Neben Kondomen ist das Wissen um die Gefahren einer HIV-Infektion der beste Schutz vor Aids. Die Kenntnisse seien in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet, sagte Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) in Bonn dem dpa-Themendienst anlässlich des Welt-Aids-Tages am Montag, den 1. Dezember.
Zu Beginn einer neuen Beziehung benutzen 80 Prozent der Menschen Kondome. Trotzdem gebe es immer wieder leichtsinniges Sexualverhalten. "Eine Rolle spielt heute sicherlich, dass Aids nicht mehr als so gefährlich eingeschätzt wird, weil es viele Behandlungsmöglichkeiten gibt."

HIV sei aber nach wie vor weltweit verbreitet und die Ansteckungsgefahr bei ungeschütztem Sex immer vorhanden. "Viele Menschen schätzen das Risiko ab, ob ein Kondom nötig ist. Ein solches Aushandeln des Schutzverhaltens ist fehleranfällig und risikobehaftet", sagte Pott.
Die statistische Wahrscheinlichkeit, jemanden mit einer HIV-Infektion zu treffen, sei heute aber höher als früher. Denn Lebenserwartung und -qualität der Infizierten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, viele sind sexuell aktiv.
Andererseits stimme der Rückschluss, die Menschen würden in ihrem Schutzverhalten angesichts sinkender Aids-Todesfälle insgesamt wieder leichtsinniger, nicht. "Vor 15 Jahren hat weniger als die Hälfte der 16- bis 20-Jährigen Kondome verwendet." Heute seien es zwei Drittel. "Das Kondom hat sich als Hygieneartikel durchgesetzt, die Menschen schützen die eigene Gesundheit", lobte Pott.
(dpa)




