Das Thema Impotenz ist sehr vielschichtig. So gibt es verschiedenste Ursachen und auch die unterschiedlichsten Behandlungsmöglichkeiten, wenn das beste Stück des Mannes nicht so will wie er.
Wie viele Männer davon betroffen sind, lässt sich nur schwer sagen. Eine ältere Studie, die Ende der 90er Jahre durchgeführt wurde, konstatiert, dass ca. 20 Prozent der deutschen Männer im Alter von 30 bis 80 Jahren mit Impotenz-Problemen zu kämpfen haben. Amerikanische Studien sollen hingegen wohl sogar von ca. 50 Prozent der über 40-jährigen Männer ausgehen.

Mit Hilfe von Christiane Klos, Pharma-Beauftragte bei einem deutschen Potenzmittel-Hersteller, widmen wir uns der erektilen Dysfunktion – so der medizinische Name für den umgangssprachlichen Begriff Impotenz – etwas genauer. Zudem möchten wir das neue pflanzliche Produkt Tauralis vorstellen, das laut Herstellerangaben Abhilfe bei Impotenz verspricht. Interessierte Männer können uns ihre Meinung zum Produkt durch einen eigenen Test kundtun (mehr dazu auf Seite 2 des Beitrags).
Wie entsteht eine Erektion?
Um Potenzprobleme verstehen und lösen zu können, sollte man sich zunächst anschauen, wie eine Erektion überhaupt zustande kommt.
Nach dem Empfang von bestimmten sinnlichen Reizen, beispielsweise durch den Austausch von Zärtlichkeiten oder den Anblick einer attraktiven Frau, sendet das Gehirn Nervenimpulse an den Penis. Durch Freisetzung von Neurotransmittern an den Nervenenden, erschlafft die glatte, nicht willkürlich steuerbare Schwellkörpermuskulatur.
Außerdem wird zeitgleich in den Arterien des Penis' durch Stickoxyd das Enzym Zyklase aktiviert. So wird die chemische Verbindung GTP in eine sogenannte ringförmige Struktur (cGMP) umgewandelt. Diese chemischen Reaktionen sind ebenfalls Voraussetzung für eine Erschlaffung der Schwellkörpermuskulatur.

Durch die Erschlaffung werden nun die Hohlräume der Schwellkörper größer, Blut kann einfließen und der Penis wird größer. Die Ausdehnung der Schwellkörper bewirkt auch eine Komprimierung der Venen, so dass der Blutabfluss stark gedrosselt wird. Die vollständige Versteifung schließlich wird durch die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur herbeigeführt.
Nach dem Höhepunkt und der Ejakulation lässt zusammen mit der sexuellen Erregung auch der Blutzustrom nach. Durch ein weiteres Enzym, das Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) wird das cGMP abgebaut, die Venen erweitern sich wieder, das Blut kann abfließen und die Erektion lässt nach.
Dieser komplexe Vorgang kann nun an verschiedenen Stellen gestört oder beeinflusst sein.
Mögliche Ursachen von Impotenz
Eingangs sei darauf hingewiesen, dass man(n) nicht zwangsläufig von einer Impotenz ausgehen muss, wenn man(n) mal einen Hänger hat. Kurzzeitige Erektionsprobleme können durchaus situationsbezogen auftreten. Eine langfristige Störung und damit eine Impotenz liegt in der Regel dann vor, wenn mindestens sechs Monate bei ca. 70 Prozent der Versuche Sex zu haben, kein Erfolg sichtbar ist.
Die Ursachen für Potenzprobleme bzw. eine erektile Dysfunktion sind mannigfaltig. Dabei unterscheidet man zwischen organischen (physischen) und psychischen Gründen. Vielfach können auch mehrere Ursachen eine Potenzstörung bedingen bzw. können zunächst rein physische Probleme auch zu psychischen führen. Zudem darf auch die Einnahme von Medikamenten nicht außer Acht gelassen werden.
Physische Gründe

Zu den am häufigsten beschriebenen organischen Ursachen zählen Erkrankungen der Blutgefäße. Hier spielen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes sowie erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte eine Rolle.
Aber auch Arterienverkalkung, Probleme mit der Schilddrüse (Unter- und Überfunktion), Leber- und Nierenleiden und Operationen im Beckenbereich sind als mögliche Gründe zu nennen. Ferner ist es möglich, dass starkes Übergewicht und übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum zu Erektionsstörungen führen.
Psychische Gründe
Psychische Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind hingegen oft nicht so einfach zu erkennen, jedoch vielfach selbst durch offene Gespräche beispielsweise mit dem Partner oder einem Arzt bzw. Psychologen erfolgreich kurierbar. In diese Rubrik fallen oftmals Beziehungsprobleme wie Eifersucht, unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse oder zu wenig Zeit für- und miteinander.

Auch Versagensängste sind bei psychischen Ursachen häufig relevant. Hier kann sich mitunter sogar ein regelrechter Teufelskreis entwickeln in der Art, dass es einmal nicht klappte und man(n) beim nächsten Mal wieder Angst hat, zu "versagen". Diese Angst blockiert dann zwangsläufig immer wieder die Erektion.
Zudem können Stress sowohl im privaten familiären Umfeld als auch am Arbeitsplatz, Müdigkeit und Überarbeitung Erektionsstörungen bedingen. Finanzielle Probleme, die Befürchtung, den Job zu verlieren oder gesundheitliche Ängste belasten den Kopf und Psyche ebenso und machen ein zufriedenes Sexleben schwierig.
Medikamentöse Gründe
Vielfach müssen bei bestimmten Krankheitsbildern Medikamente eingenommen werden. Leider bringen diese vielfach unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Dazu können unter Umständen eben auch Einschränkungen in der Erektionsfähigkeit gehören. Wer hier also Veränderungen feststellt, sollte zunächst einen Blick auf den Beipackzettel werfen. Mitunter ist die Ursache für die Störungen dann schnell ausgemacht.
Vor allem Medikamente gegen Bluthochdruck, Cholesterin-senkende Mittel, Herzmittel, entwässernde, harntreibende Medikamente können etwaige Potenzprobleme mit sich bringen.
Sollten Erektionsprobleme bereits über mehrere Monate anhalten und die Ursache nicht auffindbar sein, ist dringend der Besuch eines Arztes zu empfehlen. Vielfach können Erektionsstörungen auch Vorboten für die aufgeführten oder andere Krankheiten sein.
Behandlung von erektiler Dysfunktion
Bei der Behandlung von Impotenz muss nicht sofort auf Medikamente zurückgegriffen werden. Vielfach hilft es auch, wenn man(n) ein wenig seine üblichen Gepflogenheiten verändert: So wirkt sich beispielsweise eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduzierung bei Übergewicht und die Mäßigung bei Alkohol und Tabak allgemein positiv auf die Gesundheit aus. Auch speziell bei Erektionsproblemen sind diese Maßnahmen förderlich, da sie Gefäßveränderungen vorbeugen.
Psychische Ursachen mit offener Kommunikation angehen

Insbesondere bei psychisch bedingten Problemen können Gespräche mit einem Freund oder der Partnerin helfen. Obwohl das vielfach sicherlich nicht einfach ist, sollte man sich zu diesem Schritt überwinden. Hier können vielleicht auch Erkenntnisse und Gründe ersichtlich werden, die einem vorher nicht so bewusst waren.
Insbesondere die offene Kommunikation mit der Partnerin bzw. dem Partner ist sehr wichtig, nicht nur wenn Beziehungsprobleme vorliegen. Dabei sollten keineswegs Schuldzuweisungen oder ähnliches thematisiert werden, vielmehr sollte jeder seine Empfindungen, Ängste und Wünsche offen aus der Ich-Perspektive darlegen.
Um Versagensängste zu umschiffen, könnte man vielleicht zunächst den Sex im Sinne einer Penetration mal außen vor lassen und sich gegenseitig verwöhnen, ohne auf einen Geschlechtsakt hinzuarbeiten. Für den betroffenen Mann ist sicherlich ein schönes Gefühl, zu erleben, dass er seine Partnerin auch anders befriedigen kann, beispielsweise durch Oralsex oder das Einbeziehen von Sexspielzeug.
Kommt man(n) aus seinem Teufelskreis allein bzw. durch Gespräche im vertrauten Umfeld nicht raus, sollte man vielleicht doch an eine professionelle Beratung bzw. Therapierung durch einen Psychologen denken. Hier empfiehlt es sich einen auszuwählen, der sich auf Sexualtherapie spezialisiert hat. Der Fachmann bzw. die Fachfrau hilft die psychischen Ursachen zu bekämpfen und Lösungen aufzuzeigen.
Möglichkeiten der Behandlung bei organischen Ursachen
In diesem Bereich gibt es verschiedene Formen der Behandlung von erektiler Dysfunktion. Einerseits ist hier eine medikamentöse Therapie mit verschreibungspflichtigen chemischen Produkten zu nennen. Dabei ist das Hinzuziehen eines Facharztes unabdingbar, u.a. um Kontraindikationen und Dosierungen zu eruieren. Aber auch pflanzliche Mittel frei von Chemie oder mechanisches Zubehör können bei Erektionsproblemen helfen.
Chemische Medikamente
Die bekanntesten sind sicherlich Produkte wie Viagra®, Levitra® oder Cialis®. Gemeinsam ist allen drei Produkten, dass sie sogenannte PDE5-Hemmer sind.

PDE5 ist dafür verantwortlich, dass sich die Erektion wieder legt, also das Blut wieder abfließen kann. Wird dieses Enzym zu früh aktiv, erschlafft auch der Penis frühzeitig. Die PDE5-Hemmer verhindern dies. Allerdings wirken sie nur, wenn eine gewisse Steifheit des Penis' vorhanden ist. Wird der Penis gar nicht mehr steif, werden diese Medikamente auch nicht helfen können.
Weiterhin wirken sie nur über einen begrenzten Zeitraum (zwischen ca. drei bis 17 Stunden) nach der Einnahme. Das heißt: Man muss "planen", wann es zum Geschlechtsverkehr kommen wird. Vor allem bei Levitra® oder Cialis® kann auch fettreiches Essen die Wirkung negativ beeinflussen.
Zudem können unerwünschte Nebenwirkungen, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen und Sehstörungen auftreten.
Mechanische Erektionshilfen
Für viele gehören sie bereits ganz selbstverständlich als Sexspielzeug zum Liebesleben dazu: Penisringe, oder auch Cockringe genannt, werden über den Penis gezogen und drosseln den Blutabfluss. So helfen sie, die Erektion aufrecht zu erhalten. Allerdings muss dafür eine gewisse Anfangssteifheit vorliegen.
Es gibt die Penisringe in verschiedenen Materialien, beispielsweise Leder, Latex, Silikon und Metall, und diversen Größen. Unabhängig von einer erektilen Dysfunktion werden Cockringe auch als Intimschmuck oder einfach zur Intensivierung des Gefühls beim Sex genutzt.
Ein anderes mögliches Hilfsmittel ist eine sogenannte Vakuumpumpe. Dabei handelt es sich um einen Plastikzylinder, der den Penis umhüllt. Das Gerät erzeugt einen Unterdruck, wodurch der Penis steif wird. Nun kann man(n) einen Cockring anlegen, um die Gliedsteife beizubehalten.
Beide mechanischen Hilfsmittel sind in Sex- und Erotikshops erhältlich.
Pflanzliche bzw. natürliche Mittel
Auf dem Markt gibt es viele unterschiedliche Mittel, die eine potenzsteigernde Wirkung versprechen. Vielfach beinhalten sie traditionelle Heilmittel verschiedener Kulturen. Da es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann, empfiehlt es sich, auch bei pflanzlichen Mitteln einen Arzt zu konsultieren.

Im Folgenden werden einige bekannte, traditionelle Mittel vorgestellt, die in Deutschland meist in Tablettenform erhältlich sind.
- Erd-Burzeldorn: Die Pflanze ist in tropischen und subtropischen Ländern Asiens, Afrika und Südeuropa verbreitet. Sie wird meist als Tonikum gereicht und soll eine potenz- und testosteronsteigernde Wirkung haben, die in Tests bei Ratten nachgewiesen wurde. Ein Nachweis in einer klinischen Studie am Menschen fehlt bisher allerdings. Jedoch wird es bei Bodybuildern oft als "natürliches" Anabolikum genutzt, da es auch eine muskelstärkende Wirkung haben soll.
- Damiana: Hierbei handelt es sich um einen Strauch, der vor allem im südlichen Nordamerika und Südamerika wächst. Dieser Pflanze wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Sie soll bereits bei den Maya als Mittel gegen Impotenz genutzt worden sein. Jedoch gibt es noch keinen wissenschaftlichen Nachweis dazu.
- Ginkgo Bilboa: Ginkgo ist vor allem in China und Japan verbreitet, wächst aber auch in Europa. Es ist nachweislich durchblutungsfördernd und wird z.B. bei Alzheimer, Tinnitus oder auch Impotenz eingesetzt.
- Ginseng: Das Gewächs ist vor allem in Ostasien beheimatet. Es wird bereits seit Jahrtausenden in asiatischen Kulturen gegen u.a. Angstzustände, Schlaflosigkeit, Impotenz oder Unfruchtbarkeit der Frau angewendet. Ginseng fördert vor allem die Durchblutung, kann aber als negative Nebenwirkung eine Verminderung der Blutgerinnung zur Folge haben.
Erfahrt auf der nächsten Seite mehr über den pflanzlichen Wirkstoff L-Arginin und das Potenzmittel Tauralis.
- 1. Teil: Impotenz - Ursachen und Behandlung
- 2. Teil: L-Arginin - natürliche Hilfe bei Impotenz







