Von der unerotischen Wirkung von Babyspucke, Milchpumpen, Windeltürmen und Playmobil-Männchen ... oder wie Neugeborene dem Sex das "Schmutzige" nehmen können! Unsere Kolumnistin Sophie Andresky machte sich zu dem Thema ihre Gedanken und berichtet uns von ...
Magdalena, Maria und Sperma-Nadja

Der Anfang vom Ende der Lust?
Neulich hatte ich ein Interview mit der Redakteurin einer Zeitschrift für junge Eltern, die wissen wollte, was man ihrer frisch fortgepflanzten Leserschaft raten könnte, um das Liebesleben wieder in Schwung zu bringen. Auf der einen Seite fand ich das Anliegen merkwürdig, denn wer ein Kind zustande gebracht hat, hatte ja offensichtlich schon einmal Sex und weiß demzufolge auch, wie es geht. Auf der anderen Seite kann ich mir gut vorstellen, dass es niemanden wirklich scharf macht, von Babyspucke besabbert schlaftrunken durch Räume voller Windeln, Milchpumpen und Bob-der-Baumeister-Plüschfiguren zu schlappen, im Ohr geschätzte 30.000 Dezibel und die x-te Wiederholung von La-Le-Lu.
Und wer schon mal mit nackten Füßen in ein Playmobil-Männchen getreten ist, der weiß, das das auch nicht gerade erotisiert. Die Redakteurin machte mich darauf aufmerksam, dass es in meinen Geschichten zwar Menschen jeder Hautfarbe, jeden Alters und fast jeder sexuellen Gesinnung gibt, aber keine Schwangeren oder junge Mütter.
Da hat sie recht. Das war mir gar nicht so bewusst. Merkwürdig eigentlich, denn Schwangere scheinen ja durchaus einen starken erotischen Reiz auszuüben, betrachtet man die entsprechenden Pornofilme, die neben cineastischen Werken wie "Rattige Waldschrate knattern" und "Der Doktor und das geile Vieh" im Regal stehen. Und auch im Kinoklassiker "Der bewegte Mann" spielt Katja Riemann eine dauergeile Schwangere, bei der die Hormone toben. Pralle Brüste, schwerer Bauch, seliges Lächeln, das turnt viele Männer wie Mammis offensichtlich an.

Windelberge ... für die meisten ein eher unerotischer Anblick ... von gebrauchten ganz zu schweigen. Lustkiller Deluxe ...
Was mich aber überhaupt nicht anmacht und wo ich immer wieder fassungslos daneben stehe, ist der, ja wie soll man das nennen, "moralische Gesinnungswandel" bei jungen Müttern – und ich spreche jetzt von den Müttern, weil es eben meistens Freundinnen sind, mit denen ich übers Vögeln, über Muschi-Styling oder Klitorisvibratoren rede und nicht deren Männer. Dass man nach einer Geburt und bei der Aufzucht der Brut anderes im Kopf hat, als sich über die neuesten Tangakollektionen, Klitorisvibratoren oder Swingerclubs zu unterhalten, sehe ich total ein. Und dass die körperliche Veränderung nicht einfach so ignoriert werden kann, kein Thema.
Aber woher kommt diese madonnenhafte Prüderie, die plötzlich auch die ehemals heißesten Feger überfällt? Nicht dass meine Freundinnen keinen Sex mehr mit ihren Männern hätten, das haben sie durchaus, aber man 'schläft' jetzt miteinander, 'gefickt' wird nicht mehr.
Ich hatte eine Freundin, Nadja, die dafür berühmt war, es so richtig krachen zu lassen. Für Nadja brauchte man einen Waffenschein. Zu ihrem Repertoire gehörten Discobesuche ohne Unterwäsche ("ist praktisch, geht schneller beim Sponti-Bums an der Klotür"), Sexpartys während des Studiums ("wir ficken durch bis morgen früh"), Masturbationsfotos im Internet und zwei oder dreimal auch horizontale Nebenverdienste. Weil es in unserer Clique zwei Nadjas gab, teilten wir sie ein in "Volleyball-Nadja", die hat in dieser Kolumne nichts zu suchen, und "Sperma-Nadja". Meine hatte mit Sport wenig am Hut, brachte aber nach drei Tequilas jede Party in Schwung mit einem ausführlichen Exkurs über die herrlich schleimige Textur von Ejakulat, mit dem man nicht nur Akne behandeln könne, sondern das sich auch hervorragend als Massage-Gel eigne. "Frisch gebuttert, bestens gebumst" war einer ihrer Kalauer, der sich in der Clique selbstständig machte.

Dazu kommt, dass vor allem viele junge Mütter ihre Lust förmlich wegzusperren scheinen.
Aber kaum hatte sie ihr erstes Kind, mussten wir "S-e-x" vor dem Säugling buchstabieren. Sämtliche FSK-18-DVDs und -Bücher wurden nicht nur eingeschlossen, sondern weggeschmissen, und als ein Freund fragte "habt ihr eure neue Couch schon eingeritten?", wandte sie sich plötzlich konsterniert ab und empörte sich über ein derartig intimes Verhör. Einen Besuch bei der Chippendales-Show zum Geburtstag lehnte sie entrüstet ab, und irgendwann sagte sie zu mir "mach doch mal einen Blusenknopf mehr zu, du erkältest dich noch."
Wie kommt das? Ist das hormonell bedingt? Strahlt der keusche Heiligenschein aus dem Hinterkopf, sobald die Nabelschnur durchtrennt wurde? Wird da irgendein Botenstoff ausgeschüttet, der aus einer hurigen Magdalena plötzlich eine jungfräuliche Maria werden lässt?
Während diese verprüdeten jungen Mütter auf der einen Seite plötzlich alles verteufeln und verdammen, was mit Lust zu tun hat, werden sie auf der anderen Seite komplett enthemmt bei körperlichen Intimitäten, die außerhalb des Kreißsaals eigentlich niemand so genau wissen will. Ich stand mal an einer Supermarktkasse in Kreuzberg und durfte zuhören, wie sich vor mir zwei tief verschleierte junge Türkinnen in Zimmerlautstärke über ihre Dammschnitte unterhielten (das ist nicht erfunden!). Und als eine Bekannte mir allen Ernstes anbot, mal ihre Muttermilch zu kosten, da war der Tag für mich gelaufen.

Die Flaute im Bett ist da nur eine logische Folge ...
All das erzählte ich der eingangs erwähnten Redakteurin nicht und versprach ihr nur, über das Liebesleben von Schwangeren und Jungmüttern einmal ausführlicher nachzudenken. Einige Tage, nachdem das Interview erschienen war, schickte mir eine Leserin eine gut gelaunte E-Mail, dass sie eine scharfe junge Mutter mit einem erfüllten Sexleben sei und gerne zu Recherchezwecken zur Verfügung stünde.
An dieser Stelle: herzlichen Dank! Das hat mir die Hoffnung wiedergegeben.
Bei dem Gespräch mit der Elternzeitschriftredakteurin gab es übrigens einen Wortwechsel, den ich - obwohl er nur bedingt zum Thema dieser Kolumne passt – als Betthupferl niemandem vorenthalten möchte. Vorhang auf:
Sie: "Welche Praktik beschreiben Sie am liebsten?"
Ich: "Cunnilingus, da ist man so schön nah dran."
Sie: "Was?"
Ich: "Nah dran."
Sie: "Nein, vorher."
Ich: "Cunnilingus, also französischer Sex."
Sie: "Ah! Blasen!"
Ich: "Nein. Lecken. Bei Frauen."
Sie (mit rotem Gesicht): "Oh Gott."
Welche Dinge aus dem Untenrum-Bereich man außer Dammschnitten und Sperma-Hautcreme noch nicht wissen möchte, dazu mehr in der nächsten Folge.
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 | Genau
Da gebe ich dir völlig recht. Ich hätte meinem Mann etwas erzählt, hätte er mich Mama genannt.
Bin selbst auch Mutter, aber in erster Linie eine Frau. Und wie du sagst; nur wenn es mir gutgeht, kann ich Gutes weitergeben.
Aber leider habe ich es schon bei vielen erlebt, wie schnell aus einer hübschen Frau eine Mama wurde, die das Frausein vergessen hat
lg |
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@ luis58 ich finde es gruselig, wenn ich mir das vorstelle...das schöne ist das muss nicht sein....
Natürlich direkt nach der Geburt will Frau auch keinen Sex (mir ging es auch so, dieser gefühlte Güterbahnhof da unten  ) und das Mann und Frau erledigt sind weil man einfach zu wenig Schlaf in der ersten Zeit bekommt ist auch verständlich....
Doch es ist so wenn es mir gut geht kann ich es meinen Kindern weitergeben und ihnen geht es auch gut...Nur weil ich Kinder habe lasse ich mich nicht gehen und Sex ist immer noch die schönste Nebensache der Welt...gut es geht nicht mehr so spontan wie ohne Kinder....Aber für was gibt es Bob der Baumeister, Barbie und Co.
LG |
 | Mama und Papa
Es gibt sicher Paare die den Sex voll ausgelebt haben und sich dann auch auf den Nachwuchs freuen. Der Mann ist bei der Geburt dabei und sieht die Leiden die er seiner Frau nicht abnehmen kann.
Kaum wieder zu Hause ist man nicht mehr Mann und Frau, sondern Mama und Papa. Das finde ich immer wieder einen faden Beigeschmack, wenn sich schon junge Eltern mit Mami und Papi anreden.
Die Frau verliert ihre Fraulichkeit, weil sie überfordert ist und keine Zeit mehr für sich nimmt. Sie will es nur noch bequem und vergisst sich darüber hinaus.
Der Mann hat dann noch solche Ideen: Die Mutter meiner Kinder macht nicht solch schweinische Sachen.(zb. anal ) Obwohl, vor der Schwangerschaft, noch so gern ausgelebt.
Man verliert sich aus den Augen(Bett) weil man nicht mehr das sexuelle sieht, sondern die Familie die jetzt doch mehr Anspruch hat, als guter und schöner Sex.
Und dann kommt schnell das Eine zum Andern
lg |
 | Taishar
Ich hatte zwei Schwangerschaften...und ich kann sagen das Hormone sowas von unterschiedlich sein können....Und das was alles betrifft sei es die Launen...die Auswirkung auf Haut und Haare genau so auf die Lust...in der einen Schwangerschaft war meine Lust kaum zu stillen und in der anderen bäh Sex Igit geh weg...
LG |
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Ok, jetzt habe ich gelernt, dass es Frauen gibt, die nach einer Schwangerschaft gar nicht mehr wollen, andere pendeln sich auf das vorherige Level ein und wieder andere gehen danach erst richtig ab.
Begründet wird die Unlust mit Hormonen, die nach einer Schwangerschaft automatisch ausgeschüttet werden.
Was ist dann bei denen anders, die Lust haben? Fehlen ihnen die Hormone? So unterschiedlich kann ein Stoffwechsel doch auch nicht sein, dass 0% oder 100% herauskommen können. |
 | in der Schwangerschaft so geil wie nie
bei mir spielten die Hormone total verrückt. Ich dachte bei allen drei Kindern während der Schwangerschaft nur noch an Sex. Nach den Entbindungen konnte ich das Wochenbett nicht abwarten und wir nahmen nach drei Wochen ein Kondom weil ich es nicht mehr aushielt.
Das einzige was ich in der Schwangerschaft und während des Stillens (immer ein Jahr lang) nicht möchte, war es an der Brsut berührt zu werden.Die kleinste Berührung und sie spritzen wie eine Sprühflasche.
Da meine Freundinnen auch bevor sie Kinder bekommen haben niemals über Sex geredet haben und Sex für sie auch außer Kuschelsex nicht ihr Ding ist kann ich nicht sagen dass sie sich verändert hätten, es war davor, zumindest meine Meinung, schon langweillig bei Ihnen im Bett. Sie liefen vorher wie nachher schon rot an wenn man fragte ob sie den auch Blowjobs machen und ich erntete immer empörtes Kopfschütteln dass man doch keinen Penis in den Mund nimmt.
Unser Sex hat sich auch nicht mit Baby geändert. Wir hatten genauso viel und genauso spontan Sex wie zuvor. |
 | das einzige was sich aenderte in der schwangerschaft
das habe ich vergessen....
ich hasse es an den bruesten beruehrt zu werden. das is das einzige wodrunter mein partner zu leiden hat =) |
 | *darkangel rechtgeb*
Der Bericht ist gut geschrieben und auch ich muss sagen das einiges sicher stimmt (wer findet windelberge schon erotisch oder babypupsgeruch  )
aber ich muss darkangel einfach mal recht geben.
Also ich habe eine Tochter (jetz ein Jahr und 2 Monate alt). Und mich hat es nie gestoert (solange sie im andren Raum schlaeft) mit meinem Partner trotzdem noch die versautesten bzw. "schmutzigen" sachen zu machen.
Selbst in der schwangerschaft (in der zu celine und der jetzigen) habe ich keinerlei hemmungen bzw unlust. Es kommt selten mal vor das ich lieber schmuse als einen schlag ins gesicht zu bekommen und zu gehorchen =)
klar man muss sich irgendwann auf 3 stellungen reduzieren und einige praktiken auch nichtmehr ganz so "hart" ausfuehren aber ich verstehe nicht wie man keine lust auf sex haben kann nur weil kind (was garnichts damit zu tun hat hoechstens, wenn man nich verhuetet, als endergebnis rauskommt) nun da ist bzw im bauch existiert.
gerade jetz (in der 33ssw) merke ich ungehemmte lust und mein armer partner kann sich schon garnicht mehr retten.
und selbst nach der geburt dauert es doch hoechstens 2 wochen und man is wieder total scharf aufeinander. man mus smit dem thema nur offen umgehen mit dem partner darueber reden und vorallem auch nach seiner meinung fragen. der partner muss dann nur natuerlich auch ehrlich sein. ich finde mich trotz babybauch uebrigens total sexy =) und einige andre auch =)
ich verzichte auf viel (manchmal zu viel, ich gebe celine naemlich ungerne ab =) oma und opa muessen schon fast betteln  )
aber sex eindeutig nicht. und da sie ja schoen durchschlaeft (seit dem sie 3 monate alt ist) alles kein problem.
wenn man ausgelastet ist, ist man auch viel geduldiger in manchen dingen =) |
 | Mama-Bashing ist wieder voll im Trend...
... Schwule und Dicke darf man ja jetzt nicht mehr....
und eine Schreibe in niederstem BILD-Niveau. |
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Der Beitrag ist wirklich gut geschrieben und sicherlich steckt auch sehr viel wahres darin...Doch ich bin entsetzt.
Natürlich wenn man Kinder hat, ist man nicht mehr so frei..man muss warten bis sie schlafen und wenn man gerade schön dabei ist wachen sie natürlich auf *augenroll* das da der Sex manchmal auf der strecke bleibt ist klar..."aber so hammers wolle"
Das ich vor meinen Kindern (jetzt wo sie schon sehr viel verstehen) nicht unbedingt übers Ficken rede dürfte ja verständlich sein...
Als ich mein erstes Kind bekommen habe, war ich noch sehr Jung ich hatte angst davor, vor der Verantwortung und davor das mir etwas fehlen würde...
Doch mich hat es auch ruhiger gemacht, mir hat nichts gefehlt *selbererstaunt*
Anfangs der Schwangerschaft gingen mit mir die Hormone durch Übelkeit usw. klar hab ich da keine lust auf Sex, doch zum glück vergeht das auch  und ich konnte dann garnicht genug Sex haben...da hatte mein Partner eher das Problem ab einem gewissen Stadium der Schwangerschaft
Schwangere Frauen sind sowas von erotisch...diese Kurfen diese Rundungen und wenn Frau nicht gerade auf geht wie eine Flunder finde ich Frauen in der Schwangerschaft sehr schön, sie strahlen auch irgendwie etwas anderes aus...
Nach der Geburt sorry also da muss man ja wohl verstehen das die lust auf Sex erstmal sehr sehr gering ist...hey ich hab da was rausgedrückt was sich angefühlt hat wie wenn es mich zerfetzten wollte...danach blutet man wie Schwein und wirklich wohl fühlen tut man sich nicht in seiner Haut...Hormone brodeln nur so in einem...zumindest ging es mir zweimal so...
Ich habe aber auch recht schnell meine Sexuelle lust wieder gefunden  anfangs klar war ich Abends auch oft einfach erledigt...aber meine Neugierde und Experimentierfreude was den Sex angeht ist bis heute ungebremst. Da haben meine Kinder doch nichts mit zu tuen...
Natürlich ich kann einen Sonntag nur sehr selten damit zu verbringen nicht in meine Klamotten zu kommen und mich durch die ganze Wohnung zu Vögeln....
Aber ich muss sagen Barby und Bob der Baumeister können manchmal auch sehr hilfreich sein
Ich verstehe die Frauen nicht die sich komplett aufgeben so alla "jetzt hab ich man und kind und alles andere ist egal"
Auch wenn ich viel verzichten muss, was ich gerne mache...schaue ich auch nach mir...wenn es mir gut geht kann ich das doch auch nur an meine Familie weitergeben...wie wenn ich unzufrieden unter vögelt bin... |