01.12.2011

AIDS in Südafrika - das Hillcrest Aids Centre

Dieter Thomas Heck unterstützt die Arbeit der Welthungerhilfe in Durban

Während in der westlichen Welt der Kampf gegen das HI-Virus erfolgreich aufgenommen wurde, schlägt es in armen Regionen dieser Erde nach wie vor erbarmungslos zu. Ob Indien oder der afrikanische Kontinent – AIDS löschte teilweise fast eine ganze Elterngeneration aus. Leidtragende sind die Kinder, die Zahl der AIDS-Waisen erhöht sich dramatisch. Das soziale Gefüge der ländlichen Familien bricht auseinander, Großeltern müssen die Erziehung und die Ernährung übernehmen. Dafür muss man arbeiten, doch es fehlt nicht nur an Arbeitskraft, es sind zudem weder Saatgut noch Bewässerungsanlagen vorhanden.

Für viele Menschen ist die einzige Einnahmequelle die Prostitution in Großstädten und damit verbunden das Risiko neuer Infektionen. Unser Mitglied christianpantel hat sich einige Gedanken zum Thema gemacht und möchte uns das Hillcrest Aids Centre bei Durban (Südafrika) vorstellen, dass er gemeinsam mit Dieter Thomas Heck besuchte.

Dieses Transparent bringt die wichtigste Grundidee des Hillcrest Aids Centre Projektes auf den Punkt.
Dieses Transparent bringt die wichtigste Grundidee des Hillcrest Aids Centre Projektes auf den Punkt.

Wohlstands-AIDS?

Eine der Townships, die von dem Centre betreut werden.
Eine der Townships, die von dem Centre betreut werden.

Als JOYclub Mitglied habe ich aufmerksam die AIDS-Information zum Weltaidstag verfolgt. Es ist wichtig, dass wir alle uns über unser Sexualverhalten klar werden, die Risiken kennen und die notwendigen Maßnahmen zum Schutz ergreifen. Doch, so sarkastisch wie es auch klingen mag, wir haben hier "Wohlstands-AIDS"! Die Medizin kann helfen, auch wenn die Nebenwirkungen der Medikamente nicht unterschätzt werden dürfen.

Noch eine kleine Aufgabenbeschreibung des Centre
Noch eine kleine Aufgabenbeschreibung des Centre

Eine HIV Infektion ist in der westlichen Welt kein Todesurteil mehr. Wesentlicher Grund dafür ist "Wissen" und "Information". Das erlaubt uns eine "Meinung" zu haben, wir können abwägen und uns den Luxus einer "Einstellung" zum Thema erlauben. In Ländern der Dritten Welt ist AIDS ein Stigma, gottgewolltes Schicksal, darüber wird nicht geredet. Das wird in der sozialen Gemeinschaft totgeschwiegen.

AIDS und Armut, eine verheerende Kombination

Die Menschen der Townships leben unter ärmlichsten Bedingungen ...
Die Menschen der Townships leben unter ärmlichsten Bedingungen ...

Wenn hier am Wochenende darüber nachgedacht wird, in welchen örtlichen Swingerclub man geht, sollte man immer auch einmal im Hinterkopf haben, dass Menschen in Südafrika vom Eintritt einen Monat leben können. Das Echo wird in den nächsten Jahrzehnten gewaltig auf die westliche Welt zurollen. Volkswirtschaften und Sozialsysteme brechen auseinander. Die Ärmsten der Armen retten sich in die reichen Länder, die die Zuwanderung zunehmend zu verhindern suchen, was natürlich illusorisch und nicht umsetzbar ist. So dicht ist keine Grenze! Die Hilfe vor Ort ist das Entscheidende!

... lassen sich aber dennoch nicht entmutigen.
... lassen sich aber dennoch nicht entmutigen.

AIDS beginnt nicht erst mit der HIV-Infektion. Fehlen wie in Südafrika Wasser und Nahrung, ist der menschliche Körper an sich schon immunschwach. Die HIV-Infektion bewirkt dann zusätzlich Sekundärerkrankungen.

Selbst wenn genügend AIDS-Medikamente vor Ort vorhanden sind, können diese wegen der starken Nebenwirkungen häufig nicht verabreicht werden. Erst müssen die Sekundärerkrankung behandelt und der Patient in eine medizinische Verfassung gebracht werden, in der er diese starken Medikamente nehmen kann. Sonst würden sie ihn umbringen.

Viele Kinder Südafrikas wachsen bei ihren Großeltern auf, da ganze Elterngenerationen an Aids verstorben sind.
Viele Kinder Südafrikas wachsen bei ihren Großeltern auf, da ganze Elterngenerationen an Aids verstorben sind.

Ich werde das Sterben der bildschönen "Happyness", einer 28jährigen Südafrikanerin, nie vergessen. Das Bild hat sich eingeprägt! Sie lag auf ihrem Bett in ihrer bescheidenen Lehmhütte. Ihre Augen waren erblindet, ihr Körper nur noch Haut und Knochen. Sie gab mir ihre zerbrechliche Hand mit perfekt lackierten Fingernägeln und sah ins Leere.

Als ich sie um die Erlaubnis für ein Foto bat, lächelte sie und sagte: "Ich bin doch gar nicht mehr hübsch! Dann achte aber bitte darauf, dass man meine Hände sieht!" Das letzte bisschen Schönheit und der Rest Lebensinhalt, an dem sich diese Frau festhalten konnte. Zwei Tage später, bei meinem nächsten Besuch, war sie tot. Ich werde dieses Bild in meinem Leben niemals vergessen.

JEDER kann helfen!

Diese Tafel in der Krankenstation des Hillcrest Aids Centres erinnert an unzählige Opfer...
Diese Tafel in der Krankenstation des Hillcrest Aids Centres erinnert an unzählige Opfer...

Die meisten Menschen kennen die Bilder aus dem Fernsehen, die wenigsten können sich einen Eindruck vor Ort machen. Ich kann nur jedem Touristen empfehlen, beim nächsten Urlaub in der Dom Rep oder sonstigen "preisgünstigen Drittweltländern", einmal einen Tag aus dem All-Inclusive-Ressort auszubrechen und die dortige AIDS-Hilfe zu besuchen! Es wird sich etwas einbrennen, das die hierzulande geführten "Wohlstands-Aids-Diskussionen" in einem anderen Licht erscheinen lässt! Von lachhaften Ansteckungswahrscheinlichkeitsrechnungen und Gleichsetzungen einer AIDS Erkrankung mit einem schnellen Unfalltod ganz zu schweigen.

Ein Ziel des Hillcrest Aids Centre ist, die Einwohner der Townships mittels Arbeit in der selbst anberaumten Landwirtschaft für die eigene Grundversorgung sorgen zu lassen.
Ein Ziel des Hillcrest Aids Centre ist, die Einwohner der Townships mittels Arbeit in der selbst anberaumten Landwirtschaft für die eigene Grundversorgung sorgen zu lassen.

Einige von denjenigen, die sich durchaus effektiv vor Ort einsetzen könnten, schmücken sich lieber mit Gutmenschtum und der AIDS-Schleife. Ich reden von Stars und Sternchen, die ihr Promi-Image per "AIDS-Alibi" pflegen. Nun gut, besser als gar nichts!

Einer von denen, denen das nicht genügt, ist unser pensionierter Showmaster Dieter Thomas Heck! Er hat seine Karriere hinter sich, es gibt kaum jemand, der ihn nicht kennt und sein "Image" muss dieser Mann nicht polieren. Egal was man von ihm hält oder ob man ihn mag, er steigt auch noch im Alter von 70 Jahren in ein Flugzeug und geht an die Frontlinie! Ich hatte die Ehre, ihn ins Hillcrest Aids Centre der Deutschen Welthungerhilfe zu begleiten.

Zur Projektseite der Deutschen Welthungerhilfe

Hier mein Bericht und allen interessierten Usern ein Dankeschön für ein "kurzes Nachdenken" und einen "Moment der Besinnung"!

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