Flotter Dreier, vereinfacht auch oft nur Dreier oder im Englischen Threesome genannt, bezeichnet umgangssprachlich den Sex zu dritt. Die Mathematiker unter euch können sicher schnell die Anzahl der Möglichkeiten ausrechnen, die sich dabei aus dem männlichen und weiblichen Geschlecht ergeben können. Die wohl bekanntesten Varianten sind sicher MMF, bei der zwei Männer (M) eine Frau (F) beglücken, und FFM, wo ein Mann Sex mit zwei Frauen hat. In Hessen wird von FFM auch oft in den Nachrichten gesprochen :)
Unsere Kolumnistin Sophie Andresky beschäftigte sich einmal mit dieser (zugegeben recht niedrigzahligen) Variante des Gruppensex.

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Das Tier mit den drei Rücken
Sechs Beine im Bett deuten nicht unbedingt auf Ungeziefer hin. Im besseren Fall gehören die anderen vier zwei sehr netten, sexy Menschen, und zu dritt erlebt man eine Nacht voller Stöhnen, Schreien, Wimmern und all dieser Urwaldgeräusche, die man so macht, wenn es horizontal gerade beim flotten Dreier besonders hitzig ist. Ob Wonne oder Wanze, das liegt wie immer beim Sex größtenteils in der eigenen Verantwortung, wobei einem schon bewusst sein sollte, dass dreifache Lust auch dreifache Komplikationen bedeuten kann, denn wie alles im Leben wird eine Sache nicht unbedingt einfacher, wenn mehr Menschen beteiligt sind – da unterscheidet sich die Organisation des Weihnachtsabends nicht vom Rudelbums.

Aber witzig kann es mit mehr als zwei Beteiligten durchaus sein, und wer will es schon immer einfach haben. ("Nichts ist einfach außer Jammern" – das steht auf einem Post-it, das seit Jahren auf meiner Schreibtischlampe klebt. Gut, da klebt auch ein anderer Zettel, der sagt "Mach es wie zwei Schnecken ficken: langsam", aber das bezieht sich eher auf meine Jetzt-gleich-sofort-Mentalität und ist ein ganz anderes Thema.)
Flotter Dreier - bitte nicht mit Paaren!
Bei einem flotten Dreier denken die meisten an ein sexuell experimentierfreudiges Paar, das sich ein schönes Playgirl zum Spielen mit dazu nimmt. Nach meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Paare sind Paare, weil es zwei sind. Hände weg vom Dreier. Paare machen nur Probleme - und zwar egal, ob man Bestandteil der festen Beziehung oder die eingeflogene Touristin im Land der Lust ist. Wenn man seine Befriedigung nicht in einer totalen Dienstleistungsmentalität findet und gerne die selbstlose Samariterin gibt, hat das Liebesglück mit einem Pärchen schnell einen faden Beigeschmack. Es fallen zum Beispiel Scherze, die man nicht versteht. Die beiden nennen sich "Pupsiebär" und "Chocie", wissen, wo genau die Gleitcreme im Nachttisch liegt, und dass er es hasst, in die Brustwarzen gebissen zu werden. Man fühlt sich da schnell wie ein neues Sextoy, das abgeschaltet wird, sobald es seinen Zweck erfüllt hat.
Ist man wiederum die Partnerin und teilt den eigenen Mann beim flotten Dreier plötzlich mit einer fremden Frau, ist das ebenfalls nicht ohne. Sieht sie nackt besser aus als ich? Stöhnt sie lauter? Macht, kann oder genießt sie etwas, das ich immer lieber ablehne? Gibt es eine magische Verbindung zwischen ihr und meinem Mann, die mir gefährlich werden kann? Wie werden wir sie nachher höflich wieder los?
Für Bisexuelle ist ein flotter Dreier ein Paradies

Das heißt aber nicht, dass flotte Dreier nicht schön wären. Sie können großartig und flashend sein, vor allem, wenn man wie ich bisexuell ist und das endlich mal gleichzeitig ausleben darf. Die Fremdheit eines Männerkörpers mit den starken Armen, dem Geruch, der mir die Nackenhärchen aufstellt, und natürlich seinem Penis auf der einen Seite des Kissens. Und auf der anderen eine weiche, angenehm duftende Frau mit ihrer zarten Haut, ihren Brüsten und ihrer feuchten Spalte. Überall Hände, Finger und Münder, die tasten, reiben, eindringen, lecken. Außerdem schätze ich beim flotten Dreier sehr die Spielarten, für die zwei einer zu wenig sind, wie z.B. gevögelt und dabei geleckt zu werden. Oder a tergo zu ficken und dabei jemanden, der unter mir liegt, küssen zu können. Im Dunkeln nicht zu wissen, wer von beiden einen gerade streichelt, den unmittelbaren Vergleich zu haben und bei beiden Körpern das Schönste zu genießen, das ist schon ein Thrill, der sich kaum überbieten lässt.
Besonders aufregend: Flotter Dreier beim One-Night-Stand
Wirklich enthemmt und sorglos, also ohne irgendwelche emotionalen oder sonstwie verstörenden Konsequenzen, empfinde ich einen flotten Dreier aber nur, wenn er ein One-Night-Stand ist mit zwei anderen Leuten, die sich gegenseitig nicht besser kennen als mich. Drei Singles, die in einer Bar anfangen, umeinander herumzutanzen, mit Blicken, Gesten, Worten. Die alle drei neugierig und erregt sind und eine ganze Weile lang nicht wissen, ob sie es wirklich tun werden – das ist die perfekte Ausgangssituation und viel kribbelnder als das Bewerbungsgespräch zwischen einem Paar und einer potentiellen Sex-Kombattantin, die darauf hin abgecheckt wird, ob von der Körbchengröße über den IQ bis hin zur Postleitzahl auch alle Daten perfekt passen.
Von "weichen" und "harten" flotten Dreiern

Ich unterscheide übrigens moralisch nicht zwischen einem "weichen" Dreier (FFM: zwei Frauen, ein Mann) und einem "harten" flotten Dreier (MMF: eine Frau, zwei Männer), aber mir persönlich ist der weiche lieber und zwar deshalb, weil viele Männer sich zwar für erotisch unverkrampft und aufgeschlossen halten, bei einem anderen männlichen Körper aber schnell in Schnappatmung und Leichenstarre verfallen. Ein harter flotter Dreier erscheint mir nur interessant, wenn die Jungs genauso viel Interesse an sich haben wie an mir. Die Lust muss im Kreis fließen, sonst ist es nur Frauentausch, und wie öde das sein kann, wissen wir aus der gleichnamigen RTL2-Serie.
Kein ehrlicher flotter Dreier: Sandwich-Sex
Ein Doppeldecker oder eine Triade ist also, wenn man denn die Ameise gern ficken oder die Erbse quer spalten möchte, im Grunde genommen gar kein flotter Dreier, sondern zwei Männer, die es mit derselben Frau treiben. Tun sie das auch noch gleichzeitig und begeben sie sich in die Sandwichposition, hat das nach meinem Empfinden mehr mit sexueller Artistik bzw. Hochleistungssport zu tun als mit Lust am flotten Dreier.
Und auf solche Geschichten wie Doppelanal will ich jetzt nicht weiter eingehen, denn ich glaube, dass sich diese Praktik ein sehr gelangweilter, tendenziell eher misogyner, käferartig aussehender und unter den Armen miefender Zeitgenosse ausgedacht hat. Sollte es tatsächlich weibliche Fans dieser Praktik geben, freue ich mich über aufklärende Widerspruchsbeiträge und gebe ihrem Treiben meinen Segen. Wer sich gern von einer deutschen Eiche bis zum Muskelfaserriss pfählen lässt: bitte.
Ich bezweifle aber sehr, dass das so weit verbreitet ist, wie man glauben könnte, wenn man sich auf dem Pornomarkt umsieht. Also bleibe ich der Meinung: zwei Schwänze im Arsch, im Ohr oder in den Backentaschen haben genauso wie eingeführte Baseballschläger und ähnliche Extremficks mit Sex und Spaß eher weniger etwas zu tun, sondern mit Männern, die einen an der Klatsche haben, und mit Frauen, die sonst ihre Drogen nicht finanzieren könnten. Und selbst wenn sich jetzt hier jemand aufregt und mir verklemmtes Gegeifer vorwirft, bleibe ich dabei: Nur weil man etwas anatomisch tun kann, heißt es nicht, dass man es unbedingt machen muss. Und nur weil man eine Erotik-Autorin ist, bedeutet das nicht, dass man alles supi und geil zu finden hat.
Flotter Dreier nur mit Safer Sex

Aber zurück zum Thema flotter Dreier, der sehr flott sein kann, wenn er ordentlich Fahrt aufgenommen hat und sich alle Beteiligten amüsieren. Dabei gelten zwischen drei (oder vier, oder fünf ...) Menschen die gleichen Regeln wie zwischen zwei: Verhandelt wird vorher. Safe ist nur safe, wenn alles safe ist. Wer nicht will, hat Recht. Und die Schokolade auf dem Kopfkissen (wenn man es denn in einem Hotelzimmer veranstaltet) gehört den Mädels. Eigentlich doch gar nicht so kompliziert. Ist das alles klar, steht einer Mach3-Beschleunigung in Sachen Ekstase nichts mehr im Wege.







