Sie lässt sich gerne bitten. Ihre glänzenden Auftritte gehen mit großem Tamtam einher. Es kann aber schon auch mal vorkommen, dass sie einen Auftritt spontan grundlos und ohne Entschuldigung in letzter Minute absagt. Na Ladys, fühlt ihr euch an eure Diva Orgasmus erinnert?
Die Kunst des weiblichen Orgasmus

Um den Höhepunkt der Frauen weht ein Hauch geheimnisvoller Magie. Gleicht der männliche Orgasmus eher bodenständigem Handwerk, so steht der weibliche Orgasmus ihm als kreatives Kunstwerk gegenüber. Kunst gelingt nicht immer, zu ihrem Entstehen bedarf es Fingerspitzengefühl und was sich anfangs hoffnungsvoll ankündigt, kann mit ein paar falschen Pinselstrichen nichtssagend werden.
Frauen können sexuell nicht so leicht abschalten wie Männer. Ihr Orgasmus ist "in erster Stimmungsangelegenheit, eine Frage des Sich-Einlassens", so fasst es eine Studie der Berliner Charité zusammen. Während zur sexuellen Stimulation eines von beiden reicht, vereint der Orgasmus beide: Er ist Zusammenspiel von Körper und Geist.
Ein Großteil der Frauen macht ihre Zufriedenheit mit ihrem Sexualleben nicht daran fest, ob sie zum Höhepunkt kommt. 10 bis 30 % der Frauen erreichen nie oder nur selten Orgasmen. Fest steht: Frauen kommen häufiger allein als mit einem Partner, und wenn mit Partner, dann eher mit einer gleichgeschlechtlichen Partnerin (Sorry Männer – objektive Statistik…).
Vaginal, klitoral, scheißegal?

Es gibt sie beide: den vaginalen und den klitoralen Orgasmus, das schon. Aber es ist nicht so, wie Sigmund Freud meinte: Dass nämlich nur der vaginale, der durch die eigentliche Penetration, der einzig wahre, the one and only ist – und der klitorale Orgasmus durch Stimulation der Klitoris von zweiter Klasse. Den rein vaginalen Höhepunkt erleben ungefähr 30 % der Frauen. Frauen werten beide Begriffe eher als verschiedene Techniken und die meisten spüren auch nur minimale Unterschiede zwischen beiden. Der klitorale Orgasmus wir eher "punktuell und daher intensiver", der vaginale "ganzheitlich-diffus" erlebt.
Der multiple Orgasmus

Auch wenn Frauen nicht so zuverlässig zu ihrem Orgasmus kommen. Was den Höhepunkt angeht, ist Frau-Sein ein Glück. Denn während der männliche final act um die 5 Sekunden dauert, können Frauen sehr viel länger kommen. Bis zu 240 Sekunden sind drin! Und dann gibt es da noch den multiplen Orgasmus, der den Frauen vorbehalten ist. Er besteht aus einer Reihe einzelner Orgasmen, zwischen denen jedoch nur jeweils kurze Zeitabstände von wenigen Sekunden liegen. Eine unverhoffte Mehrfahrtenkarte für den immer viel zu schnell vorbei gehenden Achterbahn-Ritt.
Manchmal wird es sehr feucht
Auch Frauen können ejakulieren: Eine Flüssigkeit, die dem männlichen Sperma ähnelt – ohne Samenzellen zu enthalten natürlich. Es handelt sich aber keinesfalls um Urin, sondern um Flüssigkeit aus den Drüsen links und rechts der Harnröhre, biologisch mit der männlichen Prostata zu vergleichen. Die weibliche Ejakulation kann Zeichen eines besonders intensiven Orgasmus sein. Aber es gibt auch richtig tolle Orgasmen ohne Ejakulation: Denn sehr oft sind die Drüsen gar nicht dazu ausgestattet Sekret abzusondern, ohne dass darunter die Orgasmus-Intensität oder -Fähigkeit der Frau leidet.
Und so klappt’s…

Vorneweg: Am ehesten klappt’s, wenn Frau sich selbst kennt. Mit einem Partner zu kommen fällt leichter, wenn man sich schon selbst zum Höhepunkt gebracht hat, weiß, wie sich’s anfühlt, was anturnt. Ein animierender Buchtipp für Masturbationsmuffel: "Die Geschichte mit dem O" von Rachel Swift.
Natürlich hat jede ihre eigenen Vorlieben, Tricks und Kniffe. Doch neben trainierter Beckenbodenmuskulatur, die die weibliche Lustfähigkeit entscheidend fördert, lassen sich ein paar generelle Tendenzen ausmachen:
- Vorspiel: Ist wichtig, um die Erregung anzukurbeln. Dabei ist ein zu direktes Ansteuern der Geschlechtsmerkmale kontraproduktiv. Frau ist sensorisch so empfindsam, dass dies überreizen kann und dann geht nichts mehr. Also besser ran an alternative erogene Zonen
- Stimmung: Stress, dicke Luft oder Alltagskram - Frauen können sexuell nicht so leicht abschalten wie Männer. Eine positive Grundstimmung ist also Grundvoraussetzung. Was aber nicht heißen soll, dass diese nicht auch im Fahrstuhl oder auf dem Küchentisch zu schaffen sei…
- Kombination: Die höchste Wahrscheinlichkeit zum Orgasmus zu kommen bieten Sex-Kombis. Nicht einfach rein-raus, sondern dabei mit Fingern, Mund etc. andere Zonen stimulieren.
- Störungsfreiheit: Frauen kommen leichter, wenn sie ihren erotischen Fantasien freien Lauf lassen. Das gelingt besser, wenn sie sich auf sich selbst konzentrieren. So kann beispielsweise zu viel Action oder lautes Stöhnen des Partners störend sein.
Bilderquelle: www.pixelio.de



