13.05.2011

Der Blowjob - Boy's best friend

Ed von Schleck und wirklich perfekte Sextoys

Oralsex ist oftmals fester Bestandteil des eigentlichen Geschlechtsverkehrs, wie etwa im Rahmen des Vorspiels. Die besondere Intimität dieses Liebesspiels erschließt sich durch den unmittelbaren Kontakt mit den Genitalien des Partners, deren Geruch und Geschmack oft eine zusätzliche Stimulation bedeuten. Unsere Kolumnistin Sophie Andresky setzte sich einmal mit der Spielart auseinander, die vor allem der holden Männlichkeit viel Spaß bereitet: Dem Blowjob.

Ed von Schleck, der Speiseeislover

Speicheln, stülpen, schmatzen, schaukeln, kraulen, mauscheln ... und immer saugen, nicht blasen!
Speicheln, stülpen, schmatzen, schaukeln, kraulen, mauscheln ... und immer saugen, nicht blasen!

Wenn erwachsene Frauen vor einem Speiseeis-Plakat anfangen zu kichern, mag das daran liegen, dass sie gerade ihren ersten Blowjob-Partner wieder gesehen haben: Ed von Schleck, das sagenumwobene Erdbeer-Vanille-Eis in Phallusform. Zu Schulzeiten machte man sich darüber her, um das große Mysterium der Männer zu erforschen, den Blowjob.

Damals lernten wir am cremigen Frostdessert das Wichtigste beim Blasen, nämlich speicheln, stülpen, schmatzen. Schaukeln, kraulen, mauscheln - auch gern. Aber niemals, never ever die Zähne benutzen. (Zungenpiercings, die sich im Frenulum verhaken konnten, gab es damals noch nicht.) Später lernten wir dann am lebenden Objekt, dass Schwänze nicht nach Vanille schmecken und auch nicht schmelzen, wenn man sie oral bearbeitet. Dafür wiederum haben sie keine Kalorien, und so ist der Kosmos immer im Gleichgewicht.

Vom vaginalen Durchzug übers Radfahren zum Blowjob

Ursprünglich, um jetzt mal den Dutt aufzustecken und den Rohrstock rauszuholen, bezeichnete "blasen" eine Wellnessmethode für Frauen. Zu Zeiten Freuds galten ja Frauen mit sexueller Unter- oder Übersteuerung gern mal als wahlweise "frigide" bzw. "hysterisch", und das setze ich hier in Anführungszeichen, weil es mich heute noch aufregt, aber das ist ein anderes Thema. Eine Anwendung, der sich diese fehlentwickelten Frauen unterwerfen konnten, war ein Tisch, der in Höhe der Möse eine Aussparung besaß und auf den sich die Behandlungsbedürftigen nackt zu legen hatten.

Der heilige Gral der Männerwelt: Der Blowjob ...
Der heilige Gral der Männerwelt: Der Blowjob ...

Was in Swingerclubs oder bei einem handwerklich begabten Liebhaber durchaus spannend werden könnte, war damals nur heiße Luft. Die wurde mit Kräutern angereichert und durch diese Öffnung in die Muschi der Patientin geblasen. Rattig geworden sein dürfte dadurch keine, da war das aufkommende Radfahren mit dem harten, ungefederten Sattel zwischen den Schenkeln wahrscheinlich sehr viel effektiver.

Wie das Wort "blasen" vom vaginalen Durchzug zum männlichen heiligen Gral wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls kommt heute kein Pornofilm ohne aus, und offenbar finden Männer diese Sache dermaßen geil, dass es sie in diesen cineastischen Werken sogar anmacht, zu sehen, wie zwei Lesben ihren Dildo ablecken. (Jungs, das ist so doof! Mal im Ernst: Warum sollten Frauen das tun? Das ergibt nun wirklich gar keinen Sinn.)

Saugen ja, Staubsaugen nein

Wie verlockend er auch schauen mag ... macht einen Bogen um ihn, wenn es um einen perfekten Blowjob geht.
Wie verlockend er auch schauen mag ... macht einen Bogen um ihn, wenn es um einen perfekten Blowjob geht.

Wenn man dem Süßen im Schlafzimmer sagt, er dürfe sich heute etwas wünschen, dann weiß man ja eigentlich, was passieren wird. Männer lieben es einfach, gesaugt zu werden - vorzugsweise von Frauen, wenn auch die Notaufnahme-Berichte von Staubsaugerverletzungen oder sonstwie eingeklemmten Schwänzen nicht abreißen. Um es ganz deutlich zu sagen: Notzucht mit Vampyr, Miele oder Bauknecht fällt unter die Kategorie Elektro-Sodomie und ist nicht zu empfehlen.

Dabei fällt mir ein, dass es die sexuell überaus aggressiven Delphine, die nicht halb so transzendental drauf sind, wie es kleine Esoterikerinnen gern hätten, es auch schon mal mit ins Meer reichenden Abflussrohren treiben. Wenn das die intelligentesten Lebewesen auf diesem Planeten sind, muss man sich nicht wundern, wenn der Liebste zu Hause gern den Dirt Devil Centrino besteigt.

Aber zurück zum Blowjob.

Zunge und Lippen sind die perfekten Sextoys

Bei meiner eigenen Begeisterung für Cunnilingus habe ich volles Verständnis dafür, dass die Saugnummer bei den meisten Männern als Lieblingspraktik fungiert. Zunge und Lippen sind einfach die perfekten Sextoys. Und die Hoffnung liegt nahe, dass sich der vor Lust Weggeblasene nach dem wie-du-mir-so-ich-dir-Prinzip revanchieren wird. Aber nicht nur das ist ein guter Grund, ihn mal öfter mit einem Blowjob zu beglücken. Man sieht dabei auch super aus.

Zungen und Lippen ... die perfekten Sextoys
Zungen und Lippen ... die perfekten Sextoys

Wenn ich zu ihm hochgucke, habe ich ein Kinn so scharf wie eine Klippe, und die Wimpern werfen Schatten bis zu den Augenbrauen. Das ist natürlich total nebensächlich, aber auch erfreulich angesichts der Tatsache, dass man bei praktisch allen anderen Sexpraktiken ein eher merkwürdiges Erscheinungsbild bietet. Was man wiederum vergessen sollte, weil Männer, wenn es denn tatsächlich zur Sache geht, sowieso nicht mehr über Rippenknochen oder Speckröllchen nachdenken.

Wenn Männer vögeln, vögeln sie und sonst nichts. Nur: Beim Vorspiel gucken sie durchaus hin, und solange sich ihr bestes Teil noch nicht im magischen Magnetfeld des Muttermundes befindet, ist das Gehirn zumindest teilweise aktiv. Dann fühlt es sich schön an, wenn ich weiß, ich sehe verführerisch aus, heiß, verdorben, halb Lolita, halb Hetäre - wann ist man das sonst schon?

Sie kontrolliert seine Erregung und er liefert sich aus

Außerdem genieße ich es, die Fäden bzw. seine Lust in der Hand zu haben. Frei nach dem Sprichwort "Hast du den Mann bei den Eiern, hast du den Mann" weiß ich: Es ist mein Spiel. Ich bestimme, was passiert. Ich kontrolliere seine Erregung. Es macht mich an, wie er sich verliert und ausliefert.

Ganz nebenbei sind Blowjobs super, um einen Schwanz schnell hart zu kriegen, und nass ist er dann auch schon – also ideal, um einen Quickie wirklich quick zu gestalten. Ratgeber empfehlen ja gern allerlei Bestreichungen, als wäre man nicht beim Sex, sondern in einer Crêperia. Ich finde es nicht wirklich scharf, einen Penis mit Nutella zu beschmieren, schon weil es furchtbar abtörnend aussieht. Beim Blowjob bevorzuge ich die pure Variante.

Mehr Schwänze für alle!

Denn ihn zu lutschen, ist mehr als eine sexuelle Dienstleistung, es ist hochgradig intim und sagt dem Partner: Ich finde dich gut, es gibt keine Tabus zwischen uns, dein Körper ist schön, du und dein Dödel, ihr seid beide genau richtig. Angesichts der allgegenwärtigen Penis-Phobie (wann sieht man schon mal einen in Zeitschriften ohne den Hinweis, dass nackte Frauenkörper doch viel ästhetischer sind?) muss das doch für Männer ein seltener Glücksmoment sein.

Mehr Schwänze für alle, üben kann man aber auch mit anderen Sachen ...
Mehr Schwänze für alle, üben kann man aber auch mit anderen Sachen ...

Dabei fällt mir ein, dass ich schon lange mal mehr Schwänze in Frauenzeitschriften fordern wollte. Liebe Chefredakteure: Nur weil ihr immer noch größtenteils Männer seid und euch vor lauter Angst, sofort zu verschwulen, wenn ihr mal einen komplett nackten Mann abdruckt, lieber mit dem elektrischen Tacker ein Viagra-Rezept an die Stirn hämmert, heißt das noch nicht, dass Frauen entblößte schöne Jungs nicht sehen wollen.

Her mit den Schwänzen! Spot auf die Klöten! Schluss mit dem Penis-Embargo! Und bitte richtet auch mal irgendwo zwischen Gurkenmaskenrezept und Reisebericht eine Kolumne ein namens "Ich und mein Schwanz", in der uns ein Mann all die Geheimnisse erzählt, von denen Frauen bisher nicht mal ahnen, dass es sie gibt.

Warum zum Beispiel begrabbeln Männer ihren Dödel ständig, auch wenn gerade gar nichts Sexuelles im Bett oder in der Glotze passiert? Frauen kraulen sich doch auch nicht ständig die Muschi oder gucken nach, wie die Klitoris heute so drauf ist. Wo verstauen Männer ihren Schwanz beim Fahrradfahren? Und stimmt es wirklich, dass beschnittene Männer länger vögeln können? Wollt ihr nun eine Prostatamassage oder nicht? Was macht einen gut gemeinten Blowjob zum perfekten?

Ed von Schleck konnte uns diese Fragen nicht beantworten. Da ist es wesentlich effektiver, sich vor den Herrn und Meister zu knien und sich anlernen zu lassen. Und so lange das ein Rollenspiel bleibt, ist das ja auch mal ganz lustig. Wer allerdings glaubt, die Unterwürfigkeit ginge danach noch weiter, der soll doch lieber den Staubsauger begatten. Oder ein Abflussrohr.

Er gibt sich Mühe. Er versucht es wirklich. Aber was macht er da unten eigentlich gerade? Taktvoll Kritik im Bett zu äußern, ist schon was für Fortgeschrittene. Und manchmal sollte Mann (und Frau auch) einfach nur die Klappe halten. Dazu mehr in der nächsten Kolumne.

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Kommentare


...sehr aufschlußreif und informativ....aber ich lasse dennoch nur Ladys
und CD an mein bestes Stück *lol*
Bester Blowjob

Man könnte das es erlernen, aber wer kein wirkliches Gefühl und Gespür füt das Gute hat, die/der wird es nie begreifen.
Wenn ich einen Mann mit einem Blowjob verwöhne, dann gehe ich immer so heran als wie ich es mir von anderen immer wünsche.
Mal zart und verspielt und dann etwas heftiger, ich mag die Eintönigkeit nicht, sondern man muss den Mann den man gerade verwöhnen will schon etwas reizen und und was bieten.
Neulich hat mir wieder ein Mann gesagt, Warum kann das meine Frau nie so schön machen, du bist einfach der beste Bläser den ich jemals getroffen habe.
Dieser Mann, aber auch viele andere wollen sich von mir immer gerne so verwöhnen lassen.
Ach noch was, so zärtlich und liebevoll wie ich einen Mann verwöhne so mache ich es auch mit Frauen, auch hier fragen sie mich, warum es ihre eigenen Männre nie so schön fertig bekommen.
Man muss eben es nicht nur widerwillig tun, sonder immer den anderen einen das beste bieten.

@bjutifool: wow. immer schön ernst nehmen, die Liebe, das Leben, den Blow-Job... *zwinker*
sorry

aber ich kann in einem chat-ähnlichen geplänkel über abgerissene schw*** oder gebissene mösen weder einen mehr_wert zum thema finden noch eine irgendwie intelligente, niveauvolle unterhaltung ... aber geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und wenn es Euch beide in irgendeiner form befriedigt, könnt Ihr das ja gerne fortsetzen ... dann aber vielleicht den regeln entsprechend per pn

@bjutifool: Was an diesem Erfahrungsaustausch ist niveaulos?
so langsam

unterbietet die diskussion hier noch das niedrige niveau des artikels mühelos

@famous2011: böses Mädchen! *zwinker*

Um zum Thema zurückzukehren: Ich habe es bisher einmal von ich weiss nicht wie viel tausend Blowjobs erlebt, dass eine Art Schürfwunde von den Zähnen der Schönen zurückblieb. Ansonsten war bisher alles "unfallfrei".

Wie sieht es denn umgekehrt aus? Schonmal eine der hier mitlesenden und postenden Frauen einen bösen Mösenbiss erlebt...?
zu beissen

sorry, da ging es schon durch....

@famous2011: "ab zu reissen"? DAS halte ich für einen Mythos. Die Angst der Männer vor der Kastration... *zwinker*
Naja

glaub mir, eine Frau die auf blowjob steht, könnte damit so ihre Probleme bekommen.... in der gier nicht gleich das ganze gute stück ab zu reißen...

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