Silke Maschinger beschäftigte sich mit der Frage, was man in Beziehungen tun kann, wenn die Wünsche des einen Partners mit denen des Gegenübers so gar nicht vereinbar zu sein scheinen. Dabei kommt sie zu dem Schluss, dass Reden nicht immer das Allheilmittel sein kann, sondern dass man manchmal einfach bereit sein muss, zu ...
... akzeptieren, was ist

Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem die Wünsche und Erwartungen des einen Partners nicht mehr erfüllt werden.
Anja lebt glücklich mit ihrem Mann zusammen. Aber sie möchte viel mehr mit ihm rumknutschen. Anfangs, als sie frisch verliebt war, ist ihr das gar nicht so aufgefallen, dass er das nicht macht.
Aber im Laufe der Jahre hat sie gemerkt, dass ihr das doch fehlt. Sie hat ihm gegenüber ihre Wünsche mehrfach geäußert, mal allgemein und mal ganz konkret, wenn sie gerade wieder geküsst werden wollte.
Aber es kam nicht wirklich zu dem, was sie sich wünschte. Auch bekam sie nicht heraus, warum ihr Mann es eigentlich nicht mochte. Das viel gerühmte Miteinander-Reden half ihr nicht weiter.
Reden hilft nicht garantiert
Immer wieder wird bei Beziehungsproblemen geraten, miteinander zu reden. Dieser Rat liegt darin begründet, dass viele Paare meist zu wenig miteinander reden und nicht wirklich offen mitteilen, was sie sich wünschen oder fühlen. So gut und wichtig diese Empfehlung ist, es gibt leider keine Garantie für Erfolg. Manchmal ist den Beziehungspartnern gar nicht bewusst, dass sie oder warum sie etwas nicht wollen. Und weil es ihnen nicht bewusst ist, können sie auch nicht darüber sprechen.
Was kann man also tun, wenn Reden nicht hilft oder eine Trennung bzw. Öffnung der Beziehung nicht infrage kommt?
Jeder manipuliert
Leider schleicht sich in solchen Fällen häufig ein bestimmter Mechanismus der Manipulation ein, der den wenigsten bewusst ist. Ja, die meisten würden es sogar weit von sich weisen, dass sie ihren Partner manipulieren.

Spätestens wenn der Partner so ausschaut und trotzdem nicht mehr auf eure Wünsche reagiert, solltet ihr reden.
Und doch, jeder versucht es auf die eine oder andere Art und Weise. Anfangs äußerst du vielleicht noch ganz entspannt deinen Wunsch, aber dein Partner möchte das einfach nicht und sagt möglicherweise auch gar nicht genau, warum er darauf keine Lust hat. Du bist geduldig und wartest ab.
Irgendwann sprichst du es wieder an, und wieder und wieder. Und jedes Mal wirst du ungeduldiger, unterschwellige Wut baut sich auf. Du versuchst herauszufinden, warum er etwas nicht möchte, damit du die Widerstände auflösen kannst. Je mehr du dich bemühst, deinen Partner zu verändern, umso mehr fühlst du dich im Recht. Du verstehst es einfach nicht, warum dein Partner nicht das gleiche möchte wie du, schließlich geht es doch darum, Spaß zu haben! Irgendwann beginnst du dich und deinen Partner zu fragen, was du falsch machst. Was du tun musst, damit er das tut, was du gerne hättest. Doch auch da kommst du nicht weiter.
Irgendwann ziehst du dich zurück, emotional und persönlich. Du spürst, dass du nicht weiterkommst, doch dein Frust ist immer noch da. Er sammelt sich und wird immer größer, bis er irgendwann auch auf andere Bereiche übergreift. Du wirst generell unzufrieden, du beschwerst dich auch über andere Sachen, die er "schon immer" oder "immer wieder" falsch macht.
Druck ist unsexy
Doch dabei übersiehst du eine ganz wichtige Sache: Druck macht unsexy! Du kannst mit Druck niemanden verführen. Druck erzeugt Gegendruck, also alles andere als Begegnung und Verbindung. Dieser Druck wird vom Partner wahrgenommen, ohne dass das ausgesprochen wird. Automatisch reagiert er mit Distanz oder Verteidigung. Doch das hilft weder ihm noch dir weiter.
Der ein oder andere versucht dann, sich selbst durch einen schmollenden Rückzug rar zu machen. Damit ist die Hoffnung verbunden, beim Anderen Verlustangst und somit die gewünschte Verhaltensänderung hervorzurufen. In seltenen Fällen gelingt das. Doch meistens löst sich das Problem, der innere Druck, dadurch nicht auf.
Die Situation akzeptieren

Doch Reden ist kein Allheilmittel ...
Dann hilft nur noch tiefe innere Akzeptanz. Die Akzeptanz, die Situation voll und ganz anzunehmen, so wie sie ist. Das unterscheidet sich aber ganz klar von Resignation. Wer resigniert, gibt zwar auf, ist aber immer noch frustriert davon, dass er nicht bekommt, was er will. Wer eine Situation wirklich akzeptiert, hat seinen Frieden damit geschlossen und hegt keinen Groll mehr.
Man muss den Partner so akzeptieren, wie er ist. Wenn also eine Veränderung nicht möglich scheint, bleibt einem nur noch die Situation zu lieben, wie sie ist. Und zwar aus ganzem Herzen. Es klingt hart, aber kein Mensch hat ein Recht darauf, dass der Partner einem alle Wünsche erfüllt. Man glaubt es zwar unterschwellig, aber letztendlich hat jeder Partner ein Recht auf seine Grenzen und die Nichterfüllung der Wünsche des Partners.
Und wenn tausende andere Menschen das freiwillig und gerne tun, was man sich wünscht, z.B. Oralverkehr, so heißt das noch lange nicht, dass man ein Anrecht darauf hat, dass der Partner auch so handelt. Jeder Mensch hat das Recht auf seine sexuelle Unlust und auf seine Weigerung, sich weiterzuentwickeln. Dein Partner, aber auch du selbst.
Loslassen braucht Zeit
Es klingt so einfach, eine Situation einfach zu akzeptieren. Doch es ist eine schwere Aufgabe. Das ist nichts, was man mal eben so von heute auf morgen entscheidet. Es ist ein innerer Prozess des immer gelassener Werdens, des immer wieder Loslassens und der wiederkehrenden Reflektion des eigenen Verhaltens.
Man kann nur sich selbst wirklich ändern. Du musst dein Empfinden, im Recht zu sein, aufgeben. Du musst deine Erwartungen an deinen Partner aufgeben. Du musst dein Bild, wie euer Sex oder eure Beziehung zu sein hätte, aufgeben. Und du musst den einen oder anderen Wunsch aufgeben und akzeptieren, dass nicht alles möglich ist. Eine Erkenntnis, die niemandem schmeckt.
Akzeptanz ermöglicht Veränderung

... wichtiger ist es, den Partner zu akzeptieren, wie er ist.
Das Paradoxe an der Akzeptanz ist interessanterweise, dass dann manchmal genau das passiert, was man sich immer schon gewünscht hat. Wenn man den Druck rausgenommen hat, dem Partner und der Situation mit Freude und Liebe begegnet, dann ergeben sich auch mal kleine Wunder. Worum man vorher gekämpft hat, geschieht auf einmal ganz von alleine.
Wie das funktioniert? Wer den anderen immer wieder in eine Nein-Position zwingt, gibt dem anderen keine Chance, einmal "Ja" zu sagen. Oder herauszufinden, wozu er denn überhaupt und eventuell "Ja" sagen möchte. Wer ständig bedrängt wird, sich zu verändern, wird aus Selbstschutz alle Mauern hochfahren und sich verteidigen. Erst wer spürt, dass er okay ist, so wie er ist, hat die Freiheit und auch die Lust, sich selbst zu verändern. Und zwar von ganz alleine.
Anja hat inzwischen erkannt, dass zärtliche Küsse nicht mit Druck funktionieren. Nach mehreren Monaten des Haderns und Mitsichkämpfens gelang es ihr, den Wunsch einfach loszulassen und die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Sie hegte keinen Groll mehr. Und siehe da: ihr Mann küsste sie so, wie sie es sich immer gewünscht hatte. Da sie keine Erwartungen mehr hatte, war jeder Kuss eine schöne Überraschung!
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 | da schließ ich mich an...
so angefangen zu lieben.... dann umerziehen wollen.... *schulterzuck*
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Das frage ich mich auch seit ein paar Jahren schon! |
 | irreführende Überschrift
Im Artikel geht's ja "nur" um den Umgang mit Wünschen, die jederzeit auftauchen können.
Mein erster Gedanke war, dass es um die ebenso beliebten wie fruchtlosen Versuche geht, den Partner umzuerziehen, sobald man meint, ihn sicher am Haken zu haben.
Vor allem bei jüngeren Frauen beobachte ich das immer wieder. Und frage sie dann, warum sie mit diesem Mann zusammen sind, wenn sie doch ganz offensichtlich einen anderen wollen.  |
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..eben..
Aber dazu sollte man wissen WAS man denn nun gerne hätte.
Süß wenn in einem Thread ein Mann über seine Gefühle redet und irgendwelche Frauen den Weichei nennen, während sie in einem anderen Thread jammern ihr harter starker MANN würde ja leider keine Gefühle zeigen und etwas Kuscheln wäre sooo toll.
DANN wird es natürlich echt schwierig wenn man selber nicht mal weiß WAS man denn nun gerne hätte.
Im Zweifelsfall immer was man gerade NICHT hat.
Die Barbie der Freundin war auch immer viel toller.
Aber wenn es dran scheitert das der Partner rechts statt linksdrehende Kulturen bevorzugt, hat man es übertrieben  |
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Die Zeiten wo man verheiratet wurde und dann sehen musste wie man mit dem klar kam was man bekam sind zum Glück vorbei.
Stimmt!
Heute wird immer und überall nach was besserem Ausschau gehalten! Ist ja auch so viel einfacher! Wieso sich mit Dingen beschäftigen, die sich lohnen könnten, wenn es doch einem quasi zusteht, glücklich zu werden ohne Rücksicht auf Verluste?!
Ich würde es als legitim ansehen, wenn Sie aufhört zu rauchen und nun auch mich davon überzeugen möchte! Genau so sollte Sie sich von mir Unterstützung bei "ihren Fehlern" holen!
Wenn natürlich das schon nicht gegeben ist, dann ist es natürlich einfacher, mal eben ne Anzeige zu schalten oder sich wo anzumelden... |
 | Partner akzeptieren
Dazu sage ich nur Nobody is perfekt, und das ist auch gut so. |
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..ich werde es garantiert NICHT akzeptieren, wenn ich damit nicht glücklich leben kann.
Für MICH besteht der Sinn einer Beziehung darin das BEIDE glücklich sind, nicht den Partner glücklich zu machen.
Wenn es dort nicht passt, dann muss sich was ändern oder es war der falsche Partner.
Niemand wird gezwungen sich zu ändern NUR damit es irgendwie passt, das Kleinigkeiten mit liebevollem Grinsen hingenommen werden weil man auch nicht perfekt ist, ist normal.
Ich bin aber nicht da um den Partner glücklich zu machen, ALLES mit einem "ist halt so" hinzunehmen wenn es mein Recht auf Glücklichsein damit unterwandert.
Die Zeiten wo man verheiratet wurde und dann sehen musste wie man mit dem klar kam was man bekam sind zum Glück vorbei. |
 | Eskalation
Irgendwie ist da ein leichter Widerspruch in dem Beitrag. Es heisst dort zunächst, dass vielleicht irgendwann ein Wunsch geäussert wird, also ohne jeden Druck und wahrscheinlich auch ohne große Erwartung. Dem Partner wird viel Zeit gelassen. Dann folgt eine langsame Eskalation bis zu dem Punkt, wo von dem Wunsch losgelassen wird - und dann kommt die Erfüllung des Wunsches. Warum kommt diese dann nicht bereits in der ersten Phase, wo alles auch noch entspannt ist? Irgendwie erinnert dies an Hänsel und Gretel, die erst hungern und arm sind, bestraft werden müssen und dann reich und glücklich bis ans Lebensende...
Das Leben ist aber kein Ponyhof, und die Gebrüder Grimm leben auch nicht mehr.
Wie im Märchen, ist auch hier sicher ein Körnchen Wahrheit enthalten - man sollte nicht jeden Wunsch hinterherhecheln, nicht erwarten, alles duchsetzen zu können. Alternativen und Kompromisse zu schließen. Und hier liegt der Punkt: Ein Kompromiss ist beidseitig, beide arbeiten daran und nicht einer verweigert sich komplett, an einem Problem mitzuarbeiten, denn sonst endet das Ganze zu schnell in zermürbenden Machtkämpfen bis ggf. hin zum Rosenkrieg.
Sicher kommt es auch stark auf die Qualität des Wunsches an, wie Feuer_Flamme51 schon sehr passend erklärt hat.
Gleichzeitig habe ich auch die Erfahrung machen müssen, dass oft bis aufs härteste diskutiert wird, dass nur eine Meinung Gültigkeit hat: "Jeder bestimmt für sich selbst, welche Wünsche des Partners erfüllt werden und keiner darf den Partner verbiegen". Hinterfragt man diese These dann allerdings (möglichst nicht im direkten Zusammenhang), dann konvertieren die lautesten Befürworter oft in das genaue Gegenteil. Wenn es z. B. dann heisst, die Schwiegermutter zu besuchen, dann soll der Partner, weil es einfach so gesellschaftlich erwartet wird, gefälligst mitkommen. Oder wenn der eine Partner eine gemeinsame familiäre Gestaltung des Sonntages wünscht, der andere aber lieber etwas anderes unternehmen möchte. Ja, bis hin zur Wahl des Urlaubsziels - wenn der eine das Ziel des anderen nicht mag, wird dann plötzlich doch propagiert, dass man eine GEMEINSAME Lösung finden MUSS.
Insbesondere, weil die Nicht-Verbiegung und Entscheidungsfreiheit bevorzugt bei sexuellen Themen hoch propagiert wird, teilweise dann noch mit so schönen moralischen Beiargumenten "würdest Du Deiner Familie / dem Pastor am Sonntag das stolz erklären können, dass Du etwas anderes als Blümchensex zur Zeugung von Kindern machen möchtest, Du Schwein!", in anderen Bereichen (in Gegenrichtung) dann aber vollkommen abgewürgt wird, finde ich dies nicht richtg.
Ich bin der Meinung, dass schon das letzte Vetorecht ausser Frage steht, d. h. Partner A möchte eine Praktik, die für B überhaupt nicht vorstellbar ist, dann hat A immer noch das letzte Wort - aber gefälligst auch die Pflicht, sich mit dem Thema einmal auseinanderzusetzen und zu versuchen, ob es nicht vielleicht eine Lösung im Konsenz denkbar ist. Wenn der eine Partner einen Club möchte, könnte man z. B. vielleicht erst mal gemeinsam zu einer Tantramassage oder Kurs gehen. Genauso wie B vielleicht auch mal ein Wochenende mit zu den Schwiegereltern geht, obwohl er/sie es vielleicht garnicht so gern mag.
Schließlich ist es auch ein Verbiegen des Partners, wenn der eine immer alles ablehnt, gleichzeitig aber strengste Monogamie einfordert (das ist letztendlich genauso ein Wunsch, wie enie größere Offenheit - auch wenn es in unserer hiesig verbreiteten Moralvorstellung eine selbstverständlich legitiierte Forderung zu sein scheint....!!!). |
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...es kommt darauf an um welche Dinge es sich handelt.
Eine offene Zahnpastatube oder umherliegende Sachen schaden mir emotional bestimmt nicht. Ist aber auch eine Sichtweise die jeder für sich entscheidet.
Gute Nacht  |
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Ich liebe meine Partnerin unteranderem für ihre Schwächen und Macken. Daraus resultiert für mich, dass sie meine Partnerin ist ...
Erfahrungsgemäß schade ich mir emotional selber, wenn ich von anderen über einen langen Zeitraum immer Dinge annehme, die mir nicht gefallen und damit nicht gut tun. Ob Partnerschaft, Freundschaft oder Geschäftsbeziehung. |