12.05.2011

Pille, Kondom und Co.

Verhütungsmittel im Überblick

Ob Partnertausch, Gruppensex oder auch der unschöne Seitensprung: Verhütung ist insbesondere beim Sex mit anderen als dem eigenen Partnern unerlässlich. Nur so lassen sich Geschlechtskrankheiten vermeiden. Aber auch in einer Partnerschaft spielt Verhütung oft eine wichtige Rolle. Hier steht allerdings meist der Empfängnisschutz im Vordergrund.

Wer verhütet, kann sich also ganz ungehemmt und leidenschaftlich der Lust und dem Sex hingeben, ohne ungewollte Konsequenzen fürchten zu müssen. Wir haben euch die gängigsten Verhütungsmittel zusammengestellt und dabei geschaut, wie Frau und Mann jeweils zum Schutz beitragen können.

Pille und Kondom sind wohl die bekanntesten und beliebtesten Verhütungsmittel.
Pille und Kondom sind wohl die bekanntesten und beliebtesten Verhütungsmittel.

Verhütungsmethoden für die Frau

Zwar ist die Auswahl an Verhütungsmitteln für Frauen größer geworden und nicht mehr nur auf die Pille beschränkt, allerdings handelt es sich dabei fast ausschließlich um Möglichkeiten zur Verhinderung einer Schwangerschaft. Das Infektionsrisiko wird hiermit nicht gemindert.

Die verschiedenen Varianten der Pille

Die Pille ist ein hormonelles Mittel zur Empfängnisverhütung und wird im Vergleich zu anderen Mitteln bevorzugt genutzt. Sie kann in drei verschiedenen Varianten eingenommen werden, sowohl als kombinierte oder östrogenfreie Pille als auch in Form der Minipille. Letztere verursacht zwar auf Grund der geringeren Hormonmenge weniger Nebenwirkungen, ist aber auch nicht ganz so sicher ist wie die kombinierte Pille mit zwei verschiedenen Wirkstoffen.

  • Die kombinierte Pille:

Diese Pillen-Variante enthält die beiden Hormone Östrogen und Gestagen, die den Eisprung verhindern. Sollte es vorkommen, dass eine Eizelle dennoch befruchtet wird, kann sie sich jedoch nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Außerdem verdickt sich der Schleim im Gebärmutterhals, so dass Spermien fast gar nicht eindringen können.

Die Einnahme der kombinierten Pille zur Empfängnisverhütung bietet also bei korrekter Anwendung gleich mehrere Sicherheitsfaktoren. Weitere Vorteile dieses Verhütungsmittels, das 21 Tage lang eingenommen wird, bevor eine siebentägige Einnahmepause folgt, sind weitgehend regelmäßig auftretende Monatsblutungen und seine Wirksamkeit gegen die Hauterkrankung Akne, die vorwiegend junge Menschen in der Pubertätsphase plagt.

Bei korrekter Einnahme bietet die Pille einen hohen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.
Bei korrekter Einnahme bietet die Pille einen hohen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Nachteile entstehen bei inkorrekter Einnahme, die einen Sicherheitsverlust in Bezug auf den Empfängnisschutz zur Folge haben kann. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente wie beispielsweise Antibiotika, ist der Verhütungsschutz zusätzlich beeinträchtigt. Zudem bietet die Pille keinen ausreichenden Schutz, wenn Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Durchfall verursachen oder beispielsweise Lebererkrankungen vorliegen.

  • Die östrogenfreie Pille:

Diese Pille enthält nur Gestagen in niedriger Dosierung, verhindern aber dennoch den Eisprung und führen ebenfalls zur Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals. Sie sind daher auch relativ sicher und werden im Gegensatz zum kombinierten Präparat meist ohne die siebentägige Pause durchgehend eingenommen.

Doch auch hier gilt der Grundsatz, dass dieses Verhütungsmittel nur sicher wirken kann, wenn es korrekt eingenommen und nicht durch andere Faktoren wie Magen-Darmerkrankungen mit Durchfall beeinträchtigt wird. Besonders geeignet ist die östrogenfreie Pille für Frauen, die häufiger an Kopfschmerzen leiden, übergewichtig sind oder rauchen.

  • Die Minipille:

Die Minipille, die auch durchgehend eingenommen wird, enthält ebenfalls nur das Hormon Gestagen aber in so geringer Dosierung, dass der Eisprung nicht sicher verhindert werden kann. Hier führt aber auch die Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals dazu, dass Spermien kaum durchdringen können. Anwendung findet diese Variante der Pille zur Empfängnisverhütung oft bei Frauen, die Östrogen nicht vertragen. Auch hier können die gleichen Störfaktoren, die die Sicherheit der beiden anderen Pillenarten beeinträchtigen, negative Auswirkungen auf den Empfängnisschutz haben.

  • Die "Pille danach":

Für den Fall, dass die Einnahme der Pille einmal vergessen wurde, gibt es die sogenannte "Pille danach". Sie verfügt über eine sehr hohe Gestagen-Dosierung und muss vom Arzt verschrieben werden. Die Pille danach verhindert den Eisprung, sofern sie innerhalb eines Zeitraumes von 12 bis 24 Stunden, maximal aber bis 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Hormonpflaster, Hormonimplantat und Hormonspirale

Eine Alternative zur Pille als Verhütungsmittel bietet das Hormonpflaster, das einfach auf die Haut geklebt und nur einmal in der Woche erneuert werden muss, wobei nach drei Wochen eine einwöchige Pause folgt. Es gibt regelmäßig Östrogen und Gestagen über die Haut in das Blut ab, so dass kein Eisprung stattfindet und auch bei dieser Methode der Schleim im Gebärmutterhals undurchlässig wird. Nachteil des Verhütungspflasters ist die höhere Östrogenbelastung des Körpers. Einschränkungen für die Anwendbarkeit dieser Methode sind auch hier beispielsweise Rauchen oder Bluthochdruck.

Bei dem Hormonimplantat, das wiederum zu den östrogenfreien Verhütungsmethoden gehört, handelt es sich um ein etwa vier Zentimeter langes Stäbchen aus Kunststoff, das vom Arzt auf der Innenseite des Oberarms unter die Haut geschoben wird. Das Stäbchen gibt kontinuierlich das Hormon Gestagen an den Körper ab und bietet die gleichen Sicherheitsfaktoren wie das Hormonpflaster. Im Gegensatz zu diesem muss das Verhütungsstäbchen jedoch nur alle drei Jahre erneuert werden. Vorteilhaft ist die geringe Hormondosis, während Blutungs- und Zyklusstörungen sowie die mögliche Verschlimmerung der Hauterkrankung Akne hingegen wesentliche Nachteile bei dieser Verhütungsmethode darstellen.

Einen hohen Empfängnisschutz bietet die Hormonspirale aus Kunststoff, die unmittelbar in die Gebärmutter eingesetzt wird und das Einnisten einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindert. Durch eine geringe Abgabe von Gestagen wird der Schleim am Gebärmuttereingang verdickt und undurchlässig für Spermien. Die Spirale kann bis zu fünf Jahren in der Gebärmutter bleiben, muss aber regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden. In den ersten Monaten nach dem Einsetzen der Spirale besteht jedoch vermehrt die Gefahr, dass sie vom Körper abgestoßen wird.

Alle drei Verhütungsmethoden bleiben in ihrer Wirksamkeit von Durchfall Erkrankungen unbeeinträchtigt.

Weitere Methoden zur Verhütung

Gestagen kann auch durch eine Spritze verabreicht und so als Depot im Körper angelegt werden. Die Wirksamkeit beträgt bei dieser Verhütungsmethode, die als ziemlich sicher gilt, drei Monate. Deshalb wird sie auch als Dreimonatsspritze bezeichnet. Verabreicht wird allerdings eine sehr hohe Hormondosis und es kommt so häufig zu Blutungsstörungen.

Mit einem Diaphragma wird der Muttermund verschlossen, so dass keine Spermien eindringen können.
Mit einem Diaphragma wird der Muttermund verschlossen, so dass keine Spermien eindringen können.

Das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter kann auch durch das Einsetzen eines Diaphragmas, bei dem es sich um einen elastischen Ring mit einer Latexkappe handelt, verhindert werden. Das Diaphragma wird unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt.

Die natürliche Methode der Empfängnisverhütung, bei der auf Grund von Messungen der Körpertemperatur eine Temperaturkurve zur Ermittlung der fruchtbaren Tage erstellt wird, gilt eher als unsicher, da die Körpertemperatur häufig von zusätzlichen Faktoren wie etwa Stresssituationen oder grippalen Infekten, mit denen sich der Organismus gerade auseinandersetzt, beeinflusst.

Chemische Mittel zur Abtötung der Spermien werden als Sprays, Salben oder Zäpfchen tief in die Scheide eingeführt und sind oftmals mit unangenehmen Nebenwirkungen wie Brennen oder Reizungen der Schleimhaut verbunden.

Die sicherste Methode zur Empfängnisverhütung stellt die Sterilisation dar, sofern die Frau keinen weiteren Kinderwunsch mehr hegt. Bei dieser Methode, die in den meisten Fällen nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, werden die Eileiter verschlossen und zusätzlich durchtrennt.

Verhütungsmethoden für den Mann

Im Gegensatz zum weiblichen Geschlecht gibt es für Männer nur wenige Möglichkeiten, die Verhütung selbst zu übernehmen. Zuverlässige Verhütungsmethoden für den Mann sind bisher nur die Verwendung eines Kondoms oder die Sterilisation.

Eine dritte Möglichkeit bietet der Koitus Interruptus, das heißt, der männliche Sexualpartner unterbricht den Geschlechtsverkehr kurz vor dem Samenerguss, der damit außerhalb der Scheide stattfindet. Es handelt sich hierbei jedoch um eine sehr unsichere Variante der Empfängnisverhütung, da schon vor dem eigentlichen Samenerguss Spermien aus dem Penis austreten können.

Die Forschung befasst sich zwar schon einige Jahre mit der hormonellen Verhütung für den Mann, aber die allgemeine Anwendbarkeit dieser Methode ist in naher Zukunft sicher noch nicht zu erwarten.

Kondome bieten Schwangerschafts- und Infektionsschutz.
Kondome bieten Schwangerschafts- und Infektionsschutz.

Das aus Latex bestehende Kondom ist neben der Pille das bekannteste und auch am meisten verwendete Mittel zur Schwangerschaftsverhütung und bietet darüber hinaus einen sicheren Schutz vor Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Mögliche Unsicherheitsfaktoren sind Fehler bei der Handhabung des Kondoms und das Auftreten allergischer Reaktionen gegen Latex.

Die Sterilisation ist nicht nur bei Frauen durchführbar, sondern auch beim Mann und gilt auch in diesem Fall als sehr sichere Methode zur Schwangerschaftsvermeidung bei der Frau. Im Gegensatz zum weiblichen Geschlecht kann dieser Eingriff beim Mann leichter wieder rückgängig gemacht werden. Obwohl diese Maßnahme für Männer wenig aufwendig und nicht mit größeren Komplikationen verbunden ist, entscheiden sich nur sehr wenige, diesen Schritt zu tun. Die Sterilisation wird üblicherweise mit einer lokalen Betäubung ambulant von einem Urologen durchgeführt, der die Samenleiter des Patienten durchtrennt. Oft wird bei dieser Maßnahme zusätzlich ein Teil beider Samenleiter entfernt. Die Enden der Samenleiter werden danach verschlossen und somit ist der Transport der Samen unterbrochen. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass noch einige Monate nach dem Eingriff Spermien in der Samenflüssigkeit verbleiben, die durchaus noch befruchtet werden könnten. Daher ist in der ersten Zeit noch die Anwendung zusätzlicher Verhütungsmittel erforderlich.

Mit Kondomen Geschlechtskrankheiten vermeiden

Beim Geschlechtsverkehr können verschiedene ansteckende Krankheiten wie beispielsweise Pilzinfektionen der Genitalien, Herpesinfektionen oder Feigwarzen übertragen werden. Aber auch gefährliche Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper oder HIV-Infektionen werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Als wirksames Mittel zur Vermeidung von Krankheitsübertragungen beim Geschlechtsverkehr kommt fast nur das Kondom in Frage, da nur dieses den direkten Kontakt der Geschlechtsorgane und somit den Austausch von Körperflüssigkeiten, die Krankheitserreger enthalten können, verhindert.

Die einzige Alternative zum Kondom als Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist das sogenannte "Kondom für die Frau", das aus reißfestem Kunststoff besteht, der zwischen zwei Ringen angebracht ist. Der äußere Ring liegt außerhalb der Scheide, während der innere Ring in die Scheide eingeführt wird, so dass auch hier der Kontakt der Geschlechtsorgane von Mann und Frau verhindert wird.

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Kommentare


Also nach der Pille, kam die 3-Monatsspritze und danach die Spiral..danach wieder die Pille und nochma die 3-Monatsspritze und nu gar nix

wenn ich Sex hab dann halt nur mit Gummi (weil Single) und sollte sich wieder mal was festes anbahnen hoffe ich das der Mann sterilisiert ist dann kann man nach der Testphase das Gummi ja irgendwann weglassen *g*

Stimmt @equinoxx. Manche Leute haben ein unwahrscheinliches Geschick, sich selbst zu disqualifizieren.

Ich finde es immer bezeichnend, mit welchem Talent sich manche Leute selbst disqualifizieren... *heia*

noxx *huhu*
Es ging...

... hier doch wohl um Verhütung und nicht um die Frage: Was kann man mit der Pille alles anstellen? Sonst fehlt in der Aufstellung der Dinge, was mit der Pille alles machbar ist, Tischfussball.
Kamelienschenke

ist ja prima wenn du bei deinen hormonell bedingten mitgräneanfällen oder bei menstruationsbeschwerden eigene gegenmaßnahmen ergreiftst, jedoch lass doch bitte den damen ebenfalls ihre strategien *zwinker*

Ja, aber bei dem vom mir genannten wird die Pille zur Behandlung durchaus eingesetzt...

noxx *huhu*
Stimmt...

... gegen Beschwerden muss man Pillen nehmen, aber nicht zwangsläufig DIE Pille.

Ja, ein sterilisierter Partner hilft ungemein gut bei einer hormoninduzierten Migräne, massiven Menstruationsbeschwerden oder anderen netten Problemen...

Die Pille muss man nicht nur aus Verhütungsgründen nehmen...

noxx *huhu*
Die Alternative...

... zu allem ist ein sterilisierter Partner.

@Feuerkätzchen:
we wäre es mit einer östrogenfreien Pille (Miniplle oder Cerazette)?
Da sollte das wenger passieren...

noxx *huhu*
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