23.03.2007

Transsexualität

Transsexualität oder Transsexualismus ist laut ICD-10, der Internationalenen Klassifizierung von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Form der Geschlechtsidentitätsstörung (vergleiche auch Transgender als nicht-klinischen Begriff). Sie liegt vor, wenn ein Mensch körperlich eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehört, sich jedoch als Angehöriger des anderen Geschlechts empfindet und danach strebt, auch körperlich diesem Geschlecht soweit als möglich angeglichen zu werden.

Definitionen

Menschen, die physisch weiblich sind, aber ein männliches Identitätsgeschlecht haben, werden als Frau-zu-Mann-Transsexuelle oder Transmänner bezeichnet; Menschen, die physisch männlich sind, aber ein weibliches Identitätsgeschlecht haben, bezeichnet man entsprechend als Mann-zu-Frau-Transsexuelle oder Transfrauen.

Die in älterer medizinischer Literatur gebräuchlichen Wendungen transsexueller Mann für Transfrauen bzw. transsexuelle Frau für Transmänner, die das körperliche anstelle des empfundenen Geschlechts in den Vordergrund stellen, werden von den meisten Transsexuellen abgelehnt und gelten heute als veraltet.

Transsexuelle Menschen mit medizinischer oder juristischer Geschlechtsanpassung bezeichnen sich oft nicht mehr als transsexuell, sondern entweder als Mann mit transsexueller Vergangenheit bzw. als Frau mit transsexueller Vergangenheit oder einfach als Mann bzw. Frau; manchmal findet auch der Anglizismus "He-She" oder "She-He" Verwendung.

Ursachen

Bei der Transsexualität soll es sich laut Experten wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung in Hamburg-Eppendorf, die 1950 von Hans Giese initiiert wurde, oder der International Academy for Sex Research, die von Volkmar Sigusch ins Leben gerufen wurde, um eine Störung der Geschlechtsidentität handeln, deren Ursachen unbekannt seien.

Diese Sichtweise beruht vor allem auf Vermutungen der Harry Benjamin International Gender Dysphoria Association, Inc., deren Ansichten auf Forschungen von Harry Benjamin, M.D. (1885-1986), einem deutsch-amerikanischen Psychologen, basieren.

Früher wurden grundsätzlich psychische Ursachen für die Transsexualität angenommen; allerdings konnte bisher kein Modell entwickelt werden, das auf einen Großteil der Betroffenen zutrifft.

Einige Untersuchungen deuten auch auf körperliche Ursachen bzw. Prädispositionen hin; so ist beispielsweise im Handbuch der medizinischen Therapie Ausgabe 2005/2006 zu lesen, dass "in der pränatalen Entwicklungsphase dieselben Sexualhormone sowohl die Morphologie der Gentitalien als auch die Morphologie und die Funktion des Gehirns beeinflussen"; diese Hypothese wurde durch von Zhou und Kollegen publizierte Daten gestützt.

Daher wird auch eine Kombination von physischen und psychischen Ursachen für möglich gehalten. Einige Studien deuten allerdings auf hirnphysiologische Ursachen hin, wie unter Anderem in diesem Essay zu lesen ist.

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