig und über alles schwatzen, plappern und diskutieren, tun es nicht. Zumindest wohl nicht mit dem eigenen Partner. Denn Frauen besprechen mit ihren Freundinnen durchaus, wie der Anus ihres Liebsten zuckt, wenn sie den kleinen Finger hineinschiebt, oder wie er fiept, wenn sie in seine Brustwarze beißt, oder dass er neulich nackt und gebückt mit gespreizten Beinen vor dem Schlafzimmerspiegel stand und in einer yogaähnlichen Verrenkung versuchte, den Pickel auf seinem Hintern auszudrücken.
Frauen können also über Sex reden. Aber Männer können ja auch charmant, witzig und aufmerksam sein – zumindest so lange, bis er eine Zahnbürste im Bad deponieren darf. Ab dann nähern sich seine Umgangsformen und sein Outfit den röchelnd herumschlurfenden Zombies an, die er sich so gern reinzieht.
Wirklich gruselig muss das alles aber gar nicht sein. Denn wie eingangs schon erwähnt: Die Chancen für regelmäßigen Sex stehen in einer langjährigen Beziehung sehr viel besser als auf dem freien Markt. Und regelmäßigen Sex, auch wenn klar ist, was passieren wird, finde ich immer noch besser als gar keinen Sex.
Außerdem hat die Routine zwischen den Laken durchaus Vorteile: Man weiß, was funktioniert und was gut ist. Wenn ein Mann genau weiß, dass meine Muschi erst angefasst werden möchte, wenn sie schon feucht ist und dass er das am besten mit intensivem Brustwarzensaugen, Zungenküssen und gestöhnten Sauereien erreicht, wenn er weiterhin weiß, dass es mich kirre macht, sobald er während des Fickens von hinten mit den Fingern in meiner Poritze herumspielt, dass er dabei aber auf gar keinen Fall an meine Oberschenkel kommen darf, weil ich da mordskitzlig bin, dann können zehn Minuten sehr schön sein. Ich seh das pragmatisch: Hab ich am Ende einen Orgasmus, war es gut, fertig.

Was guten Sex zur Mangelware macht ...
Klar, das Erforschen und Kennenlernen fällt weg, aber dafür weiß man, wo alles liegt und was man zu tun hat, damit der andere möglichst scharf wird. Das klingt für mich nach ziemlich gutem Sex. Das Problem ist ja nicht, dass ein guter Fick bei der x-ten Wiederholung plötzlich nicht mehr rockt, sondern, dass der Partner bzw. mit ihm zu ficken nicht mehr an erster Stelle steht. Den Spüler ausräumen, mit der Freundin telefonieren oder einfach schlafen wird plötzlich wichtiger.
Und diesen Punkt verstehe ich nicht.
Wenn man bedenkt, wie oft wir über Sex reden, lesen, sprechen usw., dann drängt sich doch der Eindruck auf, dass Sex eine ganz ganz elementare Sache ist. Da frage ich mich doch: Wieso räumt man dieser Sache dann nicht mehr Platz ein? Wie kann es sein, dass etwas anderes wichtiger wird als mit dem eigenen Mann zu vögeln? Außerdem: Niemand zwingt einen zur Langeweile.
Es gibt kein Gesetz, dass man in langjährigen Beziehungen keine Strapse mehr tragen darf, dass man nichts Neues mehr probiert oder sich gegenseitig links liegen lässt. Sex ist wie eine sehr haltbare, anpassungs- und strapazierfähige Topfpflanze. Nur: hin und wieder gießen sollte man sie schon.
Was die Vorteile von käuflichem Sex sind, wenn man zu Hause keinen flanellhemdtragenden Zombie auf der Couch sitzen hat, dazu in der nächsten Folge.
| |
 | ...@TE NeverEver Zombie-Sex
Meine vielfältigen subjektiven auch Erfahrungen:
Der Haupt-Zombifikationsfaktor: Alltag!!!
Die Folge nicht nur Untote sondern Mehrfachtote.
Abhilfe: Alltag aus Sex und Beziehungen heraushalten.
Im Idealfall Minimierung jeglichen Alltags.
Oder wenn irgendwie möglich, der Luxus: Verzicht auf Alltag.
Vollkommene Konzentration auf das Hier- und Jetzt.
Beibehaltung der eigenen Individualität und Freiheit.
Keine Notnummern mit Zombies. |
 | Lange Jahre Beziehung
Wir kennen uns schon seit einer kleinen Ewigkeit, aber mit den Jahren ist der Sex immer besser geworden. Man wagt sich langsam immer einen Schritt weiter vor, wenn man eine gute "Basis" einer Beziehung hat. Ich finde erst dann macht der Sex so richtig Spaß, wenn genügend Vertrauen da ist, sich komplett fallen zu lassen. |
 | Ich glaube...
Ich glaube, warum es alles irgendwann sich auseinander lebt und jeder in seiner Schmollecke sich zurück zieht oder heimlich mit anderen was anfängt, weil ja der Partner soooo " verständnislos" ist und die Gefühle der anderen nicht versteht, hat nur einen Grund.....nämlich das nicht jeder seine Gefühle zeigt und seine Gedanken ausspricht...
Es nützt auch nicht wenn es nur einer der Partner sich offen und ehrlich gibt, aber der andere nicht...
UND bevor man sich wegen Sexuellen Gründen sich scheiden lässt, kommt es erst alles andere Gründe davor... Das man nicht mehr denn Menschen vor sich hat, denn man damals kennen gelernt hat..Das man sich nicht mehr geliebt füht...Das man keine gemeinsame Interessen mehr hat...Nicht mehr selbe Zukunftsvorstellung hat...Das man sich bewusst wird, das man mehr vom Leben möchte, aber der Partner mit dem was jetzt ist zufrieden ist...
WENN das alles keine Problem wäre, wäre das SEX nicht mehr das "wichtigste" im Leben...Da man dafür auch ein Weg finden würde, sich befriedigt zu fühlen...
Was habe ich davon, wenn es im Bett Toll und Wunderbar und Geil ist, aber Rest des Lebens, mit dem Menschen nicht zusammen passt??? NIX!!! Da kann man sich gleich eine Ersatz-Teil beschaffen
DANACH in die Schrank stellen.....  |
 | :)
hihi....
ja da ist einiges wahres dran^^
aber wir sind der Meinung... wenn man sich Mühe gibt und sich immer wieder kleine kreative Spielchen einfallen lässt, dann kann es gar nicht langweilig werden  |
 | Anspruch Vs Realität
La Lupa hat recht.
Und wer ist Schuld an dieser Zwickmühle zwischen Anspruch und Realität? Einerseits eine Allianz aus Paartherapeuten, Ratgeberautoren und Medien, die - alles andere als uneigennützig
Ich würde es sogar fast Anspruch Vs Realität benennen... es ist was es ist, und manchmal quälen Menschen sich bis zum geht nicht mehr um eine Idealbeziehung zu führen. Und sogar dann quälen die sich noch weiter. Ich treffe so viele Männer die alle eine X*%& *! haben- Käfig-Angst, Ich zeige nie-wieder Gefühle und habe alles im Griff (versteckte)Angst usw.
Einerseits, ja, gewisse Kompromisse, mussen es ja wohl geben (Sonst wäre der Anspruch Perfektionismus vorrangig.) Aber in ganz grossen Rahmen - mit einen anderen Menschen zu sein ist eine Herzangelegenheit. Von beiden Seiten. Mehr nicht. Und nicht weniger.
Die viele gewundete, mistrauisschen Wesen da draussen - es ist ja harte Arbeit. |
 |
@frenchlover64
Genau!
"5 Lügen, die Liebe betreffend" von Michael Mary.
Millionen Paare mühen sich ab mit der Beziehungsarbeit, um ihre Partnerschaft lebendig zu halten - auf dass die Flamme der Leidenschaft möglichst lange lodere. Sie lesen Sex- und Partnerschaftsratgeber, begeben sich vielleicht sogar in die teure Obhut eines Psychotherapeuten.
Alles umsonst? Oder sogar schädlich? Ja, behauptet Michael Mary und versucht mit seinem "Anti-Ratgeber" allen Betroffenen - und wer wäre nicht betroffen - die Augen zu öffnen. Die fünf Liebeslügen, die der Autor schonungslos und zugleich mit Witz präsentiert, "konstruieren einen angeblich natürlichen, zwingenden, selbstverständlichen Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Sexualität, Liebe und Leidenschaft, Bindung und Begehren." Was viele Paare als persönliches Versagen erleben, hat ganz andere Ursachen. Es ist einfach unmöglich, alles unter einen Beziehungshut zu bringen: Nähe, Vertrautheit, Harmonie und zugleich Leidenschaft und Begehren wie am ersten Tag.
Und wer ist Schuld an dieser Zwickmühle zwischen Anspruch und Realität? Einerseits eine Allianz aus Paartherapeuten, Ratgeberautoren und Medien, die - alles andere als uneigennützig - suggerieren, es gäbe tatsächlich ein Patentrezept für die Traumbeziehung. Die Wurzeln unseres unrealistischen Liebesideals liegen aber auch in der Vergangenheit. Ein interessanter Streifzug durch die Geschichte von Ehe und Eros seit der Antike relativiert unsere heutigen Ansprüche an die Zweisamkeit: Was wir für völlig normal halten, ist historisch betrachtet ein ganz junges Phänomen, das erst in der Romantik enstand und seine Lebbarkeit noch nie beweisen konnte.
Was also tun, wenn man das Märchen von der dauerhaften Verbindung partnerschaftlicher und leidenschaftlicher Erfüllung nicht mehr glaubt? Ein paar Ratschläge hat auch ein "Anti-Ratgeber" zu bieten: Schluss mit der krampfhaften Beziehungsarbeit - stattdessen mit den unvermeidlichen Widersprüchen leben lernen.
(Christian Stahl) |
 | @la_lupa
irgendwie kommt mir das bekannt vor...
5 Lügen die Liebe betreffend ??
empfehleswerte Lektüre um mal im Kopf mit einigen verklärten Werten auf zu räumen  |
 |
Das Thema "Warum verliert man nach Jahren das sexuelle Interesse für den Partner" wird schon seit einiger Zeit untersucht, soweit ich weiß aber erst seitdem es bei uns im Westen die "romantische Liebe" und die "bürgerlichen Ehe" erfunden wurden.
Früher hat man geheiratet, um eine Familie zu gründen, der lebenslängliche Sex mit dem Ehepartner war nicht unbedingt vorgesehen.
Ich verseteh nicht, warum es in einer Ehe an Respekt oder Liebe mangeln soll, wenn die gegenseitige Attraktion schwindet. Das ist doch normal und menschlich, oder? Alles ist vergänglich und befindet sich im Wandel, warum soll der Sex immer gleich bleiben?
Warum soll man Menschen, die evt. eine intakte und gesunde Familie haben, unterstellen, sie würden was falsch machen, wenn sie nicht mehr so viel Bock auf Sex haben? Dann machen die meisten was Falsches, weil es anscheinend sehr oft passiert. Alle böse Menschen also?
@mollipaar1
Kompliment auch von mir! Sowas hört man nicht oft! |
 | @ GrenzgaengerM_W
Da stimmen wir dir voll zu, Kopfkino ist was geiles, auch wenn mehr draus passieren würde (sind ja schließlich imm JC ) |
 | Kopfkino
Hallo zusammen,
nun meine Meinung dazu ist folgende:
Es klappt doch bei den allermeisten von uns täglich mit der Mastrubation einen Orgasmus zu bekommen.
Manchmal auch zweimal dreimal vielmal....
Trotz der Abwesenheit jeglicher realer Sexpartner.
Es müsste also mit dem Teufel zugehen wenns in einer noch so langjährigen Beziehung nicht auch zusammen klappt.
Jetzt das "Aber":
Ihr müsst euch gegenseitig schon erzählen was so passiert, in euren Köpfen, wenn Ihr euch auf der rasanten Fahrt zum Orgasmus befindet.
Erzählt eurem Partner doch dass Ihr heute endlich die Chance hattet einen Arbeitskollegen/in mal so richtig......
Oder dass Ihr von eurem Chef bestraft worden seit auf folgende Art und Weise....
Oder dass Ihr gerne mal zusehen möchtet wenn der Partner mit jemand ganz anderem....oder...oder...oder.
Erzählt euch was so passiert wenn Ihrs euch selber macht!!!
Und keiner hat die Ausrede ihm/ihr fällt da nix ein, ausser ihr fasst euch nie selber an....
Habt Spass, glaubt mir es FUNKTIONIERT !!!! |