31.01.2007

Mechanische Verhütung

Die Methoden der mechanischen Verhütung funktionieren ausschließlich unter Verwendung bestimmter Hilfsmittel. Dies führt teilweise zu einer Einschränkung des "Echtheitsgefühls" beim Sex.

Aufgrund der Verwendung mechanischer Hilfsmittel, die das Erreichen der Eizelle durch die Samenzellen verhindern sollen, werden diese Verhütungsmethoden auch als Barrieremethoden bezeichnet.

Bis auf das Kondom werden die folgenden mechanischen Verhütungsmethoden ausschließlich durch die Frau durchgeführt.

Kondome gehören zu Barrieremethoden und schützen vor Infektionen und Schwangerschaften.
Kondome gehören zu Barrieremethoden und schützen vor Infektionen und Schwangerschaften.

Kondom

Funktionsweise

Kondome bestehen meist aus Latex. Sie werden über den eregierten Penis gezogen und bilden eine eng anliegende Schutzschicht. Nach dem Samenerguss wird das Ejakulat im Reservoir des Kondoms aufgefangen, so dass die Spermien nicht in die Scheide gelangen und eine Befruchtung der Eizelle verhindert wird.

Pro und Contra

Kondome sind leicht erhältlich, kosten nur 30 bis 70 Cent und sind jederzeit und überall anwendbar. Kondome sind (relativ) sicher. Sie erlauben Geschlechtsverkehr, Oralsex und Analverkehr auch mit fremden Partnern, da sie sowohl vor einer ungewollten Schwangerschaft als auch vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten schützen.

Das Kondom bildet eine künstliche Barriere zwischen Penis und Scheide. Daher wird das Gefühl beim Sex beeinträchtigt. Bei unsachgemäßer Handhabung können Kondome reißen. Unerfahrene Liebende sollten die Anwendung vorher üben. Bei der Verwendung muss auf die Wechselwirkung mit einigen Gleitmitteln geachtet werden. Kondome sind ungeeignet für Sexualpartner mit einer Latexallergie.

Pearl Index

Der Pearl Index für die Verwendung von Kondomen liegt zwischen 2-14.

Femidom

Funktionsweise

Das Femidon ist das Kondom für die Frau. Es besteht nicht aus Latex sondern aus Polyureth. An beiden Enden verfügt das Femidon über Ringe. Es wird vor dem Sex tief in die Scheide eingeführt, bis der innere Ring am Muttermund anliegt. Der äußere Ring bedeckt die äußeren Schamlippen und teilweise auch die Klitoris.

Das Femidon fängt wie das Kondom den männlichen Samen auf und verhindert so eine Befruchtung der Eizelle.

Pro und Contra

Wie das Kondom für den Mann, ist das Femidon für jede Frau nutzbar. Es kann direkt aber auch bis zu acht Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden. Einige Frauen berichten von einer zusätzlichen Klitorisstimulation durch den äußeren Ring. Im Rahmen der Verwendung ist jedes Gleitmittel benutzbar.

Die Nutzung eines Femidons schützt vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Die Anwendung kann sich für ungeübte Frauen etwas schwierig gestalten. Es kann nur beim Geschlechtsverkehr eingesetzt werden. Mit etwa vier Euro pro Stück sind die Kondome für die Frau relativ teuer. Zudem ist oftmals die zusätzliche Verwendung eines Gleitmittels notwendig.

Pearl Index

Der Pearl Index für das Femidon liegt wie beim Kondom zwischen 2-14.

Diaphragma

Funktionsweise

Ein Diaphragma ist eine schalenförmiges Einlage aus Gummi oder Silikon, die in die Scheide eingeführt wird und den Muttermund verschließt. Das Diaphragma wird zusätzlich beidseitig mit einem spermiziden Gel eingestrichen, welches die Spermien abtötet und so die Befruchtung der Eizelle verhindert. Das Diaphragma muss nach dem Geschlechtsverkehr etwa acht Stunden im Körper verbleiben.

Pro und Contra

In Kombination mit einem Spermizid ist diese Methode relativ sicher. Sie greift nicht in den Hormonhaushalt des Körpers ein und ermöglicht ein natürliches Gefühl beim Sex.

Die Anwendung sollte vorab geübt werden. Eine Beratung durch den Frauenarzt ist vor der ersten Verwendung ratsam. Das Diaphragma eignet sich vor allem für Frauen, die seltener Sex haben und ihre Empfängnis selbst kontrollieren wollen.

Die Kosten für ein Diaphragma belaufen sich auf etwa 50 Euro, zzgl. der Kosten für das Spermizid-Gel.

Die Verwendung eines Diaphragmas schützt nicht vor einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Pearl Index

Bei sachgemäßer Verwendung und in Kombination mit einem Spermizid-Gel liegt der Pearl Index für das Diaphragma zwischen 1-4.

Portiokappe

Funktionsweise

Die Portiokappe funktioniert ähnlich wie das Diaphragma. Sie ist jedoch wesentlich kleiner und wird im Unterschied zum Diaphragma nicht von der Scheidenwand gehalten, sondern saugt sich am Muttermund (Portio) fest. Die Kappe besteht zumeist aus Latex.

Da die Kappe durch das Festsaugen den Muttermund prinzipiell vollständig verschließt und ein Durchdringen dieser Barriere durch die Spermien beinah ausgeschlossen werden kann, ist es nicht zwingend notwendig, wie beim Diaphragma, zusätzlich ein spermizides Gel zu verwenden. Jedoch bietet das Gel auch hier eine zusätzliche Sicherheit. Die Kappe sollte wenigstens noch sechs bis acht Stunden nach dem Verkehr in der Scheide verbleiben.

Pro und Contra

Die Vorteile der Portiokappe liegen vor allem in der sowohl relativ einfachen als auch mehrfachen Anwendung. Bei gepflegter Behandlung kann die Kappe über mehrere Jahre verwendet werden.

Die zusätzliche Verwendung eines Spemizid-Gels ist nicht zwingend notwendig, aber prinzipiell ratsam.

Die Anwendung sollte vor dem Ernstfall in jedem geübt werden. Gegebenenfalls muss die Portiokappe vom Frauenarzt bzw. fachkundigem Personal angepasst werden. In jedem Fall muss die optimale Positionierung der Kappe vor dem Geschlechtsverkehr tastend überprüft werden.

Selbstverständlich ungeeignet ist die Portiokappe für Frauen, die eine Latexallergie haben. Gut geeignet ist die Kappe hingegen für Frauen, die Ihre Verhütung selbst kontrollieren möchten und auch gerne mehrmals hintereinander Sex haben, da die Portiokappe nicht sofort nach dem Akt entfernt werden muss bzw. darf. Die Preise für die Portiokappe liegen etwa zwischen 20 und 30 Euro.

Die Verwendung einer Portiokappe schützt nicht vor einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Pearl Index

Der Pearl Index liegt bei geübter Anwendung zwischen 2-6.

Lea Contraceptivum

Funktionsweise

Das Funktionsprinzip entspricht im Wesentlichen dem der Portiokappe. Es handelt sich dabei im Grunde lediglich um eine Weiterentwicklung. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass das Lea Contraceptivum selbständig einen Unterdruck erzeugt, durch den es sich am Muttermund festsaugt und diesen verschließt.

Zudem unterscheidet sich das Lea Contraceptivum in seinem Aussehen. Es misst etwa fünf Zentimeter im Durchmesser und ist nur in einer Größe erhältlich, d. h. es passt jeder Frau gleichermaßen. Darüber hinaus wird es nicht aus Latex sondern aus medizinischen Silikon gefertigt.

Pro und Contra

Das Lea Contraceptivum ist leicht anwendbar und ist auch für Frauen mit einer Latexallergie geeignet. Es ist für Frauen zu empfehlen, die ihre Verhütung selbst kontrollieren möchten. Zwar ist es nicht zwingend erforderlich, jedoch wird für einen optimalen Schutz die zusätzliche Verwendung einen Spemizid-Gels empfohlen.

Das Lea Contraceptivum muss nach dem Geschlechtsverkehr nicht sofort entfernt werden, sondern kann bis zu 48 Stunden danach in der Scheide verbleiben, sollte jedoch mindestens für sechs bis acht Stunden nach dem Verkehr nicht entfernt werden, um eine nachträgliche Befruchtung auszuschließen. Es ermöglicht damit mehrfachen Geschlechtsverkehr, ohne erneut für die Verhütung Sorge tragen zu müssen. In diesem Fall ist es darüber hinaus nicht notwendig, erneut ein spermizides Gel aufzutragen.

Die Anwendung des Lea Contraceptivums sollte vor dem erstmaligen Gebrauch geübt werden. In Einzelfällen kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder auch zu Entzündungen der Scheide kommen. Die Anschaffungskosten für das Lea Contraceptivum betragen bis zu 50 Euro. Es kann bei sachgemäßer Handhabung bis zu einem Jahr verwendet werden.

Es schützt nicht vor einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Pearl Index

Der Pearl Index für das Lea Contraceptivum liegt zwischen 2-3.

Spirale

Im Unterschied zu den anderen hier aufgeführten Methoden ist die Spirale kein Barriereverhütungsmittel im eigentlichen Sinne. Sie bildet ein T-förmiges oder U-förmiges Stäbchen, das mit Kupfer überzogen ist. Es wird in die Gebärmutter eingeführt und gibt dort stetig Kupferionen frei. Diese verhindern das Vordringen der Spermien bzw. das Einnisten der Eizelle. Die verhütende Wirkung bleibt bis zu fünf Jahren erhalten.

Pro und Contra

Die Spirale ist ein relativ sicheres Verhütungmittel und bietet ein natürliches Gefühl beim Sex. Bei der Verwendung der Spirale muss nicht täglich für die Verhütung Sorge getragen werden. Es gibt sowohl Kupfer- als auch sog. "Hormon"spiralen, erstere wirken aufgrund der Wechselwirkung von Kupferionen auf die Spermien verhütend, letzere sondern gleichmäßig winzige Mengen von Hormonen ab, wie man sie auch im Nuvaring oder der Pille findet.

Eine "Unterart" der Spirale ist die Gynefix, die ebenfalls auf der verhütenden Wirkung von Kupfer basiert. Die Gynefix ist eine Anreihung von kleinen Kupferzylindern auf einen Kunststofffaden (daher auch der Kosename "Kettchen") mit dem Vorteil, daß sich kein schmerzhaftes "Verhaken" wie bei der starren Spirale ereignen kann.

Nach dem Platzieren der Spirale kann es eine zeitlang zu Schmerzen kommen. Unter Umständen kann es zu einer stärkeren Monatsblutung kommen und das Risiko für bakterielle Infektionen ist aufgrund des aus dem Muttermund hervorragenden Rückholfadens leicht erhöht.

Die Verwendung der Spirale schützt nicht vor einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Pearl Index

Der Pearl Index für die Spirale liegt zwischen 1 und 3.

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