07.02.2007

Chemische Verhütung

Die chemischen Verhütungsmethoden basieren weitgehend auf der spermiziden, d. h. spermienabtötenden Wirkung der enthaltenen Wirkstoffe. Zwar beeinflussen diese Wirkstoffe nicht den Hormonaushalt der Frau, jedoch kann es generell zu einer Veränderung der Scheidenflora kommen.

Chemische Verhütungsmittel töten die Spermien ab, bevor sie in die Eizelle gelangen können.
Chemische Verhütungsmittel töten die Spermien ab, bevor sie in die Eizelle gelangen können.

Die hier vorgestellten Methoden zur chemischen Verhütung werden ausschließlich durch die Frau vorgenommen.

Zäpfchen, Salbe, Gel, Tablette, Schaum, Spray

Funktionsweise

Diese Verhütungsmittel werden kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und direkt am Muttermund platziert, wo sie eine Art Schleim bilden, der je nach Wirkstoff entweder die Samen abtötet oder aber deren Beweglichkeit mindert.

Sie sollten etwa eine viertel Stunde vor dem Akt eingeführt werden und wirken zwischen einer und zwei Stunden.

Pro und Contra

Die Mittel zur chemischen Verhütung sind leicht erhältlich und einfach in der Anwendung. Jedoch sollten sie optimal mit einem mechanischen Verhütungsmittel kombiniert werden, da sie allein relativ unsicher sind. Dabei ist insbesondere auf die Packungsbeilage zu achten, da einige Wirkstoffe beispielweise den Schutz von Kondomen beeinträchtigen können.

Aufgrund der verwendeten Wirkstoffe sind diese Mittel bedingt gegen eine Übertragung von Geschlechtskrankheiten wirksam, da sie etwa die Ausbreitung von Bakterien oder Pilzen hemmen. Jedoch sind sie gegen eine Ansteckung mit Aids unwirksam.

Sie behindern die sexuelle Flexibilität, da sie einerseits in ihrer Wirkungsdauer beschränkt sind und andererseits die Spermizide nur für einen einzigen Samenerguss ausreichend wirksam sind. Zudem können die Mitel auch den Oralsex beeinträchtigen.

In einigen Fällen kann es zu einer Störung der natürlichen Scheidenflora kommen. Darüber hinaus kann es sowohl bei der Frau als auch beim Mann zu Hautreizungen, in Form von Rötungen, Brennen oder Jucken kommen.

Pearl Index

Der Pearl Index liegt zwischen 5-25.

Vaginalfilm

Funktionsweise

Etwa eine viertel Stunde vor dem Geschlechtsverkehr wird ein dünnes Filmblättchen in die Scheide eingeführt und am Muttermund platziert. Dort entsteht nach kurzer Zeit ein Film, der sich auf dem Muttermund ausbreitet. Die spermizidien Bestandteile dieses Films töten die Spermien ab und verhindern so eine Befruchtung.

Pro und Contra

Das Filmblättchen ist leicht und unkompliziert zu verwenden.

Die Wirkungsdauer des Vaginalfilms ist jedoch auf ein bis maximal zwei Stunden beschränkt. Dadurch ist die sexuelle Flexibilität eingeschränkt. Es ist beispielsweise kein mehrfacher Geschlechtsverkehr möglich, da der Film jeweils nur für eine begrenzte Dauer und nur für einen Samenerguss wirksam ist.

Es kann sowohl bei der Frau als auch beim Mann zu Hautreizungen, in Form von Rötungen oder auch Jucken kommen.

Die Filmblättchen schützen nicht vor einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Als alleinig verwendetes Verhütungsmittel ist das Filmblättchen zu unsicher. Es empfielt sich daher eine Kombination verschiedener Verhütungsmethoden.

Pearl Index

Bei korrekter Anwendung liegt der Pearl Index für den Vaginalfilm bei 5.

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