07.10.2010

Gut gefickt ist schon mal was

Eine gut gefickte Frau hat viel mit Emanzipation zu tun.

Männer, die aufgrund der Emanzipationsbewegung zu sexuellen Weicheiern mutieren, weil das zur Zeit politisch korrekt ist, will Frau ebensowenig, wie den sprichwörtlichen Bad Boy oder Supermacho. Frau will Sex und Sex ist eine Sache zwischen zwei erwachsenen Menschen. Nicht mehr und nicht weniger. Doch wenn es nur so einfach wäre ... Problemlösungsansätze liefert unsere Kolumnistin Sophie Andresky.

Gut gefickt ist schon mal was

Die guten Jungs kommen in den Himmel, aber wirklich ficken will die Kümmerer und Sensibelchen keiner ...
Die guten Jungs kommen in den Himmel, aber wirklich ficken will die Kümmerer und Sensibelchen keiner ...

Seit die Frau sich emanzipiert hat, ist ein netter Mann im Bett kein rücksichtsloser Rammler mehr, kein hungriger Hengst, kein stoßender Stecher. Er ist sensibel, kennt sich mit der weiblichen Anatomie aus und kümmert sich um die weiblichen Bedürfnisse. Das ist nett von ihm, so nett, wie wenn jemand am Wochenende verfilzte Hunde im Tierheim kämmt oder schwerhörigen Omis Rosamunde Pilcher ins Schrumpelohr schreit. Her mit der Medaille, dem Pokal, dem Bundesverdienstkreuz für die sexuellen Kümmerer - wäre da nicht eine Kleinigkeit: Der Hiwi, der zum zehnten Mal geduldig einen Löffel Brei zwischen zwei zahnlose Kiefer schiebt, ist zwar herzig, allerdings nicht besonders geil. Gute Jungs kommen auf jeden Fall in den Himmel, aber um als Frau mit ihm zum Orgasmus zu kommen, braucht es etwas anderes, und damit meine ich jetzt keinesfalls den berüchtigten Bad Boy.

Ficker ohne Grenzen und Multitasking

Sind Männer wirklich keine Multitasker? Und ist Multitasking nicht nur die Ausrede der Frauen, von allem etwas und nichts richtig zu können?
Sind Männer wirklich keine Multitasker? Und ist Multitasking nicht nur die Ausrede der Frauen, von allem etwas und nichts richtig zu können?

Nette Männer, die Frauen behandeln wie eine seltene Tierart, Männer, bei denen Sex ausartet zur Behindertenpolitik, haben den Grundgedanken von Feminismus nicht wirklich verstanden. Denn Sex ist keine Entwicklungshilfe im Bett, da geht es nicht um "Ficker ohne Grenzen". Sex ist eine Sache zwischen zwei erwachsenen Menschen.

Und mündige Frauen warten nicht, bis ihnen ein Mann den Orgasmus auf den Silbertablett präsentiert. Mädels, die wissen, was sie brauchen, holen es sich. Das Problem der Männer, die lustvoll ficken und besonders nett sein wollen, ist, dass sie beides kaum gleichzeitig hinkriegen – und dass letztendlich beides nicht klappt. Der Mann an sich ist ja eher weniger multitaskingfähig. Wer das für ein Klischee hält, der versuche mal, einen Mann zu fragen, wo die Autoschlüssel sind, während er eine Mail schreibt. Da sieht man es ganz deutlich: Entweder er kümmert sich um mich oder um die Mail.

Beim Vögeln funktioniert das nicht anders.

Arbeitsteilung beim Sex

Deshalb ist wie bei allem, das man zu zweit betreibt, Arbeitsteilung eine tolle Idee. In der heißen Phase, den letzten Momenten vor dem großen Gesabber und Gekreische, kümmere sich ein jeder um seins. Jeder um seine Körperteile. Jeder um seine Lust. Ja, das klingt nicht superromantisch, aber Orgasmen sind nicht romantisch. Kuscheln ist romantisch, Küssen auch, sich hinterher erzählen, was man empfunden hat, von mir aus, aber der Orgasmus selbst, der ultimative Abschuss, bei dem alles an Kontrolle und gutem Benehmen über Bord geworfen wird, alles Denken, Analysieren oder Kommunizieren wie Ballast von einem fällt und man eine Grenze überschreitet, dieser Ausnahmezustand also ist eine einsame Sache.

Sex ist ein Spiel, für zwei und mehr Mitspieler.
Sex ist ein Spiel, für zwei und mehr Mitspieler.

Da braucht man keinen Lover, der sich Mühe gibt und wie Scottie auf der schon explodierenden Enterprise an allem rumschraubt, was ihm unter die Finger kommt, da braucht man einfach einen, der beim Countdown nicht stört. (Bei der berühmten 69 zum Beispiel finde ich, stört man sich gegenseitig mehr, als sich geil zu machen, das fühlt sich doch an, als würde man mit einer großen schwitzigen Fleischwurst wrestlen.)

Deshalb schätze ich zum Beispiel a-tergo-Sex sehr. Knieend habe ich viel Platz zwischen den Beinen, um mich da anzufassen, wo es schön ist. Je nachdem welche Laune meine Klitoris heute hat, kann ich sie vorsichtig antippen, heftig drücken und rhythmisch rubbeln, während der Mann, der hinter mir kniet, das tut, was Männer nun einmal am besten können: ficken. Gefickt werden ist eine wundervolle Sache, und wenn man schon mal jemanden da hat, der perfekt dafür ausgestattet ist, na prima.

Ficken macht Spaß!

Vielleicht sagen wir es euch zu selten, dass uns das wirklich Lust macht. Nicht nur das Vorspiel, nicht nur das Fingern und Lecken, sondern auch das reine Ficken. Es macht Spaß, wenn die Eichel ihren Kopf durch den Möseneingang schiebt, wenn der Schwanz dann ganz in die Möse hineingleitet, wenn er sich an den Wänden reibt und es im Fötzchen immer nasser wird, wenn die Hoden mit leisem Klatschen gegen die äußeren Schamlippen schlagen.

Anfangs mag ich es gern, wenn der Reiz variiert, wenn der Mann spielt, wenn er mich mal nur ganz vorn am Eingang fickt und dann wieder tief in mich hineingleitet, wenn er kleine Pausen macht oder in der Poritze herumfingert. (Nägel maniküren, liebe Männer, hat nichts mit Schwultum zu tun, ehrlich, feilt euch die Nägel! Eine rissige splittrige Hornhaut an der Rosette ist nicht geil, und wenn scharfkantige Fußnägel die Waden aufschrammen, ist das der absolute Lusttöter, also kürzt, feilt und cremt eure Pranken!)

Auf zum Höhepunkt!

Aber geht es dann auf den Endspurt zu, werde ich zur Puristin. Spart euch den x-ten Stellungswechsel. Verlangt nicht, dass ich meinen Fuß hinterrücks auf eure Schulter lege (da zahlt sich das Yogatraining zwar endlich mal aus, aber geil ist es nicht), fummelt nicht zwei Fingerbreit neben meiner Klitoris herum, falls ihr sie in der Hitze des Gefechts nicht so genau findet (dicht daneben ist auch vorbei), drückt mich nicht mit eurem Körpergewicht auf die Matratze, um doch noch mal die Brustwarzen zu zwirbeln.

Das Fernziel: vollendete Extase für beide.
Das Fernziel: vollendete Extase für beide.

Ihr seid mein Lover, nicht mein Hiwi. Ich bin ein großes Mädchen und weiß, was zu tun ist. Ein Mann ist kein Ritter, der mit dem Orgasmus auf der Lanze herangaloppiert kommt wie früher mit dem abgeschlagenen Drachenkopf. Ihr braucht euch nicht zu kümmern, fickt einfach.

Nur ficken. Das aber gut. Ihr könnt gern allmählich schneller und härter werden, solange ihr den Rhythmus möglichst gleichmäßig haltet. Quengelt nicht rum oder japst "kommkommkomm", das nervt. Wenn es irgendwie machbar ist, schätze ich es sehr, zuerst zu kommen. Nicht weil das höflich wäre wie Türaufhalten oder Stuhlranrücken, sondern weil es sich heiß anfühlt, wenn sich die Möse beim Orgasmus zuckend zusammenzieht und sie dabei noch einige Male gestoßen wird.

Und habt keine Hemmungen, euch in diesen letzten Minuten um euch selbst zu kümmern, euch den Finger in den Po zu schieben oder euch im Spiegel zu bewundern, oder was euch sonst heiß macht. Denn eine gut gefickte Frau, die befriedigt, schweißnass und rachitisch atmend auf dem Laken liegt, hat sehr viel mit Emanzipation zu tun.

Warum die Sexindustrie immer noch a man’s world ist, wieso Frauen es auch nicht besser machen und was ich bei Feministinnen nicht verstehe, dazu mehr in der nächsten Kolumne.

© Sophie Andresky

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Kommentare


@ Jan:

Was für ein blöder Vergleich. Sex ist ein Trieb, Urlaub nicht.
Der Artikel

ist der 1000.von platten Beiträgen über das Fickthema.
Die Autorin schreibt leider nicht über ihre Wünsche ,( be)schreibt eher eine Bedienungsanleitung für Männer.Die Wortwahl amüsiert mich teils,aber darunter schwelt der Eindruck,dass sie Männer nicht wirklich mag..
So spricht sie von Feminismus und Emanzipation ,
deren Errungenschaften sie im Bett nur stören(,also kein Kümmerer, kein einfühlsamer und empathischer Mann, da unerotisch) aber auch kein Hengst und bad boy,das wäre ja dann doch zu plakativ und hirnlos.leider geht sie auf das wichtigste nicht ein,das HIRN!!
Ich habe noch nie verstanden,was dagegen spricht ,dass der Mann es mir einfach besorgt! Nur, dumm fickt eben NICHT gut,Nicht bei der Frau,nicht beim Mann.Das sind doch auch genau die 2 Pole ,die sexuelle Stimulanz ausmachen ,Hirn und Lust , dann das spielen mit den naturgegebenen Unterschieden unabängig von der weiblichen und männlichen Rolle!! Dazu gehört INTELLIGENZ.
Und jetzt soll der Gipfel der Lust für uns Frauen sein,dass wir eine Reise zu zweit getrennt buchen und die grosse Einsamkeit im Orgasmus als Erfüllung betrachten mit einem Mann,dem wir vorher und währenddessen mächtig Entwicklungs,gar Erziehungshilfe bieten?indem wir ständig darauf verweisen ,was rockt,was abturnt?Wir besorgen es uns selbst in der Idealstellung während des Akts!ja soooo emanzipiert sind wir! ..und wieso ist Kontrollabgabe und Grenzüberschreitung erst mit dem Orgasmus möglich?
ich will nicht nur meckern,finde den Part ,in dem sie schreibt:"Ladys first beim Höhepunkt" aus genau den besagten Gründen,die dort beschrieben stehen,sehr treffend. Der Artikel ist witzig verfasst ,auch wenn sie Kerle beschreibt,die ich nicht mit dem A...anschauen würde ,wer will bitte Sex mit einem Narzissten,der sich während des Liebesakts beim Höhepunkt im Spiegel betrachtet, oder der Tip mit der Maniküre soll wohl eher die hirnlosere Männerfraktion supporten?
Mir strotzt der Titel zu sehr von technischen Übungen,die nun das non plus ultra sein sollen.Wie gesagt,sprachlich eine Nuance zu sehr,"der Mann ist Beiwerk" Für mich vermittelt die Autorin ,gerade im Part über den selfmade Höhepunkt kein allgemeingültiges Bild .
Ich persönlich bevorzuge den Mann,der sagt",hey Mädel ,sag einfach Bescheid,wenn du willst ,ich will eigentlich immer mit dir"ohne Bohei und so schön unkompliziert.das ist ehrlich ,männlich,für mich ganz erotisch und null langweilig.
weil ich einfach Frau sein kann (emanzipiert bin ich eh!),ohne Leistungsdruck und Erwartungshaltung,die habe ich nämlich an ihn auch nicht..

Jetzt hab ich mir doch mal die Mühe gemacht und die Kolumne gelesen.
Und stelle fest:
Die gute Frau ist schlicht eines vaginalen Orgasmus nicht fähig.
Gut gefickt komme ich.
Ohne rumfingern und sonstwas. Und das krieg ich auch ohne vorherige Anleitung weitergegeben.

Entweder mittendrin (jaja, das klassische "Hör nicht auf")
oder hinterher ganz sachlich (Du, wenn ich derart stöhne und schreie, dann mach einfach weiter mit dem was du tust).

*my2cents*
Was ich nicht verstehe

Ich habe den Text gerade gelesen und neben der untauglichen Verallgemeinerung verstehe ich vor allem einen Punkt nicht:

Jeder ist beim Orgasmus alleine?
Das klingt ja so, als würden bei der Autorin die Orgasmen immer gemeinsam im gleichen schmalen Zeitfenster stattfinden, so dass jeder mit sich auf einer einsamen Reise gen Höhepunkt strebt.

In meinem Sexleben waren gemeinsame Orgasmen schon deshalb die Ausnahme, weil meine Partnerin deutlich mehr hat als ich. *zwinker*

Schon deshalb ist die Mehrzahl ihrer Höhepunkte kein einsames Rennen. Darüber hinaus halte ich jemanden für einen guten Liebhaber, wenn er den letzten Weg initieren und unterstützen kann. Ich selbst finde nichts schöner als eben das zu spühren: Meine Partnerin geht dem Höhepunkt entgegen und ich gebe ihr in dem Moment das, was sie braucht.

Vielleicht, da kenne ich mich nicht aus, ist er einsame Weg zum Höhepunkt der sichere oder bei wechselnden Partnern ohne Kenntnis des Körpers des Gegenübers der bessere?

In der Partnerschaft in der ich lebe, ist der Orgasmus meiner Freundin vieles, aber mit Sicherheit kein Moment der Einsamkeit.

Allerdings möchte ich hier einschränken, dass ich damit aus meinen Erfahrungen spreche und meiner Meinung nach nicht alle Frauen so fühlen wie meine Partnerin.
Und natürlich kann man auch einfach mal ficken ohne nachzudenken. Aber daraus gleich von DEN Frauen und DEN Männern zu sprechen... Klischee lässt grüßen.

Brynjar

Nö warum auch, Urlaub würde dich ja was kosten. Den Schwengel mal eben hinzuhalten, kostet ja nix. Sich sachlich über Sex zu unterhalten, ohne sich selbst dabei aufzugeilen, fällt vielen schwer, in Abhängigkeit von der Umgebung auch mir. Eine schummerige Bar bietet einen anderen Hintergrund, als die Damenbinden- Abteilung im Supermarkt.

Warum Frauen sich schämen über Sex zu reden?
Weil der Großteil ihn nicht versteht, keine Orgasmen hat, das Gefühl hat, was falsch zu machen und sich schämt, weil sie denken, nicht gut zu sein.
Niemand redet gern über etwas, das er nicht kann. Das ist bei Frauen und Sex dasselbe, wie bei Männern und Kochen *baeh*

Jaja,Verallgemeinerung olè, verkneift`s euch *nase*
@Miss_Plastique

Auch Männer können - mit Frauen und auch untereinander - stundenlang über Sex reden, ohne dass sie es danach gleich tun müssten. Nur weil ich mich mit jemandem über seinen Urlaub unterhalte, renne ich anschliessend auch nicht sofort ins Reisebüro...

Ich kann stundenlang über Sex reden, ohne ihn danach praktizieren zu müßen.
ich nicht:

Männer können das auch, nur nicht untereinander!

Naja, auf jeden Fall verstehe ich nicht, warum viele (meistens Frauen) sich shcämen oder sonstwas, über Sex zu reden.

Vermutlich hast du dir die Antwort schon selbst gegeben:

Ich bin der Meinung, dass Menschen viel zu selten SACHLICH (sprich, eifnach ohne Hintergedanken) über Sex reden.
Männer können das wohl nicht.
@Miss_Plastique

Muss ich dir schon teilweise schon recht geben. Zumindest aus meiner subjektiven sicht denkt man dann schon immer sehr praktisch / pragmatisch. Wenn man schon so gut darüber geredet hat warum nicht gleich mal was davon ausprobieren :).

Ich rede, diskutiere und unterhalte mich auch wahnsinnig gerne über sex und weiß auch nicht was es sich dabei zum schämen gibt.

Will jetzt nicht grundsätzlich über alle Männer urteilen, und ich kann jetzt nicht sagen das man nach so einer diskussion immer über einander herfällt. Geht oft ja auch gar nicht. Aber zumindest hat einem die Lust und Geilheit anschließend schon etwas unter Kontrolle :p
  • Neu hier? Kein Problem!
Sex, Sex, Sex