11.12.2006

AIDS

Was ist AIDS?

Die Bezeichnung AIDS entspricht der Kurzform für die englische Bezeichnung Acquired Immune Deficiency Syndrome, was soviel wie Erworbenes Immundefizit-Syndrom bedeutet. AIDS ist eine Infektionskrankheit, die durch das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) ausgelöst wird.

AIDS ist keine Geschlechtskrankheit, jedoch wird sie am häufigsten auf geschlechtlichem Wege übertragen. Deshalb wird AIDS oft in einen sexuellen Kontext gestellt und im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten thematisiert. Exakter ist Aids als sexuell übertragbare Krankheit zu bezeichnen.

Infektion

Eine Ansteckung mit HIV erfolgt über bestimmte Körperflüssigkeiten, wie Blut, Vaginalsekret, Sperma oder die Muttermilch.
Dagegen kann eine Übertagung des HI-Virus über Speichel oder Schweiß aufgrund der geringen Virenkonzentration ausgeschlossen werden.
Demzufolge ist eine Virus-Übertragung bei sexuellen Praktiken, ohne Schleimhautkontakt bzw. ohne eine Vermengung von Körperflüssigkeiten nicht möglich.

Die Inkubationszeit nach erfolgter Ansteckung ist unterschiedlich. Zwischen der Infektion mit dem HI-Virus und dem Ausbruch der Krankheit (AIDS) können mehrere Jahre liegen. Wenn auch sehr unwahrscheinlich, ist es bei einem geringen Prozentsatz infizierter Personen sogar möglich, dass die Krankheit gar nicht ausbricht.

Übertragungsrisiko

Der häufigste Übertragungsweg ist der ungeschützte Vaginal- bzw. Analverkehr.
Aufgrund der Regelblutung erhöht sich beim Sex während der Menstruation das Infektionsrisiko.
Beim Analverkehr besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr aufgrund des oftmaligen Auftretens kleiner (auch unsichtbarer) Verletzungen der (Schleim-)haut des Anus oder Darms.

Das Infektionsrisiko ist beim Oralverkehr geringer einzuschätzen als beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung ist jedoch nicht auszuschließen. Die Ansteckungsgefahr erhöht sich durch Aufnahme von Sperma oder auch durch auftretende Verletzungen. Eine Virusübertragung nur durch vor der Ejakulation austretende Lusttropfen ist relativ unwahrscheinlich.

Generell ist das Risiko einer Infektion von der Viruslast abhängig. Die Viruslast ist die Konzentration der Viren in der zur Übertragung führenden Körperflüssigkeit (Blut, Sperma, Vaginalsekret). Die Viruskonzentration ist nach einer erst kürzlich erfolgten Infektion des Wirts am größten und nimmt mit der Ausbildung von Antikörpern ab, bis sie sich in einem späteren Krankheitsstadium wieder erhöht.

Symptome

Zwei bis sechs Wochen nach der Infektion können grippeartige Symptome auftreten. Es kann dabei u. a. zu anhaltendem Fieber, Nachtschweiß, zum Anschwellen der Lymphknoten oder zu Durchfall kommen.
Es ist aber ebenso möglich, dass nach der Ansteckung gar keine Symptome auftreten (asymptomatischer Krankheitsverlauf).

Vorbeugung

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion gibt es nicht. Ebenso gibt es keine Schutzimpfung gegen HIV / AIDS. Jedoch kann man das Ansteckungsrisiko insbesondere durch die Verwendung von Kondomen minimieren (Safer Sex).

Darüber hinaus sollte man einen häufigen Wechsel des Geschlechtspartners vermeiden, vor allem dann, wenn der jeweilige Sexualpartner unbekannt ist.

HIV-Tests

Ein HIV-Test ist eine Methode, um eine Infektion mit dem HI-Virus nachzuweisen. Dabei wird das Blut auf Antikörper untersucht, die sich als Reaktion auf die Ansteckung mit dem HI-Virus im Körper gebildet haben. Die Ausbildung von Antikörpern dauert in der Regel etwa zwölf Wochen, sodass eine Virusinfektion erst nach drei Monaten mit Sicherheit nachgewiesen werden kann.

Die im Allgmeinen oft für diesen Test verwendete Bezeichnung "AIDS-Test" ist im Grunde also nicht richtig, da nicht die Krankheit (AIDS) nachgewiesen wird, sondern lediglich der Erreger - das HI-Virus.

Einen HIV-Test sollte man in jedem Fall dann durchführen, wenn:

  • ungeschützter sexueller Kontakt mit einem HIV-infizierten Partner bestand.
  • anhaltende Symptome auf eine Infektion hindeuten und eine Ansteckung nicht defintiv auszuschließen ist.
  • eine frühere Infektion nicht defintiv auszuschließen ist und ein Paar dauerhaft ungeschützten Geschlechtsverkehr haben möchte.
  • eine frühere Infektion nicht definitiv auszuschließen ist und eine Schwangerschaft geplant ist.
 

Für den Nachweis stehen verschiedene Tests zur Auswahl.

Standardtest

Die geläufigste Testmethode ist das so genannte ELISA-Testverfahren. Da bei diesem Verfahren das Blut auf das Vorhandensein von HIV-Antikörpern untersucht wird, bezeichnet man diese Methode auch als Suchtest.

Zwölf Wochen nach erfolgter Infektion bietet dieser Test eine Sicherheit von über 90 Prozent. Wurden im Blut der Testperson HIV-Antikörper festgestellt, so gilt das Ergebnis aber noch nicht definitiv als "positiv", sondern vorerst als "reaktiv", da ein falsch-positives Ergebnis noch nicht defintiv ausgeschlossen werden kann.

Auf ein reaktives (positives) Testergebnis folgt ein Bestätigungstest mittels der so genannten Western-Blot-Methode. Dieses Verfahren ist aufwendiger und führt zu einem sicheren HIV-positiven bzw. HIV-negativen Testergebnis.

Der einfachere Suchtest kostet etwa 25 Euro. Der Preis eines Bestätigungstests ist etwas höher und variiert in Abhängigkeit des beauftragten Labors.

PCR-Test

Ein weiteres mögliches Testverfahren bietet der PCR-Test. Im Unterschied zum ELISA-Test wird hier das Blut nicht auf Anitkörper, sondern auf das Vorhandensein des eigentlichen HI-Virusstamms untersucht. Dieser Test bietet bereits etwa zwei Wochen nach erfolgter Infektion ein sicheres Ergebnis. Die Kosten für dieses Test-Verfahren sind jedoch wesentlich höher und betragen in Abhängigkeit des jeweiligen Labors zwischen 100 und 150 Euro.

Heim-Tests

Heim-Tests, auch "point-of-care-Test" oder "bedside-Test" genannt, werden hauptsächlich über das Internet angeboten und vertrieben. Auch dieser Test basiert auf einer Blutanalyse und der Feststellung des Vorkommens von HIV-Antikörpern. Dieses Testverfahren ist in Deutschland nicht zugelassen. Dies ist einerseits auf die Möglichkeit einer Falschanwendung oder einer Falschinterpretation der Ergebnisse zurückzuführen. Andererseits fehlt bei bei dieser Methode der Bestätigungstest, sodass das Ergebnis gegebenenfalls nicht zuverlässig ist.

In jedem Fall sollte man bei dem Verdacht einer HIV-Infektion und insbesondere bei einem positiven Testergebnis eine ärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

Testergebnisse

Ein positves Testergebnis bedeutet, dass sich die getestete Person mit dem HI-Virus infiziert hat.
Es bedeutet aber nicht, dass die getestete Person an AIDS erkrankt ist oder zwangsläufig erkranken wird.

Eine HIV-positiv getestete Person ist stets potentieller Überträger des Erregers. Dementsprechend sollte zum Schutz Dritter immer auf Safer Sex, insbesondere also auf die Verwendung von Kondomen geachtet werden.

Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass die getestete Person zum Zeitpunkt des Tests nicht mit dem HI-Virus infiziert war.
Es bedeutet nicht, dass eine HIV-Infektion definitiv auszuschließen ist, (beispielsweise falls der Test innerhalb des Zeitraums durchgeführt wurde, in dem das Virus nicht nachweisbar ist oder aber zwischenzeitlich eine Ansteckung erfolgt sein könnte.)
Es bedeutet zudem nicht, dass zukünftig auf präventive Vorsichtsmaßnahmen verzichtet werden kann.

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