01.02.2012

Sex als Ersatzbefriedigung

Sex als Ersatzhandlung kann bis zur Sexsucht führen. Wie beuge ich vor?

Wenn Männer und Frauen Sex haben, liegt das nicht immer nur daran, dass sie wirklich Lust auf Sex haben. Das hat eine Umfrage der Frauenzeitschrift EMOTION im letzten Jahr herausgefunden. 3/4 der Befragten haben Sex, weil es Spaß macht und 2/3, weil sie die dabei entstehende Nähe spüren wollen. Doch es gab auch noch ganz viele andere Motivationen für Sex: Langeweile, Ablenkung, Rache, den Partner halten, damit er nicht fremdgeht, Dankbarkeit, Pflichtgefühl, Anerkennung, Bestätigung des Selbstwertgefühls und viele weitere. Sex berührt somit Bedürfnisse auf unterschiedlichen Ebenen. Silke Maschinger fokussiert in diesem Artikel einmal auf den Sex, der dazu dient, von Problemen abzulenken ...

Sex ist niemals einfach nur Sex

Beim Sex sind immer auch Körper, Geist und Seele beteiligt.
Beim Sex sind immer auch Körper, Geist und Seele beteiligt.

Sex besteht bei uns Menschen aus mehr als nur einem Austausch von Körperflüssigkeiten. Immer auch sind Körper, Geist und Seele dabei beteiligt. Wir öffnen unsere Intimzonen, lassen Menschen in einen Bereich hinein, wo wir andere sonst auf Abstand halten. Das tun wir nur, wenn wir vertrauen. Wir streicheln und berühren uns. Wenn alles gut geht, lassen wir uns fallen, achten nicht mehr so darauf, die Kontrolle zu behalten, schalten den Kopf ab, kurz: wir lassen uns auf den anderen ein. Es ist nicht nur eine körperliche Vereinigung, sondern auch eine emotionale, energetische und auch spirituelle.

Hinzu kommen Wünsche und Bedürfnisse, die sich im besten Fall unabgesprochen auf magische Art und Weise erfüllen. Aber es entstehen auch Konflikte und Missverständnisse, unterschiedliche Temperamente stoßen aufeinander. Man kommt sich nah, man wird "erkannt" (in der Bibel steht "sie erkannten einander", wenn beschrieben wird, dass zwei miteinander Sex haben). Man bekommt Bestätigung und Anerkennung oder aber Ablehnung und Abwertung, weil man den Wünschen oder Ansprüchen des anderen nicht entspricht. Man spürt recht genau, ob die Begegnung mit Zuneigung oder mit unterschwelligen Aggressionen erfolgt.

Das sind alles ganz normale "Begleiterscheinungen", die sich nicht abstellen lassen. Es sind nicht nur die Geschlechtsorgane, die miteinander agieren, sondern es hängen immer ganze Menschen daran, mit ihrem Herz, mit ihren Erfahrungen, Ansichten, Ängsten und Unsicherheiten. Man sieht also, Sex berührt immer mehrere Bedürfnisse auf unterschiedlichen Ebenen, das ist nicht zu ändern und ist auch gut so.

Sex als Ersatz

So, wie man auch mit Essen eine emotionale Unzufriedenheit stillen kann – man denke da nur mal an Schokolade als Frustkiller – so kann man auch mit Sex emotionale Bedürfnisse befriedigen. Es gibt viele (plakative) Beispiele dafür: Der unter hohem Druck stehende Manager, der viel Verantwortung trägt und immer alle Entscheidungen alleine treffen muss. Mit einem Besuch bei einer Domina kann er sich erlauben, einmal alle Führung und Aktivität abzugeben und sich einfach nur der Hingabe widmen.

Sex wird auch genutzt, um anderweitige Probleme zu übertünchen.
Sex wird auch genutzt, um anderweitige Probleme zu übertünchen.

Eine Frau, die seit Jahren von Hartz IV lebt, kann das erlebte Ohnmachtgefühl im Arbeitsleben ausgleichen, indem sie als Domina eine machtvolle Position ausübt. Andere Menschen wiederum langweilen sich in ihrem Leben und gleichen dies durch abenteuerliche und manchmal auch gefährliche Sexabenteuer aus.

Eine andere Frau lenkt sich durch häufiges Daten im Internet davon ab, sich mit anderen Problemen zu beschäftigen, nämlich ihrer Angst, sich auf eine feste Beziehung einzulassen. Oder der Mann, der sich mit seinen 20 Jahren damit rühmt, schon mit mehreren hundert Frauen geschlafen zu haben. Ist das wirklich noch sexuelle Lust oder muss er sich durch die vielen Eroberungen ständig seiner Männlichkeit bestätigen?

Um es noch mal zu betonen: Das sind alles plakative Beispiele, die nicht immer und auf alle so zutreffen. Aber sie sollen veranschaulichen, wie so etwas funktioniert. Auch bedeutet das nicht automatisch, dass diese Ersatzbefriedigungen generell schlecht sind. Für eine Weile ist auch eine Ersatzbefriedigung eine mögliche Lösung, doch auf Dauer bleibt es halt doch nur ein Ersatz.

Die Sexsucht

Das extremste Beispiel für eine übersteigerte Ersatzbefriedigung durch Sex stellt die Sexsucht dar. In den letzten Jahren gab es in den Medien häufiger Artikel darüber. Auch wenn Sexsucht noch nicht offiziell anerkannt ist, so scheint es doch, als gäbe es immer mehr Menschen, die einem verstärkten Sexualtrieb nachgehen. Doch was bedeutet eigentlich verstärkt? Mehr als zweimal die Woche, wie der Durchschnitt? Ab wann ist es noch "normal", ab wann Sexsucht? Doch das sind die falschen Fragen.

Problematisch wird es, wenn Sex irgendwann das ganze Leben bestimmt.
Problematisch wird es, wenn Sex irgendwann das ganze Leben bestimmt.

Bei der Sexsucht geht es nicht vordergründig darum, wie häufig jemand Sex mit anderen Menschen hat oder wie oft er onaniert. Sondern zwei weitere wichtigen Faktoren dabei sind: welche Befriedigung man dabei empfindet und wie sehr der Alltag darunter leidet. Wer während der Arbeitszeit ständig auf Pornoseiten surft und damit seinen Arbeitsplatz riskiert, oder wer sich finanziell ruiniert, weil er auf den Besuch von Prostituierten nicht verzichten kann, ist nicht mehr in der Lage, sein selbstschädigendes Verhalten zu steuern. Ein Sexkontakt erfüllt dann auch nicht mehr wirklich ein Bedürfnis, sondern nach dem Kick wird eigentlich schon der nächste Kick fällig.

Wenn mehr sexuelle Betätigung nicht mehr, sondern im Gegenteil immer weniger Befriedigung mit sich bringt und man dennoch nicht aufhören kann, weiter nach sexuellen Kontakten zu suchen, obwohl danach eigentlich nur eine emotionale Leere entsteht, besteht die Gefahr einer Sexsucht. Dann sucht man an der falschen Stelle die Lösung für das eigentliche Problem. Meist muss man dann auch einfach erstmal mit Hilfe eines Therapeuten hinschauen, was denn das wirkliche Problem ist.

Den Sex von den Problemen entkoppeln

Für tollen Sex ist es ratsam, den Sex von den Problemen zu entkoppeln.
Für tollen Sex ist es ratsam, den Sex von den Problemen zu entkoppeln.

Probleme mit Sex können auch ein Zeichen dafür sein, dass in einem anderen Bereich ein wichtiges Bedürfnis zu kurz kommt. Dann gilt es, diesen anderen Bereich in Ordnung zu bringen und den Sex damit zu entlasten. Ich komme noch mal auf das Beispiel mit dem gestressten Manager zurück. Wenn der zum Beispiel von seiner Ehefrau erwarten würde, dass sie ihn dominiert, weil er sich sonst nicht anders entspannen kann, überfrachtet er den Sex mit seinen unerfüllten Bedürfnissen nach Entspannung. Wenn diese das aber nicht mag und er immer mehr darauf besteht, weil er ja nur über diesen Weg zur Entspannung kommt, wäre ein Weg, mal zu schauen, wie er unabhängig vom Sex Entspannung findet. Dann setzt er seine Frau nicht mit der Erfüllung seiner Wünsche unter Druck, sondern übernimmt selbst die Verantwortung für das Befriedigen der eigenen Bedürfnisse.

Dass man Sex mit anderen emotionalen Aspekten überfrachtet, spürt man leider meist nicht selbst, es sei denn, man ist sich über sich selbst und die eigenen Motivationen selbst sehr im Klaren. Von außen ist das viel leichter zu sehen. Also könnte man mal einen unbeteiligten Dritten fragen, wie er das eigene Verhalten betrachtet. Und natürlich den eigenen Partner nicht vergessen!

Doch solange der Sex gut tut, man danach auch mal ein paar Tage "satt" ist und nicht unter Druck gerät, weil es mal gerade nicht so gut läuft, dann ist das ein gutes Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist.

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Kommentare


oups ... da lese ich die ersten 2 Seiten des threads ... dann die letzten 2 und plötzlich geht es um Vergewaltigung.

Sorry, ich glaube auch nicht, dass jeder 3. Mann es tun würde. Es mag sein, dass es viele Männer mit Gewaltfantasien gibt - wie ja auch Frauen - aber Fantasie und Realität sind 2 Paar Schuh. Und bestimmte Fantasien NICHT in die Tat umzusetzen ist nicht nur das Produkt fehlender Gelegenheit, sondern hat auch mit vielen anderen Dingen zu tun. Und was man alles tun würde, wenn es erlaubt wäre, ist auch ein interessantes Thema, aber wir fügen doch anderen Lebewesen nur nicht deshalb kein Leid zu, weil es verboten ist!!

Zum Thema Sexsucht. Auch wenn ich bestimmt nicht sexsüchtig bin, hatte und hat Sex bei mir im Leben schon einen hohen Stellenwert zur Bewältigung anderer Probleme. Wenn andere Dinge schlecht laufen und Sex gut, dann kann es schon sein, dass man sich in diesen flüchtet. In diese kleine heile Welt, in der man leistungsfähig und gut ist. In gewissen Maßen ist es normal, etwas Schönes als Ausgleich zu haben, aber wenn man die anderen Probleme nicht angeht ... sie nicht versucht zu bewältigen, weil man sich flüchten kann, dann ist es nicht mehr in Ordnung. Die Grenzen sind sicher fließend, aber letztlich ist die immer entscheidende Frage: Ist man glücklich?

Und dass es Sex mit und ohne Liebe gibt, ist klar. Sex ohne Liebe mag körperlich der absolute Hammer sein, mit innigen körperlicher Befriedigung. Aber Sex mit einer tiefen Liebe ist etwas ganz Anderes und es gibt nichts Besseres als mit einer Partnerin, die man liebt, gemeinsam einen Orgasmus zu haben. Es ist hinreißend und man möchte weinen (und tut es manchmal auch). Wie schon gesagt wurde ... man wird eins, man verschmilzt. Unglaublich. Wenn man nach DIESEM Sex süchtig ist ... ich glaube, das ist nicht schlimm, denn dann ist man glücklich *g*
Also,

einen behaarten Streifen,nicht vollständig (grins)
Sonst hätt man sie vermutlich in den Zoo gesteckt..
Die

würden sich das sicher nicht mehr wünschen.
Da gibts dann auch keinen männlichen "Eroberungsfaktor" mehr,denn auch ein Mann will nicht täglich mehrmals nur "angezapft" werden.
Ich hab schon ab und zu gedacht,ob das bei ihr so ein Testosteron Überschuss gewesen sein könnte,denn sie hatte schwarze Haare vom Busen abwärts bis zur Scham.

Hoffentlich lesen das all die "unterernährten" Männer hier, die sich das so sehr wünschen!
Ich kann

nur erzählen,wie es meinem Mann mit seiner Ex ergangen ist.
(und das gehört sehr wohl zum Thema) Sie brauchte es täglich 4 bis 5 Mal.
Anfangs war es aufregend,sehr geil.
Aber,sie hat ihn regelrecht "überfallen",zu jeder Zeit.
Wenn er von der Spätschicht nach Hause kam,blieb er erst mal einige Zeit im Auto sitzen,weil er sich nicht mehr hoch traute.
Sie sah aus dem Fenster,sah sein Auto einparken und schwupps,stand sie splitterfasernackt im Lift.Im vollbesetzten Zug Pimmel raus und blasen? Na,immer gerne!
Wenn er sich im Bad einsperrte,um in Ruhe zu baden,hat sie mit ner Münze die Türe geöffnet.
Wenn er sich dann mal weigerte,verließ sie die Wohnung,um ihm noch zuzurufen:"ich geh dann mal und laß mich vom Kneipenwirt im Erdgeschoss vögeln!"
Eines Tages,machte er die Wohnungstüre auf,als er sie vorher schon
im Treppenflur schreien hörte,und fand sie im Clinch in der Badewanne mit ihrer Freundin vor.
Sie zogen ihn auch in die Badewanne ---Wohnung überflutet---
dann hats ihm gereicht.
Nächsten Tag ist er ausgezogen.
Grins...er meint,sooo schlank war er noch nie..
Aber so richtig lustig ist das nicht.
...sorry, ich fürchte,...

dass ich das auf meine Kappe nehmen muss.
Denn ich war es, der auf die Gewalttätigkeit oder Gewaltbereitschaft abgedriftet ist....

Bin da ja eigentlich auch nur hin, weil ich den 'krankhaften Tieb' als solches beleuchten wollte, bei dem der Sex sich auch als eine Art Ersatzbefriedigung outet - meiner Meinung nach.

Aber ich muss zugeben, meine These ist nicht unumstritten, wie die sehr belebten Reaktionen zeigen.

Ich finde, es haben durchaus auch alle Recht (...Romantic_Touch...mad_and_lucky....a_simple_smile...etc.) mit ihren Gegenargumenten.

Auch "Sex und Gewalt" ist ein hochinteressantes Kapitel!

@Kirschrot - wäre das nicht ein Ansatz für das Joy-Team dahingehend einen entsprechenden Thrad aufzumachen??

Vielleicht gibt es(oder gab's) das bereits hier.
Solange bin ich noch nicht dabei....hab noch nicht weiter recherchiert....

Aber, sorry nochmal, dass ich den Themenabdrift eingeleitet habe.
Irgendwie ist zu dem eigentlichen 'Kernthema' aber auch ein bisschen die Luft raus.
Es haben viele sehr interessante Meinungen und Ansichten dazu beigetragen.

Da hat mich manches dazu angeregt, mein 'Weltbild' aus neuen Winkeln zu betrachten.....

Danke von meiner Seite an Euch alle!

Wir sind nun aber schon ziemlich weit vom Thema weg, es wäre prima wenn ihr wieder zurück kommen könntet.


Liebe Grüße,
Kirschrot
JOY-Team

@mad_and_lucky

Es kommt immer auf die Lesart an. Man könnte jetzt auch heraus lesen, dass zwei Drittel aller Männer auch ohne Strafandrohung keine Vergewaltigung begehen würde. Das ist doch eine recht hohe Zahl.

Egal wie man es liest, die Frage bleibt wie repräsentativ die Umfrage war. Man kann ein Umfrageergebnis natürlich auch durch die Auswahl der Befragten steuern. Eine derartige Umfrage in einem entsprechend gewaltbereiten Stadtteil durchgeführt ergibt natürlich eine höhere Zahl als in einem mittelständischen Stadtteil. Allgemein kann man sagen, dass eine gewaltbereite Umgebung die Gewaltbereitschaft eines Menschen unabhängig vom Geschlecht steigert. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Tendenz ist da.

Ich halte zwar gar nichts vom Geschlechterkampf, aber dennoch ist es manchmal doch recht hilfreich auch die negativen Seiten des anderen Geschlechts darzustellen. Beispielsweise gibt es gerade unter den jungen Frauen bis 25 eine erhöhte Bereitschaft Vergewaltigungen zu erfinden, um sich an einem Mann zu rächen. Moralisch ist das nicht weniger verwerflich als eine Vergewaltigung selber. Auch Vorwürfe des Kindesmissbrauchs werden häufig zu unkritisch gesehen. Dieser Vorwurf ist eine recht effektive Methode den unerwünschten Vater des Kindes aus dem Leben der Mutter und des Kindes zu streichen. Wenn hier eine zu unkritische Übernahme der erfundenen Vorwürfe geschieht kann es zu dem Phänomen der eingepflanzten Erinnerungen kommen bei dem ein Therapeut unbewusst dem angeblichen Opfer suggeriert das es wirklich ein Opfer ist. Männer sehen dann häufig keine Chance mehr und wählen den Selbstmord. Negativ wirkt sich hier der im Grunde wünschenswerte Eifer aus Kindesmissbrauch aufzuklären. Das Mitleid mit dem Opfern ist oft so groß, dass der Wolf im Schafpelz leider nicht gesehen wird. Es gibt unter den Opfern leider auch viele Täter, die sich als opfer ausgeben.

Was sagen diese Geschehnisse über unsere Gesellschaft aus? All diese Dinge sind sehr schlimm, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Verwerfliches und verachtenswertes Verhalten beherrschen beide Geschlechter in Perfektion. Und auch wenn die Opferzahlen auf beiden Seiten recht hoch sind, so ist es doch ermutigend, dass die Mehrheit eben doch nicht zu derartigem Verhalten neigt.

Jeder dritte Mann hat angegeben(!!) daß er Frauen vergewaltigen würde,wenn es legal wär?

Wo hat die Umfrage stattgefunden?Im Knast?

Ich weigere mich das zu glauben.
Ein

Arbeitskollege von meinem Mann wurde tatsächlich von 2 Frauen in einer Tiefgarage vergewaltigt.
Es ist wissenschaftlich belegt,daß es einen "Angstständer" gibt und den haben die beiden dann auch für ihre Zwecke genutzt.
Der Mann wurde 1 Jahr lang psychologisch betreut und traute sich auch in keine Tiefgarage mehr.
Das Phänomen gibts auch bei Selbstmördern,die oft nach ihrem Ableben noch einen Steifen haben.
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