Wenn Liebe eine Weile andauert, dann ist das an sich etwas Schönes und Begrüßenswertes. Es ist das, was wir uns alle wünschen. Oder zumindest, die meisten von uns. Meistens. Wenn aber ein Paar eine Weile zusammen ist, dann kann sich da auch schon mal so etwas wie eine Alltäglichkeit einstellen. Nicht immer zum Vorteil der Beziehung. Über Wege aus dieser "Misere" hat sich unser Mitglied SinasTraum einmal Gedanken gemacht.
- Inhaltsverzeichnis
- Fluchten aus dem Alltag halten die Liebe frisch!
- Kinder und ihr Einfluss auf die Freizeitplanung
- Auch Erwachsene brauchen Freiräume
- Wichtig: Man muss sich das Abschalten auch erlauben!
- Möglichkeiten zum Abschalten gibt es viele! Macht den Test!
- Kleine Fluchten bereichern das Singleleben und bieten Flirtchancen
- Fasst euch ein Herz und brecht aus!
- Kommentare
Fluchten aus dem Alltag halten die Liebe frisch!

Wiederkehrende, ritualisierte Abläufe können sicherlich auch Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Wenn aber die Zahnpastareste immer auf der gleichen Weise im Waschbecken kleben bleiben und die Socken immer auf die gleiche Weise in die Zimmerecke fliegen und jeden Sonntag nach Tatort und Tagesthemen ein wenig geschnackselt wird im heimischen Bett (und nur dort) ... dann wirken diese Redundanzen irgendwann doch bald eher trostlos als anheimelnd.
Man überlegt und kommt zu der Erkenntnis, dass ein Tapetenwechsel gut tun würde. Wer mit dem Partner gemeinsam zu neuen Ufern aufbricht, neue Dinge erlebt, der gibt der Partnerschaft etwas, was sie dann und wann dringend benötigt: neuen Input. Dinge, über die man sich austauschen kann, die man gemeinsam erleben und hinterher besprechen kann. Diese Überlegung gilt sowohl für kinderlose Paare als auch für Familien.
Kinder und ihr Einfluss auf die Freizeitplanung

Paare mit Kindern spüren die Belastung durch den Alltag noch einmal mehr, denn sie sind in ihrer Freizeitgestaltung erstens unflexibel und zweitens nachwuchsdominiert. Die Freizeitdiktatoren der Familie fahren stets auf dem Rücksitz mit. Das fängt bei der Wahl der Beschallung im Auto an ("Ich WILL aber Benjamin Blümchäääään!!!") und hört bei der Wahl des Ausflugsziels noch lange nicht auf. ("Ich fahr aba nur mit an die Ostsee, wenn wir als allererstes zu Sea Life gehen und ich da einen Plüsch-Nemo kriege!").
Es ist eine unausgesprochene Tatsache, dass ein erwachsenes Paar seine Freizeit ohne Kinder völlig anders gestalten würde als es das mit Kindern tut. Kommt schon, mal ehrlich, würdet Ihr freiwillig einen Indoor-Spielplatz aufsuchen, wenn Ihr keine Kinder hättet? Seht Ihr…
Auch Erwachsene brauchen Freiräume

Der Punkt ist, Erwachsene brauchen mal Pause. Sie brauchen Freiräume, um mal durchatmen zu können und um sich daran zu erinnern, dass sie auch Mann und Frau sind, dass sie mal leidenschaftlichen Sex in sämtlichen Stellungen, auf sämtlichen Möbelstücken und zu sämtlichen Uhrzeiten hatten, bevor sie Eltern wurden.
Dieses Auftanken ist immens wichtig für eine Beziehung, denn sonst ertappt man sich tatsächlich irgendwann dabei, die Aufmerksamkeit nur noch auf den Nachwuchs auszurichten und den Partner gar nicht oder kaum noch wahrzunehmen. Man funktioniert nebeneinander her, aber man bildet keine harmonische Einheit mehr.
Dem gilt es entgegenzusteuern. Nun hat jedoch längst nicht jeder die Möglichkeit, sich mal eben für eine oder zwei Wochen in die Karibik oder nach Ibiza abzusetzen und genüsslich die Seele baumeln zu lassen. Das mag scheitern an der Zeit, die knapp ist, an dem Geld, das knapp ist, oder an den Ressourcen an Betreuungspersonen für die Kinder, die leider auch manchmal knapp sind.

Alternativ bieten sich da nahe Ziele an, die in maximal einer halben Tagesreise zu erreichen sind und die einem für ein langes Wochenende ein anderes Lebensgefühl vermitteln. Ein einsam gelegenes Reetdachhäuschen auf Sylt, eine kleine, feine Pension am Waldesrand, eine Hütte in den Bergen oder eine tropische Insel. Wer sich jetzt fragt, wo in Deutschland denn bitte so eine zu finden ist, der sei in die Niederlausitz verwiesen, wo im weiteren Einzugsgebiet von Berlin, mitten in der wunderschönen Spreewaldlandschaft, unter einer riesigen Glaskuppel mit viel Liebe zum Detail eine Tropenlandschaft nachgebildet wurde.
Das ist deshalb so bemerkenswert, weil man auf diese Weise eben nicht um die halbe Welt reisen muss, um bei tropischen Temperaturen im Liegestuhl zu liegen - die Füße im Sand und den Gesang exotischer Vögel im Ohr - einen bunten Fruchtcocktail zu schlürfen und sich vorzustellen, man wäre ganz weit weg. Wenn man dann gemeinsam mit dem Partner noch das variantenreiche Wellnessangebot nutzt, sich massieren lässt, hüllenlos die Saunalandschaft genießt und den Abend dann gemeinsam bei schummriger, indirekter Abendbeleuchtung im sanft blubbernden Whirlpool ausklingen lässt ... dann ist das quasi eine Garantie dafür, auf sehr schöne, zweisame Gedanken zu kommen.
Man übernachtet direkt im tropischen Regenwald in einem netten kleinen Bungalow für zwei und füttert sich am nächsten Morgen mit Melonenbällchen vom Frühstücksbuffet, bevor man dann mit einem leisen Bedauern in die oftmals um etliche Grad kühlere Außenwelt zurückkehrt.
Wichtig: Man muss sich das Abschalten auch erlauben!

Aber egal ob man nun die Niederlausitzer Tropen wählt oder doch lieber die verschlafene, wild-romantische Nordseeküste in der Vorsaison, wo man gemeinsam Fischbrötchen am Strand genießt und lange Spaziergänge an der windumtosten Küste macht und Muscheln in Herzform sammelt... es ist im Grunde nicht wichtig, solange man sich darauf einlässt.
Den Laptop bitte zu Hause lassen und das Handy auf ganz ganz leise stellen und den Großeltern von Justus und Pauline einschärfen, dass sie bitte NUR anrufen sollen, wenn die Welt kurz davor ist, in Stücke zu knallen oder wenn bei einem der beiden eine Notoperation am offenen Bauchnabel nötig ist.
Möglichkeiten zum Abschalten gibt es viele! Macht den Test!

Wenn man aber kein ganzes Wochenende investieren kann oder möchte, dann lohnt vielleicht ein Blick in den lokalen Veranstaltungskalender. Macht doch mal etwas Ungewöhnliches. Es muss ja nicht immer ein Besuch im Theater oder in der Oper sein oder ein Besuch beim altbekannten Lieblingsitaliener. Geht mal gemeinsam ins Planetarium oder besucht die Schrumpfkopfausstellung im örtlichen Völkerkundemuseum oder nehmt einen Drink in einer Bar, die ganz und gar aus Eis besteht.
Es gibt immer interessante oder ungewöhnliche Events, die einem ein wenig den Blickwinkel erweitern. Und wenn Ihr Euch danach nur lachend darüber austauscht, wie scheußlich es war, dann habt Ihr schon etwas gewonnen.
Kleine Fluchten bereichern das Singleleben und bieten Flirtchancen
Ihr gehört gar nicht zur bisher erwähnten Zielgruppe, denn Ihr habt weder Partner noch Kinder? Ihr möchtet das aber gern ändern und datet daher ab und zu einen interessanten und vielversprechenden Menschen? Am meisten bei einem ersten Date fürchtet Ihr Euch allerdings vor der Situation, wenn das Gespräch verebbt und ein betretenes Schweigen entsteht und man unruhig auf dem Stuhl herumrutscht oder hilflos in seiner Kaffeetasse rührt?

Auch hier können die Ideen zum Thema "kleine Fluchten" sehr hilfreich sein. Am besten vermeidet man nämlich peinliche Schweigemomente, indem man sich in eine Umgebung begibt, die an sich schon sehr viel Gesprächsstoff hergibt. Auch hier gilt es, sich Inspiration rechts und links vom ausgetretenen Pfad aus Straßencafé, Cocktailbar oder Pizzeria zu holen.
Wenn es etwas zu erleben oder zu schauen gibt, dann gibt es auch Gesprächsstoff. Wichtig ist natürlich, den Treffpunkt nicht zu laut und zu bevölkert zu wählen. Nichts ist uncharmanter, als sich beim ersten Treffen schreiend verständigen zu müssen wie in einer Disco oder einem Club oder aber sich gar nicht verständigen zu dürfen wie beispielsweise im Kino.
Fasst euch ein Herz und brecht aus!
Obwohl das Angebot an Freizeitaktivitäten und kleinen Hide-Aways nicht klein ist, tut man sich oft schwer damit, einmal aus dem gewohnten Trott auszubrechen. Immer zur gleichen Zeit abends KO auf dem Sofa vor dem Fernseher zusammenzuklappen, das ist leicht und auf eine oberflächliche Art entspannend. Mit einer neuen Bekanntschaft immer die gleichen Locations anzusteuern, das gibt auf eine oberflächliche Art Sicherheit. Aber beides bereichert eben das Leben nicht sonderlich. Stattdessen mal etwas Neues auszuprobieren, das erfordert oft ein wenig Mut und die Überwindung des altbekannten Schweinehundes. Aber es lohnt sich.

Ein Paar erzählte mir neulich, es würde an einem lauen Sommerabend gern eine Fahrradtour unternehmen. Man würde dann einfach ein paar Erdbeeren einpacken und eine Flasche Prickelndes und würde sich einen ungestörten Ort suchen, um dort die Picknickdecke auszubreiten, den Sonnenuntergang zu genießen und vielleicht die eine oder andere Zärtlichkeit zu tauschen. Eine herrliche, simple aber doch wirkungsvolle Idee.
Es muss also nicht immer ungeheuer viel Aufwand betrieben werden, um sich neue Eindrücke zu verschaffen. Der größte Aufwand besteht tatsächlich schon darin, es einfach mal zu TUN. Stress, Zeitmangel, Müdigkeit, alles keine Ausreden sondern vielmehr erst recht Gründe dafür, heute schon mal einen kleinen Plan zu schmieden. Für eine kleine Flucht.





