23.03.2007

Masturbation

Unter Masturbation wird die manuelle Stimulation der Geschlechtsorgane verstanden, die in der Regel zum Orgasmus führt.

Formen der Masturbation

Im häufigsten Fall handelt es sich bei der Masturbation um eine geschlechtliche Selbstbefriedigung, also eine Form der Autosexualität. Eine Masturbation kann jedoch auch durch andere Personen ausgeführt werden.

Neben der normalen Benutzung der Hand als Stimulationswerkzeug gibt es auch verschiedene Sexspielzeuge und Masturbationshilfen, die zur Unterstützung der Masturbation benutzt werden können.

Die Masturbation stellt gemeinsam mit dem Geschlechtsverkehr die häufigste Form der sexuellen Aktivitäten dar. Auch als Sexpraktik gemeinsam mit dem Partner ist sie beliebt, da bei sehr vielen Menschen allein durch die Beobachtung des masturbierenden Partners die sexuelle Erregung gesteigert wird.

Etymologie

Die Etymologie des Wortes ist nicht sicher geklärt. Oftmals wird es vom lateinischen manustupratio (von manus "Hand" und stuprum "Unzucht") abgeleitet. In dieser Form wird es häufig als "Befleckung/Unzucht mit der Hand" übersetzt. Eine alternative Herleitung bildet sich aus dem griechischen Wort „mezea“ (μεζεα, "Penisse") oder der Vorsilbe "mas-" ("männlich") und dem lateinischen "turbare" ("stören, Aufruhr").

Andere Bezeichnungen vor allem für die Selbstbefriedigung sind:
Onanie (von der biblischen Gestalt Onan – dieser führte jedoch einen Coitus interruptus aus und ließ laut Bibel seinen Samen auf die Erde fallen – Bibel, 1. Mose 38, 1–11), und Ipsation (lateinisch von ipse "selbst").

Umgangssprachlich gibt es für die Masturbation von Männern unter anderem die Verben "wichsen" bzw. "sich einen runterholen". Diese sind die beiden geläufigsten Ausdrücke und gelten als derb oder vulgär.

Techniken und Statistiken

Viele Menschen befriedigen sich in unregelmäßigen Abständen selbst. Statistisch betrachtet masturbieren mehr Männer (ca. 92 %) als Frauen (ca. 60 bis 70 %), und sie tun dies laut Umfragen auch häufiger. Viele davon entdecken die Masturbation und ihren eigenen Körper bereits in der frühen Pubertät, einige erst später und manche schon als Kleinkind oder Säugling.

Masturbiert wird auf ganz unterschiedliche Weise. Mit den Händen bzw. Fingern oder Hilfsmitteln werden die eigenen erogenen Zonen des Körpers stimuliert. Dabei können Gleitmittel (da kein Kondom benötigt wird, ist hier auch einfaches Pflanzenöl beliebt) die Reizung verbessern.

Es gibt auch technische Hilfsmittel wie Vibratoren und Dildos. Im Spezialhandel erhältlich sind auch Puppen mit weiblichen oder männlichen Sexualmerkmalen. Das Masturbieren erfolgt oft unter starker Beteiligung der Phantasie. Durch optische Reize, durch Musik, durch das Betrachten erotischer Fotos oder Filme (beispielsweise Pornofilme), durch ein warmes Bad und durch akustische Reize können die beim Onanieren empfundenen Lustgefühle gesteigert werden.

Gelenkigen Menschen ist auch die orale Selbstbefriedigung möglich; man spricht dann bei Männern von Autofellatio (das Wort Nekrotamie ist viel weniger gebräuchlich). Der Kinsey-Report nennt eine Zahl von 0,2 bis 0,3 % der männlichen Bevölkerung, die dazu in der Lage sind. Hingegen ist die Zahl der Männer, die dies wenigstens ausprobiert haben, wesentlich höher; auch ist dies ein nicht seltener Bestandteil masturbatorischer Traum-Phantasien. Kinsey vermutet hier einen animalischen Hintergrund, denn bei Primaten ist Autofellatio eine normale Form der sexuellen Betätigung.

Bei Frauen wird diese Fähigkeit entsprechend als Autocunnilingus bezeichnet. Eine geeignete Stellung bei Frauen ist jedoch mit extrem wenigen Ausnahmen unmöglich.

Moralische Bewertung

Religiöse Positionen

Nach Auffassung der römisch-katholischen Kirche stellt die bewusste und freiwillige Selbstbefriedigung eine "unreife" und "fehlgeleitete" Form der Sexualität dar.

In einer bestimmten Interpretation der paulinischen Tradition, die sich unter anderem auf Philo von Alexandria zurückführen lässt, die jedoch ausdrücklich nicht von römisch-katholischer Seite gelehrt wird, gilt ferner allgemein jedes geschlechtliche Tun, das nicht der Fortpflanzung dient, als schwere Sünde der Unzucht.

Philosophische Bewertung

Nach Immanuel Kant ist die Selbstbefriedigung eine sittliche Verfehlung. Der natürliche Zweck des Sexualtriebes, dem nicht zuwider gehandelt werden darf, ist für ihn die Fortpflanzung. In seiner Metaphysik der Sitten legt er dar, dass die "wohllüstige Selbstschändung" (d. h. die Masturbation) eine Verletzung der Pflicht des Menschen gegen sich selbst ist, weil er seine eigene Persönlichkeit aufgibt, indem er sich selbst als reines Mittel zur Befriedigung seiner Triebe gebraucht.

Diese Selbstaufgabe erfordere nicht einmal Mut, sondern nur ein Nachgeben gegenüber dem Trieb, und wird deshalb von Kant als noch schlimmeres moralisches Vergehen bewertet als der Selbstmord.

Psychologische Bedenken

Manche Psychologen sind der Auffassung, dass der Verzicht auf Selbstbefriedigung im Rahmen der Befolgung einer solchen strengen Sexualmoral zu psychischen Erkrankungen führen kann, während andere mit C.G. Jung die Auffassung vertreten, dass eine freiwillige und auf religiösen Motivationen beruhende sexuelle Enthaltsamkeit keineswegs schädlich sei.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Masturbation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Weitere Themen

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Alfred Charles Kinsey war ein US-amerikanischer Sexualforscher, der als erster statistische Erhebungen über das Sexualverhalten von Frauen und Männern durchführte.

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